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Jüdische Presse · 1925-02-13 · 7 (13.2.1925) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
7 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DESiORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration! Wien, 11.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. T8checho־Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich: PostsparkässehamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt!Warschau, Konto Nr. 190.405; ffir Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; ffir Tscheche-Slowakei: Postsparkassenämt Prag, Konto Nr. 53.386: ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. 40.217; ffir die Schweiz: Postscheckkonto Luzern V1I. 1470; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 ■r. 7 Wien-Bratislava! (3. Februar 1923 .ב״ה ויענדדפרעםםבורג י*ט שבט תיפ״וז 11 i Jährig• Jüdischer Sammeltag. Am Sonntag, den 22-, und Montag, den 23. Februar findet in Wien unter Leitung der ״Zentralstelle für Jüdische Wohlfahrtspflege“ ein allgemeiner jüdischer Sammeltag statt. Sein Erträgnis soll allen Einrichtungen jüdischer Fürsorge zugute kommen, also auch den Aermsten der Armen, den verlassenen und verwaisten, den blinden und taubstummen Kindern. ' Jedermann weiss, dass sich die Wiener Einrichtungen jüdischer Fürsorge seit dem Kriege in einem Kampf ums Dasein, nicht für sich, sondern für ihre Schützlinge befinden, und dass sich diese Notlage im letzten Jahre nur noch verschlimmert hat. Wer nicht will, dass diese Institute der Wiener jüdiseiten Humanität, die bisher in aller Welt als Vorbilder gegolten haben, zugrundegehen und dass das Massenelend, welches sie bekämpfen, die Strassen und Häuser unserer Stadt desorganisiert überflutet, wer seine einfache Menschenpflicht erfüllen will, der helfe. Wir wenden uns mit diesem Aufrufe an alle Freunde, an die Spender um ihre Gaben, an unsere Helfer vom Vorjahre um ihre vollzählige, tapfere Mitarbeit. Wir erwarten von beiden, was bei diesem Anlass nötig ist: das Ausserordentliche. Jüdisches Hilfswerk der Agudas Jisroel, Wien, II., Malzgasse 12a. Güt>onisk'1äei*''WöcRe>'' Die Einwanderung in Palästina im Jänner. Im Monat Jänner 1925 sind 1840 Personen in Palästina eingewandert. Das bedeutet eine Zunahme •der Einwanderung gegenüber Dezember 1924, in welchem Monat 1665 Einwanderer ins Land gekommen sind. Baldige Ausgabe der Palästina-Pässe. Demnächst werden in Jerusalem die ersten Palästina-Pässe ausgegeben werden. In Anlage und Form!werden sie den britischen Pässen ähnlich sein. Der Text ist in vier Sprachen (eng- lisch, arabisch, hebräisch und französisch) gedruckt. Rückkehr von Palästina-Wanderern nach Russland? ״iswestija“ bringen am 2. Februar ein Telegramm aus• Odessa, wonach eine grosse Gruppe von Zionisten*, die' im vorigen Sommer nach Palästina ausgewandert war,' nunmehr nach Russland züriiekgekehrt ist, weil sie sich' den palästinensischen Bedingungen' nicht anpassen konnte.. Streikunruhen in Tel-Awiw. Im Zusammenhang iriit der am vergangenen Dienstag iti Tel-Äwi\v' seitens der! Arbeitgeber verkündigten Aussperrung der Arbeiter im1 Baugewerbe fanden am 4. Februar Unruhen statt. Es kam zu einem ZusamhienstÖss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern; die Polizei schritt ein und verhaftete vieij Arbeitgeber lind vier Arbeiter. ... ... 4r, t l, .. FortdaüerhBe Erschwerungen füt Päiäsr11ia-k§jpi1äe aus Polen.,Entgegen allen Erwartungen bat •der enigiische Generalkonsul in. Warschau die erschwerenden Be- Stimmungen für Palästina-Reisende. aiis Polen, riietit aufg&HÖben. Unter denjenigen Juden, die für die^kqmmeiiden Passahtage, als Touristen nach Palästina gehen wolltet!, hefräcHt. über ־ tliö Praxis des britischen benetäl&örisulats grosse Erbitterung. ... ( Dr. •Weizmänn nach Amerika äbgereist. Der Präsident ,dtir Ziöj1isti$c!ieh Weltorganisation,, Pr., GHairn, ^eizmanri, hat ani 4. Febriiar an Bord des JPähipfCrS ״Ölympic“ die Reise nach den Vereinigten Staaten angetreten. Das! Ziel der jetzigen .Ämierikäreise.; Ör.. Weizmaphs ist es, die im vorigen Jahre, begonnenen, Verhandlüngeh mit den Nichtzionisten über deren Eintritt in die Jewish Agency, sowie die Verhandlungen über den Plan der Palestine Investment Corporation (Gesellschaft für Kapitalsanlagen in Palästina) zu Ende zu führen. Rasch entschlossen. Professor Dr. G u 11 m a n n, der einen an ihn von der jüdischen'Hochschule in Jerusalem ergangenen Rufe Folge leistete, wird zu Beginn des Sommersemesters seine Tätigkeit in Breslau wieder aufnehmen. Agudatag in Amsterdam; Für den 12. Adai (8. März) ist in Amsterdam eine grosse Agudatagung vorgesehen. Es werden dabei . die Aufgaben der Aguda in Holland behandelt awid Referate ׳über die ׳Aguda von prominenten Pcrsörrlich׳keite 11 gehalten werden. Die berühmte Ullmannische Bibliothek in Grosswardein wurde von Herrn H. Friedmann; in Amsterdam erworben. Die Bibliothek wird in Amsterdam allgemein zugänglich sein. Der neue Besitzer gab ferner das Ver•• sprechen, die Bibliothek der Stadt Amsterdam testamen- {arisch zu hinterlassen. Kampagne für eine fünftägige Arbeitswoche in Amerika. Vertreter aller Rab'binatsk örporschäften in New York hielten dieser Tage eine Konferenz ab, in welcher beschlossen wurde, die jüdischen Arbeitgeber aufzufordern, eine fünftägige Arbeitswoche zu organisieren, damit die jüdischen Angestellten an, den Sabbattagen nicht zu arbeiten brauchen. Es wurde ein Komitee eingesetzt,; welches die Aufgabe haben, soll, eine ständige Kampagne für die 5 Tage-Arbeitswoche zu führen. In dem Komitee sind ,orthodoxe und liberale Elemente, vertreten. . . f -י Der Leningrader־״ Ober rsbbiner.,-;über die Lage derj Juden ir. Russland. Der jetzt in Paris weilende Ober- rabbiner von Leningrad (früher Petersburg), der erst .vor einigen Monaten Russland veNassen hat, führte in einer. Versammlung über die Lage der jüdischen Bevölkerung in Sowjetrussländ wie folgt aus: Das Verhalten der ReJ gierung. zu den Juden ist. ein gutes, allein die jüdischd Sektion der kommunistischen Partei erschweit in hohem Masse das jüdische Leben in Russland: Die jüdische Bevölkerung wünscht sehr, dass diese Institution baldig?׳. zi bestehen •aufhöre. : ' Der Oberrabbiner von Rom über den Antisemitismus in Italien.!Der Oberrabbiner von ■Rom, Professor Sa c!erdoty äusserte sich in einem Interview über die antisemitische Bewegung in Italien. Die •Kampagne Mussolinis gegen Freimaurertum habe zu einer. Bewegung geführ, die in einem Teile der italienischen Presse gegen die Juden als Verbündete der Freimaurer ausgeschrotet! wierde.!Das Pamphlet: ״Protokolle derWelsen. von Zfop“ wird in diesem Zusammenhang als. Quelle zitiert. Diese Presse behauptet auch, dass das, in den Händen der Juden sich befindende internationale Kapital zum; Schaden der italienischen Interessen angewendet wird. In Milam und erscheint monatlich ׳eine Zeitschrift, .׳die; au.SAchdtessljch der Förderung der. antisemitischen Bewegung gewidmet ist( Kommunisten in der Synagoge. In der podolischen Stadt Satanow drangen vorigen: Freitaga.bend. junge Kommunisten in die dortige Synagoge rein, um eine׳ Ver- Sammlung gegen, die religiöse Bestrebung zu . iraproyh sieren. Der , Rabbiner, der gegen dieses .,brutale, Vorgehen Steilimg; nahm, wurde an Ort;undfiStelJe verhaftet. . , ״Rozwoj“ gegen die ächechiia. Die antisemitische Organisation ״Rozwqj“ in der Provinz Posen, hat..gemein•• sam mit .den» christlichen Händleryerein in * Posen, eine1 Propaganda . bei den Behörden und ,in, der Bevölkerung eingeieitet, dass in der Provinz Posen die rituelle!Schlach־ tung sowie der Ve.rkauf rjjuell geschlachteten Fleisches verbalen werde, pie £ erwähnten OrgajjjsatiQpen berufenf sich , auf eine angebliche m Posen im Jahre 1803 erlassene diesbezügliche Verordnung der preussischen Verwaltung. Tagung der Völkerbundköintuission zur Regelung des Kalenders. Am 16. Februar tagt in Genf die Völkerbundkommission zur Regelung des gregorianischen ,Kalenders. Die bisher bekanntgewordenen Reformpläne sind geeignet, den Sabbatgedanken schwer zu schädigen. Agudas Jisroel .hat gegen die geplanten Reformen alle grösseren jüdischen! Gemeinden zum Protest aufgerufen. Diesem Protest haben' sich fast alle ,Grossgemeinden Europas angeschlossen. Ausserdem wandte sich Agudas' Jisroel mit einer ־ Ein•; gäbe an den Völkerbund, die einen Gegenvorschlag beinhaltet. Die Gegenvorschläge anerkennen wohl den Standpunkt der Notwendigkeit einer Kalenderreform, vermeiden aber die Untergrabung der Sabbatruhe. Die Vorschläge der Aguda haben bei der Völkerbundkommission ernste Beachtung gefunden, und zu der Kommissionsberatungt, welche am 15. Februar in Genf stattfindet, wurde die Aguda und der Rabbinische Rat derselben eingeladen. Die Delegation der Aguda besteht aus Oberrabbiner Lewenstein, Zürich, Astronom B. Kohn, Strassburg; der Rabbinische Rat wird durch Oberrabbiner Fürst, Wien, vertreten sein. Oberrabbiner Fürst begab s&ch Mittwoch abeiids nach Genf. Am Bahnhof wurde ihm von Vertretern der Agudas Jisroel ein herzlicher Abschied bereitet. . Ein/WortzH׳׳seiasrZeif. ׳'׳! In einem Aufsatz ä׳er ,;׳Jüdischen Rundschau“ steht folgende, Aiiseiiiandersetzung;,- ,, ,, ״Währe nationale Grösse besteht nicht darin, dass inan mit dem Strome schwimmt und dem;,Volke sagt, was es gerade gern hört, sondern darin, dass man den Mut und die Kraft hat,;den Fluch der Unpopularität um der. Wahrheit willen nicht zu scheuen in dem Bewusst- , sein, nur so wirklich dein Volke zu dienen. ( Die Palästina-Bewegung hat alle Schranken ׳ def Partei durchbrochen. Wir sehen sogar, dass grosse Or•* ganisationen, die den Zionismus und die, Palästiria-idee stets erbittert bekämpft haben, sich der Palästina-Bevveguiig bemächtigen, weil sie dem (Drucke des Volkes nachgeben müssen, nachdem der Zionismus den Weg nach‘ Erez ■Jisroel .freiügernaah't!hat. Ueber •diie ,Zustände ,׳in cfc׳m Lande der grössten jüdischen Massensiedlung, in Polen,' . hat; erst; vor kurzem ein so, besonnener und unparteiisch denkender Mann wie Hiilei Zeitliri ini ״MÖniCnt“ geschrieben, sie Habe alle Schichten dies Volkes, Pröljetarier,׳ Bourgeois; Kleinbürger, bhassidim, Zionisten, Hfijiodbxe und par t'eiiiö sfe J11׳d e n, •e rgfiiff e n. je der Jude w oHIe heute nicht nur ״Erez Jisroel bauen“, söhderri äuch selbst ״von Erez Jisroel gebaut werden“. Diese Bewegung hat ^ine elementare Gewalt, aber sie muss beherrscht werden, sonst kann sie —י wie jedes Elementarereignis — mehii Zerstörung anrichieh als Nützen "bringen. Es ist fast selbstverständlich, dass die Stimmung vielfach missbraucht wird von Leuten, die in jeder Situation in erster Ljnie an ihr Geschäft denken; in jedem Volk begegnen wir sol- chen Erscheinungen und wir Hatten während des Krieges';ijnd der Revolution! Gelegenheit^ zü. beobachten, wie Leute ' das Nationalgefühl der, änderen missbrauchten, um selbst Profite zu machen. Aber bei der zarten Pflanze unserer werdenden nationalen Heimstätte sind die Gefahren besonders,gross. Darum heisst es, die Augen offen'Halfen: Wir haben vor uns ein klares Bild, wohin die I d e 0-. logie, der sahTanken.'losen P1Watlm׳t!i־a׳tiv-e ׳und des •1inkontrollierten privatkapitalistischen Aufbaues führen mltss.* .. . , ..־-,רז״•:־■.־:.■ 4.. }- - -.— .. .״׳.. ־'־׳׳״ ־־׳• - •׳—: : : ' :; —— Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE lniernatlanft^,kMN^TWER^Sf4|x^ flNKAÜFSQUELLE für PERÜCKEN! SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF! WIEN, 1״ KttRNTNERRING ilr. 6 aufxüsüchen l Llefärf seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten örthödeKerj ,Damen alier LSnder Perücken. Spezialist in Brautscheltelh. Die Herstellung eMrjedtin einleinin Perücke erfolgt•y ^tBANflERf DAUENoEWELlLtEMNAtURHÄÄRjIndlvlduell dem Gesichte engepaes^. 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