Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 3 (16.1.1925)
- Date
- 1925-01-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion «. Administration: Wien, 1L,Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4594*4־!. T8cl1echo*Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Pur Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige‘Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich: Postsparka88enamtW:en, Konto . Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto ' Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt ־Prag, Konto Nr, 53.386; für Jugoslawien! Postsp.-Amt Agram,Ko, N. . 40.217; f.Rumänien: Banca Marmarosch Blanc & Co für Florenz 8: Co, Bukarest; für die Schweiz: Postscheckk. Luzern VII. 1470. Mv, 3 Wien-Bratislava, 16. JSnner 1925 ,ב״ה רענה־פרעססבורג כ־ טבת תים״ה 11. Jahrg. Chronik der Woche. .. . An der in Bialystok abgehaltenen Rabbinerkonfe־ renz, die sich mit der Frage der Hilfeleistung für die notleidenden litauischen Jeschiwoth befasste, nahm aüch der Chofez^Chaim teil. Seitens der gesamten jitdisehen Bevölkerung wurden dem greisen Führer stürmische Ovationen bereitet. Auch die Stadtverwaltung ehrte den hohen Gast durch Beistellung einer Ehrenwache. — Laut Mitteilung des Warschauer Rabbinats sind im •Jahre 1924' 36 Personen zum Judentum wieder zurückgekehrt. Aussen dem sind 11. Personen zum Judentum übergetreten. —! fm Monate November sind 1900 Juden in Erez JisroeÜ eingewandert. Ausserdem wurde im Berichtsmonat das; liand von 3251 Touristen besucht. Im Dezember wanderten! 1825 Juden ein. — Am 15. Jänner findet in Kowno der Prozess gegen das dortige Oberrabbinaf statt, weil dieses in der Frage des Zwärigssonntagsriihegesetzes ein Proteste Meeting veranstaltet hatte. — Ein jüdischer Soldat, der; vom Kownoer Militärgericht zum Tode verurteilt worden war, wurdc über Intervention einer jüdischen Delegation unter Führung des Oberrabbiners Schapiro vom Präsi־ deuten : der litauischen Republik zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. ־— ,Anlässlich der Uebersendüng des Stiches ״jüdische Flieger im Weltkriege״ seitens des Bundes jüdischer Frontsoldaten an den Reichswehrminister Dr! pessler äusserte sich dieser in einem warm gehaltenen׳. Dankschreiben, er sei überzeugt, dass das ׳Buch •sfemenl ZWeck erfüllt habe, dem deutschen Volke•״. zu zeigen, in welch herVbrragender/Wei^e;-zahlreteh^;:jtidische;.‘S01da?׳ , ,Ma im Weltkrieg, ihre vor dem־ Tode gemachtes ■Geständnis wurde kürzlith ein( im Februar l913 verübter Mord an dem ViehändlerBaruclf Bressburger aus Rexingen in Württemberg aufgedecktl Das Skelett wurde 1918 mit Tefillin:/ geborgen.' Die*;mit' Schuldige Gattin des Mörders wurde vom Schwurgericht *;eigesprochen. —Das Warschauer Rabbinat erlässt einen Aiifruf gegen die Selbstmordepidemie,; die in den letzten;'!Wochen unter •der jüdischen Bevölkerung in beunruhigen^ der Weise Platz gegriffen• hat. — Russische Juden in.Nev.1 York haben beschlossen, für das Krimprojekt 1 Million!Dollar aufzubringen. Üeberdies hat der. Joint für;;diesen Zweck 400.000 Dollar flüssig gemacht. — Für die Rabbi jizehok Elchanan-Jeschiwoh in New York wird, ein: grosses Gebäude errichtet, wofür :anlässlich eines1 Banketts ־;■ emo Million Dollar gespendet Wurde. '״ ' י V; 4 ״ Die letzten Tage des Kesaw Sofers ' s. A. ziim Jahrestage19 Tebeth; Aus S. Betteihelm, ״Ziijräck zur Bibel". Wer ermisst heute mehr den grossen ״Massenso)tCTz, ־den Grad der öffentlichen Trauer, als‘ sich damals im Winter 1871 die Schreckenskunde vpö Mund zu Mund durch die ganze Prebfeurger Judeiisjihdt und von - da über die. Grenzen tändes fortpflanzte: Der״ Rabbi ist plötzlich erkrankt ... schwer erkrankt... tödeskrank! V Sb ’ kräftig unä; gross auch die majestätische Figur dieses wahren Fürsten der Thora gewesen ist, war es: dennoch von jeher sehr schlecht mit seiner Gesundheit bestellt. Dabei war sein Physikum noch durch das beispiellos emsige Studium der härtesten Belastungsprobe unterworfen. Schon viele Jahre vorher musste er den Wiener Professor Oppolzer konsultieren, wobei sich folgender Dialog!ergab: ״Wie lange schlafen Sie eigentlich täglich?“ ״Drei Stunden, Herr Professor.“ * ״Drei Stunden! Das können Sie nicht aushalten. Sie werden einmal plötzlich unifallen! Schonen Sie doch Ihr Lehen!“ < J Die Gemeiiidegesetzgelning in Palästina. Die palästinensische Judenheit hat nach Lage der Dinge zwei Aufgabenkreise zu bewältigen, denjenigen, der aus der religiösen Welt entspringt, und denjenigen,, der politischen Bedürfnissen entspricht. Für den ersteren bedürfte cs einer Gesetzgebung nicht, sondern man könnte die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse und die gegenseitige Hilfe zur Bestreitung der Kosten dieser .Bedürfnisse getrost wie bisher dem Zusammenschluss auf Basis der Freiwilligkeit überlassen. Ebenso Haben sich in den konnöxen Gebieten der Erziehung־ schon bisher diejenigen: Gemeinschaften zusammengefunden, welche in bezug auf die Erziehung ihrer Kinder gleiche Wege bei gleieben Zielen anstreben. Soweit der Staat ein Interesse an der Erziehung der; jüdischen Kinder hat, könnte er die Bildung derartiger Erziehungsgeiheinschäften an gewisse Bedingungen knüpfen und sich versichert halten, dass bei Erfüllung dieser Bedingungen keine Kollisiolr mit dem Staatsinteresse entstehen wird. Würde die Gesetzgebung; diese Grundlage der Freiwilligkeit bei diesen Punkten zu erschüttern versuchen, so würde •er in. eine* •Lage •־ kommen," die fceinem modernen Staat ״erwünsbht ist:, in ־die nämlich, zwangsmässigen Einfluss auf: die Bildung der' Weltaflschauung nehmen zu müssen; Da heutzutage‘ Palästina dasjenige Gebiet ist, auf welchem die>?uhver- *söhnlichsteiv^J^geniäizjyrij^^^ tiefsten klaffen, ‘ vom Atheismus״;anr :bis zum absolu-; teri Gilaubenan die VerBälinsipiratibh und aii die uneingeschränkte Verbindlichkeit Her■ Tradition, so musste der Gesetzgeber unter den oben erwähnten Voraussetzungen einen; dieser: Standpunkte als1 Norm nehmen und dadurch; den schlimmsten ürtd zähesfen aller Kämpfe entfachen:: den Kampf um die Religion; um die Ueberzeugüng. Für religiöse Belange also ist eine Gesetzgebung• nicht. nur 1nicht notwendig, sondern sogar dnmöglichr ' ז •י * ’ ) ' ׳ ׳ Die zweite Frage, die politische, liegt verwickelter. Wenn dieMandatarmacht die jüdischen Einwohner lediglich vom nationalen Standpunkt auffasst und eine kömmünale!Gesetzgebung' im allgemeinen nach? ,,Was gewinne ich, wenn׳ ich länger schlafe?1So lange ich schlafe, lebe, ich ja auch üicht.“ ' Die traurige Voraussage bestätigte sich. Eines Morgens, als der Rabbi inmitten seiner Andacht in seiner Wöhnurt'g daS Mörgehgebet verrichtete,■ wähiWd deVSchitiono Essrfe; sank' er plötzlich vohnniäcI1tig in den hinter ihm stehenden Armstuhl. Bald war der Gemeindearzt Dr. Stern zur Stelle.‘ Auch wurde Prof. Duchek telegraphisch berufen. Abends fand ein Konzilium statt. Später trat Dr: Gotthardt an das Lager des bewusstlosen Rabbi.1 " ״Erkennen Sie mi^^ Oberrabbiner?“ ״Wer sind Sie?“ ״Ich bin Dr. Gotthardt.“ . ״G-tt hat ל viel in seiner Macht,“ flüsterte der Rabbi. Dieses Wortspiel erzählte sich gleich herum, und ward als ermutigendes Zeichen י wiederkehrender Geistesfrische angenommen. . : , ־ ־ In allen Synagogen ׳wurde das Thiiimgebet angeordnet, das Tag und Nacht ohne Unterbrechung bis zu dem Tode des Rabbi verrichtet wurde. Telegramme aus allen Gemeinden Ungarns und; zahlreiche‘telegraphische Erkundigungen aüs dem i weiten Auslände; die erwidert werden mussten, gaben nationalen Gesichtspunkten differenziert,, wenn mit anderen Worten die in einem Kommunalbezirke wohnenden Juden nicht bloss eilte Kongregation, sondern eine Community (politische Gemeinde) bilden, so ist für diese Gebilde eine Gesetzgebung notwendig, freilieh am besten als Ausschnitt aus einer allgemeinen Gesetzgebung. Handelt es sich dagegen bloss um eine Vertretung der jüdischen Gemeinschaften gegenüber der Regierung, das heisst will die Regierung bei; der rein nationalen Auffassung diese Integrierung irri Staatswesen zum Ausdruck bringen, so würde die im Mandat vorgesehene Jewish Agency genügen, unter; der Voraussetzung^ dass die Jewish Agency ein Organ der gesamten palästinensischen Judenheit wird. Dass diese Note in jeder einzelnen Kumniune sich aiiswirken muss, ist keine ab'sdlute Notwendigkeit auch in Palästina nicht. .; ■ lV• So weit: die allgemeinen Gesichtspunkte. Es soll aber nicht geleugnet werden, dass für die Zionistische Organisation die Gemeindegesetzgebung in; materieller und ideeller Hinsicht zur Notwendigkeit geworden ist;5 Es dürfte auf die Dauer nicht ängehen, dass die Aufrechtefhaltung der Institutionen in Palästina auf die: Gutwilligkeit ausländischer Geber und Spender: angewiesen ist; Es ist schön sehr viel, wenn־ Inan: diese Kräfte für die Finanzierung des Äufbaus'gbwiMif Aund;;so TnüssteKdenn die-Zionkstische: prgamsatiömau|>v : Mittel uricFWege sihnön, wie ,sie'die• hiiF wächsendet» Äiifbau wachsenden': Bedürfnisse für Beamten;‘׳;undJ Einrichtungen aus eigenen Mitteln in Paläsdtia aufzu^ bringen• und so ihren Etat zu decken in der Uage, warö. So erklärt ׳ es sieh, dass in ’ dem Entwurf das Moment der Zwangssteuer am schärfsten; betont fst und dass diesem Momente zuliebe alle Halbheiten sich ergeben, die eine untenfolgende. Kritik naclizuweisen berufen ist, dass ferner die .politische Lage es der englischen. Regierung nicht möglich'macht, der, Balfour-Deklaration und dem Mandat diejenige politisehe Auswirkung zu geben, welche’ die Zionisten als greifbar nahe der Welt därgestellt 'hätten/־ So et-■ streben sie von Organisation wegen wengiste ns die ■BW■——m- ■ mir 'ein״ hartes ׳ Stück1’Arböit; Ebenso der Empfang und die Aufschlusserteilung an die von alten Rieh-■ tungen herbeigeeilten Gäste. , ' Es traf der berühmte Rabbi Hillel Lichtenstein s. A. ein. Er verrichtete am Lager des grossen Kranken mit tiefster Andacht ein Gebet und; ordnete einige Zeremonien an. Er reiste darauf nach 0iidapest ab. •־•■־■•־ .. . Dann erschien die ehrfurchtsgebietende Gestalt ׳des Pressburger ׳Rabibinatassesors Rabbi Nato Wölf s'. A., der in' seiner ernsten; ruhigen' Weise vor dem, Bette betete.. '! Der Gemeindevorsteher Raphael Philipp. Bettel-. heim erschöpfte sich in rastlosen, keine Plage ־ und Opfer scheuenden Bemühungen, das' kostbare Leben | zu erhalten. Nebst den Söhnen wachten Rabbi Wolf Schwarz und Moriz Bettelheim die ganze Zeit I1inr־ durch die volle Nacht bei dem Schwerkranken. ’! , Es kam ein trauriger Sabbat. Die Strasse war stets voll mit Menschen, welche sich das letzte Bulletin mitteilten; Es herrschte eine ganz abnormale Kälte, im Zimmer fror das Wässer , in der Flasche. Der Zustand verschlimmerte' sich' unaufhaltsam. Man telegraphierte nach Professor Moriz Benedikt. Er kam Samstag nachts, känii!sah Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens ÖRÖSSTE internationale KUNSTWERKSTATTS? und BILLIGSTE EINKAUFSQUEH.E für ' PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMAR SCHIFF, WIEN, l.f KKRNtNERRING Nr. ß sfETElEPHO»£^ . 1.. "■ """^■,*"'“aufiuäwchen E Liefert aelt mehr als anderthalb JehrzehrteBden vernehniaten orthodoxen Damen aller Länder Perücken Speziafist ln? ז Brautscheiteln. 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