Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 2 (9.1.1925)
- Date
- 1925-01-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DE$ ORTHODOXEN JUDENTUMS. hedaktion u. Administration! Wien, 1L,Leopolds* gasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-494־!. Tachecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich K 120.000, Tschecho-Slowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. K 3000, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen ffir Oesterreich! PostsparkassenaintWie», Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto ' Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto < Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, ׳ Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. . 40.217; f.Ramäaien : Banal Marmarosch Blanc & Co für Florenz & Co, Bukarest; für die Schweiz: Postscheckk. Luzern VII. 1470. Nr. 2 Wien-Bratislava, 9. ianner 1925 ,ב*ה ויענה־פרעססבורג י־ג טבת תיפיה II. Jah1*$. f Chronik der Woche. Der soeben erschienene (Jahresbericht des königlichen Münzamtes in England bringt unter anderem auch die .Abbildung des Staatestempels für Palästina. Die Abbildung! zeigt eine orientalische Stadt auf einem Hügel mit der| Aufschrift: ״Regierung von Palästina“, in englischer, hebräischer und arabischer (Sprache. — Unter den Arabern Jerusalems macht sich jetzt laut ״Meraat el Sherk“ eine' starke Bewegung geltend, die darauf hinzielt, von der palästinensischen Regierung die .Wiedererrichtung der seinerzeit von den Arabern abgelehnten gesetzgebenden Körperschaft zu verlangen. — Die polnische Regierung hat soeben das Dekret über die Revidierung •der Kon- Zessionen für den Handel mit Monopolartikeln, wie Spiri־ tuosen, Tabak usw., veröffentlicht. Das Dekret besagt, dass die Regierung im Verlauf von zwei Jahren, vomj 1. Jänner 1925 an gerechnet, den bisherigen ■Inhabern' der Handelskonzessionen dieselben entziehen und Invaliden» ehemaligen Offizieren und Beamten übergeben wird. Die Veröffentlichung dieses Dekretes hat unter der jüdischen Bevölkerung ungeheure Erregung hervorgerufen. — Am' 21. Dezember hielt der ״Board of Deputies“ (Deputierten־■ rat der. englischen Juden) eine ausserordentliche Sitzung ab, um die Verfassung des Rates einer Revision zu unter״ ziehen. Es wurde beschlossen, in das Statut eine Klausel des :Inhaltes aufzunehmen, ,dass der ״Board“ clic grössten' Anstrengungen machen wird, um die Regierung bei der Ausübung des britischen Mandats in Palästina zu unter־ 5.- •‘ :>.׳stützen, und er würde, wenn es angeht, sich zu diesem '«*,,‘■״^״Zwecke. -mit- .einer.־; anderen 7 >jüdiscl1en.*^Körpe1schäft^0:delH;;y jüdischen Körperschaften verbinden. -> Aus dem Städt״ ehen Oalman in Litauen wird mitgeteilt, dass die Korn״ mission zur Verteilung von Ackerland alle jüdischen Gesuche, abgelehnt hat. Auch der jüdischen Schule wurde der;beanspruchte Boden verweigert. — Aus einigen Pro״ vinzstädten Litauens sind in der letzten Zeit Nachrichten■ eingelaufen, die besagen, dass von gewisser Seite yer״ suche unternommen .werden, die Rituälmordlegende zur Entfachung antisemitischer Tumulte auszunützen, was aber nicht gelungen ist, da jedesmal die ausgestreuten. Legenden iiber verschwundene Ghristenkinder sich als unwahr erwiesen. — Eine Kamm- und!Haarschmuqkfabrik in Deutschland, deren Inhaber jüdische;! Glaubens ist, hatte ihren -Betrieb am jüdischen Neujahrsfest und Versöhnungsfest geschlossen und für diese beiden Tage keinen Lohn gezahlt. Durch Klage beim Gewerbegericht forderten die Arbeiter ihren Lohn. Der Firmeninhaber bestritt seine Zahhmgspflicht mit der Begründung, die ,erwähnten jiidisehen Feiertage seien zwar keine gesetzlichen Feiertage, aber es sei ortsüblich, dass jüdische Geschäftsinhaber an diesen Tagen schliessen. Das Gericht kam einstimmig1 zu dem Urteil, dass der Beklagte die von ihm geforderte Arbeitszeit zu bezahlen habe, daitdie Arbeiter es abjgeilehnt haben, auf . ihre Kosten zu feiern. -־ Der Magistrat! in Warschau hat 50.000 Zloty als .erste JRate für ,die :Errichtung eines städtischen Findelhauses für ausgesetzte Jüdische Kinder bewilligt. In dem Erziehungswes«! ,des Findelhauses werden, die religiösen jüdischen , Fächer einen grossen Raum einnehmen. Dem Haus werden Werkstätten abgeschlossen. — Anfangs! Dezember wandte sich das Berliner Emigrationsdirektorium an die Gesellschaff für Hilfe an jüdische . Einwanderer in Kanada mit dem Vor* schlag, die Gesellschaft möge sich darum bemühen, dass!die 2000 Visa, die der Ica entzogen .worden sind,, nunmehr;für die in den europäischen Häfen gestrandeten Emi- ..grauten verwendet ,werden soll«!. Die kanadische Gesell- Schaft antwortete; in einem •längeren Schreiben,;..dass . die• ,mit Hilfe der Ica bereits in Kanada eingewanderten;3000 Juden noch .nicht alle versorgt sind. Trotzdem werde sich die Gesellschaft bestreben, auch den . gestrandeten .,Emigranten zu helfen.In den letzten Tagen sind viele! jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine iit Bessarabien ein•! getroffen. Sie erzählten, tsie seien durch den Hunger zur Flucht getrieben worden. Der ökonomische Terror sei unbeschreiblich. Es sei in nächster Zeit mit einem neuert Strom Flüchtlinge aus der Ukraine zu rechnen. — Die! Bestattung des in der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember verstorbenen Rabbiners von Moskau, Jakob Mase, fand am Sonntag den 21. Dezember unter ungeheurer Beteilr gung der Moskauer Judenheit statt. Mehr als 15.000 Men־< sehen waren vor dem Trauerhäuse versammelt und immer neue Teilnehmergruppen schlossen sich dem Trauerzuge an. Unter der jüdischen Bevölkerung ist der Schmerz! über den Verlust des verehrten geistigen Führers sehr gross. Der Verstorbene war im Jahre 1860 in einem Städb chen des Gouvernements Mohilew geboren worden. Inf Jahre 1886 beendete er seine Studien an der jurldischeiii Fakultät der Moskauer Universität. Er schrieb schon da״ mals in einem klassischen Hebräisch Artikel für die erste hebräische Tageszeitung ״Hameliz“. Nach der historischen Judenauswanderung aus Moskau im Jahre 1893 wurde Mase Rabbiner jener jüdischen Gemeinschaft, die in der Kfönungsstadt des Zaren bleiben durfte. Heimstätten der Lehre und der Arbeit. Die PaJästijia.’zentrale׳ der Ajgudas Jisroel tritt mit einem Ideell und WirtsdiaMdi Mar .igekeimzeitihneten Siedtagsplaii an diegenügen geseteestreuen Juden heran, die auch die Mizwath Jischuw Erez Jiisroel den iflir gebührenden Ratz ein räumen : wolle 11. Es 'keimt i11 dieser Heims׳tättemdje.e ehi Wenk, das geeignet ist, den kulturellen u!i1־d sozialen Charakter des Jischiirw von Grund auf zu verändern. ■Heute, ..und nodli mehr vor einem Jahre, schied sich die jüdische Gesellschaft Palästinas in •zwei kulturell wie sozial voMkommen entgegengesetzt gesinnte׳ Gruppen: .in den alte 11 und in den neuen Jisdhuw. ° O e r a 1;t e J i s c ih tu w•"■■■ strenggläuhiige Juden, ׳weltlichen Erwerb hatten. Sie ׳ldbten von •den Gaben, die das religiöse Pflichtgefühl der Juden ihneh ans allen .vier Enden der Welt Zuströmen Hess. Der Hauptberuf des alten JiischiKw war es, für das Da^—sein von Juden, von lernenden Juden in Erez JisrOd zu ■sorgen. Sie hatten nur zu existieren; nicht mehr wurde von ihnen verlangt, aber auch nicht weniger. Es gab audi strenggläubige Juden ,1in den! alten Kolonien, in Rdschon-le-Zion ׳und Petach-Tikwah, die gerne sich ׳als ־Gutsbesitzer versuchten, aber mit der Erlösung des jüdischen ׳Landes keinen tieferen Zusammenhang verspürten; nicht sie; bebauten den Acker, auf dem selbst König Saul einmal den Pflug bediente, sie dessen ihre arabischen (Knechte arbeiten... Der neue j!ischww: '• Juden,' die mit der überlieferten Lehre keine Gemeinschaft haben, deren J^ebehsrichtung dem Denken der riichtjüdisaheii Welt zugewändt \var; die sich ein’ Leben zimmerten, das die Erfahrungen und den Kulturbesitz einer ziweatausendjährfgen jüdischen Geschichte grundsätzlich •ignorierte. Wäre nur die Befrehmg des Bodens von seiner U1nfracht5rö1ike& und ׳die Ueberwindung der Resignation im Volk ihr Bestreben" gewesen, keim gesetzestreuer Jude, dem die Mizwath Jischuw Erez Jdsroel •heilig ist, hätte ihrer Arbeit Anerkennung und Unterstützung versagt. Aber sie wollten nicht nur Erez Jisroel ־besied'eln, sondern betonten immer und immer wieder, dass sie ein neues Erez Jisroel schüfen, das mit . dem alten, historischen Erefz Jisroel nur eine geographische ,־Gemeinsamkeit haben sollte. So kam es, , dass die Tradition in Jeraschalajim und die Arbeit im Emek;Isreel residierte. Dass diese beiden ״Lebensquehen auseinanderflossen, statt in einem Bette ״vereinigt das Äsche Land und die jüdischen Menschen als... tnajim chafam zu befrachten. Und mm kommt die Heimstättenidee und ruft die gesetzestreuen Schichten zur , p r o d u kt i ve׳n' Arbeit in Erez Jferoei auf. Aber zu einer .Arbeit, die sich nicht damit begnügt, npt der Hilfe ,ה unfruchtbare Lantd^trecken in gesegnete Getreidefelder und Gärten zu verwandeln. Auch das Land soll wieder seine Schmittoh und so Gott will auch seinen Jowel empfangen. Juden sollen ins Emek Isreel ziehen und den Boden bestellen; aber wenn der Tag .׳um :ist nukl־sie ■von der!harten Feldarbeit ־:!heim- ׳kommen•, [werden sie ,unsere Sforim ׳aufschlagen imd den Dingen nachlernen, die unserem Leben Sinn und Bestand geben.• So wie es auch, die früheren Bahn- -,brecher des jüditschen Geistes taten, von׳׳deneii' sö mancher ein baal m’fochoh ׳.war, was nämlidi Herr der Arbeit heisst: sie beherrschten die Arbeit, weil sie die Thaurah über die Arbeit stellte 11׳, rweil sie die Aiibeit zum'Diener der Tbawrah machten, allerd'ings ,zu einem Diener, über dessen Unentbehrlichkeit .rnain nicht diskutierte . .'.; : Agudas Jisroel ׳will Hehnstätte 11 schaffen für jüdische ■!Familien, die Ihr Leben mit der Heiligkeit des!Landes vereinigen wollen.• ' Die Heil,igike i t des Landes verlangt nach Juden, die sich!im Innersten der Verantwortung ihres Tuns bewusst sind. Der Jude, der in Erez Jisroel arbeitet, muss sich als Sahehadh!zibbur betrachten. Jede, auch die unscheinbarste Handlung, die er verrichtet, •kann ein Gebet oder aber ein Irrtum sein. Der Scheliach zibbur aber darf' sich nicht irren. Deswegen werden wir Jeschiwaus im Herzen'des Emek, in der Mitte der gesetzestreuen Siedlungen errichten1, ■damit der arbeitende Julde ׳sich für ,sein schweres Tagewerk .dort innerliche Sicherheit und .,Kraft er-!wirbt, wo allem Juden aller Generationen sie emp- .fangen Waben, in .unserer Thauroli. . D.ie Vereinigung .mit dein! L׳ande, die gleichfalls, eine von ,!ד anbefohlene Pflicht ist, verlangt: die Arbeit •jüdischer Menschen. Der Siediungsplaw der Heimstätten hat die Mitarbeit der ganzen Fanfilie ׳zur Voraussetzung; wer auf ■den Gewinn aus ' jüdischer oder gaT nichtjüdischer Lohhaibeit spekuHerf, yv'ird hier nicht auf 'seäiie .Re^i^ng^kbimimen. '' Denn die yerwalnfloste Erde Erez Jisröels verfängt ׳ nach der Inraiiglkleät׳unld Liebe* der Arbeit judiscKe r Menschen. Einige hunderte ChassLdfm arbeiten1 bereits mit ihrem Rebbe im Emek. Sie halben! die Heiligkeit der Feldarbeit im . Lande erfahren, sie erlebten ■jedesmal die Segnungen, die ה׳ uns yerheissen hat, wenn sie ein!deines Samenkorn der Erde anvertrauteii und zur Erntezeit der Bodem der heilige Boden von Erez Jisroel ein Vielfältiges ihnen zurüdkgab . .. . Jeder Jude, der in Erez Jisroel lebt, sollte ein Scheliach!zibbur ®ein. Wo muss der neue ScheBach zibbur seine Brochoh beginnen, wenn sein Vorgänger gefehlt hat? Mitchilas habrodtiöh, sdhetoofo ibojk beim Anfang der Brochoh׳,!wo jener geirrt hat. Darum werden die Siedlungen der geseözestreueni Juden Heimstätten der Lehre und der ׳Arbeit sein müssen. Die JVLehrzajhl der heute im Emek Arbeiten- Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE:Internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE «Jr PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN des OTHMflR SCHIFF, WIEN, 1״ MlÄRKIKiRRING Nr. 6 aufzusuchen! 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