Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 3 (16.1.1925)
- Date
- 1925-01-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Nr. 3 Seile 18 JÜDISCHE PRESSE. Kriege für Pfd. Sterl. 52.000 eingeführt, jetzt 682.044 Be1־ hälter im Werte von Pfd. Sterl. 206.759. Aehnlich sind die Verhältnisse im palästinensischen E x p 0 r t h a n.d e I. Diese Ziffern sind mehr als trockene Tatsachen;• sie beweisen, dass die palästinensische Wirt1־ schaft im Aufschwung begriffen ist und dass bei sachgemässer Betriebsleitung Investierungen in allen Wirtschaftszweigen umso gesicherter erscheinen, als sie auf einen starken Inlandsbedarf rechnen können, der bis jetzt nur zum geringsten Teil von den Landeserzeugnisser gedeckt werden konnte. Die Heimstättenaktion der Palästinaj zentrale der Agudas Jisroel. Auf verschiedene Anfragen teilen wir mit, dass Proj spekte und Auskünfte über die Heimstättenaktion entj weder von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, j Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 31, eingeholt! werden können, oder von der Redaktion der ״Jüdischen j Presse“, Wien, I., Leopoldsgasse 26. Da nur eine beschränkte Anzahl von Häusern vorerst gebaut werden dürfte, empfiehlt sich die rechtzeitige Sicherstellung einer Heimstätte (Haus nebst Bauplatz, Garten usw.). Die palästinensische Versicherungsgesellschaft Ha-Sne. AUe Anteilscheine der palästinensischen Versicherungs־ gesellschaft Ha-Sne im Betrage von Pfd. Sterl. 25.000 sind in Palästina, selbst bereits placiert,׳ worden. Die Gesellschaft hat bei der Regierung Pfund' Sterl. 1000 ^hinterlegt als Kaution für den von ihr eben* falls gepflegten Zweig der Lebensversicherung. Demnächst . soll die Gründungsversammlung der Gesellschaft statt* finden, die eine neue Leitung zu . wählen haben wird. Eine neue Frachtdampferlinie Danzig—Hamburg— Palästina. Die Levantelinie in Hamburg hat einen zwei* wöchentlichen Sonderdienst vom Danziger i Hafen über Hamburg nach Palästina eingerichtet, der in j erster Reihe für das Gepäck der Palästina-Immigrauten und für die für die industrielle Tätigkeit in'; Palästina nötigen Maschinen ‘und anderen Gegenständ׳ die aus Polen hintransportiert werden, bestimmt ist. Rücktritt Direktor Levotttins von der Leitung d< Anglo-Palestine-Company. Wie der ״Doar Hajom“ voi 21. Dezember berichtet, hat der Leiter einer der grösste palästinensischen Banken, der Anglo-Palestine-Compan; Herr L e v o n t i n, sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Sei Nachfolger soll H o 0 f i e n werden. 3251 Touristen in Palästina im November. Laut off ziellem Bericht wurde Palästina im Monat Novembe der nicht zur Touristensaison zählt, von 3251 Touristei Pilgern und Durchreisenden besucht. Ausserdem sin 1497 Palästinenser während dieser Zeit ins Land zurück gekehrt. Die offizielle Zahl der Immigranten im Berichts monat ist noch nicht verlautbart, doch wird allgemei angenommen, dass sie k a u m h i n t e r 2 0 0 0, dem Durch schnitt der letzten Monate, zurückbleibt. Alle Anfragen in Palästina-Wirtschaftsangelegen heiten sind an die Redaktion der ״Jüdischen Presse“ Wien, I., Leopoldsgasse 26, zu richten und werden briet lieh oder in der Zeitung beantwortet. 00000000 TS CHE CHO-S LOWAKEL 000000001 Grosse Aguda-Versammlung in Dun. Streda (Dunaszerdahely.) Am 15/Tewes fand in Dun. Streda eine grosse Aguda-Versammlung statt, die der ganzen Gemeinde lange in Erinnerung bleiben wird. Sie zeichnete sich vor allem anderen Vereinsversammlungen dadurch aus, dass alle Anwesenden sich der grossen Bedeutung bewusst wurden,' die der aktiven Teilnahme an der Agudabewegung inne- \yohnt. Die Gemeinde war während der Stunden, die1 dem Agudagedanken gewidmet waren, in eine höhere Welt gehoben; alle Mühsal und alle Sorgen des Alltags! schienen, abgestreift und alle Herzen nur den Aufgaben zugewendet, die das glaubenstreue Judentum in unseren! Tagen allen seinen Bekennern stellt. Die Versammlung war von der Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppc zum Zwecke der Information über den ״Keren Ha־* thora“ und den כופל נפש einberufen. Der Einladung haben fast sämtliche jüdischen Einwohner Folge geleistet. Auch manche Nachbargemeinden waren durch Delegierte, vertreten. Von der Welt- und der Landeszentrale waren die Herren Wolf Pappenheim aus Wien, Oberrabbiner ז Benj. Seidl aus Galanta und Jac. Joel Braun aus Bratislava erschienen, denen sich Vertreter der Jugend;, anschlossen. Am Bahnhof wurden die auswärtigen Gäste von einer grossen Deputation herzlich, begriisst. Lange! vor Beginn def Versammlung war das grosse בית המקדש von einer mehrhundertköpfigen Menge gedrängt gefüllt.‘ Als erster Redner trat R. Wolf Pappen he im vor den ארון הקודש und gab seiner Freude darüber Ausdruck* dass es ihm vergönnt ist, die altehrwürdige Gemeind^ Szerdahely nach 6T Jahren in ihrer alten Blüte und. in ihrer bewährten Treue zu den Idealen des Judentums; wiederzusehen. Anknüpfend an דבלי תורה entwarf er in knappen, klaren Worten ein Bild von der gegenwärtige!( Lage des Judentums in Ost und West und schilderte die1 Bestrebungen der Agudas Jisroel und die bisherigen Er) folge ihrer Arbeit. In tiefer Ergriffenheit folgte die Veri Sammlung den schlichten Ausführungen des ehrwürdigen Greises. Als er geschlossen hatte, dankte ihm die Ver! Sammlung mit einem brausenden יישלכת• Ihm folgte Sein? Ehrwürden Herr Oberrabbiner Seidl mit einer ללשה* die zu den schönsten zählt, die je im Zusammenhang mit de.r Agudas Jisroel gehalten wurden. Eine sprudelnde! Fülle von fesselndem מגילות schuf den Rahmen zurf Darlegung des geistigen und praktischen Programms der Agudas Jisroel und zu den Mahnworten, die der Redner mit einer hinreissenden Begeisterung an jung und alt wegen der .Anteilnahme an den Aktionen der Agudä| richtete. Mit Tränen in den Augen lauschte die Versamm- Jung dem Vortragenden, als er die Zele des יקל[ חתולה Zentralfonds und der כופל נפש“ Sammlung erläuterte, und bereitete ihm begeisterte Ovationen. Nach der Versamm? lung vereinigte ein im Schulhause zu Ehren der Gäste veranstaltetes und prachtvoll arrangiertes Festbankett aber-, mals einen Grossteil der Gemeinde. Herr Arnold Stern, Vorstandsmitglied der Ortsgruppe, bewies auch bei diesef Gelegenheit, mit welch unermüdlicher Hingebung er sich für die Agudas Jisroel einsetzt. Der Saal war stimmungsvoll geschmückt und um die Tische herrschte eine Herz? lichkeit, wie sie nur in einem Kreise anzutreffen ist, wq der Geist der ר/וה״ק in ihrer unverfälschten Reinheit die Herzet! beseelt• Hauptredner des Festes war Her(! 1. I. Braun. An den Sammelruf von יעקב אבינו an die zwölf Stämme Israels erinnernd, richtete er einen Appell an die Mitglieder der Orts- und Jugendgruppe und alle diejenigen, die es jetzt werden wollen, den Qedanken der Aguda in die Tat umzusetzen und opferwillig an die Erfüllung der Pflichten zu schreiten, die ihnen die Zugehörigkeit zum organisierten, glaubenstreuen Klall Jisroel auferlegt. Aus der richtigen Erkenntnis der Notwendigkeiten der Stunde ergeben sich drei Hauptforderungen, denen sich kein guter Jude entziehen dürfe: t Zq$ammenfässung und Organisierung aller 'ft יראי, 2• לימוד ה תורה וחיזוק חדת ausser der p e r s ö n 1 i c h e n Betätigung in Familie und Gemeinde, besonders durch Förderung des Keren Hathora,, und 3? Entrichtung des מפל נפש und eben dadurch die l^ökumentierung der unlösbaren Verknüpftheit einer jeden jüdischen Seele mit Erez Jisroel als Land des jüdisehen Heiligtums. Dem Redner‘ wurde reicher Bei* fall gezollt. Herr Arnold Stern richtete sodann eine geistreiche Ansprache an die Gäste und die Versamm* lung legte namens der ■Gemeinde Szerdahely ein Be* kenntnis zu! Agudas Jisroel ab und gelobte unter Zu- Stimmung der ganzen Versammlung feierlich, für die Ziele der Agudas mit aller Tatkraft zu.arbeiten. Herr Mendel sprach im gleichen Sinne namens der fast vollzählig er* schienener Jugend und gab den Gedankengang der Rede wieder, die Oberrabbiner’ Sdhäpira im vorigen Sommer in Pressburg gehalten hatte. Oberrabbiner .Seidl dankte für den schönen Empfang und für das Verständnis, dem die Aguda hier in den weitesten Kreisen begegnete. Herr Pappen 11t i m wandte sich abermals an die Jugend und sprach ihr für •ihre Bereitwilligkeit, sich in geschlosse* neu Reiher um die Aguda zu scharen, Dank und An er kennung aus. Das Benschen wurde versteigert und die Versammelten verliessen ’in-später Nachtstunde den Saal} mit einem Entschlüsse, der — ■wenn er so treu ausgeführt wird, wie er gefasst wurde — dem gesamten Juden4 tum zum Segen werden wird. ׳ '• Die zionistische Demonstrationsversammlung verschoben. Wie!wir!e,r.fah!ren>Jsjt die •vom ׳Prager ״Nationalrat“ •unter ׳denn Na׳rn׳efi',,Tsehech0sl0׳wakisch ־ jüdi s ch e r Natbnalijkongress“ ׳vorbpreltete^ Yersarnmiiing •der jiidiscihe'n׳' ',;NatiönailisteiS aus;un:beka!uhten!Gründen auf ׳unbestimmte *Zeit‘^Verschoben worden. V. Brief aus Nove Zajnky. Wir haben; hier, eine bewegte Woche hinter uns, wie sie in der Geschichte der hiesigen orthodoxen Gemeinde noch nicht vorkäm. ־ Sonntag; abends veranstaltete der Verein T i f e r e s Bachurim, wie alljährlich, sein Chanukafest, verbunden mit der üblichen Kinderbekleidung. Diesmal legte der Verein mehr Gewicht aUf die Wohltätigkeit als auf die Unterhaltung. In der bescheidenen Form machte jedoch' die von Herrn Vereinspräses Sandor Hoff mann er' öffnete Veranstaltung einen vorzüglichen Eindruck. Am selben Abend fand auch im Schorn re Thora-Verein eineו Chanukafeier im Rahmen eines Siju'ms statt. An der Feier nahmen auch Se. Ehrwiirden; Herr Oberrabbiner Tiger mann und zahlreiche Lomde Thora teil. Die Feier verlief schön und würdig. Dienstag wurde im Hause des Oberrabbiners Hochzeit gefeiert. Seine jüngste Tochter feierte ihre Vermählung mit Herrn David Weisz aus Bratislava. Diese Veranlassung׳ bot den Gemeindemitgliedern willkommene Gelegenheit, ihre Verehrung und Liebe dem religiösen, Oberhaupt gegen* über zu bekunden. Die Trauung wurde vom Brautvater Oberrabbiner Moses K a t z (Nitra) und Rabbjner N. Sussmann (Budapest) vollzogen. An der Hochzeit* nahmen sämtliche Gemeindemitglieder, zahlreiche Ver* wandte des Brautpaares und die Herren Oberrabbiner Weber (Piestany), Hirsch ler (Modor), Frey (Sufür die Abonnenten der ,Jüdischen Presse“ Jeder, der fünf neue Abonnenten, die zumindest ein Halbjahrsabonnement auf einmal bezahlen, für di? ,JÜDISCHE PRESSE‘ wirbt, erhält als Prämie das soeben in Pracht- ־ band erschienene Werk ספל!per חייה, (Ladenpreis 100.000 Kronen) Jeder, der zehn Abonnenten für die ,.JÜDISCHE PRESSE“ wirbt, erhält als Prämie ת הלי? ספר Die Psalmen, übersetzt und erläutert von S. p.Hirsefc(l<ad«n preis 179,0008;) ■יייימי •••••ft••••ft ft• m m i * ,י •; I •a n % » י ■ W ft I פ * » t י »M rany) und Fürst (Cuz) teil. Während der Mahlzei sprachen die Herren ,Rabbiner לבל' תולה Zum Schluss( dankte der greise Herr Oberrabbiner Tigermann ii ergreifenden Worten seiner Gemeinde für die vieler Zeichen der Verehrung und der Anhänglichkeit, die ihir aus diesem Anlass von allen Seiten bewiesen wurden. Donnerstag wurde die Vorstandswahl der ortho doxen Gemeinde vorgenommen. Dieser ging eine bei uns noch nicht dagewesene heftige Agitation voraus. Zwei Parteien rangen um' die Herrschaft: die ״konservative“! d. h. die Vereinigung derjenigen Gemeindemitglieder, die auch im praktischen Leben ״orthodox“ sind, und die ״progressive“, deren Mitglieder aus anders orien■ tierten Mitgliedern sich zusammensetzen. Beide Parteien und auch einzelne ״neutrale“ Gruppen bearbeiteten die Wähler• mit allen Mitteln der sonst üblichen Wahlpropa־ gända; Flugblätter und Aufrufe wurden verbreitet, als ob es sich um eine Wahl ins Parlament handeln würde. Als der Wahlakt vom Wahlpräses Herrn Herrn. L ö w y eröffnet wurde, standen die Wähler schon mit ihren Stimmzetteln bereit• Alle Gemeindemitglieder, die nicht krank waren, machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Als in später Nachtstunde das Wahlresultat bekanntgegeben wurde, war der Saal überfüllt; Das Ergebnis war, dass der bisherige Präses und Kandidat der ״Konservativen“, Herr Gaspar Bineth, mit einer Stimme Mehrheit ge4 wählt wurde. Auch der Kontrollor ging aus diesfer Partei hervor. Dagegen slegferT als: Kassier und; dritter Beisitzen־ der die Kandidaten der Gegenpartei. Die Repräsentanz ' setzt sich aus beiden Parteien , zusammen. Auf Antrag des Schriftführers Josef Ellenbogen wurde dem Wahlpräses einstimmig Dank votiert für seine unparteiischej Geschäftsführung. Am ש״ק hielt der hier zur Hochzeit seiner Schwester zu Gaste weilende Herr Oberrabbiner Ignaz Tig ermann aus Tiszalik eine ללשה• Sowohl das' חליפות als auch das מנימת zeichnete sich durch Gediegenheit aus und fand den Beifall aller Zuhörer. Ein סעודה שלישית zu Ehren der Gäste vereinigte aber die ganze Gemeinde, bevor der Alltag mit seinen Mühen und Nöten von den Menschen wieder Besitz ergriff. S. B. Schomre Thora-Verein in Trnava. Ende Dezember vorigen Jahres hielt der hiesige Schomre Thora-Verein seine 25. Generalversammlung unter reger Beteiligung der Mitglieder ab. Nach Verlesung des Jahresberichtes hielt Herr Bela Beck einen innigen und warmen Nachruf den' im vergangenen Jahr verschiedenen Gründern, Rabbiner Awrohom Mair Klein ע ״ ה und Rabbiner Samuel Schick!ע ״ ל > die Jahrzehnte hindurch als Vortragende des Vereines Grosses geleistet haben, und ermahnte die Anwesenden, den Intentionen dieser beiden Grossen auch' weiterhin zu folgen. Sowohl auf dem Gebiete des Limud Hathora als auch auf dem der Geselligkeit hatte der. Verein grosse Fortschritte zu verzeichnen. Dies beweist) auch die stets steigende Zahl seiner Mitglieder. Die diversen Schiurim wie קש״ע חומש גמלא finden unter der Leitung des bewährten Vortragenden Herrn S. Glück grossen Anklang. Dem יי• ת ו ל.ה ודל ך א לץ PHnzipe folgend, erstreckt sich die Betätigung des Vereines auf . viele humanitäre Gebiete. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes schritt man zur Wahl. Die Herren Armin Weisz sen., Bela Beck, Jakob Ehrlich, Samuel Spitzer, Armin Weisz jun. und. vier Ausschussmit* glieder wurden wiedergewählt. — Am ersten Chanuka* abend fand im Verein ein überaus gemütliches Festbankett statt. Unter den Anwesenden war es uns insbe* sondere gegönnt, auch Se. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner S. D. U n g e r שי׳ח und viele angesehene Baale Batim zu begrüssen. Einen sichtlich .grossen Eindruck machte die schöne תולה ומוסל *Ansprache, in der uns Se. Ehr* Würden den Gedanken und tieferen Sinn von Jisochor und Sewutin erläuterte und uns ermahnte, die Träger qnd Verkünder dieser Ideen stets zu sein. Nachher sprach, Her! Josef Fürst Worte der Begeisterung, worauf Herr Jakob Ehrlich den Erschienenen im Namen des Vereines den Dank aussprach. Nach Mitternacht erst gelangte man zur Versteigerung des Beuschens, die (schech. K 600 ergab. Auf diese Weise hatte der Vereiu einen grossen moralischen und finanziellen Erfplg zu ver* zeichnen.