Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 4 (23.1.1925)
- Date
- 1925-01-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 24 Nr. 4 JÜDISCHE PRESSE; Brief an die Redaktion. In Nr. 2 der ״jüdischen Presse“ polemisiert Herr L. Moses in ziemlich erregter Weise gegen die von M. Kunstadt mitgeteilte Lesart von und zählt alle, die die gebräuchliche Lesart von )יבנד! ,3ירנ1 אם nicht akzeptieren, zu den Satten, Zu* friedenen und Kurzsichtigen, die die Sehnsucht nach Zion nicht kennen. Es dürfte Herrn Moses und andere Leser Ihres Blattes interessieren, dass die Aufschrift des קונטרס אחרון vom Sohne des צמח צדק (Rabbi Mendel Krochmal, L&ndcsrabbiner zu Nikolsburg, ein, Zeitgenosse des ש״ך ,mit den Worten schliesst: גיקלשבורג וכל הגליל יכוננה עליון אטן Es wird wohl niemand zweifeln, dass die genannten גאונים trotzdem חובכי ציון waren. Wilhelm Freistadt. III. Spendenausweis der Agudas Jlsroel-Jugendgruppe, Wien,!1״ Ob. Donaustrasse 69.; Verband der Banken und Bankiers K 5,000.000, diverse Monatsbeiträge K 1,600.000, M. Brodezky K 10.000, W. Goldstein K 10.000, D. Allina K 5000, Josef Blau K 20-000, Dr. S. Bernstein K 10.000, Mendel Friedmann K 10.000, Kath. Deutsch K 50.000, Jös. Klug K 20.000, H. Fleischmann K 10.000, I. Feuerstein K 10.000, M. Feigenbäum K 25.000, H. Herzka K 20.000, L. Ballin K 10.000, Al. Freund K 10.000, I. Marchfcld K 10.000, S. Holitscher K 20.000, M. Büchner K 10.000 ״, W. Mäyercyk K 50.000, Hilda Braun K 10-000, B. Stroh K 10.000, W. Kux K •100.000, Rudolf Löwy K 15.000,'Adolf Böhm K 20.000, Ignaz Grünberg K 5000, Heinrich Feigenbaum K 20.000, Alice Landau K 20.000, Sal. Frank, K 20.000, V. Heim K 20.000, Rosa und Fanni Blaustein K 25.000, W. Heller K 10.000, F- Leitner K 20.000, Mayer Kriss K 100.000, Hel. Glücksthal K 25.000, B. Figdor K 20.000, I. Bernhard K 10-000, lg- Fröhlich K 20.000, Klara Leblang K 10.000, - Anna•. Grossman K 20.000, J. Holländer K 5000, Js. Horchowsky K 10.000, S, Deutsch K 20-000, B. Marbach K 3000, W. Lukas K 10.000, Jak. Mayer K 50.000, Dr. 1. König K 5000, B. Friedmann K 20.000,• Judith Friedmann K 5000, I. Daher K 10.000, Leopold Mayer K 20.000, Ludw- Dörfler K 30.000, Mor. Guttmann K 10.000, B. Kolb K 10.000, L. Kritzler, Ing. K 50.000, Jak. Renner K 10.000, Mich. Kolm K 5000, E. Blau K 5000, Dr. M. Glaser K 10.000, Jak. Glattaucr K 20.000, Guttman u. Co. K 10.000, Dr. M. Jakobsohn K 10.000, Ign. Freund K 20.000, Dr. E. Koritschoner K 20.000, Josef Donath K 10-000, B. Brammer K 5000, Julia Politzer K 30.000, S. Diamant K 20.000, Karl Haas K 10.000. Summe K 7,853.000. Am 15• Jänner ausgewiesen K 20,826.000 Ge- :*ramtsumme K 28,679.300• (Fortsetzung folgt.) Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel y. Die Einwanderung nach Palästina im Dezember 1924. Die Palästinensische Telegraphen*Agentur teilt;mit, dass im Monat Dezember 1924 1825 Einwanderer nach Palästina gekommen sind. Im November 1924 waren 1900 Einwan־ derer nach Palästina gekommen. , Baldige Einführung eines palästinensischen Geldes. In ganz kurzer Zeit wird mit der Ausgabe einer eigenen palästinensischen Valuta begonnen werden. Die Einheit der neuen Valuta wird gleich einem englischen Pfund sein. Das gegenwärtig in Palästiha kursierende הודעה! הנה שמעתי שמוציאים לעז בין בני עמנו דדיו בשקר ותחבולה על כשרותו של הסראנקק־־קאפפע אל תאמינו ואל תשמעו להם.יהיה מי שיהיה.המוציא לעז זה איננו אלא מחמת נגיעה וקנאה. והנני כופל ומשלש שהפראנקק־־קאפפע כשיר הוא׳ ויכולים כל ישראללשתותו♦ קושטא קאי ושהרא לא סאי. היק שמעון בח״ה (צהראש״ב זצ״ל סופר Geld ist das ägyptische Pfund, welches den Wert von ungefähr 21 Schilling hat. Als die Regierung vor einigen Monaten die Frage der Einführung einer eigenen palästP nensischen Valuta in Betracht zog, entstanden Erörterungen über die Zweckmässigkeit der neuen Massnahme. Es iiberr wogen aber die Stimmen für eine eigene Valuta. Tabakfermentforschuhg in Palästina. Professor Fodor in Jerusalem hat ein Laboratoraum für Tabakfcrmentforschung eingerichtet, das sich mit der Erforschung{ der chemischen Vorgänge im Tabak während seiner Lage* rung befassen soll, Vorgänge, die bisher überhaupt wenig untersucht worden sind, so dass bei der Tabakeinlagerung das meiste der Routine und dem Instinkt der Tabakarbeiter überlassen zu werden pflegt. Palästina-Tabakmuster für die Auslandsmärkte. Der Direktor für Land- und Forstwirtschaft arrangiert Muster- Sendungen palästinensischer Tabakblätter der den britischen und Festlandsmärkten offerierten Vorratsladungen, die zum Verkauf bercitliegen, sobald die Witterung dies gestattet. Die Musterauslese wird so weit als möglich von den. Tabake instruktoren des Land- und Forstwirtschaitsdepartements besorgt. Ein modernes Touristenhotel für Jerusalem. Die Palestine Securities, Inc., teilt ׳ mit, dass sie Vorbereitungen für den Bau und die Einrichtung des ersten grossen, modernen Touristenhotels in Palästina getroffen hat. Das Hotel wird in Jerusalem, Ecke King George Avenue und Ben Yehuda Street, erbaut werden. Der Baugrund gehört der Zion Commonwealth. Das Hotel wird vom früheren Besitzer des Central-Hotels, M'r. Yerahtnicl Amdursky und von dem amerikanischen Kaufmann Mr. Louis Rosenblatt verwaltet werden. Jüdisches Informationsbureau für Touristen in Palästina. Ein jüdisches Informationsbureau für Touristen wurde in dem neuerballten Uhrturmgebäude auf dem zentral gelegenen Allenby-Platz in Jerusalem eingerichtet. Geschäftsführcr ist Herr M. A. Levy, der bisher Beamter bei der Regierung war. Die Adresse lautet: Jerusalem, P. O. B. 485. .Alle Anfragen in Palästina-Wirtschaftsangelegen;• heiten sind an die Redaktion der ״Jüdischen Presse“, Wien, II., Leopoldsgassc 26, zu richten und werden brieflieh oder in der Zeitung beantwortet. |©00®0©0® TS CH E C H O'S L O W A KE I. ©®0®00®0I Zionistische ״Politik“ und das zionistisehe Gymnasium in Mankacs. Zweiter Artikel.*) Die Zionisten müssen in die Schranken, gewiesen werden, wenn wär nicht alle, das gesamte Judentum unserer Republik, mitschuldig sein wollen an dem Unheil, das sie in ihrem dreisten Ucbcrmute zu stiften ini Begriffe sind. Wir haben bereits gezeigt, wie der zionistische ״Na- Jionalrat“ in Prag und seine Wortführer in der Presse inil den Daten der V o 1 k s z ä h 1 u n g und dem Stimmen- Verhältnis bei den Parlaments w a h 1 e n in Karpathorussland umgehen, um das kulturelle Abenteuer der ziomstischep Schiulen als ein Anliegen der ״jüdischen Gesamitheit“ und nicht nur der paar zionistischen Advokafcen in Karpathorussland darzustellen. Welch gewaltige!' Schaden durch derartige Jongleurkunststückchen mit Zahlen und Schlagwörtern den Interessen des Judentums zugefügt■ wird, kann man leicht ermessen, wenn man bedenkt, dass diese Verdrehung der Tatsachen nicht nur in den Zeitungsartikeln, sondern in weit kühnerem Anfluge in den zahlreichen, von der Oeff'ehjtlichkeit nicht kontrollierten Ein*׳ gaben und Memoranden an allerlei Regierungsstellen wiederkehren. Es wäre nicht im geringsten erstaunlich geiwesen, wenn schliesslich auch unsere Regierung sich mit den, ״nationalen Minderfordenmgen“ der Zionisten und der nationalistischen ״Schulpolitik“ befreundet' hätte. Denn es muss einmal klar ausgesprochen werden, dass die grosse jüdische Oeffentlichkeit. in unserer Republik und besonders der Teil der jüdischen Bevölkerung, der an den alten Idealen echter jüdischer Religiosität unerschi'itterlich festhält (und das ist immer noch die überwiegende Mehrheit!), an dem Uebertnute der Zionisten in mancher Hinsicht nicht frei von Schuld ist. Man lies» es sich Jahre hindurch gefallen, dass eine kleine Gruppe dem Judentum in Gesinnung, noch mehr aber im p r a kt i s ch e'n Leben entfremdeter Zionisten bei jeder Gelegqnheit im Namen des ״jüdischen Volkes“, der ״j ü d i s c h e n Minderheit“ oder gar schlechtweg als Wortführer der ״J u d cn“ zu sprechen sich unterfing. Man unterliess, sich gegen diese angemasste Bevormundung zut' Wehr zu setzen, nicht etwa aus Gleichgültigkeit, sondem nur deshalb, weil das Judentum unseres Landes in jener schweren Uebergangszeit von einer Menge( grosser Sorgen bedrückt war. Alle Sicherungen des reli1־ giösen und wirtschaftlichen Lebens mussten unter sehr, ungüstigen Verhältnissen neu errungen werden. Und das schien uns wichtiger, als die sofortige Lösung all der Fragen scheinbar sehr formaler Natur, die von den entjudeten; ״Nationalisten“ jüdischer Abstammung mit aller Gewalt in den Vordergrund der öffentlichen Erörterung gerückt wurden. Eine vollständige Klärung des Standpunktes des religiösen Judentums gegenüber den zionistischen‘ ״innerpolitischen“ Bestrebungen ■ (nicht zu verwechseln miß *) Siehe den ersten Artikel in Nummer I. der Palästina-Frage, die in ein anderes Kapitel gehört!) und namentlich den FbVderungen gegenüber, die unsere Zionisten - entweder direkt oder im Wege ihres famosen ״Nationalrates“ im Namen der jüdischen ״Gesamtheit“ aufstellten und auch vor den Behörden vertraten, wurde überhaupt nicht herbeigeführt. Gewiss: ein jeder wusste, dass das religiöse Judentum den nationalistischen Zionismus entschieden ablc.hne und aus seiner ganzen Weltanschauung heraus ablehneu m ü s s e. Aber o r g a n i s a- «torisch war, während all dieser Jahre von unserer' Seite so gut, wie nichts unternommen worden, um unsere eigenen Massen über den ureigentlichen Sinn und die kulturelleu, ökonomischen und politischen Konscqueii■ z e n der nationalistischen S c h I a g w Örter ausreichend aufzuklären und dadurch, der demagogischen Propaganda der Zionisten einen Damm zu setzen. Bei dem ungeheuren R e k 1 a m e - A p p a r a t, den die Nationalisten zur Umwandlung des historischen Religions- Judentums der Tat in ein neues ״nationales Minderheitsvolk“ der hohlen politischen Phrase ungehindert in Bewegung setzen durften, muss es als ein Wunder, als ein Zei•* eben besonderer göttlicher Fürsorge, betrachtet werden, dass die leitenden Politiker unseres Staates, von denen bisvher nur wenige in das Wesen des wahren, h i s t o r iche 11, lebendigen J u d e n t ums Einblick zu gewinnen vermochten, den zionistischen Täuschungsversuchen nicht aufsassen und in jüngster Zeit ihnen gegenüber sogar ein unverkennbares inneres Widerstreben an den Tag legen. Die Verweigerung der Genehmigung für das zionistische Gymnasium in Munkacs dart auch als ein deutliches Zeichen dafür angesehen!‘werden, dass die Regierung eine/ Vorstellung von dem unvergleichlich hohen K u 11 u rw e r t besitzt, der dem unverfälschten, t r a d it i o n e 11 e n Judentum auch vom Gesichtspunkte de$ liberalen Staates innewohnt, oder doch jedenfalls dafür, dass das Ministerium für Schulwesen und .Volksaufklärung zur richtigen Erkenntnis der Gefahren gelangt sei, denen das Judentum unseres Landes durch eine systematische geistige Entwurzelung, durch eine zionistische ״Nationalisier» ng“ seiner breiten religiosen Massen ausgesetzt wäre. Mit der Unterbindung des zionistischen Gymnasiums hat die Regierung kundgetan* dass sie trotz, dem Aufgebote der bereits erwähnten irre- Im Zentrum «on Abbaxia ist eine kleinere, vollständig eingerichtete, koschere, gut gehaltene Pension preiswert *u verkaufen. Pacht- ▼ertrag noch drei Jahre. Kleiner Pachtzins. Besonders empfehlenswert für einen Orthodoxen. Näheres Pension Lamm« Abbazia. Bettfedern Prima Daunen U. Sch|e|«sfedern SALOMON ASCHKENAZY Wien, II.« Obere Donaustrasse 67 Telephon 46.3-61• führenden Volkszählungsdaten und trotz allen Täuschungsmanövern mit der Wahlstatistik nicht gewillt seitdem von den Juden selbst entschieden znrückgewiesenen N a t i o n alisierungsabenteuer der Zionisten durch UeberJ antwortung eines Teiles der Jugenderziehung Vorschub zu leisten. Die Regierung hat damit das ihrige, getan. Jetzt ist es unsere eigene Aufgabe, durch zweckmassige organisatorische und äüfklärende Arbeit dafür ' zu sorgen, dass es den Zionisten in Zukunft unmöglieh wird, sich der Jugenderziehung zu bemächtigen und unserer Kinder sich als politisches Werkzeug zu bedienen.! Dann erst werden die Zionisten lernen, sich in den Grenzen ihrer eigenen Organisation zu )halten und dann erst wird das orthodoxe Judentum unseres Landes sich von der Pflicht enthoben wissen dürfen, der Gefährdung der allerelementarsten jüdischen Interessen durch eine gewissen 1 os e, hetze ris che z i o n i s t i s ch e P ress« kampagne, wie sie im Zusammenhänge mit dem Verbot des Munkacser Gymnasiums seit Wochen betrieben wird, entgegenzutreten. Darüber im folgenden Artikel., C i v i s J u d a e u s. Reorganisierung der Aguda-Ortsgruppe in Bratislava. Die vor mehreren Wochen in Angriff genommene Re- Organisierung der Agudas Jisroel-Ortsgruppe in Bratislava hat ihren Abschluss gefunden.. Die Ortsgruppe ist nun nach einem System organisiert, das die Mobilisierung der Kräfte des orthodoxen Judentums nach dem Programm der Agudas Jisroel, für die Aufgaben der jüdischen Oesamtheit. im Geiste der Thora und der Tradition ermöglicht- Am מוש״ק פ' שמות fand die konstituierende Sitzung der neugewählten Leitung mit folgendem Resultate statt: Ehrenpräses: Oberrabbiner Akiba Schreiber. Vorstand: Markus Fürst (Präses), Wilh. Kohn (Leiter der Organisations-und Propaganda-Sektion), David Haberfeld (Leiter der Thora- und •Chisuk Hadas-Sektion), Jakoh Katz (Leiter der Erez Jisroel-Sektion) und Berthold D o n n e b a u m (Leiter der Sektion für soziale Wohlfahrt). Das Kassieramt versieht Herr Jakob Katz. In den Ausschuss wurden schon in-der ,ersten Sitzung im Sinne des Beschlusses der Generalversammlung einige Mitglieder kooptiert. Sämtliche Mitglieder des Ausschusses sind aktiv und wurden in •י die oben erwähnten vier Sektionen eingeteilt.. Der an erster Stelle Genannte fungiert zugleich als stellvertretender Sektionsleiter. 1. Organisations- und Propaganda-Sektion: Rabbiner Salomon Unsdorfer* Jerem. Duchinsky, •Mano Ciidali, Robert Grünwald, W. Kölker, Jakob Langer und Martin Weiner. 2. T h o r a•־ und C h i s u k H a d a s ־ S e k t i o ns Oberrabbiner Simon Hirschler, J. B. Fischhof, Jakob Kiss, Mano Köth, Salomon Neuhaus, Ernö Pollak und Lazar Stern. 3. Erez Jisroel-Sektion: Isidor Papp e n h e i m,;Siegmund Adler, Markus Gottesmann, Arnold Kämpfner, «Jakob Langer, Jakob Pressburger und Wik heim Raab. 4. Soziale Wohlfahrtssektion: Juda Grün.wald, Isidor Glück, Siegmund Kohn, Mano Leuch-