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Jüdische Presse · 1925-01-30 · 5 (30.1.1925) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
5 (30.1.1925)
Date
1925-01-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 5 Seite 31 BANKHAUS Adamovic & C9, Prag FILIALE IN BRATISLAVA. Palais Ccskomoravski —• Kolben. Neben Hotel Carlton. Durchführung aller bankgeschäftlichen Transaktionen, GUSrsenordres fUr alle in- und ausländischen Plätze. der europäischen Verhältnisse und der fortschreitenden gesinmmgsmässigen Organisierung der jüdischen Gruppen in den verschiedenen Ländern bringt jeder Tag neue Beweise dafür, dass ausser den Zionisten selber keine jüdisclre Gruppe die zionistische Organisation als offizielle Repräsentantin des Judentums anerkennt. Auch die von den Zionisten aus den gleichen Gründen mit Vehemenz in Angriff genommene ״Eroberung״ der Religionsgemein־ den (obgleich die Zionisten sich für Religion nicht sonderlich erwärmen!) wie der Versuch, sie in nationale ״VolkSgcmcinden״ umzugestalten, ist selbst in Ländern wie Böhmen und Mähren, wo die Befolgung der Rciigionsgebote sehr vernachlässigt wird, fast überall misshingen. Nicht minder gescheitert ist auch das Bestreben der Zionisten, die parlamentarische Vertretung der Juden — seit Jahrzehnten die Domäne der ״Akademiker”, unter denen der Zionismus verhältnismässig viele Anhänger hat — in den östlichen Ländern mit einer starken jüdischen Bevölkerung wie Polen, Litauen, Lettland, ־Rum ä n i e n u. a. an sich zu reissen. Dort haben sich die frommen Juden widersetzt und in der Agudas Jisroel organisiert, eigene Gesinnungsgenossen als Deputiertc gewählt. Was anderes blieb also den Vorstehern der Zionistischen Organisation zur Mehrung ihrer Finanzen und zugleich zur Erhaltung ihres politischen Prestlges übrig, als immer wieder nach Amerika zu reisen, um sich dort von den auf jüdische Prinzipien nicht gerade cingeschworenen sensationslüsternen Massen anjubcln zu lassen, mit leitenden Weltpolitikern zu ״konferieren“ (Zionisten werden bekanntlich nach Berichten der zionistischen Telegraphenagenturen niemals ״empfangen“, sondern sie ״konferieren“ oder ״verhandeln“ mit dem ״Präsidenten, Minister u. a.!) und zwischendurch, nur so nebenher, en passant, von fnal zu mal auch in den Grossgemeinden der europäischen Juden zu erscheinen und auf die ״üblichen“ Feste anderwärts hinweisend, auch hier die Würden des politischen Repräsentanten des Judentums zu beanspruchcn? In Wien gibt es Riesensäle und neugierige Men-' scheu eine Menge. Im Berlin von heute sppfcht man gerne mit einem , ernsten Juden, der geradewegs von London.״.-,Paris,.״ oder. .Washington, kommt, und ein kluger Mensch ist. Auch ein Frühstück wird geopfert, wenn dies jüdische ‘ Regierungsräte als lohnend empfehlen. Unser Präsident M a s a r y k, der humane Denker und Kulturphilosoph, hat viel über Juden und Judentum uachgedacht und hört selbstverständlich mit abgeklärter Ruhe die führenden Männer aller Geistesrichtungen an, um seihe Kenntnis vom , Judentum der Gegenwart zu erweitem. Und Aussenminister B e n e s glaubt vielleicht wirklieh, die. Lösung der zionistischen Probleme sei die schwerste׳ Sorge, die das Judentum ,der Tschechoslowakei bedrückt. Weshalb denn sonst heften sich bei jeder seiner Reisen im Auslande zionistische Interview an seine Fersen?, So wurden denn in Prag und Brünn von den Zionisten grossartige Arrangements zum Empfange Dr. Weizmanns als eines Gastes der offiziellen Kultusgcmeinden vorbereitet. In Br ii n n war die Inszenierung vorzüglich gelungen. Der Vertreter des ״Nationaljudentums״ wurde in den Tempel geführt und• dort im Bet haus, an der ureigenen Stätte der Religion, wurde Dr. Weizmann in Gegenwart der gesamten Gemeinde und des Gemeindevorstandes von einem Rabbiner gefeiert. Doktor Weizmann, der ein gebildeter Mann ist, wird wohl die Komik dieser Feier empfunden haben, aber er hielt sich wacker und bewahrte die Würde. Anders,in Prag. Dort stehen sich ״Assimiiänten” und ״Nationalisten״ im jüdischen ״Rathaus״ gegnerisch gegenüber. Beide Parteien möchten die grosse Erbschaft der Vergangenheit diesef berühmten re Li g i ö s c n Gemeinschaft antreten, ohne die persönlichen Opfer, die von der jüdischen Religiosität strikte gefordert werden, ayf sich zu nehmen. Der Parteikampf im Beratungssaal der Gemeinde schärft den Sinn und verfeinert den Instinkt für die Wirklichkeit, So kam es, dass es den Zionisten 'in Prag nicht gelang, ihxeri ,ciiofez chajim‘ ספר חפץ חיים gratis! jedem, dpr Hlnf neue Abonnenten, die zumindest ein Halbjahrsabonnement auf einmal bezahlen, für die ״Jüdische Piesse“ wirbt! Jeder, der sehn Abonnenten wirbt, erhält als Prämie die Psalmen ח הלי ם TDD übersetzt und erläutert von Ein Exemplar JÜDISCHE PRESSE Parteiführer als Repräsentanten der gesamten jü* dischen Gemeinschaft auftreten zu lassen. Der Gemeindepräses Dr. Stein, sonst wahrlich talles eher ׳ als. eirf Religionsjude in unserem Sinne, lehnte es kategorisch ab, sich zum Regisseur zionistischer Parteidemonstrationen ״heranziehen״ zu lassen. Dadurch war das ganze Spiel Verdorben. Der U. O. B. B. und einzelne Prager jüdische ״Gemeindemitglieder״ halfen allerdings mit, dem jüdischen ״Volke״ in der Person Dr. Weizmanns die Honneurs zu machen. Aber die Feier trug einen rein zionistischen Charakter. Darob grosse Bestürzung unter den ״Nationalisten“. Die am 18. Jänner stattgefundene Reprasentantensitzung war dazu ausersehen, an Dr. Stein Rache zu üben. Nach Eröffnung der Sitzung hielt Dr. Singer eine flammende Profestrede im Namen ״aller Juden von Prag״ und verliess in Begleitung seiner Gesinnungsgenossen den Saal mit dem Versprechen, so lange fernznbleiben, bis die Prager offizielle Anhängerschaft der jüdischen ״Religion״ der Prager offiziellen Anhängerschaft der jüdischen ״Nation” nicht volle Genugtuung verschafft hat. Eine verzweifelte Situation! Und Dr. Weizmann ist inzwischen abermals unterwegs nach — Amerika... C h i s k i j a h. Noch eine jüdische Partei. Uzhoroder und Beregszaszer Zeitungsmeldungen zufolge hat sich in Karpathorussland unter dem Namen ״Republikanische jüdische Partei” eine neue jüdische politische Wahlpartei gebildet. Selbstredend bezweckt auch diese Parteibildung, ״sämtliche Juden der tschechoslowakisehen Republik auf ein einheitliches Programm zu einigen”. Oberrabbiner Fürst in Presov. Man berichtet uns aus Presov: Sonntag, den IS. ds. durften wir einen illustren und lieben Gast in unserer Gemeinde begrüssen. Oberrabbiner Fürst, der religiöse Führer der Wiener Orthodoxen, der früher der Oberrabbiner unserer Gemeinde war und hier auch heute noch allgemeine Achtung und Verehrung geniesst, weilte nach vielen Jahren zu kurzeip Aufenthalte wieder in unserer Mitte. An der Bahnstation wurde er von den Dajonim, Sekenim und der Aguda-Jugend empfangen, in deren Namen Herr Lazar Fonf eder den verehrten Gast mit ergreifen, den Worten begrüsste. Im Hause des jungen Rabbinerassessors J ungreis, wo er Wohnung genommen hatte, besuchte ihn,dann alt und jung der Gemeinde. Zum Gebet versammelte man sich im grossen Bes Haknesses (während des Winters wird sonst im ביהמד״ר gebetet),■ zu dem seinerzeit vor 27 Jahren Herr Oberrabbiner Fürst deii Grundstein legte. Bis zu seiner Abreise ant Montag Vormittag" war der ehrwürdige Greis Gegenstand liebevoller Aufmerksamkeit von seiten der ganzen Gemeinde. Dajamvah! in Uzhorod (Ungvar). Wie uns aus Uzhorod mitgeteilt wird, wurde die längst beschlossene Zuwahl eines דיין in das בי״ד der orthodoxen Gemeinde bis April d. J. verschoben. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten die Herren Rabbiner Küustlicher aus Kronstadt, Leboritsch• aus Joka und Blei, aus Ungvar. Der amerikanische ״Joint“ in Uzhorod. Am IS. Jänner hielt die•'■ seit dem Jahre 1922 auf dem Gebiete der Waisenfürsorge segensreich tätige Ortsgruppe des ״Joint“ unter dem Vorsitze des Herrn. Dr, ׳ Josef 'Szabo ihre Jahresversammlung ab. Aus dem Tätigkeitsbericht war zu entnehmen, dass der Vorstand im ganzen 33 Waisen versorgte, 25 auf Kosten der amerikanischen Hilfsgelder und 8 aus eigenen Mitteln des Komitees. An Geldmitteln (ausser Naturalbekleidung im Werte von tschech. K 8000) wurden tschech. K 48.500 m Uzhorod aufgebracht, während das New Yorker Komitee tschech. K 145.813 beisteuerte. Es wurde beschlossen, die Waisenfürsorge, wenn auch wegen Mängel an Geldmittein ein wenig verringert, auch im Jahre 1925 fortzu- Hetzen. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen. Briefkasten. G. M. in Tj.: Bericht ohne unser Verschulden veFzögert. — Sered: Wird im nächsten Ausweis veröffentlient. — A. Munkacs: Vom ״Zs. N.“ beinahe selbstvern ständlich; wir können unmöglich auf jede böswillige Erfindung reagieren. Wir wollen uns auch nicht immer mit den Zionisten beschäftigen. — ״Ostslowakei.“ Wenn Sie’ zur Sache etwas zu sagen haben, nehmen wir Ihren Arti- Bai der aut. orth. isr. Kultuszemeinde in Y e 1 k e I£ a p u s a n y (Slowakei) gelangt die Stelle eines vorbeters בעל תפלה שוחט ובודק und בעל סורא zur Beseizung, Bewerber muss קבלות von drei anerkannten orth. Rabbinern besitzen. Gehalt nacn Uebereinkommen. Die Spesen werden nur dem Berufenen vergütet. Velk6 Kapusany, 15. Jänner 1925 Josef Abrahamovitz, Vorsteher kel gern auf. — Sz.: Der חפץ חיים ist 1m Hermon-Vcrlag in Frankfurt a. M. erschienen .und nicht bei uns. Der Ladenpreis beträgt tsch. K 48, durch Agudahgruppen bestellt, ist er für tsch. K 40 (exklusive Porto) erhältlich. — P. St. in N.-Z.: Sie berichtigen nichts Wesentliches.. Wir konstatieren jedoch gerne, dass auch die religiös Orientieften Ihrer Partei für eine Verschärfung der Aufnahmsbedingungen eintreten wollen. ״Orthodox“ i n n e rhalb einer orthodoxen Gemeinde ist natüflich derjenige, der sich mit seiner offiziellen Zugehörigkeit durch Steuerleistung allein nicht begnügt, sondern auch praktisch nach den Vorschriften der Religion lebt und sich auch im Gemeinschaftsleben nach den Entscheidungen der zuständigen religiösen Autoritäten richtet. ןד״ל'. Irine Kohn Ignatz Schwarz Wien Bratislava Verlobte Schwat 5685. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Bratislava gratuliert innigst ihrem Gründungsmitgliede, Herrn Alois Adler zu seiner Verlobung mit Frl. Fanny Breuer, Wien Der Landesverband der Agudas Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei gratuliert berzlichst seinem Vorstandsmitgliede, Herrn Alois Adler zu seiner Verlobung mit Frl. Fanny Breuer aus Wien Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Pre§ov gratuliert Herrn Idtohoel Chalm Haller anlässlich seiner Verlobung mit Fräulein Szor&n Lang-er aus Brezorica. Der ״Emunoh“-Mädchenverein in Topolcany gratuliert lxerzlichst zur Verlobung seiner verdienstvollen Kontrollorin, Fräulein Erna Weisz mit Herrn Aron Maged, Tjacevo. הננו מברכים את חברנו החביב ה. אליעזר אדלער 'לארושיועם העלמה אייגעלע ברייער בברכת מזל טוב וחיים נעימים אביהם כחן מרדכי משלם לוי דוב קאסטנער . הננו מברכים את חברנו החביב ה׳ אליעזר אדלער לארושיו עם העלמה אייגעלע ברייער בברכת מזל טוב וחיים'נעימים האחים קאהלמאנז האחים רחנבוים ׳ האחים סאסמנער . יא, פייעדמאנץ Für die ihnen anlässlich ihrßr Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken Gabriel Fürst u. Frau Mina, geb. Goldberger Wien—Spiesske—Vlachy In der ortb. isr. Kultusgemeinde zu Trnava (Slovensko) gelangt die KAWT®RSTELLE ושוחט'ע1ם1ת l'e früher zur Besetzung. Reflektiert wird auf vorzüglichen בעל תפלח mit schöner Stimme. שוחט ומדק wird bevorzugt. Honorar nach Uebereinkommen, ner-st freier Wohnung und Emolumenten. קבלות von orth. rabb, Autoritäten samt Ausweis über bisheriges Wirken, Alter und Farn lienstand sind in Abschrifte״ dem Offert beizuschliessen und bis 15. März a. c. an den Vorstand einzusenden. Zur Probe werden nur Berufene zugelassen und Reisekosten nur dem Akzeptierten vergütet. Trnava, •18. Jänner 1925 Adolf Mannheim, Präses Bei der aut. orth. isr, Kultusgemeinde Samoryn ist die Stelle eines Rabbiners zu besetzen. Gewün־cht wird von Reflektanten, dass sie von drei anerkannten orth. Rabbinern התרת ה1ראה besitzen, über entsprechendes welt'iches ,Wissen v« RLen und deutsche Kanzelredner sein sollen. Gefl. Anträge nebst Angabe des Familie'<stindea und der bisherigen Funktion «erden erbeten an Adns:>e: Nathan Steiner, Präses. _____ KONKURS __ Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Prag ist die Stelle *eines ö «5 Im ii ® Im,3*־ m (Schochet) zu besetzen, und zwar auf ein Jahr provisorisch. Gehart nach Ueberein kommen Die Befähigung zum Porscbeq Bedingung. Bevo zugt werden die a(8 Kanior q •alifizi^rten Bewerber. Die Gesuche mit Zeugnisabschriften über die Be nhivung auf Grund •׳er b* reffend *n ritueben Vorschriften, über das Wohlverhalten, Alter, die Zus ändrkeit u d Famil׳e״verbäl1nm8e und mit Angabe ׳er Ge*altsansp׳üche sind bis zum 6. Februar 1925 bei der isr. Kult1Mg־me de־R*prisentmz, Praz, (viais ova 260-V) einzu׳ ringen. P ag, 21. Jänner 19'5 Isr. Kultusgemeinde-Hepräsenfaiu, Prag.

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