Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 9 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־!. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 14!0. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ftr Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.40&; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko.N. 40.217; tüi Hie Schweiz: Postscheckkonto Luzern VII. 1470; lür Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 Sli». 9 Wien-Bratislava, 27. Februar 1325 .ב־׳ה ו־ענר־פרעססבורג ד אדר פ־־פ׳ה 11• Jahrg. Tagung der ..zur Regelung des Kalenders Nach der Frankfurter Konferenz. Viele Referenten!und 'Diskussionsredner ■haben auf ■der!Frankfurter Konferenz wiederholt!betont, dass die ׳wirtschaftliche 'Not, in der sich weite!jüdische Schichten im Osten!befinden, eine der Veranlassimgen, nicht aber d i e Ursache, d i e letzte Begründung der gesetzestreuen •Erez-Jisroel-Arbeit sein darf. Andere rückten die sofortige Erleichterung der katastropbälen׳ Verhältnisse, die in :Polen Juden ztim allmählichen Verhungern und zur Auswanderung drängen, in den Vordergrund ihrer Ausführungen.; Es ist ׳wesentlich, v diesen Unterschied in der Auffassung der .praktischen! Palästinaarbeit klar-, zustellen. Sachliche Arbeit .kann nur dort sich auswinken, wo Meinungsverschiedenheiten׳׳ ,weder verhüllt sind, noch unnütz betont werden. Die Arbeitsm.etilioden, die Organisations- und Untern elimungsformen sind ein Spiegelbild des ׳Geistes, der sie mitgestaltet, und es ist besser, wenn ׳man sich vor dem Anbeginn der praktischen Arbeit im Grundsätzlichen verständigt, ■als wenn mitten im Getriebe der Alltagsarbeit langatmige Ueberlegungen angestellt ־!werden müssen. : Jakob R 0׳s e ׳n h e i m hat in seiner wunderbaren Ansprache am Eröffnungstage Worte letzter Klarheit für diese entscheidende Frage der gesetzestreuen Erez- JisroehArbeh gefunden., Der;,Jude,;^e1^.^i^4istOT;isdhe_• Kultur seines. Volkes', die jüdische Eehrd in allen:,• ihren Auswirkungen als Grundlage des öffentlichen׳ •und privaten (jüdischen Lebens ansieht, dieser Jude muss in Erez־ Jisroel leben und arbeiten, gleichgültig ob die .weltpolitische!Konstellation die!jüdische 'Ein- Wanderung begünstigt öder •hemmt, ob im Osten . Europas wirtschaftliche •Not, den Juden bedrückt oder ob ihm günstige Ko!n!j׳unkturen. ׳zur Wohlhabenheit verhelfen. Dies ,־ate wird sein Verhältnis zu Erez Jisroel1 imitbeeinflussen, wird auch das Tempo •der Ansiedlung beschleunigen oder :hemmen־ können, ■ aber entscheidend ,ist; und; wir haben es uns angesichts der Verhältnisse im Osten immer und immer wieder in Erinnerung: zu rufen: Was auch Juden in Erez Jisroel tun mögen, zu welcher Zeit auch Juden ihr Leben ■mit den Geschicken •des ■Landes verknüpfen, wir arbeiten l’schem Mizwoh, um des G-ttes Gebotes willen,!das von Geschlecht zu!Geschlecht weitergegeben wurde, das in die Ewigkeit hinaus als Verheissung leuchtet. Wir müssen .in ■das Land, das G־tt seinem Volk? geschenkt hat, heimkehren, und wir müssen uns der Heimkehr würdig erweisen... Eine derartige Betrachtungsweise muss auch die ■praktische Erez-Jisroel-Arbeit adeln, wird;ihr Aufrichtigkeit, Verantwortungsgefühl, Ernst und nicht ׳zuletzt den Schwung geben, der •unerlässlich ist, werav Grosses ׳von einem Volke verlangt werden soll, wenn ׳nicht um der persönlichen Wohlfahrt, sondem. um einer!Idee willen die schwere Arbeit im Golus vorbereitet, im Lande begonnen wird. Diese Idee, der Gedanke der Erlösung der G-tteslehre des Volkes und des Landes, ist die elementare religiöse Triebkraft, die den gesetztreuen Juden zur An'siedlung in׳ Erez Jisroel drängen sollte. Die. Lehre, die׳ einst ׳von Zion ausging, muss vom jüdischen Volke ׳in Zion gesamimeirund befestigt werden, denn sie ׳wird in fernen Zeiten noch einmal Ihren Weg Die Vertreter der ortliodoxen Judenlieit vor der Völkerbundkommission, Oberrabbiner Fürst-Wien und Oberrabbiner Dr. T. Lewenstein-Zürich, sind in Wien eingetroffen. Sie haben Gelegenheit genommen, der Zentralieitung der Aguda in Wien über ihre Arbeit, die hoffentlich gute Erfolge haben wird, Bericht zu erstatten. Beide Herren Rabbiner haben sieh unserem Berichterstatter gegenüber äusserst zuversichtlich über das Gelingen ihrer Mission geäussert. Herr Überrabbiner Fürst hatte nach den offiziehen Ansprachen mit dem Präsidenten der .Kommission Professor van Eysinga von der Universität Leyden gesprochen, der ihm mitteilen konnte, dass das Erscheinen der Rabbiner vor der Kommission, die alle einmütig für den Sabbat eingetreten sind, nichtohne nachhaltige Wirkung bleiben wird. Herr Oberrabbiner Dr. Lewenstein hat unserem Berichterstatter noch ergänzende Mitteilungen gemacht über die Vorkonferenzen, die et mit Oberrabbiner und Chiefrabbi Herz-London und Oberrabbiner Israel Löwy-Paris bereits in Paris in bezug Herstellung einer einheitlichen und geschlossenen Verrtetimg der jüdischen Sache vor dem Völkerbund gehabt hat. Es ist gelungen, durch die Welt!zu ׳beschreiben haben, ihren letzten entscheidenden Weg . ׳. Daher darf nicht •die ■haltlose Ungeduld de!־ zeitliehen Verzweiflung, sondern die ruhige Zuversicht der ewigen Verheissung selbst für unsere alltäglichpraktische Arbeit ,bestimmend werden. Die Fundamente, auf.denen der gesetzestreue Jude seine geistige, politische, wirtschaftliche Erez-Jisroel-Arbeit , gründet, müssen für Jahrzehnte tragbar sein. Unser •Blick darf niemals allein in die Gegenwart ■gerichtet־ . werden, unser Hoffen;liegt in der. Zukunft, für sie lernen, arbeiten, bauen!wir in Erez Jisroel• -Die wirtschaftliche ■Not im Osten wird von einem aufblühenden ß'rez Jisroel sicherlich einige Linderung erfahren können, aber Wunder!rönnen selbst in einem Lande ■wie Ere'z ׳Jisroel nicht!jeden Tag geschehen. Nicht von heute auf morgen!, sondern nur durch vorsichtige« konstruktive Arbeit wird dem eine Einheitsfront -für den Sabbat hcrzustcllen. Es war ein Kid lisch Haschern, wie vor der Völkerbundkommission prominente Vertreter des Judentums für den Sabbat gesprochen haben. Die Ansprachen der fünf Vertreter der jüdischen ' Sache müssen von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet werden. Die fünf Reden bilden ein Ganzes; die einzelnen Reden für sich können mir als Torso bctraciitet werden. In den Reden ist alles vorgebraeht, was• 1vom praktischen und ideellen Standpunkte zu der Frage der Kalenderreform gesagt werden kann. Die Frage 'selbst ist bekanntlich so, dass zwecks dauernder Fest:• legung der christlichen hohen Feiertage in jedes Jahr eirt neuer Schalttag (ein Blankotag) eingefügt werden sollte. Die Folge wäre, dass von Jahr zu Jahr der Sabbat um einen Tag der christlichen Woche verrücken und dem- •nach abwechselnd auf den Freitag, Donnerstag usw. fallen würde, was eine heillose Verwirrung im Judentum herbeiführen würde; Dies alles wurde von den jüdischen Herren angeführt, wobei die Reden der. Herren Oberrabbiner ■Löwy und Dr. Lewenstein französisch, Dr. Herz und Wolf riglisch und Oberrabbiner Fürst deutsch gehalten wurden Jisdiiiw! ein festgefügter politischer und Wirtschaftlieber Rahimen ׳geschaffen :werden :können.!Er ist die unumgänglichste Voraussetzung zu jedem geistigen Schaffen, zum Wachstum und zur Verinnerlichung der überlieferten!jüdischen Lehre. Noch ׳eines Ist im ׳Anschluss ■an Frankfurt ׳zu bemerken: Bisher standen die. Anschauungen der gesetzestreuen Juden in Erez Jisroel nicht nur im Gegensatz!zu ׳den kulturpolitischen •Plänen1 der zumeist atheistisch gesinnten jüdischen Arbeiterschaft, sondern auch zu ■ihren rein wirtschaftlichen ■Be- Strebungen. Es war eine!der bedauerlichsten Erscheinungen des jüdischen Gesellschaftslebens, ■dass manche ansonsten thoratreue Juden, die gerade im. Sinne der sozialen Gesetzgebung der ׳jüdischen! Lehre Verständnis für soziale Einriohtungeni, ■wiie Achtstundentag, Kranken-, Alters- und sonstige Sozial- Versicherung, haben sollten, in Erez Jisroel die sozial- Von links nach rechts: Reverend P h i 11 i ps (Präsident der ״Royal Academy of sience“, Vertreter des,Erzbischofs 4 'Vön,־''.Ca1lt£rbt1ry');־ '־Mr. '*B,f g ö'ir r cVaUrr ־־,(Präsident 'der ־ •,',Aca'dcmie de Scfence-La.״Rdiäs)־, Juhkhcer,• Prof., v an; 'iE y sin g ä (Präsident der Kommission), •Prof. S. Bai Izof (Rabbiria'tsverWeser •der'' Isr. Gemeinde Genf); der) Chiefrabbi von Grossbritannien J. H. H e r t z, Mr. Robert H a a s .(Sekretär der Völkerbundssektion; für Transit und ,Verkehr), der Grand-Rabbin von Frankreich, Israel-Le vi, Mr. O.presc u (Sekretär'des Internationalen Völkerbunds-' Bureaus), Oberrabbiner S. F ii r s t (Wien), Delegierter des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, Oberrabbtner• Dr. T. Lewenstein (Zürich), Delegierter des holländischen Judentums, Mr. Romeine (Sekretär der Kalenderreform-Kommission), Mr. Booth (Präsident der ״Chambre •de Commerce International“), Mr. R 11 s.s e 1 s (Dolmetsch). Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN OTHHAR SCHIFF, WIEN, I., KXRNTNERRING Nr. 6 nSRÜBäSMSSri autzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist in Brautscheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERC EWELLTEM NATURHAAR, IndividueII dam Gesichte angepasst. EN GROS.Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl (n Perücken modernster Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meines neu erschienenen Kataiogesl gr Wollen Sie gefälligst bei Bestellungen den Vornamen OTH MAB und die Adresse genau beachte»»» “^0 9999904117^