Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 10 (6.3.1925)
- Date
- 1925-03-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־!. Tscheche-Slowakei: Bratislava, Postf2ch 140. Krscndnt jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.40&; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170;. für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; für die Schweiz: Postscheckkonto Luzern Vif. 1470; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 9 ב*ה ויענזדפייעססבורג י* אדר תיפ׳ה.;•Seit jeher bemühen sich ernste Forscher es zu ' ■ergründen, warum ׳gerade Purim ein Fest der Freude. :;geworden ist. Viele «Antworten sind auf diese Frage;,-,..gegeben worden, die teils an das geschichtliche, *■.;׳teils an das psychologische Moment Anlehnung T׳. suchen. Wenn im Geschick des Einzelmenschen, der IJfunier der furchtbaren .Angst einer unabwendbaren 7(i;Katastrophe lebte, eine ungeahnte, unvorbereitete, j■;plötzliche Wendung zürn Glück sich einstellt, dann ff|verlangen die erregten Nerven nach einer Auslösung in Gegenwirkung zum dumpfen, resignierten tgf§Vei11en stellt sich das Bedürfnis nach seelenbefreienppjclem gewaltigen Lachen ein. Und wenn wir die ganze ^!Begebenheit der Puramzeit so .miterleben, als hätte ט(1£$י uns unmittelbar betroffen, .so werden auch wir J|t heiligem Lachen uns den Weg zur Freude ^|^l|nen. Ob freilich die Freude echt ist, kann man fügdaran messen, ob wir auch den Weg, den uns das SBueh Esther vorschreibt, in all seinen einzelnen M|pen beschreiten. Mit körperlichem Genuss gp§H Speise und Trank hebt er an, dieser und Gaben an die Armen sind seine :;Station.'Wer am Purim sich *nur sagt, du musst;||h, hat den Höhepunkt nicht erreicht; wer sich gesagt, du kannst geben, der ist König der Freude J!!den. Aus «Gier nach Besitz war Hamans Rat an ,.^l|!§eros‘ ergangen und wahre Lebensfreude ist nur %^^'H^Meiste1hFTirres־i׳Be^tz^sr'2'üufii!fd׳en;,'4Mei6ter־^ö: ־weit, dass sie damit anderen eine Freude oder gar das —;Leben errvetten. Darum ist ein ',Ruf vonnöten an alle,‘' die das mi schlau ach rnonaus nicht reich geniig, die Gabe an die Armen nicht karg genug bemessen zu können glauben. Ob es den einzelnen Armen gilt oder den Institutionen, welche der Armut an Habe .und Geist in sozialer Form zu steuern suchen, sie alle haben ein Recht darauf, am Purim bedacht zu werden, ein Recht auf Freude, ein Recht auf Leben. Drum heilige Freude den Glücklichen, die vom Schöpfer den Beruf erhalten haben, am Purim die Quellen .der Freude und des Lebens zu erschliessen. 4. ג.» iu a Von Alfred Stroh. Zwei psychologisch bedeutsame Momente schieden die Delegierten in nicht nur lokal getrennte Gruppen;. Der ,Osten vertrat das stürmisch heisse und der Westen das :kalt abwägende Element. Sie alle einte der feste Wille, fhochwertige Arbeit für Erez: Jisroel und für Klal Jisroel zu leisten. Die Herren aus dem Osten haben das unsagbare Elend miterlebt, das die polnische Judenheit an den Rand des Abgrundes gebracht hat Sie haben gesehen, wie jahrhundertealter Reichtum gleichsam über Nacht verschwand. Sie haben am eigenen• Leibe erfahren, wie der mit der Wirtschaftskrise Hand in Hand gehende Antisemitismus Orgien des Hasses leierte. Sie haben die offenen und versteckten Klageschreie unbändiger Verzweiflung mitangehört. Sie haben beobachtet, vHe sich die europäische Zivilisation, mit ihrem geistige Leere verschleiernden Luxus und ihrer seelisches Empfinden vortäuschenden Konvention, seucheartig über Polen verbreitete. Mehrfach stark verband sich drum mit der ererbten heissen Sehnsucht nach Palästinas heiligem Boden der Wunsch von vier Millionen in Polen zusammcngepfer.chten Juden, sich losiüreissen von den Schlacken europäischer Kultur und. einen Ausweg aus ökonomischphysischem Verderben zu finden. Diese Delegierten verkannten die Gefahren nicht,. die eine unregulierbare Masseninvasion nach sich ziehen kann, aber sie wollten davon nichts wissen, denn sie sahen keine andere Lösung. Der Gedanke, den midrasch rabbo in den Worten: ״besser ist es in den Wüsteneien Palästinas zu wohnen als in den Palästen der Diaspora” zusammenfasst, lebt in jedem wahrhaften Juden. Was Wunder, wenn dieser hoffnungsstärkende Wegweiser in einer so fürchterlichen Depression, in der seihst maaminin; bnei maaminim das Gleichgewicht verlieren und Hand an sich legen, sogar den kühl Ueberlegenden berauscht, so dass er darin nicht mehr objektiv zu denken vermag? Zur Korrektur dieser allzu subjektiven Richtung bedurfte es der klar und haarscharf Erwägenden aus dem Westen. Auch sie fühlten die Schwere der Katastrophe. Doch gerade weil sie den Ernst der Lage in ihrem;ganzen Ausmasse erkannten, empfanden sie mit richtigem Instinkte, dass die Verantwortung diesmal ausschliesslich auf ihren Schultern lastete. '. Wenn die Konferenz nichts anderes bezweckt hätte, als diese aus der Not geborene Vehemenz zu dämpfen und den polnischen ‘Agudaführern sozusagen freieren Kopf! zu schaffen, so hätte sie zweifeljos auch ihre Aufgabe erfüllt. Aber die Konferenz war — wie an dieser Stelle bereits in Form eines Wunsches, gesagt wurde — eine Arbeitstagung. Das Programm umfasste in all seinen sieben Punkten durchwegi.j^&M^sSh'aftspraktische Fragen, Fragen wurden trotz ihrer schreienden Aktualität nicht an■* geschnitten, und diese Tatsache allein beweist zur Genüge den Ernst unserer Aufbaubestrebungen. Das von der Aguda aufgegrif.fene Projekt der Heimstatten wird die Kolonisation in ganz neue, glücklicher(* Bahnen lenken. Die vor der Konferenz gegründete ״Habajith Heimstättengesellschaft m. b. IT.“ wird den Anfang machen. Sie wird nach mehreren Typen Einfamilienhäuser bauen, mit dem notwendigen Komfort versehen, den dazu gehörigen Boden bepflanzen, das Vieh, beziehungsweise Geflügel einstellen und diese fertige Heimstätte zu 200 bis 1000 Pfund, je nach der ־ Grösse der Anlage, unter individuell zu bestimmenden Zahlungsbedingungen an Einwandererfamilien abgeben. Nur auf diese Art wird es möglich sein, den grossen Massen — also der kapitalsärmeren Schichten — Ansiedlungs- und Lebensmöglichkeit zu sichern. Vor und mit diesen werden zahlreiche Professionisten einwandern können. Sic werden erst bei der! Errichtung, dann bei der Erhaltung und dem Ausbau der Heimstätten mitwirken. Für ihre Existenz ist gesorgt; sie leben von ihrer Iiände Arbeit. Desgleichen die Heimstättenbesitzer, die sich ausser mit Bodenkultur, beziehungsweise Milchwirtschaft oder Geflügelzucht handwerklich oder kommerziell betätigen sollen. Einzelne grössere Industrieanlagen, teils Hausindustrien, schaffen die nötige Ergänzung und wir haben dass Ideal einer landwirts.chaft-! lieh, industriell und handwerklich produktiven Gartenstadt, die als solche in mit ihrer. Vergrösserung gleichmiissig anwachsendem Masse Kräfte für kulturelle und administrative Zwecke bindet. Der Verkauf von Boden — also auch die Förderung 1׳er Privatinitiative für Minderbegüterte — und nicht zu■ letzt die Zentralisierung des Bodenkaufes durch die Aguda, sind Faktoren von grösster volkswirtschaftlicher Bedeutung. Herren•, Knabenu. 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Und man erklärte, dass dieser Zustand ein Ende haben muss, wenn die Besiedlung nicht am toten Punkt angelangt sein soll; es sei denn, dass die Gründung von Bois,chewikennestern durch Transplantierung von weiteren Tausenden destruktiver Elemente als wertvolle Aufbauarbeit angesehen wird. Der Panzionisinus muss fallen. Er ist mit seiner Pa-< role ״Palästina den Zionisten!“ ein Verbrechen an Erez lisroel und am jüdischen Volke,;dem jenes kraft g-ttliehen Geheisses gehört. Wenn Lessing lebte, würde er sicherlich an Stelle des Antisemiten den Zionisten mit dem stereotypen ״tut nichts, der Jude wird verbrannt!״ charakterisieren. Gleichviel, ob die agudistische Todsünde sich im Mangel an Palästinaarbeit oder in dessen Gegenteil erschöpft, er wird verbrannt. Die in den sonderbarsten Varianten wiederkehrenden schweren Anklagen dieser Art, brachten mir die Worte! des sterbenden Unsdorfer Gaon Rabbi Schmuei Rosen,־« berg in Erinnerung. Er nannte den Zionismus die letzte gegen die Judenheit äüsgespielte Karte־־ des; ״Sotöhs •4,ühtl * fügte hinzu, dass sich die Charedim auch dieser schwerste« und gefährlichsten Waffe werden entwinden können. Die überwiegende Mehrheit der polnischen Juden,- heit ist, wie die letzten Gemeindewahlen neuerdings bewiesen haben, agudisti&ch. Sie wird den Weg zu einem wirklich jüdischen Erez Jisroel finden, selbst wenn es den Parteiinteressen der Panzionisten nicht entspricht. Wir bringen nachstehenden Aufsatz eines unserer geschätzten Mitarbeiter, ohne mit seinen Ausführungen in allen Punkten einverstanden zu sein. (Die Red.) Wir bewundern den Mut von Dr. Nathan Birnbaum,; wir bewundern ihn ehrlich .Wir, sehen in seinem Ruf (vergl. den Artikel: ״Bitte, bremsen!“ in voriger Nummer) ein( historisches Ereignis. Wir sind gleichzeitig überzeugt, dass die Folgen dieses Artikels Herrn Dr. Birnbaum schwere Stunden bereiten werden. Denn es ist allezeit ein furchtbar schweres Beginnen gewesen, gegen den Strom zu1 schwimmen, wie man es nennt; darum Hut ab vor Dr. Birnbaum.;■ Eine solche Tat sollte aber wenigstens die ernste Publizistik zur Stellungnahme zwingen und ernste Mensehen zu nochmaliger Prüfung ihres Standpunktes in bezug auf die in dem Birnbaumschen Artikel beregte Frage veranlassen. Man muss dabei den Tatsachen offen ins Auge sehen. Auf der einen Seite besteht bei der imt Osten wohnenden Judenheit ein fast unwiderstehliches׳‘ Drängen ihren Wohnsitz nach Palästina zu verlegen. Die ■ Motive sind entweder in der furchtbar gedrückten Lage, in der Unmöglichkeit, die bestehenden Zustände länger, zu ertragen, also in Verhältnissen zu suchen, die in bezug auf ihre Unhaltbarkeit mit dem Aufenthalt unserer Ahnen in Aegypten eine verzweifelte Aehnlichkeit besitzen. Man kann es selbstverständlich solchen gequälten Menschen in keiner Weise verargen, wenn sie dorthin streben, wo Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des SCHIFF, WIEN, I., K'ARNTNERRENG Nr. 6 autzusuchen! Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist In (GEGENÜBER DEM HOTEL ״BRISTOL“) TELEFNC N-NUMMER 51-3-62 :: Brautscheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERCEWELLTEM NATURHAAR, Indlvldue11 dem Gesichte angepasst. EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl In Perücken modernster Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meines neu erschienenen Kataloges! 8RT■ Wollen Sie gefälligst bei Bestellengen den Vornamen OTHMAR und die Adresse genau beachten! ־IW: