Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 4 (23.1.1925)
- Date
- 1925-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2629891-2630099-2630103--1692-2633475- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
V. b. b, ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. jüdische mm Redaktionu. Administration» Wien, II.,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94 Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei iscliech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Posts Nr. 13.458; für Polen: Postsparka Nr. 190.409; für Ungarn! Postspari Nr. 50.170; für Tschechoslowakei Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien! 40.217; f.Ramän len: Banca Marmar« 8t Co, Bukarest; für die Schweiz! Po! parkassenamtWien, Konto ssenamt Warschau, Konto cassenamt Budapest, Konto : Postsparkassenamt Prag, Postsp.-Amt Agram,Ko. N. isch Blanc 8t Co für Flore»?, stscheckk. Luzern VII. 1470. Mp. 4 Wien-Bratialawa, 23. Jänner 1925 .ב״ה ויענה־םרעסםבורנ ב־ז טבת תרפ״ה 11■ Jahrg. Das palästinensische Gemeindegesetz. 11. Diskussion über den Inhalt der Gesetzgebung. Chronik der Woche. Die russischen Behörden haben 10.000 Desiatynen anbaufähiges Land für das Krimprojekt zur Verfügung gestellt. Nach einer Meldung der ״Prawda“, des offiziellen Organes der russischen Kommunisten, haben sich viele russische Juden, dje vor Jahren nach Ercz Jisroel ausgewandert waren, an die Sowjetregierung mit dem Ersuchen gewendet, ihnen Grund und Boden anzuweisen, um ihnen so die Möglichkeit zu bieten, sich als Bauern anzusiedeln. — In Kowno wurden 200 jüdische Handwerker, die an! 17. November, dem Tage des vom Rabbinate veranstalteten Massenprotestes gegen das Zwangssonntagsgesetz, die Arbeit eingestellt, von den Behörden mit Geldstrafen von 250 bis 500! Lit (25 bis 50 Dollar), eventuell mit Arreststrafen bis zu einem Monat belegt. — Das englische Postministeriuum hat beschlössen, eine unterirdische Telephonhalle zwischen Malta und Aegypten legen zu lassen. Nachdem nun eine Verbindung zwischen Malta und London einerseits sowie zwischen Aegypten und Palä-! stina andererseits bereits besteht, wird nunmehr eine! direkte Verbindung London—Jerusalem möglich sein. Marlano hat sich überdies bereit erklärt, die Arbeiten zur! Errichtung eines drahtlosen Verkehrs zwischen England' und Palästina in Angriff zu nehmen. —.An einem Ab- I schiedsbankett, das zu Ehren des Wojwoden von Lodz gegeben wurde, nahm von jüdischer Seite der bekanntes Agudaführer Sejmdeputierter Minzberg teil. — Die Arbeitslosigkeit in Polen nimmt erschreckende Dimensionen an. Lodz allein zählt 100.000 Arbeitslose. Die . jüdischen 'Gemeindestüb'eiiTWärsdhsff^ stranten gestürmt. — ln den letzten Wochen haben 2000 polnische Rabbiner um amerikanische Einreisevisa angesucht. — Für die Rabbinerkonferenz in Warschau werden 900 Rabbiner erwartet. Der Eisenbahnminister hat speziehe Ermäßigungen zugesagt. — In,Kohlengruben Belgiens sind nach Zeitungsberichten Tausende jüdische Arbeiter beschäftigt. — Die Synagogenschänder von Hersfeld wur* den am 19. Jänner vom Grossen Schöffengericht in Marcell zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilt. flL Am 23. Tebeth findet die Verhandlung Dr. Ruppin kontra ״Doar, Hajom“ statt, in welcher die Anklagen der genannten | Zeitung, Dr. Ruppin hätte zionistische Fonds illegal verj wendet, zur Sprache kommen. ~ Bei den Bauarbeiten für den Omar Mosche, die bekanntlich auf dem Platz j des Beth Hamikdosch gearbeitet wurden, fand man eine : Treppenanlage des früheren Salomo-Tempels. 4 J Fs ist seltsam, dass die beiden - Entwürfe, ■ die publizistischbekannt wurden, also sowohl der Entwurf des Waad Leumi /wie auch der Entwurf der Affudas Jisroel eine Gesetzgebung versuchen, welche sowohl das religiöse wie das kommunale, politische Moment in gleicher Weise!in ihren 1Bereich ziehen. Bei der Aguidas Jisroel, die das religiöse Moment als das hervorragendste, wenn nicht gar ■als das aussciiliessiiche Ferment der nationalen Einheit anspricht, ist dies weiter nicht!zu: verwundern.- Ihr Entwurf muss deshalb von der Kritik!bloss!daraufhin geprüft werden, ob der religiöse Grundgedanke, ,oder richtiger gesagt: das religiöse Diktat, in allen Paragraphen klar zum Ausdruck kommt. Anders liegt ׳die Sache *bei dem!Entwurf des Waad Leumil, und der Historiker muss ■annehmen, dass die!Heraushebung des Religiösen aus der Eigenschaft einer Privatsache, als welche etwa sonst die Religion vom Zionismus .betrachtet!wird, wie jede Inkonsequenz dem Urheber zum Schaden gereichen muss. So könnte es kommen, dass dieser Entwurf Unklarheiten ■aufweist, ׳die deshalb Unklarheiten bleiben .mussten, ׳weil sie sonst niemals die geringste Aussicht hätten, von einem modernen und gerechten Gesetzgeber, anerkannt. jverden., Von clei: .Tat- Sache, dass in der ,alten jiidisblieii ‘A!u!ftPasst1׳ng die auf gemeinsamen Kräften und' gemeinsamem Willen beruhende.!Erfüllung religiöser Bedürfnisse zu den kommunalen Aufgaben gehören, nimmt der ■!Entwurf der Aguda gebührende Notilz, der des Waad Leunii nur in einigen -Schritten,'■die von seinem Wege a-bführen. Sonst könnte es nicht yorgekommen sein, dass das Erzrehungswerk in seinem vollen Umfange jedem religiösen Forum entzogen ist, wohlgemerkt, sogar auf dem Gebiete'des religiösen Unterrichtes. Dieser Versuch zur Säkularisierung ist •wiederum darin begründet, weil der Waad Leumi in einer Erziehungs- Steuer wohl den einzigen Rettungsanker für eine materielle Sanierung erblicken mag. Das wenigste ehrenhafte Zeugnis für eine Gesetzgebung ■liegt in folgendem Konflikt begründet. Auf der einen Seite wird der Anschein erweckt, als ob die Zugehörigkeit zu der jüdischen Kommune eine frei-willige ■ist, auf der anderen Seite erleiden diejenigen, die!diese Zugehörigkeit ablehnen, eine äusserst ׳bedenkliche■־Rechts- Verkürzung, und -zwar auf einem ausschliesslich religiösen Gebiete, auf dein der rituellen Sdhecliita. Auch diie antisemitische Gesetzgebung zentraleuropüischer Staaten .ist in den Aeusserungeii der ■:kom- •munalen Zentralisierung des Schächtwesens töleranter als der ׳Entwurf ■des!Waad Leumi. •Ist aber die Zugehörigkeit ,zu der Organisation des Waad Leumi ein Akt der Freiwilligkeit, so ist das primitivste Erfordernis für jede Gesetzgebung, auch die!ko׳mmunalen' Verhältnisse ׳derjenigen Individuen klanziusteilen, -welche, wie oben gesagt, die Zugehörigkeit ablehnen. Man stelle sich einmal vor, dass aus dein oder jenem Grunde die Majorität der Einwohnerschaft Palästinas auf ׳diesen ablehnenden Standpunkt kommt, wie sehen -dann diejenigen ׳politischen Gebilde ׳aus, die auf Grund des Waad Leumi sich gebildet hatten, und wie stellt sich eine!Regierung einen, Zustand vor, in welchem die -Majorität eine׳!• .Einwohnerschaft :ausserhalb der Gesetzgebung steht. und gesetzgeberisch gar :niclit-'erfa'sistoist? ■Eirf-O-tudehGri^ würde diese juristische Dngeheuerliichkeit unibegreiflieh: finden. Freilich,• -wir haben eines übersehen! .,Nach der Auffassung eines Teiles der Herren in Palästina ist die gesetzgeberische Erfassung־■ der ׳״Dissidenten“־ wohl vorgesehen, allerdings unter dem Zeichen •der zaristischen Knute. Tsehernofwitz, -einer der!Führenden im Waad Leumi, vollzog etwas zu früh die Demaskierung, als ׳er erklärte, denjenigen Juden, -die •sich -dem Waad .Leumi ׳nicht ansoMiessen, würde man sogar die B esc,h:n ei düng ihrer ׳Kinder verbieten. Kann sich da jemand noch!wundern, wenn ׳man zu der Ansicht eines michtjüdisdhen Gesetzgebers mehr Vertrauen hat als zu der dieser religfonsbolschewistischen Extremisten? Eine Rechenaufgabe. Zur Zeit Alexander des Grossen gelüstete es den König von Aegypten nach dem Vermögen der Israeliten. Um eine möglichst hohe Summe mit einem Schein des Rechtes sich anzueignen, forderte er die Erstattung des gesamten Kapitals, das beim Auszug aus Aegypten das Volk einst mit sich genommen. Niedergeschlagenheit und Bestürzung herrschte im Lager der Israeliten, als ihnen diese Aufforderung zuging. Sie versammelten sich zu einer Beratung, und jeden äusserte seine Meinung. Aber keiner fand ein geeignetes Mittel, dem drohenden Unheil zu begegnen. Da erhob sich ein kleines Männchen und erbot sich, die allgemeine Sache zu verteidigen. ״Schickt mich ohne Furcht an den Hof Alexanders! Mit Gottes Hilfe hoffe ich, unsere Sache zu gewinnen. ■ Ihr setzet nichts aufs Spiel! Unterliege ich, so wird man sagen, dass ein Mann aus niedrigem Stande im Kampfe mit gelehrten Männern nicht standgehalten hat. Ist aber der Sieg auf meiner Seite, so ist unsere Angelegenheit gerettet, und weit und breit wird der Sieg der Macht unseres Gesetzes zugeschrieben werden.“ Die Aeltesten stimmten zu, und Hanal, so hiess der kleine mutige Mann, begab sich sogleich als Bevollmächtigter Israelsi.an den Hof Alexanders, wo alle Würdenträger und Diplomaten, auch die gelehrten Vertreter Aegyptens versammelt waren. Auf ein gegebenes Zeichen begann die Verhandlung. Die Abgeordneten Aegyptens klagten die Israeliten an, bei dem Auszug aus ihrem Land grosse Reichtümer fortgetragen zu haben, schätzten den Wert auf mindestens eine Milliarde und verlangten deren Rückerstattung, ln gespannter Erwartung blickte alles auf den Vertreter Israels, Da trat das kleine, unscheinbare Männchen hervor und begann seine Entgegnung mit folgenden Worten: ״Grosser König! Ich kann nicht widersprechen, will auch die Schuld unseres Volkes nicht abstreiten. Die Forderung ist gerecht, sie soll erfüllt werden. Aber du, höchster Fürst> wirst auch uns doch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Aus dem nämlichen heiligen Dokument, aus dem man unsere Schuld jetzt herleitet, geht auch hervor, dass unsere Vorfahren, 600.000 an der Zahl, über 200 Jahre für die Aegypter ohne irgend einen Sold arbeiten mussten. Diesen Sold hätten wir von Aegypten zu fordern. Aber setzen wir nur 100 Jahre der Knechtschaft an und rechnen wir anstatt 600.000 den sechsten Teil der -arbeitenden Männer 100.000 Arbeiter, so gestaltet sich unsere Rechnung folgendermassen: Wir verwandeln die Jahre in'Tage, indem wir sie *nit 360 multiplizieren, das macht 36.000 Tage; diese Tage mit 100.000 multipliziert ergeben 3 Milliarden 600 Millionen Arbeitstage. Nehmen wir ■ nun den geringsten Taglohn, einen halben Schekel, für jeden Arbeiten an und halbieren die 3 Milliarden 600 Millionen Tage, so ergeben diese 1 Milliarde 800 Millionen. Schekalinn Nach dieser genauen Berechnung, grosser König, ha{ Aegypten sich zur Zahlung von 800 Millionen Schekalim selbst verurteilt, da es Seine Ansprüche, auf eine Milliarde geltend macht, während seine Schulden für Taglohn 1 Mil- Harde 800 Millionen betragen.“ Mit lächelnder Miene entschied Alexander, , dass Aegypten den Ueberschuss an das jüdische Volk herauszuzahlen hätte. Betroffen und beschämt zpgen die stolzen Vertreter Aegyptens in ihr Land zurück, während der einfache Mann aus Israel mit grossem Triumphe in Jerusalem einzog, (Nach Sanhedrin 91.) Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht ® Wiens GRÖSSTE Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN^ e OTHNAR SCHIFF, WIEN, I., HÄRNTKERRING Nr. 6!־ « O ■ r*_gl^.[^iiuthen , L|81eft M|1 m8hr a|s ״״״ J,ha,b *ahr,6hfilet, a,n vornehmsten orthodoxen Damen a.ler Länder Peracken. Spezi,!.,« In . , Brautscheiteln. Cie Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt eus GARANTIERT DAUERCEWELLTEM NATURHAAR, n׳ ־ dlvldueli dem Gesichte angepasst, EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl in Perücken modernster Frisuren. EN DETAIL. Vertanen־su 7.1^ndung meines neu erschienenen Katalogesl _ .״Sie ,etälllgsl b«l Beitellaaaen d ■» * o r... י■ «» O י » " »« ""«* «le aenau beachten» י־»