Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1924-10-10 · 41-42 (10.10.1924) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
41-42 (10.10.1924)
Date
1924-10-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630051-2630090--1603-2633383
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 41/42 JÜDISCHE PRESSE Seite Ml Seidenstoffe ׳Samte, Jaekenfuttar in Preis, Auswahl und Qualität unarralcht im Seidenbaus Komorner Wlsn, I., Flachentlaga 3 u. II.! Taborstraiee 14. An alle Agudisten Oesterreichs! Wir beginnen ein neues Arbeitsjahr, das laut Beschluss der im Elul stattgefundenen Krakauer Zentralratstagung in erster Reihe Jischuw Hooretz -gewidmet sein soll. Durch den Bodenerwerb in Etnek Jezreel ist jedem einzelnen sofort Gelegenheit gegeben, diesen für jeden Agudisten bindenden Beschluss in praktische, produktive Tat umzusetzen. Darum kaufe jeder Boden und melde sich überdies zur Werbetätigkeit im Agudabureau, II., Malzgasse 12a, wo alle Details zu erfahren sind. Erez Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel für Oesterreich. Wie wird man Grundbesitzer in Erez Jisroel? In den letzten zwei Jahren hatten die Agudisten mannigfache Gelegenheit, die Mizwoh Jischuw Erez Jisroel zu verwirklichen. Seit der ersten Reise der unter de!; Führung des Gerer Rebben gestandenen Agudadelegation nach Palästina begann der Bodenkauf im heiligen Lande allmonatlich grössere Formen anzunehmen. Es wurden bereits die verschiedensten Latifundien durch einzelne Agudisten, durch Gesellschaften und durch Gruppen sowohl in Städten als auch im Flachland angekauft. Häuser wurden gebaut und Industrie- und Geschäftsunternehmungen ins Leben gerufen. Es ist für die kurze Spanne Zeit ein recht bedeutendes Stück Arbeit geleistet worden, und man kann aus diesen Anfängen mit grosser Zuversicht in die Zukunft schauen. Wenn die Intensität der Kolonisationsarbeit mit gleicher Proportion wächst, so wird Erez Jisroel in früher als zehn Jahren durch orthodoxe Siedlungen neu erblühen. Das Pressbureau der Agudas Jisroel verbreitete ver׳;- gangene Woche die Nachricht, dass in Emek Jisroel 4000 Dunam Boden erworben wurden, die den Interessenten zu 2,5 Pfund Sterling per Dunam zum Verkaufe angeboten werden. Der Boden ist bereits entsteint, also zur sofortigen Bebauung geeignet, und zwar sowohl für Getreideals auch Gemüsebau. Wasser ist reichlich vorhanden. Das Gebiet ist umringt von jüdischen Siedlungert und liegt etwa zwei Kilometer von der Bahn entfernt. Dieses Angebot ist im Verhältnis zu allen bisherigen Bodenkäufen als besonders billig und zweckentsprechend zu bezeichnen und es bedarf keiner ökonomischen Fachkenntnisse, um die voraussichtliche Wertsteigerung kalkulieren zu können. Bekanntlich ist die Ertragsfähigkeit des bereits urbar gemachten palästinensischen Bodens weit grösser als etwa die Bodenverhältnisse in den als gesund zu bezeichnenden Gebieten Oberösterreichs. Doch stellt sich der Preis eines gleich grossen Grundstückes auf ein •Vielfaches dieser Summe. Hiezu kommt noch der Umstand, dass der palästinensische Boden mit Gottes Hilfe in hoffentlich nicht allzu langer Zeit in festen jüdischen Händen sein wird, was naturgemäss den Kaufwert im Lande selbst wesentlich erhöhen wird. Unsere heiligen Sforim schreiben viel über die Bedeutung der Mizwath Jischuw Erez Jisroel. Nach Talmud Pessachim, Blatt 8, kann nur der Jude aule-regel sein, der Bodenbesitz in Erez Jisroel hat. Nach dem Midrasch ist diese Mizwah allen Mizwoth der Thora gleich hoch zu stellen. So ergibt sich für den Orthodoxen die wunderbare Gelegenheit, eine grosse Mizwah mit einem glänzenden ökonomischen Geschäftsabschluss zu vereinen. Er kann sich nach Massgabe seiner Verhältnisse Grundstücke kaufen, die, je nach Wahl, von ihm selbst oder im Wege gemein wirtschaftlichen Betriebes durch die Agudas Jisroel bebaut werden. Er kann gleichzeitig dort selbst Häuser erbauen, die sowohl für Wirtschaftsgebäude als auch für Wohnzwecke von hervorragender Wichtigkeit sind. Die Aguda-Landesorganisation in Oesterreich hat die Pflicht, im Interesse ihrer Mitglieder dafür Sorge zu tragen, dass die von den in Oesterreich lebenden Juden gekauften Grundstücke in einem geschlossenen Gebiet liegen. Dies ist aus verwaltungstechnischen Gründen von besonderer Wichtigkeit. Doch hat die österreichische Agudä auch das Bestreben, gegenüber anderen Landesorganisatfonen nicht zurückzustehen. Sie hat daher durch eine Sonderausgabe der ״Jüdischen Presse“ die jüdische Oeffentlichkeit zum Bodenkauf aufgefordert. Sie hat ihr Bureau angewiesen, die Durchführung der Kauforders zu übernehmen. Wie wir erfahren, sind bereits eine!Reihe grösserer Aufträge eingelaufen. St. FERTIGE HERREN- KNABEN- KINDERKLEIDER Massabteilung bis zu den feinsten englischen Stoffen. Feinste, eleganteste Ausführung / Neueste Modejoumale liegen auf / Auf Vermeidung von שעטנין wird streng geachtet / Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll J. STERN, II., GLOCKENG. 25. Tel. 46,9.13 NACHBltefltt ■ Energischer Schritt des SchHfschulrabbinafes gegen den Wucherhandel mit Ritualien. Der Handel mit jüdischen Ritualien, wenn auch in kaufmännisch anständigen Formen, ist einer der unsympathischen Auswüchse des Volkslebens, Wenn nun dieser Handel in einer Weise betrieben wird, der gegen jede Regel verstösst, so muss er bei allen Juden das tiefste Bedauern und deren Abscheu hervorrufen. Das ehrwürdige Rabbinat der Adas Jisroel hat sich entschlossen, einen1 energischen Kampf gegen diese schmählichen Auswüchse aufzunehmen und veröffentlicht nachstehende Warnung. Wir begrüssen diesen notwendigen Schritt, und sind überzeugt, dass er die besten Erfolge haben wird. Warnung. Die von den Esrogimhändlern geforderten, gegen דת ודין verstossenden Preise, veranlassen uns, gestützt auf diesbezügliche ש ו " ע-Vorschriften, alle יראי השם השלמים הי״ו auf das nachdrücklichste כתוקף איפר גמור vom Ankäufe von אתרוגים, zu warnen. Ebenso meiden Sie אתרוגים פסולים wenn solche noch so billig sind, da deren Gebrauch eine mit כרכה לבטלה verbundene עבירה ist. Das Rabbinat der Adas Jisroel. * Eine neue Kundgebung des Rabbinates. Die Esrogimhändler haben, unserer Warnung folgeleistend, eine entsprechende Herabsetzung der Preise zugesagt. Wir hoffen, dass Sie es jedermann ermöglichen werden, die Mizwah von ד׳מינים zu erfüllen. In diesem Falle heben wir den אימור auf. Sollte unsere Voraussetzung nicht eintreffdn, so bleibt der alte איסור in seiner vollen Strenge aufrecht. Wien, den 9. Oktober 1924. Das Rabbinat der ״Adas Jisroel'*. Der internationale Kongress der Kinderwohlfahrt. Wien. (A. J. P. B.) Montag, den 6. Oktober, wurde hier der vierte internationale Kongress der Kinder- Wohlfahrt, der von der internationalen Genfer Vereinigung und dem österreichischen Komitee für Kinderhilfe veranstaltet wird, eröffnet. Die österreichische Regierung sowie Teilnehmer aus allen Ländern waren anwesend. Die jüdische Welthilfskonferenz entsandte eine Anzahl von Vertretern, unter welchen vom Agudas Jisroel die Herrien Prof. Dr. Max Eisler, Dr. L. Deutschiänder und Hefnrich Pappenheim am Kongress teilnehmen. Als einer der ersten Punkte der Tagesordnung jivurde die Debatte über die Genfer Deklaration eröffnet, die wir im fiachstehenden veröffentlichen: * Die Genfer Erklärung. Männer und Frauen aller Nationen bestätigen in der vorliegenden Erklärung der Kinderrechte, der sogenannten ״Genfer Erklärung“, ihre Pflichten; sie sind sich be1־ wusst, dass die Menschheit dem Kinde ohne Unterschied* der Stammes- und Staatszugehörigkeit und des Religionsbekenntnisses ihr Bestes schuldet: 1. Jedes Kind hat Anspruch auf normale körperliehe und geistige Entwicklung. 2. Das hungrige Kind muss gespeist, das kranke gepflegt werden; das geistig zurückgebliebene Kind ist nach Möglichkeit zu fördern; das verwahrloste Kind muss auf den richtigen Weg gebracht werden; die Waisen und die verlassenen Kinder sollen aufgenommen und versorgt werden. 3. In Zeiten der Not hat zuerst das Kind An- Spruch auf Hilfe. 4. Das Kind muss befähigt werden, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, muss aber zugleich gegen jegliche Ausbeutung geschützt werden. 5. Das Kind muss zu tätiger Menschenhilfe erzogen werden. Diese Erklärung wurde vom Generalrat der Internationalen Vereinigung für Kinderhilfe in seiner Tagung vom 23. Februar 1923 angenommen und vom Exekutiv- Die nächste Nummer der ״Jüdischen Presse" erscheint Freitag den 26. Tlschri — 24. Oktober. Wo erhält man den wirklica naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz Baila, ist es nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelangen Scheitel berzustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Baila wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damm werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Baila, Wien, IV., Gusshausstrasse 26 Telephon 58-9-18 NEUERÖFFNET! Bit gröa. ln äaiall. Bnitn oberschlealacha Salonkohlen- und Holzhandlnng Billigste Tagespreise. §0* Garantiert ehrliches Gewicht! W■ Jedes Quantum wird ins Haus zugestellt. Reellste Bedienung. Wir bitten die Juden Wiens, ihren Bedarf an Brennmaterial aueb m ihrem eigenen Interesse LeHmTzu'cfecEenr11״"* Bestellungen können auch schriftlich oder telephonisch erfolgen. Jakob Isak Horowltz A David Halberslam Wien, II., Leopotdsgaise 22. Telephon 45-6-21■ —1^— .■-■111-1- וו.!»■!! ■ויו■ ■I—a—— komitee in der Sitzung vom 17. Mai ,1923 endgültigf beschlossen. Am 8. Oktober d. J. werden sich bei der Inter1nationalen Tagung der Kinderhilfe in Wien Männer uiid Frauen zu dieser Erklärung bekennen. Der Czortkower Rebbe von Banditen überfallen. Lemberg. (J. T. A.) Der berühmte Czortkower Rebbe Israel Friedmann, der seit Beginn des Krieges in Wien wohnt, traf vor einigen Wochen in Czortkow ein, um dort die Feiertage zu verbringen. An einem der letzten Abende drangen drei maskierte Banditen in die Vf^ohnung des Rabbi ein, und zwangen ihn unter Drohungen, seine ganze Barschaft herauszugeben. Nach Erhalt des Geldes verschwanden die Banditen, unerkannt. Der Rabbi ist vor Aufregung erkrankt. In Chassidimkreisen hat dieser Vorfall grosse Erregung hervorgerufen. Der Ueberfall auf den Czortkower Rebben. Wien. (A. J. P. ׳B.) Die von ׳der Jüdischen Telegraphen-Agentur verbreitete Nachricht von einem Ueberüall auf den Czortkower Rebben, ist, wie wir von der!Familie des Grossrabbiners erfahren, vollständig aus der Luft gegriffen. Grossrabbiner Friedmann erfreut sich der besten Gesundheit. Vom Rabbinerseminar. Das Kuratorium des Rabbinerseminars zu Berlin hat Herrn Dr. J. Weinberg (zurzeit Berlin) einen: Lehrauftrag für Talmud und talmudische Literatur für das Wintersemester erteilt. Ein religiöser Fasttag wegen drückender Steuern. ׳Warschau. (J. T. A.) Die jüdischen Kaufleute und Handwerker der Stadt Krasnystaw in der Provinz Lublin, haben eine Versammlung äbgehalten, in der gegen die unerträglichen Steuerlasten, die insbesondere dem jüdischen Element seitens des Steuerinspektors des Krasnystawer Distriktes auferlegt wurden, protestiert worden ist Die Versammlung beschloss, den Rabbiner zu ersuchen, einen Fasttag als Protest gegen die unerträglichen Steuerlasten anzuordnen. Es wurde ferner eine Delegation nach Warschau entsendet, die bei der Regierung Vorstellungen gegen die Aktion der lokalen Steuei^ehörden erbeben soll, da diese Steuerpolitik geeignet ist, den jüdischen Mittelstand in ganz kurzer Zeit dem Hungertode preis- 7110rphpn I * *4 Der Oberrabbiner von England an das Völkerbundkomitee für die Kalenderreform. London. (J.T.A.) Der Oberrabbiner von England, Dr. J. Hertz, hat an Herrn Inazo Nitobe, den General- Sekretär des Völkerbundkomitees für die Kalenderrefodpi, ein Schreiben gerichtet, das eine Mitteilung des Zentralrates der amerikanischen Rabbinerkonferenz enthält. In dem Schreiben heisst es: ״Das Zentralkomitee der amerikanischen Rabbinerkonferenz ist an der vorgeschlagenen Kalenderreform sehr interessiert und wijl seinen Pitotest mit dem der anderen jüdischen Organisationen vereinigen.“ Der Oberrabbiner weist in seinem Brief darauf hin, dass die Zentralkonferenz 266 Kongregationen reformierter und liberaler Juden in den Vereinigten Staaten vertritt. Der Oberrabbiner unterstreicht, dass die geistlichen Behörden der reformierten jüdischen Gemeinde in Amerika mit den geistlichen Behörden der drei Millionen erthodoxischer Juden Amerikas und übereinstimmend mit den letzteren in ihrem Memorandum über die Kalenderreform gemachten Vorschlägen absolut über*, einstimmen. Sowohl die Orthodoxie als auch . die Reformierten, sehen in jeder Aenderung der gegenwärtigen Wochendauer oder in der Einführung von sogenannten ״blanken Tagen“ eine ernste Gefahr für das jüdische religiöse Leben. Das orthodoxische Central Relief Comittee setzt seine Arbeit fort. — Zwölf Millionen Dollar in 10 Jahren aufgebracht. New York. (J. T. A.) Die Konferenz des orthodoxischen Central Relief Committee in New York ist soeben geschlossen worden. Es wohnten ihr mehrere hundert Delegierte aus allen Teilen Amerikas sowie die Rabbinerdelegation mit OberraJbbiner Kook, Rabbi Schapira und Rabbi Epstein an der Spitze, bei. Zum Präsidenten wurde der Redakteur der New Yorker Zeitung ״Jiddisches Togblatt“, Herr Bublik, gewählt. Aus der» von Rabbiner Teitelbaum erstatteten Rechenschaftsbericht; geht hervor, dass das Central Relief Committee in den Scheitel und Pagenköpfe 18 naturgekraustem Haar tambouriert, unkenntlich im Tragen ad unverwüstlich. Minimale Regie, kleine Preise. Bei Beifune auf die ״Jüdische Presse“ 5 Prozent Nachlass. Anna Weiner, Wien, II., Rotensterngasse 10/16.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.