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Jüdische Presse · 1924-11-14 · 46 (14.11.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
46 (14.11.1924)
Date
1924-11-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 306 jnmmmmm Nr. 46 sehen industriellen derholt. und landwirtschaftlichen Arbeiter w4e- Vorbereitunsen zur Abreise der Rabbinendeiegetion aus Amerika. New York. GA. ■J. P. B.) Die grosse Rabbdnerdelegation soll nun endgültig ׳im Laufe dieses ‘Monats die Rück• reise antreten. Es werden umfassende Vorbereitungen ge• troffen, um die Abfahrt •ebenso eindrucksvoll und herzlich zu gestalten, »wie die Ankunft. Fast ein ganzes Jahr haben die Rabbiner aufopferungsvoll für die Schaffung eines Thorafonds gearbeitet. Die grossen amerikanischen Zeitungen urteilen günstig über den Erfolg der Rabbinerddegation. Wenn auch die Höhe der «ingegangenen Summen erheblich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, so kann man keineswegs von einem Misserfolg sprechen. Vor allem wurde das Central Relief Committee gerettet, das als einziges von den grossen Rettungskomitees deT amerikanisehen Judenhei-t am!Leben gelblieben ist. Es ist ferner zu rechnen, dass ein Grossteil der gezeichneten Beträge noch einlaufen wird, für alle Fälle ist das Cential Re’ief Commitee, in seinem Bestand soweit gesichert, dass noch künftige Delegationen die Erfolge der diesjährigen Arbeit ernten werden. Di« Schichtung der jüdischen Bevölkerung in Argentinien. Frankfurt a. M. (A. J. P. B.) Wie das Nachrichtenblatt der Agudas Jisroel-Jugendorganisation berichtet, weilte Herr Perez Mosbacher einige Zeit in Argentinien. Ueber seine Eindrücke erstattete derselbe dem Geschäftsführenden Ausschuss der Agudas Jisroel einen ausführlichen Bericht,!in dem es u. a. heisst: ״Die grosse jüdische Bevölkerung in Buenos Aires selbst, welche aus etwa IOOjOOO Familien besteht, dürfte politisch gesprochen sich etwa wie folgt zusammensetzen: Zionisten 50 Prozent, Poale Zdanisten (Rechte) 20 Prozent, Poale Zaonisten (Linke) 10 Prozen׳t, Kommunisten 10 Prozent, Bundisten 7 Prozent, Halbreligiöse Bevölkerung 2,5 Prozent, Agudisten 0,5 Prozent. Es tu׳t selbst im Herzen weil, Ihnen kein erfreuliches BÜld von den Verhältnissen geben zu können, aber ich hake es für richtig, ungeschminkt und objektiv Ihnen meine Eindrücke wiederzugeben. Wohl tat es mir, dass in diesen Verhältnissen eine Anzahl Leute Mut finden, eine Agudas Jisroel-Gruppe überhaupt aufrecht zu halten. Die Gruppe besteht aus etwa 90 Mitgliedern, zusammengesetzt aus allen Nationen der Welt, und ich möchte dieselbe <ntK den Makkabäern vergleichen, dem Wunsche Ausdruck geben, dass wie jene kleine Anzahl von •Menschen um das Ideal der Thora kämpfte, so auch diese Gruppe mit G-ttes Hilfe letzten Endes zu einem schönen erfolgreichen Ziele für die Judenheit hervorgelren möge. Die Herren haben!mich alle mit der grössten Wärme empfangen und veranstalteten einen speziellen Abend anlässlich meiner Anwesenheit, bei welcher Gelegenheit /ich versuchte, den!Herren ein kleines Bild zu entwerfen von dem Begriffe des Judentums aus meiner Heimat, insbesondere des ״Talmud Thora im Dereeh Erez“. — Ich regte insbesondere ■die (Einrichtung ׳einer Speisestätte — von Restauration noch gar nicht zu reden — an, denn •in der ■grössten Stadt Buenos Aires .w*f es mir in den •ganzen vier ■Wochen meines Aufenthaltes nicht anöglieh, gegen Bezahlung ein koscheres Essen zu bekommen. DI« neue Goldsendungen des Central Relief Comtteat nach Europa. New York. (A.J.P.B.) Wie das Central Relief Committee mitteilt, hat man an die notleidenden Thora• lehranstalten neuerlich 35.000 Dollar abgeschkkt. Mit dieser Summe erhöht sich die Unterstützung der Thora lehranstalten seit der Anwesenheit der grossen Rabbiner* delegation in Amerika auf 6Ö.0QQ Dollar. Ueber die Agudas in Erez Jisroel, Jerusalem. (A. J. P. B.) Die Festwoche wurde von der Agudaleitung in Jerusalem zur Veranstaltung von einigen Versammlungen benützt. Am 2. Chaul Hamoed Tage hat die Leitung der Orts* und Jugendgruppe eine gutbesuchte Versammlung abgehalten, in welcher über die Lage der neueingetroffenen Aulim beraten wurde Viele von ihnen haben bereits Boden für sich erworben, um sich in Erez Jisroel niederzulassen, andere harren noch der Unterbringung. Rabbi Mosche Blau referierte über die Krakauer Zentralratstagung und stellt mit Be friedigung fest, dass der Kontakt zwischen Agudas Jisroel und Erez Jisroel fester geworden ist. Ein wichtiger Bera tungsgegenstand war die Stellungnahme zur Gründung einer orthodoxen Arbeiterorganisation Poale Agudas Jisroel. Es wurde ferner der Versammlung ein Bericht über die Er ziehungsan6talten, die im engeren Zusammenhang mit Agudas Jisroel arbeiten, erstattet. An den Beratungen hat auch Herr Kupewnitzki aus Wilna, der sich in Erez Jisroel niederlassen will, teilgenommen. Gefährdung des Gememdefriedens in Tiberias, Tiberias. (A. J. P. B.) Da in Tiberias seit geraumer Zeit Versuche unternommen wurden, ein Obercabbinat zu schaffen, sehen die Führer der Orthodoxie mit Besorgnis der Zukunft entgegen. Einstweilen ist die Person und die uneingeschränkte Autorität von Rabbi Moses Kliers die einzige Gewähr für Hintanhaltung dieser Bestrebungen. Rabbi Moses Kliers will das Oberrabbinat nicht ak2ep tieren, da er prinzipiell mit der Schaffung einer solchen Körperschaft nicht einverstanden ist. Der Agudaboden in Erez Jisroel Jerusalem. (A.J.P.B.) Der iteugekaufte Boden der Aguda in Emek Israel stellt sich jiach genauer Prüfung aller in Betracht kommenden Momente noch günstiger, als man es früher angenommen hat. Selbst von gegnerischer Seite wird Agudas Jisroel zu diesem guten Griff beglückwünscht. Das Gesetz betreffs religiöser Stiftungen in Erez Jisroel verlautbart. Jerusalem. (A. J. P. B.) •Bekanntlich hat die unahhängige Orthodoxie einen schweren Kampf geführt, um die Möglichkeit zu haben, religiöse Wotolfahrtsstiffcuagen vor einem unparteiischen Forum bestätigen zu lassen. Weder wollten sie diese Angelegenheit vor ein mohammedanisches Forum tragen, noch kennten sie sich •mit dem Plan •etnverstanden erklären, dass diese Stiftungen dom neuaeschaffenen Oberrabbmate, zu dem ti« kein Vertrauen haben, überantwortet werde. Die palästinensische Regierung hat den Wünschen der unabhängigen Orthodoxie Rechnung getragen, und ein bürgerliches Forum für diese Angelegenheit bestimmt; die gesetzliche Verlautbarung •liess auf sich warteil, bis am 1. d. M. die Verlautbarung erfolgt •ist. tmmerhiii bezieht sich das Gesetz nur auf die Zukunft. Das Schicksal der bisherigen Stiftungen ist noch nicht entschieden. GriindimgsVersammlung der agudlstlscbea Arbeiter- Organisation Poale Agudas Jisroel Jerusalem. (A. J. P. B.) Am zweiten Tag des Chaul Hamoed vollzog sich die Gründung der Arbeiterorganisatton Poale Agudas Jisroel. Die Gründungsversaimmhmg war von orthodoxen Arbeitern stark besucht. Im Namen des provisorischen Komitees hat Herr Naitalie Uwser die Versammlung eröffnet und von den vorbereitenden Arbeiten Bericht erstattet, Nachdem verschiedene Redner die Notwendigkeit der Existenz einer orthodoxen Arbeiter- Organisation festgestellt haben, wurde die Gründung voJlzogen, ln die Leitung wurden Herr I. M. Luria, Ehmelech Grundmann, Naftaßc Owser, Jakob •Buttennann und Nathan Sahberg gewählt. Mit einer warmen Schlussrede von Herrn Liwser endete die Versammlung. Sir Herbert Samuel über die Beendigung seiner Amts• tätigkeit. — Audi Sir Gilbert Clayton geht. Jerusalem LJ• T. A.) Sir Herbert Samuel der britische Oberkommissär für Palästina, kümRgte in seiner am 14. Oktober stattgefundenen ersten formellen Unterredung oät den Presservertretenn •in Palästina an, dass seine Amtszeit im Juni 1925 beendet sein wird. •Die Frage, wer sein Nachfolger seffi wird» ist — so sagte er — von der Regferung noch röcht in Erwägung gezogen worden. Sir Herbert Samuel kündigte ferner an, dass der Unterstaats- Sekretär Sir Gilbert Clayton im kommenden Frühjahr seinen Posten verlässt. essenz, die Forderung unseres Michah nach Gerechtigkeit, Liebe und bescheidenem Wandel mit Gott, zugleich auch der höchste Ausdruck für die absolute Ethik unserer 613 Gebote und Verbote ist. ־ ן L. Moses. 03® I Bücher [0^0 0a atfoeues Buck, Eine junge Dame meiner Bekanntschaft erzählte neulich von einer Freundin, die mit Innern gewissen Ovadio in Bulgarien verlobt «ei. Ais später in der Gesellschaft die Frage aufgeworfen wurde, was für ein Name das wäre, meinte Fräulein M.: ״Das ist wahrscheinlich ein;bulgarischer Namet“ — —! Dieses Beispie! zeigt gleich vielen anderen Vorkaawanissen des täglichen Lebens die erschreckende Tat- «acht, dass wsser Volk, wenigstens in den Orosstädten des Westens, sein* Propheten nkbt einmal dem Namen nach kennt. Es ist daher auch kein JVundcr, dass auch der Geist dieser Propheten dem Volke fremd ist und es noeh langer Volkserziehung bedürfen wird, bfe nach des Pro• pheten Ovadia׳ Verheissung di« Retter auf den Berg Zion ziehen können, um über Esau Gericht zu halten. Es ist aber auch weiter ganz natürlich, dass noch immer ״die Reichen voll sind von Gewalttat und der Sohn den Vater verachtet, die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter auftritt“ und so manchen Mannes Feinde seine eigenen Hausgenossen sind — ganz wie es ein anderer Prophet, Michah, in seinen gewaltigen Reden seiner und unserer Zeit vorhält Und da kommt nun die von dem jungen Kieler Rabbiner Dr. A. Pasner verfasste und eingehend kommen• tierte Uebersetzung des Buches Michah*) gerade recht, da sie mit ihrer hebräischen Text- und Vokabularbeilage dem Selbststudium sowohl als auch dem Unterricht am höheren Mittelschulklasscn ermöglicht, in das Wesen!dieses für die Eigenart der jüdischen Prophetie so charakteristisehen Buches Michah einzudringen. Der Kommentar ist äusserst sorgfältig gearbeitet and bietet auch dem Nicht• fachmann viel Interessantes durch seine Hinweise auf Anklänge und Parallelen im übrigen Schrifttum. Ich hätte bloss gewünscht, dass dem Büchlein auch die älteren Kom*• mentare beigegeben worden wären, und halte diese wertvolle Arbeit Posnere im übrigen für ein Muster künftiger Einzelbearbettungen der Prophetenbücher, die bei ent■ sprechender Verbreitung endlich einer wirklichen Kennt• nis der Propheten bei den deutschsprechenden Juden die Wege ebnen könnten. Unstreitig eines der ältesten Bücher der Weltliteratur, liegt nun dieses Buch des Propheten Michail in neuem Oe• wände frisch und wirksam wie vor Jahrtausenden vor. Und wenn nun diese schöne Arbeit Posnere in möglichst viele jüdische Häuser Eingang finden und dadurch beitragen wird, die Kenntnis der Propheten und ihrer ge• wattigen, heiligen Sprache wieder zum Gemeingut in utiserem Volke zu machen, dann ent können wir auf allgemeinere Verbreitung ihrer Ideen hoffen, deren Quint• *) Das Buch des Propheten Michah. Text, Ueber- Setzung und Erklärung nebst aus führ liehen Beilagen vori Rabbiner Dr. A. Posnef, J, KaufhnwM-Verlag, Frankfurt am Main, 1924. Tchechoslowakei. Tschechoslowakei. Infolge des Eisenbahnstreiks entfällt in dieser Nummer der tschechoslowakische Teil. VerbasKteatreschussitzung der Agudajugendorganisatiouen in der Slowakei. Bratislava. (A. J. P. B.) Die am 17. F.lul in Trentin TepHce stattgefundene Verbandssitzuug der Agudas Jisroel- Jugendorganisation hat folgende Beschlüsse gefasst: 1. Die voTgelegten Statuten des Lvb. wurden einstimmig angenommen (mit einigen formellen Aenderungen) und wurde der Vorstand angehalten, diese nach Zirkulierung bei den Jugendgruppen beim Ministerium! ■der Slowakei zwecks Genehmigung einzureichen. 2. Der Verbandsausschuss begrüsst die Anschlussbestrebungen der Russingskoer agudistisch gesinnten Jugend und erwartet mit Sehnsucht die Zeit, da unsere Gaonim in Russinsko die Aufbauarbeit der Aguda unterstützen werden. Bis dahin bittet der Verbandsausschuss die aigudistisch gesinnte Jugend in Russinsko, sich in orthodoxen unabhängigen Vereinen zu organisieren und alle Vorarbeiten zur!Errnöglichung des baldigen Anschlusses zu treffen. 3. Der Verbandsaussdvuss beschliesst, den von jedem Jehudi laut Beschluss der Kenessio Gedauloh jährlich einzuhebenden Kojfer Nefesch im ganzen Lande im Monat Marcheschwan einzukassieren u׳nd sind die Gruppen und Vertrauensleute aufzufordern, die nötigen Vorarbeiten •rechtzeitig fertigzustellen, damit jedem die Möglichkeit geboten sei, die Kojfer NefeschnAbgabe m leisten. Der Verbandsvorstand wird angehalten, einheitlici, J Sammelblocks unfertigen zu lassen. 4. Bezüglich Verwendung der vorhandenen Erez Jisroel- Gelder wird der Verbandsvorstand angewiesen, diese nach Genehmigung der Landesorganisation in kürzester Zeit (vor dom Delegiertentag), entweder zum Bau eines Hauses •in Jerusalem (Durchzugsheim) oder Ankauf von Boden zu verwenden. 5. Bezüglich Keren Hathora wurde beschlossen, 10 Prozent der Gesamteinnahmen der Weltzentrale zur Verfügung zu stellen. Ausser den ständigen Beiträgen sind zeitweise grössere Sammlungen (auch ■Ln der Provinz) für Keren Hathora durchzufiihren. Bei dieser Gelegenheit betont der Verbandsausschuss •die besondere Wichtigkeit dessen, dass die Slowakei an der ersten grosszügigen Leistung der A. J. der Luibliner Weltjeschäwoh sich mit •einem einmaligen grösseren Beitrag, und zwar mit einem Zimmer, das ungefähr tschech. (K 20.000 kostet, •beteiligt. Mit Bedauern nimmt der •Ausschuss aus dem Berichte des Vor- Standes zur •Kenntnis, dass die Landesorgianisation der Gruppen, als auch der Konnex der Gruppen zum L. V. B. sehr mangelhaft ist, und verfügt •daher, dass a) die •Mitgliederzahl •der Gruppen auf das Doppelte erhöht werden muss, •b) Die Gruppen sind verpflichtet, sämtliche Briefe, Zirkulare usw. des L. V. B. umgehend (binnen acht Tagen) zu erledigen, c) Die Mi'tgliedsibeiträge und sonstige dem L. V. B. abzutührenden •Beträge pro Quartal ohne Abzug samt Kassaausweis und •Bericht einzusenden, •d) Die Verkaufsarttkel •des Landesverbandes sind eifrig zu forcieren und!mindestens •tschech. K 100 ■monatlich per Gruppe abzusetzen, f) Das Nachrichtenblatt ist zu placieren und auch Artikel und Berichte einzusenden. Als Endtermin •der Durchführung dieser Beschlüsse ist der 15. Kislew 5685 bestimmt worden und •haben die Jugendgruppen diesen Termin genauest erazuhalten. •Die im Monat Kislew Tewes stattzulindende Delegiertenversammlung wird dann die Berichte anhören und die Möglichkeit der weiteren Arbeit prüfen. Konferenz agudistischer Führer in Bratislava. Bratislava. (A. J. P. B.) Sonntag den 9. November — 12. Marcheschwan — fand auf Veranlassung von Oberrabbiner Schreiber in Bratislava eine Beratung bedeutender Agudaführer statt, die sich mit der Intensivierung der Agudaarbeit in der Slowakei •beschäftigte. An der Beratung nahm seitens der Zentrale Ra!bb. Dr. Pinchas Kohn teil. Den neuesten Wunderscheitel tiägt jede vornehme orthodoxe Dame. 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