Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 11 (13.3.1925)
- Date
- 1925-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise : Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Luzern VII. 1470; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 8a!>. 11 Wien-Bratislava, 13. März 1925 .ב״ה ויענה־פרעססבורג י־ז ארו תרפ״ה II. Jahrg. ״Beis Jakob.“ Mit dem Prophetenwort ״Beis Jakob“ — lechu wenelcho beaur haschem — begannen unsere Brüder und Schwestern in Polen zähe, erfolggekrönte Arbeit für die weibliche Jugend ihres Landes. Schon im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege hatten die Zeitereignisse gefordert, neue Mittel und neue Wege zu ersinnen, um auch die Töchter zu rüsten und zu schützen gegen die Anfechtungen einer Zeit, die an Stelle der heiligen Güter der Vergangenheit neue und falsche Ideale setzen wollte. Die Konferenz in Czernowitz, welche auf Veranlassung der grossen rabbinischen Führer kurz vor dem Kriege zusammentraf, rief zuenergischer Arbeit für den Chinuch der weiblichen Jugend. Mit dem Weltkrieg verzögerte sich die Ausführung grosser und sorgfältig vorbereiteter Pläne. Die Schrecken des furchtbaren Völkerringens, die gerade in Galizien und Polen zu furchtbarer Auswirkung gelangten, waren indes noch nicht gewichen, als man in Krakau schon den Grundstein legte zu systematischer Arbeit für den Chinuch llabonaus. Die erste Phase der heiligen Arbeit ist vorüber. Gerädezu mit stürmischer Gewalt hat die Idee im ganzen Lande sich verbreitet. In wenigen Jahren \vurden*50 Schulen‘ errichtet und viele Tausende junger Seelen schöpfen mit Inbrunst das Licht der heiligen Lehre. Kein Tag vergeht, ohne dass'nicht von ־^Ms&lö'^^gen’dyeinem Orte der Ruf.ertönt: .. ״Kommet und. heelfet auch uns, eine solche Lehsrtätte zu gründen.“ Leider muss aus Mangel an Kräften so mancher Wunsch versagt werden. Soll das grosse Werk segensreich für Generationen wirken, so darf das Fundament nicht leichtfertig gebaut werden. Nicht der Enthusiasmus allein verleiht die Kraft zu Schöpfungen, die den Sturm des Tages überdauern sollen; die Kraft der Hingabe an ein grosses Werk bildet die Voraussetzung, unter den schwierigsten Verhältnissen die Arbeit erfolgreich zu beginnen. Mit solcher Einstellung eröffnen die Führer von Beis Jakob die zweite Phase ihres grossen Werkes. Sie haben sich vor einigen Wochen in Warschau in einer Konferenz zusammengefunden, haben eine Rückschau gehalten über den bisherigen Weg und schonungslos sich selbst die Fehler gezeigt, die,nunmehr zu beseitigen sind. Ihre Hauptsorge galt den jungen Führerinnen, die berufen sind, die Seele des jüdischen Kindes für die wahren Ideale des Judentums zu wecken. Viele von ihnen fühlen es selbst, dass sie von der Vorsehung zu gewaltiger Aufgabe berufen und deshalb in höherem Masse zur Selbst- Vollendung verpflichtet sind. Sie haben es mit grösster Freude begrüsst, dass nun alljährlich durch Kurse ihre Weiterbildung gefördert werden soll. Im Spätsommer dieses Jahres soll der erste Kurs in Krakau veranstaltet werden, unter Mitwirkung von Pädagogen des In- und Auslandes. Kein Zweifel, dass die Bewegung durch ihn neue kräftige Impulse erfahren wird, kein Zweifel, dass die also ertüchtigte junge Lehrerschaft mit grösster Energie das Werk zur Höhe führen wird. Es ist hier nicht der Ort, ausführlich von all den Dingen zu sprechen, welche die erste Beis Jakob- Konferenz beschäftigt hat. In seiner warmen eindrucksvollen Eröffnungsrede hat der Samborer Raw die historische Bedeutung der Bewegung gewürdigt. Mit nüchternen, aber gerade deshalb besonders eindrucksvollen Berichten schilderte O. Spira, Krakau, den bisherigen Entwicklungsgang der Beis Jakob- Arbeit und zeigte, wie im Verläufe ,von wenigen Jahren das Werk aus kleinen Anfängen zu anerkenneuswerter Höhe einporgewaclisen ist. Würdigt man ferner die Hingabe der Leiterin, Frau Sclienierer, die keine Mühe scheut, um ־ihre Zöglinge ständig zu fördern und zu leiten, so braucht nicht einen Augenblick gczweifelt zu werden, dass das heilige Werk zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Von den Grössten in Polen wird das Gedeihen von Beis Jakob als Schicksalsfrage des polnischen Judentums empfangen. In der Gegenwart gibt es kein Land, das in der Erziehung der männlichen Jugend, so Gewaltiges erfolgreich geleistet hätte, wie Polen. Chadorim und Jessaudei Hathora, welche Polen besitzt, finden sich kaum in solcher Vollendung anderswo in der Welt. Gelingt es, eine ebenbürtige Erziehungsstätte auch für die weibliche Jugend zu errichten, dann wird sich das Prophetenwort, welches zur Devise gewählt wurde, in schönster Weise erfüllen. Wenn Beis Jakob, die weibliche Jugend vorschreitet zur Höhe göttlichen Glaubens, dann —, wenelcho — wird die Gesamtheit Israels ״wandeln im Lichte Gottes“. D. Rabbi Jlzchok Jeruchem Diskin על. Montag den 29. Adar wurde Rabbi Jizchok Jeruchem Diskin zu Grabe getragen. Die' Trauerfeieniichkeiten begannen um 10 Uhr vormittags, /nachdem die Zöglinge des Waisenhauses, dessen Leiter der Verschiedene Gaon war, von ihm Abschied genommen. Die erste Trauerrede hielt Rabbi J. C11. Sonnenfeld, welcher die grossen Verdienste des Verblichenen um die Stärkung der Orthodoxie an Jerusalem und ganz Erez Jisroel besonders betonte. Nach ihm sprach Oberrabbiner Jakob Meier im Namen der Sephardim, nach ihm der Sluczker Raw Rabbi Isser Salman Melzer, der jüngst die Leitung der Jesciviwah Ez Chaim übernommen hat. Nachdem noch Rabbiner Josef Hoff mann aus Papa, Mordchei Leib Rubin, Schlomo Aron Wertheirner, Reuben Schlomo Jungreis und Benzion Jadler vom Verblichenen Abschied genommen hatten, setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Zöglinge' der Waisenhäuser und der Thoralehranstalten gingen der Bahre voran. Der Traaierzug hielt nochmals vor dem Diskinschen Waisenhaus, wo weitere Trauerreden gehalten wurden. Rabbi J. J. Diskin wurde am Oelberg beigesetzt. Sowohl die palästinensischen wie auch die amerikanischen Zeitungen würdigen in langen Nekrologen die Persönlichkeit und die Verdienste des Verstorbenen. Tatsächlich hat Rabbi J. J. Diskiu Fähigkeiten und Tugenden besessen, die ihn unseren grossen jüdischen!Personlichlceitem gleichstellen. Rabbi Jizchok Jeruchem Diskin wurde am 22. Schwat 5599 geboren, er ist somit einige Tage alter als 86 Jahre ge worden. Schon im Alter von drei Jahren zeigte sich seine wunderbare Begabung, er lernte ohne Mithilfe eines Lehrers Beten, Lesen und Schreiben. Als er fünf Jahre alt geworden war, übernahm sein Vater seine Erziehung. Als fünfjähriger Knabe lernte er bereits die schwersten Sugiot, als Siebenjähriger sass er gemeinsam mit den übrigen Schülern seines Vaters und folgte dessen halachischen Vorträgen. Im neunten Lebensjahre besass er bereits die schriftlichen Atteste grosser Rabbiner, die ihm bestätigten, dass er selbst die schwersten Themata des Talmuds vollkommen beherrsche. Von diesem Älter au, be- Kann er seine Chiduschim aufzuzeichnen. Anlässlich seiner Barmizwoh-Feier, zu der fast alle talmudischeu Grössen Litauens gekommen, waren, überraschte er imit seiner Drascha di!e ältesten und grössten Gaonim. Von diesem Alter an leitete er gemeinsam mit seinem Vater die grosse Brisker Jeschiwah, in welcher von mm an nur derjenige aufgenommen wurde, der sich vor dem Barmiawah-Jüngling einer strengen Prüfung unterzog. Mit 16 Jahren heiratete er;die Tochter von, Rabbi. Zacharia. Zalkind in ׳.D^äburg-.-Mn(ä^yö11räa-aif;setz>fe־’eri,sein Üeissiges Studium im Hause seines Schwiegervaters fort. Obiwohl er um diese Zeit, mehrere Berufungen erhielt, wies er sie beharrlich zurück, er wollte sich durch die rabbinisehe Tätigkeit in seinem Studium nicht stören lassen. Da ,er von rührender :Bescheidenheit war, ׳ wollte er nie etwas aus seinen Chiduschim veröffentlichen. Also widmete er sich über 50 Jahre ausschliesslich dem Thoraiernen1. Im Jahre 5640 starb seine Frau und die nächsten 10 Jahre .verbrachte er unter schweren Kümmernissen. Als sein Vater irr! Jahre 5658 verschied, wurde iRabbi Diskin an die Stelle seines verewigten Vaters als Leiter des grossen Diskinisehen Waisenhauses und'der Jeschiwah Ohel Mosche.berufen. Doch hat er auch diese Berufung zurückgewiesen. Erst als er sein 70. Lebensjahr vollendete, im Ellul des Jahres 5668, entschloss er sich den Bitten der Führer des religiösen Judentums in Jerusalem nachzugeben und nach Erez Jisroel!zu gehen. Seit seiner liebe rsied lu1ng hat das Thoraiernen und das religiöse Leben ln Jerusalem neue Impulse. bekommen. Sein Haus und seine Anstalt bildeten den Mittelpunkt d?er gelehrten Kreise in Jerusalem. Mit staunenswerter Energie hat er sich in diesem hohen Alter den ökonomischen Problemen des seiner Leitung anvertrauten Institutes zugewendet. Es gelang ihm die Schuldenlast, die die Finanzgebarung des Diskinischen Waisenhauses fast erdrückte, zu tilgen. Dies war noch nicht alles. Er sammelte einen grossen Fonds zur Errichtung eines neuen! Heimes und so entstand d&s monumentalste Gebäude Jerusalems, das neue Heim des Diskinischen Waisenhauses, dessen Vollendung er leider nicht mehr •erlebte. Mit Recht heben besonders die amerikanischen Zeitungen hervor!, dass Rabbi J. J. Diskin nicht nur als talmudische Koryphäe einen Ehrenplatz unter den jüdischen Grossen einnimmt, sondern auch als ein Mitarbeiter an ddini ׳Aufbau Erez Israels. Seit der Gründung von Agudas Jisroel hatte er dieser Organisation grosses Interesse entgegengebracht. Er war seit dem Jahre 5674 der Präsident der Aguda in Erez Jisroel und im Tammus desselben Jahres hat in seinem Hause die erste Landesversamimlung djer Aguda stattgefunden. Seit der Neugestaltung der Verhält- Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTATTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN oes OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KKRNTNERRING Nr. 6!־CECTl^üpBHESJlENM״MHM0ETREl5v?3R,.s6Ta01‘;! aufzusuchen I Liefert seitmehr ela anderthalb Jahrzehntenden vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialistin Brautscheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, ln- dlvlduoll dem Gesichte angepasst. EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl In Perüökon modernster Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meines nou erzchlonohan Kataloges! 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