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Jüdische Presse · 1924-09-19 · 38 (19.9.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
38 (19.9.1924)
Date
1924-09-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Pf1■ ..ff י?5יוי! Sdte 258 Nr. 38 TSCHECHOWS LG WAK EL Das Judentum and die christlichen Religionsgemeinschaften. In «hier Zelt, da ln der gesamten ׳gesitteten Menschheit — das Judentum inbegriffen — vornehmlich zwei Weltanschauungen, «die gl«atutb e«ns treue und •die un- K«lä׳ubige, miteinander um Geltung ringen, «gehört die Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Glaubensgemeftnsohaften zu den zartesten Fragen im Kreise der Menischlheätsprobieme. Nur wer sich än den feinsten Verästelungien der kulturellen Bestrebungen unserer Tage genau •auskennt, sollte diese Frage vor der Oeffentlichkeit berühren, und der auch •nur, wenn ׳hiezu •eine «zwängend c Veranlassung vorliegt. Mit plumper Hand und seichten ScMagwörterm darf da keineswegs eingegriffen werden. Der Marktplatz der Tages jo tirna'lisfik ist jedenfalls nicht der Ort, •wo die Differenzen der Kulturgeschichte ausgetnagen wenden können. Das Judentum, das Volk des Glaubens par excellence, äst an dem grossen Ringen der zwei Welten, •der ®weä ׳Geistesrichtungen, an erster Stelle interessiert. Wir kennen den Ausgang dieses Kampfes: *1 ״ . ומלאת האק דעח] אתDie Menschheit wird durchdrungen seän von Gotteserkenntnts.“ חשי״ת wirnd Sieger sein über den!Wahnwitz der G-ttesleugner.!W׳ir wissen «aber nicht,!welche Wege die Menschheit wird gehen müssen, bis säe an dieses Hochziel aller «Erkenntnis und alles Geistesstrebens gelangen wird. Wir verfolgen mit .gespanntem «Blick die W e f 1 e n 11 n •i e n dieses Weges; unsere Seele ׳klingt mit, wenn die Kurve sich nach oben richtet, •und sie ist* auf das «tiefste erschüttert, so oft eins sinkende Bewegung bemerkbar wird. Wir wissen aber auch, dass die grosse jüdische Wahrheit allein, «das Ziel allein, ׳das in der geofferibarten Thora der Menschheit gesteckt Ist, das Hell «der Menschheit!bedeutet. «Deshalb «achten!wir behutsam darauf, dass unser Volk von idem Wege der תורת ומלות «Seht afosebwenkt und «messen Fortschritt und Rückfall, Aufstieg und Niedergang der Menschheits'gescih'ichte an den Masstäben der Thorawahrheit. Wer unter uns das Wohl des jüdischen Volkes und «der gesamten Menschheit z aig 1׳ e 5 c h im ׳Auge!hat, «wird nicht «ermüden, allen Lebensäusserangen des jüwüschen Volkes und seiner einzelnen Glieder «die Riehtung zu weisen, die der «dokumentierte Wälle •unseres «Schöpfers vorgezedchnet hat. Rechthaberei mit den anderen Glaubensgemeinschaften war «zu keinem Zeitpunkte weniger angebracht als &n «unseren Tagen, da alle!Aufntenksamkeit «des Judentums auf!(he innere Befestigung und auf «die Abwehr •der dem glaübenstreuen Judentum von Innen drohenden Gefahren gerichtet sein müsste.!Nach dem Gesagten wird die jüdische «und «die «nichtjüKfisdhe (OeffentÜChkeät «die Auslassungen, «die ein slowiabischer Rabbiner vor einigen Tagen in einer Braöslavaer Tageszeitung;(im ״B. Z. am Albend“) gegen die katholische!Kirche im allgemeinen und «den Orden «der Jesuiten im «besonderen, veröffentlicht hat, durchaus nicht als •Sti«mmungsausdruck des Judentnms unseres Landes bewerten dürfen. Jener «deplaeierte und «bedauerliche Artikel Ist ausschBessifttih auf das Konto des einzelnen zu buchen, der •diese «Extratour“ «auf eigene Verantwortung unternommen bat. Der «Uelbertr i«t!t Hans Herz'ls zu •einer christlichen (nebenbei bemerkt protestantische«^ Kirche sollte «uns allen ׳allerdings zu denken geben und Ist ohne Zweifel einem jeden R abbiner — darin sind wir «mit dem Airtrkdschrelber einig — ״!eine grosse Warnung, «die ScfhutzweUe unserer Religion zu befestigen und das Herz unserer Künder durch •die LAelbe zu G-׳tt «und seiner heiligen Thora gegen Versuchung!zu!wappnen“. Diese Verirrung eines jungen Zionisten aber, «die «mit den Lehren des (von uns stets b e׳kämpften) thorafremden ,Nationalludenturns“ nicht ׳in Widerspruch steht, zu einem Ausfall gegen eine andere •ReUgäonsgemelnsChaft zum Vorwand zu nehmen, ist ein Missgriff, der von allen verantwortungsbewussten 'Juden vorbehaltlos verurteilt werden muss. Zum Kapitel ״Politik“. Oie •neueste Methode, zäamstische Banalitäten an den Mann zu bringen, Ist beä uns in der Slowakei das Interview. Der J3. Z. am Abend“ in Bratislava liefert in •einer seiner jüngsten Nummern ein solches ׳Interview ׳gleichzeitig mit zwei ZionfateniHihrern. Der «eine «wohnt ln BratisTava, der «andere in Presov. Beide sind Advokaten von Benuf und — wie gesagt — Zionistenführer. In Ltihaoovftoe waren sie beide, ür. Sipos •aus Bratislava und Dr. Ferbsteln aus Presov, ln eine Unterhaltung über das politische Geschick des Judentums än «der Tscheche- Slowakei ״vertieft“. Wie sollte da nicht auch ein Kor- «respondemt des JB. Z. am «Abend“ zur Hand sein, der die ״tiefen“ politischen Weisheiten der slowakischem Zionistenführer der staunenden Oeffeaithohkeit «offenbart? So kam (fieses historische Interview ״zu Dreien“!zustande. «Was die betten Herren tief «ersonnen haben, wird jeder Leser dieser Zeitung auf das genaueste wissen, ohne •auch nur eia Wort erlauscht zu haben. Worin steckt die ganze zfoofstf- «che thPolitik“ bei •uns? Im Schimpfen auf 111« orthodox« Zentralkanzlel! Diese Herren möchten unter allen Umständen in jtkfischen Dingen mifcrede®. Das ist an rieh kein Unrecht. Ba passierte auch in der ״vonzioaftstischen“ Aera von Mal zu ifai, dass Leute In die jüdische JPofitik“ hinetngepfuscht haben, die um die Ding« «des Judentums nicht viel mehr wussten und mit den wirklichen Interessen des Judentums wahrscliefaBch nicht *mehr gemein «hatten, als unsere Ztontetenführer. Weswegen soüfte gerade ׳unseren «riowaktechen Ztonfetenführem von heute das Recht in Abrede •gestellt werden, so zu tun als ob . . . Wenn sich In unserem Lande orthodoxe Juden ftnden, die von «einem politischen Vertreter des Judentums nicht mehr fordern, als was die von den irationaiftstdsoben Zfonteten präsentierten ״Führer“ zu bieten vermögen, so geschieht timen allerdings recht. Und wenn sich •morgen ein jeder Schiller eines Obergymnasfums weiser dünken wird als sein ״orthodoxer“ Vater, der nicht aulhören!will, sich in allen Fragen des privaten und btirgenüchen Lebens am Lichte «der Thora zu orientieren, so wird er dafür «einen sehr schönen, vornehmen und propagandistisch ungemein wirksamen Ausdruck haben: ״Oberschmock von Galanta.“ Er!wird dadurch dem Frieden viel besser dienen als die ״Friedensstörer der Zentralkanzleä“, denen der grosse Jude, der ,Führer“, der Wegweiser, der;glänzende Zentralstern der Presover ״Einheit“, Dr. Karl Ferbsteln, in seiner unbegrenzten Gnade eine Wirkungsstätte auf dem ■— Mars anzuweisen für angemessen hält. Die beiden Herren «in Luhacovice waren also diesmal «einem Fragesteller gegenüber sehr ״scharf“ gegen die orthodoxe Leitung u*1ä «haben ihr nur «zum tausendundelnten Male strengstens verboten, sich um andere Dinge zu kümmern, als i'׳r<?n die Herren Dr. Sipos und Dr. Ferbsteln huldvoll überlassen. Ob orthodox oder neolotg, ob Mann oder Weib, ob gesetzestreuer Jude oder Zionist, die Herren ״Nanationalisten“ werden einem jeden «den Platz, der ihm gebührt. Di«e politische Ver«tret!un׳g, «He jüdische Kultu!r, «das Schulwesen, die soziale Fürso«rge, Erez Jlsroe'l, die ״Eimhedtsfronit“, «die ״Volks- .g e m e i n d e“, d i e ״E r o b e. r 1u n g d «e r K u 11 u s g e m ei mden“ das ״Wahlrecht“, den ״Weltkongress“, die ״jüdische« Mi mderheitsrechte“ und auch den grossen M:un*d zur richtigen und unrichtigen Zeit nehmen Sie für sich und n «u r für sich in Anspruch. Denn sie — nämlich «die Herren Dr. Sipos, Dr. Ferbsteln urid Ihresgleichen — •wissen am besten, was den Juden frommt; s i •e «haben «bis zu ihrem wunderbaren Aufleuchten am «pofliifischen Horizont des J«udentums ein Leben reinsten Ju« dentums gelebt; sie halben «ihre Jugend auf den Jeschiwos verbracht, um aus den Urquellen des Judentums J<udentum zu schöpfen; säe haben sich tausenderlei Entsagongen im Leben auferlegt, um in sich eine •jüdische 6 e <el׳e zu schmieden, die einen jeden jüdischen Schmerz, eine «jede jüdische Not mibempfiMet; sie sind zu jüdischen Führern geboren und haben sich zu jüdischen Führern erzogen, sie, säe gan׳z allein und keineswegs «d breite Schichte des Judentums, die sich ein Judentum nun «einmal nicht anders zu denken vermag und niemals wird anders denken «können, als «unter «denn Banner der ewigen, reinen und heiligten Thora. Wenn nun aber gerade •die oben genannten Zionistenführer jetzt in Luhacovice ihren Scholar gegen die Orthodoxie ertönen «Hessen, so «wind •wohl eine indiskrete Frage 'hoffentlich nicht als Satansstörwng ■empfunden werden: Wenn die orthodoxe Leitung sich von der «politischen Betätigung absentieren soll, wde «die Herren verschreiben, weshalb hat Herr Dr. Karl Ferbsteln, Advokat und Zionistenführer in Presov, nicht diesem Grundsatz gehiildigt, als er, der N e 0 10׳ g e und Zionist, mit einer Empfehlung des Präses der orthodoxen Gemeinde in Presov ausgerüstet, eines Tages «im Bureau der orthodoxen Zentralkanzleä in Bratislava erschien u n «d u m Protektion und Unter- Stützung seiner geplanten «Kandidatur in Podkarpathsko-Russ flehte? Von Dr. Sipos, »Advokat «und Zionistenftihrer in Bratislava, wiederum ist bekannt, dass eT stets einen ver- «mdttetnden Standpunkt emrnahm und — wiie •die Zeitungen zu •berichten wussten — seinerzeit Dr. Reis«, der bei ihnen jetzt «unbeliebt geworden!ist, sogar einen Eimpfehilungsbrief nach Karpathorusslarnd mitgab. Weshalb wird er Telephon 57 -7 ■78 Scheitelt Perücken Transformationen Brantfrirarni aus allerfeinstem dauergewellten Naturhaar liefert für die vornehmsten orthodoxen Damen der bekannte SpesialUt für individuelle Frisuren Carl Polak Datnenfffiseair Wien, IV., Schleifmäblgasse 3 prompt und biffigst für ln- und Ausland sss sagroi «ad •b ddtalL saa Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarmutter nnd Angabe des Masse■ von einem Ohr zum anderen. Kostenlose Vorführung der neuesten Modell•. 8a!•acht•■ 81• gefälligat dla HaM(wmar 8 ן Vonüflich geeignet als *T®3 ־יום und Jabrxe it-Licht! Hygienisches Königslicht Ansrhannt bestes Naehtlicht der Veit. 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Herr Salomon Feuerstein in Kosice feierte attr 17. Aw in seinem 76. Lebensjahr seine goldene Hochzeit Zahlreiche Freunde und Verwandte benützten diese Ge״ legenheit, um das allseits beliebte Ehepaar zu begrüssen. Besonders erhebend gestaltete sich die Begrüssung seitens des ״Bikur-Cholim“-Vereines, in dessen Namen die Herren Obmann Ernst Weisz, Obmannstellvertreter Viktor Stern und Vereinsleiter David Burger mit beredtenl Worten die Verdienste des Herrn Feuerstein auf dem ÖeJ biete der Wohltätigkeit und namentlich in der Krankenfürsorge schilderten und ihm den Dank des Vereines für seine Stiftungsspende von tschech. K 500 aussprachen. Dieses schöne und seltene Familienfest wurde bei allgemeiner, freudiger Teilnahme begangen. Instalfetfon Oberrabbiner Brachs in Kosice. Sne. Ehrw. •Herr Oberrabbiner Said •Brach, bisher in Nagykäroly, hält בצבים •t 'i 24 ,יום Elul (23. Sept.) seinen Einzug ln Kosice. ln der am $. Elul stattgefundenen Generalversammlung der Gemeinde wurde das Programm der feierlichen Installation des neuen Oberrabbiners festgelegt. In der ganzen Gemeinde herrscht Befriedigung darüber, dass nunmehr die Oberrabbinerfrage eine endgültige Lösung gefunden hat. Samuel Blum. Gründung eines Jüdischen Pensonates in Luhacovice. Ich glaube der Dolmetsch vieler •unserer kurbedürftigen Glaubensbrüder «und GlaUbensschwestem zu sein, wenn ich mederschreibe, dass in «vielen Badeorten Mängel obwalten, welche den Aufenthalt dort «unbequem, ja fast «unmöglich machen. Es ist ein gerechtes und billiges Verlangen, da«ss der jüdische Kurgast im Kurorte für seän Geld seine vollkommene seelische und physische Zufriedenheit findet. Die obwaltenden UebeJstände können nur durah die Errichtung eines •jüdischen Pensionats, welches!unter strenger Aufsicht eines anerkannten orthodoxen Ralbbinats steht, behoben werden. — Der Gefertigte weilte in letzterer Zedt in Luhacovice «und bat mit vervorragenden Persönlichkeiten diesen Gegenstand ׳eingehend beraten. Es wurde der Beschluss gefasst, in Ltuhacovice — •der Perle Mährens — Sn diesem Zauberg,arten «unseres Landes, dessen Wiunderquellen «die leidenden Menschen von Kranktoe&ten «befreit, wo Unzählige ihre erschütterte Gesundheit befestigen, in diesem Ort, welcher durch seine herriiehe Lage, ozonreiche Luft «den angenehmsten Sommeraufenthalt /unserer hilfsbedürftigen Glaubenslbrüider und Glaubensschwestem bildet, ein solides jüdisches Pensionat auf Basis einer Aktiengesellschaft zu gründen. Der Gefertigte ersucht daher alle jene, die Ihr Geld sicher nutzbringend anlegen und zugleich der jüdischen Allgemeirihefit diene׳ wollen, sich dieser Aktion anzusahVessen. Zur gefälligen näheren Aufklärung diene folgendes: 1. Es soll;eine Aktiengesellschaft gegründet werden mit Beteiligung von «mindestens tschech. K 5000 •per Aktie. (Eine Summe von tschech. K 10.000 von zwei Personen ist!. bereits ziugesagt.) 2. Um den Pian durchzuführen wird am 0כות DW1 in einer za •bestimmenden Ortschaft eine Besprechung «aibgehialten, «zai der alle jene, «die bereit sind, rieh an dieser Aktion ziu beteiligen, geladen wenden, um di ג Modalitäten der Verwirklichung zu •besprechen. Glaübensbrüder und Glaubenssdiwestern! Ihr dienet Euren Interessen, dienet dem gfauhenstreuen Judentum, wenn Ihr E11ct1 an dieser Aktion befestigt. Anmeldungen und Anfragen in bezug des In Luhacovice augründenden und unter strenger Aufsicht zu stellenden jüdäsctien Pensionates mögen an «Gefertigten — als Mandataren — gerichtet werden. Sered, den 29. August 1924. Danädl •Rakovsky. Direktor. Sered.

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