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Jüdische Presse · 1924-11-28 · 48 (28.11.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
48 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V.h.k ottoe'5■» ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion a. Administration! ■v icn, 1t.,Leopoldsgassc 86, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 4>t-ö4 Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Fir Artikel Sonntag, für Nachricht« Won tag. Abonnementspreise > Qanzjährig. Für Oesterreich K 80.000, Deutschland Ooldmark 8, Polen Zloty 8, Tschecho-Slowakei Kd. 70. Schweiz Frcs. 10, Amerika Dollars, Italien Lire 86, England Shilling 7, Rumänien Lei 800״ Jugoslawien Dinar 100, Ungarn K 1000<>0. Einzelnummer öst. K 8.000. Zabiuogcn.far Oesterreich: Post8parfca88ena»(Wien, Koeto Rr. 13.458; für Polen: Postsparkassen amt Werschau, Konto Nr. 190.44$; für Ungarn! Postsparkassenaml Budapest, Konto Nr. 50 170: Wr Tscheche-Slowakei: Postsparkassen!»! Pna, Konto Nr 53386: für Jugoslawien■ Poctsp..Amt Agram,K0.N. 40.217: f. Rumänien: Banca Marmaroech Blanc * Co für rloreiu •Co, Bukarest; für die Schweiz t Poatscheckk. Lnaern V1L147*. mp, 48 j 28. November 1*s4 ,rrc*׳r ב־ה רענר־פיעמנרנ א• כסלו IO. JahpQp. Ein objektives Wort zur Palästinafrage. An anderer Stelle ■diese* Blattes bringen wir den Wortlaut des Berichtes der Mandatskommission. Derselbe gibt, wie auch zionistische Blätter •zugestehen, eklen klaren Ueberblidk über die Schwierigketten, denen die Ausführung der Mandatspflicht speziell in Palästina begegnet. Vom völkerrechtlichen Standpunkt aus bedeutet die neue Schöpfung des Mandatsibegriffes, dass die Mandatarmacht die Aufgäbe bat, die Einwohnerschaft des Mandatslandes so m erziehen und zu solcher ׳poetischer Reife zu fördem, dass man ihr je nach Erfolg dieser Erziehung «ach kurzer oder längerer Uebergangsfrist die Selbstverwaltung des ׳Landes übergeben könne. Es mog sein, dass politische Rücksichten der Mandatarmacht weltpolitische oder weltwirtschaftliche Erwägungen ■diesen Grundgedanken des Mandatsbegriffes verdunkelt haben, wohl auch heute noch bisweilen m verdunkeln ׳bestrebt sind. Tatsächlich besteht er zurecht und im Bericht der Mandatskamraission ist er sehr deutlich zwischen den Zeilen zn lesen. Daraus auch stammt die besondere Schwierigkeit in bezug auf Palästina. Dort gilt es idebt nur die Einwohnerschaft derartig zu leiten, dass sie befähigt ist, eine nacli modernen Staatsbegriffen aufgebaute Gemeinschaft zu bilden, sondern es gik vielmehr diesem Staatsgebiete eins neue Einwohnerschafo euzuführen, die im Sinne der Spezialbestkrnnung des Paiästänama/ndiates zumindest zur Selbstverwaltung mitberufen sein soll. Aus dieser Spezialbestimmung -? Errichtung einer nationalen Heimstätte — geht nun hervor, das diese Teilnahme an der Verwaltung und Regierung nach etwaigem Ablauf des Mandates nicht, ׳wie es sonst üblich, nach des Grundsätzen der Majorität zu erfolgen hat, sondern stets ohne Rücksicht auf das Zahlenverhältais zwischen Arabern und Juden hn Ausfluss der Erffftttiing dieser Spezialbesthmming Platz zu greifen bat. Es ist klar, dass die Mandatsmacht auch in der Uebergangszeit darauf Rücksicht zu nehmen habe und solche Zustände schaffen ■will, welche dieser | Eigenart Rechnung tragen. Vielleicht unbewusst ist diese theoretische Grundlage der Untergrund all der Beschwerden, welche in dem seitens der Araber der Mandatskommission übergebenen Memorandum zum Ausdruck kommen. Wenn die Mandatskommission in ihrem Bericht von einer KoHision der Interessen spricht, so sind jedenfalls die auf theoretischer Grundlage aufgebaufen, oben geschilderten tiefgründlichen Unterschiede gemeint. Um im modernen politischen Jargon zu sprechen, handelt es sich darum, wenigstens nacli der gegenwärtigen Lage, ein Territorium zu einer Art Nationalstaat einer Minderheit zu gestalten. Dafür gäbe es schon Beispiele in der Weltgeschichte und es ׳wäre theoretisch möglich, wenn die kultureilen und wirtschaftlichen Differenzen zwischen Minorität und Majorität diese Forderung berechtigt erscheinen lassen. Wir glauben aber nicht fehlzugehen, ־wenn wir' ajmehmen, dass weder die englische Regierung noch die zionistische Organisation diese Konstruktion ernstlich wollen. Die käder, leider mit merkwürdigem Aufgebot von Unklarheit und Unkkigheit in die Welt gesetzte Phrase: ״Palästina ׳muss so jüdisch werden, wie England englisch ist“, i$t schon längst verklungen, das Unheil jedoch, das sie angerichtet hatte, ist sehr schwer gutzumachen; aus dieser Erkenntnis und aus dieser Enttäuschung heraus ist es zu begreifen, wenn die zionistische Organisation jetzt darnach ringt, wenigstens die jüdische Bevölkerung Palästinas unter ihre Z־wangshcrrrcliaft zu bringen, wenn ferner die englische Regierung der Organisation. der sie das Land oder wenigstens ein minderheitsnationales Gebilde in diesem Lande nicht geben kann, wenigstens die kulturelle Vorherrschaft über die Glaubensgenossen zuzuweisen bestrebt ist ׳Das ist die geschichtliche und ׳politische Entstehüngs- Ursache des Gesetzentwurfes des Waad Leumi und weder die Freunde noch die Gegner d^s Gesetzentwurfes sollten diese Vorausetzung jemals aus dem Auge variieren. Denn auch die Freunde dieses Gesetzentwurfes scheinen der eigenen Organisation und dem Mandat einen schlechten Dienst zu leisten, Wenn David Vellin rn einen Interview mit ernem Vertreter des .,Hador“ sich dahin ausspriebt, dass der Waad Leumi im Sinne des neuen Gesetzentwurfes •die anerkannte Vertretung der palästinensischen Judenheit bilden soll, so ist eigentlich die Aui gäbe, welche das Mandat der Jewish Agency .zuweist, überflüssig geworden, denn •dann wäre konseqixnrterwefec der Waad Leumi diejenige Stelle, welche die ׳Regierung in Verwaltungsfragen zu beraten hätte. Der Waad Leumi wäre also die Vertretung des m Palästina wohnenden Teiles der Jmienheit. Man erinnert sich wohl, dass in der Zeit der ersten Diskussion um die Jewish Agency ein Teil der palästinensischen Juden• heit tatsächlich •die Forderung aufstellte, dass die Jewish Agency von palästinensischen Juden zu ftesetzen sei. Es scheint, dass diese Anschauung so umgebogen wurde, dass nunmehr die palästinensische Judenbeit in der Spitze des Waad Leumi <tie von ihr erstrebte Stellung erreichen will. Es bliebe also nur der eine ׳Gedanke noch übrig, den wir in •diesen Blättern schon einmal geäussert haben, dass die Jewish Agency gewissennassen die Gesandtschaft der an Palästina mtcresskTten ausserpalästinensisehen Judenheit zu bilden habe. Von den politischen Bedenken, die einer solchen Konstruktion mnewohnen. wollen wir heute nacht sprechen, aber nur darauf soll bingewiesen werden, dass es 71$ Gefüge der Diplomatie etwas Unerhörtes •wäre, Wenn die Gesandtschaft irgend einer Macht in .die inneren Verhältnisse des Staates, bei dem sie akkreditiert isL sich ehnraschen wollte. Würde also der Waad Leumi sein Ziel erreichen, so könnte ununöglidh eine Jewish Agency im Sinne des Mandats errichtet werden. Die englische Regierung würde bei genaoer Prüfung dieses Verhältnisses selbst »ehr bald zu der Erkenntnis gelangen müssen, dass zwei derartige Vertretungen innenpolitisch nebeneinander keinen Raum haben, ln dem Bestreben, einerseits alle religiösen Belange drakonisch zu meistern, in dem heissen Wunsche andererseits, dfic Freiheit der religiösen Uebung zu wahren, ist der oben ausgefv>hrte Gedankengang bisher zu wenig beachtet Urlaubstage im Burgenlaad. Von L. Moses. (ForUetzuncJ V. Lackenbacb. Mit sichtlicher Anstrengung schleppt die Lokonothre den vollbesetzten Zug die stark ansteigende Bahn hinan. Wir kommen aus der Ebene wieder zurück in die. Ausläufer des steirisch-mederösterreichisehen Grenzgebirges, und die Fahrt geht so langsam vonstatten, dass man fast mit •dem Zuge um die Wette laufen könnte.Lachendes Land, du, mit deinen ILblidiea Weinhängen und den bunt farbenprächtigen Mohnfeldem, warum kann ich nicht jenes andere sonmixe Land sehen, dort, hn Südosten j :nseits des Meeres, .nach dem •mich die Sehnsucht zieht, seit ich denken gelernt habe? Warum sind jene Bauern dort in den Feldern nicht meine Brüder, und warum muss Ich, wenn ich jüdisches Leben finden will, armselige Gässchen und Friedhöfe auf suchen?... Lackenbäoh! Gleich beim Betreten des Ortes empfängt mich das Wahrzeichen des Fruw, •und ich bin schon mitten unter den Juden. Fast alle Gassen dieses Ortes sind Judengassen und ich glaube, in einem der kleinen Städteben Nordostgaliziens zu sein, in denen ebenfalls die Juden das Zentrum des Ortes bewohnen, während die christlichen Bauernhäuser die Peripherie ׳bilden. Wenn ich an Mattersdorf und auch an Eisenstadt •mit der greifbaren Enge ihrer Judengassen denke, möchte ich Lackenbach das Rechaivoth unter den Schewa Kehilk>th nennen. Und dann wäre etwa, um im •Bilde zu bleiben, Eisenstadt das Jerusalem, Mattersdorf das Zabueh, Zelem das Safed und Kobersdorf das Tiberias des Burgenland:s. Geradezu befreiend wirkt der Anblick der breiten Gassen und Plätze Laokenbachs, und in dieses Bild von Behäbigkeit und ruhigen Besitzes passt auch vollkommen die würdige und sehenswerte Synagoge. Sie ist, •in unseren Gegenden wohl ein Unikum, mit schönen Wand- und Deckengemälden, die biblische Landschaften, den Leuchter und sonstige Geräte des Tempels darstellen, verziert, denen noch die passenden Verse aus der Bibel hmzugefügt sind, und diese Landschaften gleichen nicht etwa den sattsam bekannten geschmacklosen Misraohbdklern, -die oft die primitivsten Gesetze der Perspektive ausseracht lassen, sondern verraten wirkliche Künstlerhand. Die Synagoge ist zwar erst im Jahre 1859 renoviert worden, aber schon jetzt wäre es notwendig, ihrer künstlerischen Ausstattung rechtzeitig die gebthrende Aufmerksamkeit zu schenken, da die Gemälde schadhaft zu werden beginnen. Solche Bilder und auch die ganze übrige Einrichtung der Synagoge, die Zeugnis ablegt von dem •hohen kulturellen Niveau der Gemeindebeauftragten in den Zeiten äusserer Bedrückung, sind nicht nur sehenswert, sondern müsse» auch bei vernünftiger Anknüpfung Eltern und Lehrern eines der vielen Mittel an die Hand geben, das Gemüt jedes Kindes in der Gemeinde nachhaltig und fürs ganze Leben im Sinne des positiven Judentums zu beeinflussen. Doch bevor ich weiter über die lebenden, und kommenden Geschlechter in der Lackenbacber Judengemeinde spreche,י will ich noch den auf dem weiten בית חיים versammelt Gewesenen einen Besuch abstatten. Auch auf dem Lackenbacher ביו/ חיים finden sich kaum Maszewoth, die, soweit sie überhaupt ohrte technische Hilfsmittel zu entziffern sind, ein höheres Alter als 200 bis 250 Jahre aufweisen. Die älteren Grabsteine in allen diesen Gemeinden sind entweder ganz in die Erde gesunken, so dass sie erst ausgegraben werden müssten, oder überhaupt schon im XVII. Jahrhundert während verscltiedentHcber durch feindliche Einfälle oder Ausweisungen verursachter vorübergehender Abwesenheit der jfidlsehen Bevölkerung verschleppt, zertrümmert und zu ׳Bauten verwendet worden. Trotzdem findet sich aber auch hier viel Interessantes, so z. B. das Grab des Rabbi Benjamin, eines Sohnes des Maharam Asch, der in Lackenbach nach 23jähnger Wirksamkeit als Rabbiner im Jahre 1770 starb, und des R. Salman Lipschitz, der als Raw Medina bezeichne♦ Bevor Sie eine PerUcke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE interrational* KUNSTWERKSTATTE und BILLIGSTE E NKAUFSQUELLE för PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN 1־• - OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KXRNTNERRING Nr. 6 NiifxusucliNnI Liefert *eitmehre *anderthalb üchr;er»1<f(0tn »ornehnsteeorttodoxen tarn»na lar Linder Perücken SpezialatIn Breutschaitein. Dia har» teltong alner Jaraa *intern•* Fericke »ne gf su» C *RAMiERi DALER EWELLTEM natURHÄ*R, lndfviduell cant Gesteht* angepasst. EN GF OS. Grete«* Lager u •eichhaltlgete Auswahl lnP*rOek*n medernste•* Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie dl* kostenlose Zustncurg mein s w» u *»*cM-witon Kataiogesl |T Oni vor Irr•f0hrunf su sclilltson, bl««• den Voritainoii OTHMAR und dl• Adr••*• g*a1M su baacMen!

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