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Jüdische Presse · 1925-02-20 · 8 (20.2.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
8 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien,!!.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock.'— Tei. 45-4-94.. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Posts Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparka Nr, 190.409; für Ungarn t Postspari Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: 40.217; für die Schweiz! Postschc für Deutschland: Postscheckk parkassenamtWien, Konto ssenaint Warschau, Konto ’ cassenamt Budapest, Konto : Postsparkassenamt Prag, Postsp.-Amt Agram,Ko. N.!ckkonto Luzern VII. 1470; :onto Berlin Nr. 122.619 Mp. 8 Wien-Brati.iava, 20. Februar 1925 ,ב״ה ויענה־םרעססבורג כץ שבט תיפ״דן II. Jahrg. Sonntag den 22. ^edtruar A SHontag den 23. Februar V Sugunften dev notleidenden ißdlldäen SStfotge• 1 fnftitutlonen ■ Tagung der Völkerbundkominission zur Regelung des Kalenders. Genf, 17. Februar. Die Kalender-Kommission des Völkerbundes hat die Delegation der jüdischen Vertreter als erste empfangen. Sprecher der Delegation waren die Oberrabbiner Israel Levl, Grossrabbiner von Frankreich, Dr. J. H. Hertz, der englische Chief-Rabbi, S. Fürst, Wien, im Namen des Rabbinischen Rates der Agudas Jlsroel, Dr. Lew enstein, Zürich, und Herr Lucien Wolf, Sekretär und Delegierter des Jewish Joint Foreign Comite London. Die Comitemitglieder richteten mehrere Fragen an die Mitglieder der Delegation. Dem Vernehmen nach machten die Ausführungen der Jüdischen Delegierten auf die Mitglieder der Kommission grossen Eindruck. Rede des Herrn Oberrabbiners S. Fürst;; Meine Herren! Als Vertreter des Vorsitzenden des Rabbinischen Rates der Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ . bin auch ich beauftragt, namentlich für Millionen des ortho- *״*-״^doxen’,^udehtunis^n'ÖSiJ^instinimunä *"mir*^irTeTnen”'Vor־*^ rednern gegen. die geplante Kalenderreform mit Blankotagen das Wort zu ergreifen.;. .' Die Heilighaltung des Sabbath, durch welche wir Juden Zeugnis ablegen von der Weltschöpfung Gottes un!d dem Sabbath dieser Schöpfung, wäre durch die geplante Reform so sehr gefährdet, dass wir infolgedessen die Zer- Störung unseres geistigen Gpttesheiligtumes auf Erden befürchten müssten. Des Ernstes dieser allerwichtigsten uns vorliegenden Problemes bewußt, haben wir unsere Augen nicht verschlossen vor den praktischen Vorteilen, welche die Anhänger dieser Reform davon erwarten. Aber wenn diese praktischen Vorteile, wie es den Anschein hat, auch ohne die Einschaltung der Blankotage erreicht werden könnten, sollte dann nicht eine derartige Lösung sehr ernsthaft zu erwägen sein? Es liegt nicht auf unserem Wege, zu entscheiden zwischen den verschiedenen Meinungen, ־welche sich unter den hiefür zuständigen Männern bereits zu erkennen gegeben haben. Sollte aber die-Kommission der Kalenderreform der . Ansicht sein, den Status quo des Ka- Jenders nicht aufrecht zu erhalten!, so (bitten wir, den von uns bereits früher schriftlich gemachten Vorschlag, der Übrigens auch schon, wie wir inzwischen erfuhren, von ׳wissenschaftlicher Seite gemacht worden ist, in Erwägung zu ziehen, nämlich das Jahr auf 364 Tage oder 52 Wochen zu fixieren, und alle fünf oder sechs Jahre eine ganze Woche einzuschalten. Es entzieht sich unserer Beurteilung, inwiefern diesem Projekt sich unüberwindliche Schwierigfcseiteh ökonomischer Art in den Weg stellen. Jedoch, wenn \a־uch der Wunsch nach einem mit allen Vorzügen ausgestatteten Kalender unerfüllt bleiben müsste, so seien einige Worte des holländischen Wissenschaftsmannes Dr. A. D. v. Har s t in Erinnerung gerufen, die er in einer im Jahre 1523 erschienenen Broschüre niederschrieb. In dieser ®roschüre wendet derselbe sich gegen die radikale Kalen- Arreform mit Blankotagen, u. a• auch mit Rücksicht auf die Sfcbbathfeiernden und schlägt eine ,andere Lösung vor, die, wie er es ausdrückt, den Vergleich mit jenen Lösungen. die zu den Blankotagen ihre Zuflucht nehmen, aushält. Und auf die Einwendung, dass jene Lösungen doch den grossen Vorteil eines ganz stabilen Kalenders bieten, antwortet Dr. v. d. Harst mit der Frage: ״Spielt denn der Preis, wofür man etwas Vorteilhaftes erwirbt, keine Rolle?“ Meine Herren! Wir liegen die feste Zuversicht, dass auch Ihnen der Preis für die Kalenderreform mit• Blanko^ tagen zu teuer erscheinen wird, wenn Sie denken an die dadurch bedrohten heiligsten Güter von Millionen Sabbath^ feiernden. ו Die Erez Jisroel-Konferenz in Frankfurt, Weitere 17.000 Dunam in Emek Jezreel gekauft. —Gründung der ״Habajith“-Heimstätten-Gesellschaft m. b. H. — Energisches Vorgehen gegen die parteiische Behandlung der Visa-Verteilung. Die Erez Jisroel-Konferenz der Palästinazentrale hat einen überaus erfolgreichen Verlauf genommen. Abgesehen von den praktischen Resultaten, zu denen die Tagung führte, war die Sachlichkeit der Hauptreferate und so mancher Diskussionsreden überaus bemerkenswert. Die Tagung hat aller Oeffentlichkeit, aber auch den Anhängern der Agudas Jisroel bewiesen, dass das gesetzestreue Judentum J3einvj}raktisch^r Aufbau Erez Jisroels nicht beiseite s'teheh ״will/■ dä'ss׳־ *es poSitive^' politische und wirtschaftliche Aufbauarbeit im grössten Stile durchzuführen beabsichtigt, weil es weiss, dass dies die Voraussetzung auch zur geistigen Wirksamkeit; zur kulturellen Führersch ä f t des gesetzestreuen Judentums darstellt. Aber nicht nur religiöse und politische Erwägungen drängen nach einer sächlichen, verantwortungsbewussten Arbeit in Erez Jisroel. Die Not im Osten ist derart ins Gigaritisehe gestiegen, dass Agudas Jisroel unbedingt den zur Uebersiedlung nach Erez Jisroel Entschlossenen die politischen und wirtschaftlichen Wege zur Erfüllung der Mizwoh Jischuw Erez Jisroel sowie zur produktiven Arbeit im Lande ebnen muss. Dass diese Anschauung heute in der Agudas Jisroel allgemein geworden ist, kann nicht zuletzt als Erfolg der unermüdlichen Arbeit der Frankfurter Palästinazentrale gebucht werden. Die Frankfurter Konferenz war eine sachliche Prüfung der Kräfte, . die innerhalb Agudas Jisroel zur Aufbauarbeit im Lande der Väter entschlossen sind. Es hat sich gezeigt, dass Agudas Jisroel ihrer grossen, historischen Aufgabe, der Örganisierung des gesetzestreuen Judentums gewachsen sein wird, wenn der starke Wille zur sachlichen Arbeit, der sich auf der Frankfurter Tagung manitestierte, auch anhält. Ob die Konferenz mehr als eine überaus gelungene Tagung bleiben wird, hängt nur von unserer Einsicht und von unserem Können ab. Das Mass unserer geistigen, aber auch unserer wirtschaftlichen Kraft wird die Entscheidung bringen. * ־ I* Anwesenheit von 40 Delegierten aus Oester reich ■t Polen, Deutschland, Litauen, Rumänien und der Schweiz tagte am 21. /und 22. Schwat die erste Erez; Jisroel, Konferenz, Zentrale der Agudas Jisroel. Das Programm umfasste durchwegs praktische Wirtschaftsprobleme. Nach einer kurzen sachlich gehaltenen Begrüssung! durch den Präsidenten der allweltlichen Palästina-Zentrale,1 Dr, S, O p p e n 11 e i m, wurde dieser mit den Herren Dr. S. Ehrmann, Julius Holander/ Senator Deutscher, Pinchas! Levvin, Alfred Stroh und Joel Sänger per Akklamation in das Bureau gewählt. Unter Vorsitz von Dr. Oppenheim erJ griff Jakob Rosenheim das Wort, um die Delegierten wie das dichtgedrängte Auditorium im Banne seiner mächtigem Eloquenz, und seiner fast übermenschlichen Gefühlsstärke halten., Er sagte, die PalästihärZentraie sei, wie den 3K?reri Hatora,zur Beseitigung der Jissure. Hatauro, ,füll die" J'i'sVu r e‘ H'öb r e 2vda. I&v fchrmann. erstattete. •Be«• rieht über Leiden und Werden, der PalästinaJWelt-Zentralei seit ihrem fünfjährigen Bestände. Aus primitivsten An.־• fangen ist in dieser Zeit dank der deutschen Landes-! Organisation ein gewaltiges Schul werk in Erez Jisroel entstanden, das von mehr als tausend Schülern frequentier! wird. Grosse Bedeutung erringen die über Initiative des Gerer Rebben entstandenen Mädchenschule n. Das; Schulbudget beträgt monatlich vorderhand 250 Pfund. Hie•« zu hat der Keren Hatora ein einzigesmal 60 Pfund beigesteuert. Der Bodenkauf birgt unglaubliche Schwierigkeiten. Wesentlich leichter gestaltet sich der Verkauf, Eben wurde ein.neuer Kaufvertrag auf weitere 17.0 0 0 Dunam in Emek Jezreel, dreiviertel Stun* den Fussweg vom ersterworbenen Gebiete entfern^ abgeschlossen. Der Boden wird zu 22 Dollar per Dunam üntert wesentlichen Zahlungserleichterungen wbitergegeben, doch ist beinahe der ganze Komplex von polnischen Gesinjnungsfreunden beansprucht worden. Dieses Quantum genügt nicht, um die dringendsten Anforderungen der einzelhen Landesorganisationen zu befriedigen. Schliesslich erwähnte er die neueste Ueberraschung des Tages, die Zeit* schrift für den geistigen Wiederaufbau Erez Jisroels imi Geiste der Thora ״Moriah“, die er den Delegierten ein-, 1händigte. Sie wird als Tribüne für diesen grossen Fragenkomplex wertvolle Dienste leisten. Rabbiner Tobias H o rjo* witz, Vertreter des Warschauer G. A. schilderte denl Beginn des durch den Gerer Rebben eingeleiteten unge4 heuren Wandersturmes der Orthodoxen nach Erez JisroeK, Rabbiner Kalmanowicz, Rakow, berichtete über die Orün4 düng einer Palästinaj-Zentrafe in Wilna und dem grossen ,Elend in Polen. Er geisselt in markanten Worten die par-i teiische . Behandlung der frommen Palästina-Wandereij durch die Zionisten. Es ist Agudisten nahezu unmöglich^ ein Visum zu erhalten. In Ausnähmsfällen ist es nur dann! zu erreichen,, wenn man für den Keren Hajessod.100 Zloty» spendet! Alfred Stroh, Wien, berichtet über die Tätigkeit! der österreichischen Palästina-Zentrale.״ -«-־ ' ' Bei Eröffnung der Nachmittägssitzurig verliest den Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KARNTNIRRING Nr. 6 " ..1 aufzusuchen I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist;In Brautschejteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DÄUERCEWELLTEM NATÜRHAA.R, In- \ dlviduell dem Gesichte angepasst. EN GROS. Grosses Leger u. reichhaltigste Auswahl in Perücken modernster Frisuren. 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