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Jüdische Presse · 1924-08-29 · 35 (29.8.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
35 (29.8.1924)
Date
1924-08-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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7v*p%p^*y!r.7i 9eÜe 240 jtmi2mm88B Nr. 35 Trauerfeier nach Prof, de Haan in Jerusalem. Jerusalem. (A. J. P. B.) Nach Ablauf des Trauermonates wurde im grossen Beth Hamidrasch ״Beth Meier“ die Trauerfeier nach Prof, de Haan abgehalten. Der eijste Redner war Rabbi Mendel Deutsch (früher-in Velke Tapolcsany, Slowakei) und Rabbi Moses Blau. Letzterer hat in seiner Trauerrede gegen den Gemeindegeset^fentwurf» der die Rechte der Orthodoxie stark gefährdet, Stellung genommen. Die ,Taufe Hans Herzls. Wien. (A. J.P. B.) Die Taufe Hans Herzls, die man anfangs bloss für einen tragischen Akt eines abnormalen Menschen hielt, zieht immer grössere Weiterungen nach sich. Kreise, die der Familie Herzl nahestehen, behaupten, dass Hans Herzl ganz normal ist. Die christlichen Missionäre, die die Taufe durchgeführt haben, betonen, dass durch die Taufe die jüdische Nationalität Hans Herzig nicht berührt wurde, vielmehr beabsichtigen sie, die Taufe Herzls zu einer juden-christlichen Propaganda zu benützen, da nach der Ansicht dieser Missionäre man dem christlichen Glauben angehören und dabei jüdischer Nationalität sein kann. Von der Palästinazentrale der Agudas Jlsroei ln Kleinpolen. Kolomyja. (A. J. P. B.j Die Palästinazentrale der Aguda entfaltet eine systematische Tätigkeit, die die thoratreue Judenheit Ostgaliziens immer mehr in den Dienst für Erez Jisroel stellt. Es wurde ein Keren Haolim gegründet, dessen Zweck es ist, auf Agudaboden in {Erez Jisroel unbemittelten Olim zur Ansiedlung zu verhelfen durch Beschaffung von lebendigem und totem Inventar, ln allen Städten, wo Agudagruppen vorhanden sind, wurden Vertrauensmänner bestimmt, die als Kommissäre der Zentrale tätig sind. Die Palästinazentrale steht unter der Leitung von Dr. Benzion Fessler. Plan zur Gründung einer kooperativen Textilfabrik in Erez Jisroel. Lodz. (A. J. P. B.) Eine Gruppe der Zeirei Emunei Jisroel in Lodz hat beschlossen, eine Textilfabrik in Erez Jisroel auf kooperativer Grundlage zu schaffen. Der Plan mit dem einschlägigen Material wurde in einer im Verlag ״Segulo“ in Lodz erschienenen Broschüre veröffentlicht1. Zur Gründung der Fabrik würden nach dieser Aufstellung über 7000 Pfund nötig sein. Dieses Kapital müsste von künftigen Arbeitern und Beamten der Fabrik proportionell ihren künftigen Löhnen eingebracht werden. Sobald die Gesellschaft 90 Mitglieder haben wird, werden die nötigen Schritte zur Legalisierung der Gesellschaft vorgenommen. "Die Initiative der Gründung geht äuf den Bericht jenen Industriellen zurück, die den Gerer Rebbe bei seinei* jüngsten Reise nach Erez Jisroel begleitet haben. NEUERÖFFNET! In gr•■. In dnlnil. Baste obarschteslschs Salonkohlen- und Holzhandlung Billigste Tagespreise. gGarantiert ehrliches Gewicht! *teti Jedes Quantum wird ins Hau• zugestellt. Reellste Bedienung. Wir bitten die Juden Wiens, ihren Bedarf an Brennmaterial aucn in ihren» eigenen Interesse bei uns zu decken. Bestellungen können auch schrittlich oder telephonisch ' erfolgen. Jakob IsakHorowitzft David Halbersfam Wten, II., Uopoldsgassa 23. Tnlnphon 48-6-21. An die löbl. Redaktion der ״Jüdischen Presse“, Wien. Nachrichten aus Fiume. Fiume: Das Gesetz über die Reform der Schule ist trotz vielfacher Anfragen noch nicht im Wortlaute bekannt. Indessen ist die Zusicherung gekommen, dass ׳die zu errichtenden jüdischen ׳Schulen volles Oeffentlichkeitsrecht gemessen werden. Kommenden Sonntag findet in dieser Angelegenheit eine ausserordentliche Generalversammlung der orthodoxen Vereinigung statt. « * Der Ujhelyer Raw (Meiseis) hielt diesen Schabbos eine zweistündige Deroscho im Bethaus der orthodoxen Vereinigung, die wundervoll geistvoll war und die Gemüter der vielen Zuhörer tief bewegte. Selten wurde hier eine ähnliche Deroscho vernommen. Abbazia. Heute ist der Hundsdorfer Raw angekommen. E. Zuschriften an die Redaktion. (Für die Veröffentlichungen in dieser Rubrik übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Löbliche Redaktion! Ich ersuche um die Veröffentlichung folgender Zeilen: [ Eine führende Persönlichkeit der Zionisten in der Bukowina und Teilnehmer an der Konferenz des Grossen Aktionskomitees in London, die sechs Wochen vor der Ermordung Dr. de Haans aus Palästina zurückkehrte! äusserte sich seinerzeit Herrn Rabbiner Rubin aus Cumpolong gegenüber, dass in den zionistischen Kreisen Palästinas die feste Absicht herrscht, Professor de Haan! ״mit der Hand“ zu beseitigen, jedoch nicht in jder heiliger! Stadt Jerusalem, sondern unterwegs bei seiner Reise nach London. Herr Rabbiner Rubin hat diese Mitteilung denf Schreiber dieser Zeilen auf der Fahrt Chodorow— Stariislau im Coup6 gemacht. Hochachtungsvoll Ben Isch.*) In Ihrem geschätzten Blatte vom 22. d. M. lese ich die Mitteilung, dass Herr Oberrabbiner J. Lipschütz aus Kalisch die Aufsicht über mein Restaurant zurückgezogen hat. Ich ersuche Sie nun höflichst, folgende Zeilen in der nächsten Nummer Ihrer geschätzten ״ Zeitung zu veröffentlichen. Bezugnehmend auf die Kundmachung des Herrn Oberrabbiners J. Lipschütz aus Kalisch teile ich mit, dass ich nie die Aufsicht des Herrn Oberrabbiners Lipschütz verlangt habe. Herr Oberrabbiner Lipschütz hat nur während der Zeit vom 12. Juni bis 14. Juli 1. J. FleiscW bei mir gegessen und mich ermächtigt, um weiteren Irreführungen des Publikums vorzubeugen, ihn als Referenz anzugeben.*•) Max K o k i s c h, Bad-Gastein. *) Name und Adresse des Schreibers dieses Briefes1 ist der Redaktion bekannt. *•) Wir geben obiger Einsendung Platz, mit dem Bemerken, dass Oberrabbi Lipschütz Kalisch nur mitteilen :wollte, dass er nach seiner Abreise aus Gastein nicht mehr als Referenz angeführt werden kann. (Red. ״Jüd. Presse“.) Telephon 57-7-78 Scheitel Perücken Transformationen Brautfrisuren aus allerfeinstem dauergewellten Naturhaar liefert für die vornehmsten orthodoxen Damen der bekannte Spezialist für individuelle Frisuren Carl Polak D&menftfiseair Wien, IY«, Schleifmälilgasse 3 prompt und billigst für In- und Ausland en gros und en dötail. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haar• muster und Angabe des Masses von einem Obr zum anderen. Kostenlose Vorführung der neaestenModelle. s== Beachten Sie gefälligst die Hausnummer 3 1 TSCHECHOSLOWAKEI. Pensionsversicherung der Kultusbeamten. Die!orthodoxe Landeskanzlei in Bratislava berüetf anif dfen 26. Aw die Vertreter der Gemeinden zu eanier Beratung in Angelegenheit der Pensiortsver־ siahenumig der Kultusibeamten nach Bratislava ein. Die Lanidesrepräsentanz der orthodoxen Gemeinden!beschäftigte sich ,während die! letzten Jahre wiederholt mit dieser Fraige, ohne tdlaiss bisher das in!s Auge gefasste eigene Pensionsinstiitut verw&rkÜdht worden wäre. Obgleich die Notwendigkeit einer endgültigen Regelung der iPensäorts verhältnisse und der Sacherung der Pensionsibeziüge der Kiuitnsbeamten allseitig anerkannt winkle, konnten dlie Vorarbeiten doch niabt abgeschlossen werden. In dler Hauptsache!bildet die finanzielle Lage eines sehr grossen Teiles der Ge־׳ meinden da!s Hindernis znr Herbeiführung geregelter Zustände auf diesem Gebiete. Durch eine Anfforderunig des staatlichen Penstionsinstitufs sinkt jedoch die Gemeinden vor einigen Monaten in die Zwangslage versetzt worden, entweder ihre Beatmten unverzüglieh bei diesem Institut anizuimeMen, oder aber die Pensiowsangelegenheit der Beamten im eigenen Wirknngskredse an bindender Weise ziu regeln. Die jüngste Landesversammlung hat daraufhin den ßesohlnss gefasst, zum Zwecke eines einheitlichen Vorgehens eine Enquete der Genneindeivertreter abeuhalten. Das Präsidium dfer Landesorganisafion erwirkte einen Aufschub von drei Monaten, um den Gemeinden die Möglichkeit) z!u geben, über diese Frage schlüssig zu werden. Es handelt sich uim die Lösung des schweren Problems, auf welche Weise den Beamten eine Pension oder Invaliditätsrente zumindest in der Höhe gesichert werden könnte, wie sie das staatliche Versichernngsinstitut bietet, ohne jedoch die finanzielle Tragkraft der Gemeinden übermässig z u belasten. Zur Beratung über diesen Gegenstartet fartdien sich die Vertreter vieler Genmeirtden aus allen Teilen, des Landes im Sitzungssaale der orth. Gemeinde in Bratislava ein׳. Se• Ehrwürden ״ Herr Obemabbmer Weber- Pdestamy, Präses der Lamdeskanzlei, eröffnet« die Versammlung mit einer Ansprache, in der er die Erschienenen henzüoh begrüsste und den Beratungsgegenständ von .allen Seiten beleuchtete. Darauf wurden die Herren Gemdämidlepräses L. F!u c h s - Michalovee, Bern. KaHsch-Galanta, und Raf. Löwy- Bardiow ins Präsidium und W e i s s - Fesinok und1 R ei c h f d 1 d - Ulzhorod zu Schriftführern der Ver- Sammlung gewählt. Herr Dr. Salomon Retter- Bratislava erstattete sodann ein ausführliches Referat über die gesetz ldchen Bestimmungen der Pensionsversiche rung und über die Vorteile ׳und Nachteile, dfte sich sowohl für die Beamten als auch für die Gemeinden aus den verschiedenen Lösungsmöglichkeiten ergeben würden. Die Beratung währte den ganzen Tag und fast alle Anwesenden beteiligten sich aktiv an ihr. Zum Schluss gelangte ein Vorschlag Löwy-Bardiow und P 0111ak ־ iSala n. V. zur einstimmigen Annahme, wonach eine Kommission mit deT Bearbeitung des Materials zur Schaffung eines eigenen Pensionsinstituts 'betraut werde, so dass nach Berichterstattung dieser Kommission noch vor Ablauf der von der Regierung zur Anmeldung der Beamten bewilligten Frist (1. Oktober) den Gemeinden genaue Vorschläge über die vorteilhafteste Art der Regelung der gestellten Aufgabe gemacht werden könnten. Die Gemeinden sollen ausserdem nochmals zur unverzüglichen Einsendung der zur Aufstellung verlässlicher Berechnungen ׳erforderlichen׳ statistischen Daten aufgefordtert werden. In die Kommission wurden folgende Herren gewählt: Dr. R 011 e r - Bratislava, Nathiani Steiner- Saimorym, B. Kalisch-Galanta, M. Po llak-Saht n. V., Emö Löwinger-Neid!ed, Hugo Pouger- Fiestany, Sarkany-Sv. Jur und! Heinr. Adler- Senec. Ausserdem gehören der Kommission eine Anzahl Vertreter aus entfernteren Gemeinden an, die auf schriftlichem Wege an den Arbeiten der Kommission teilnehmend Die Fahne der ״Schomrim“ in Nov6 Mesto. Die Status quo*Gemeinde in Nove Mesto bil׳־ dete vor wenigen Jahren eine stehende Rubrik in ,den e jüdischen Zeitungen. Sie war in gewissem Sinne zur Berühmtheit in der jüdischen Welt geworden. Und wenn man einmal den Geschmack der Publizität gekostet hat! fällt es schwer, darauf zu verzichten. Deshalb wohl macht 160QQQQ86I sie wieder viel von sich reden. Damals bildete ßie das' Tagesgespräch überall, wo Juden zusammenkamen, wegen der noblen Behandlung, die sie ihrem Oberrabbiner Doktor Rosenberg angedeihen Hess, und der beispiellos gründe liehen Art, wie sie ihm das Leben sauer machten, bis er ihrer überdrüssig ward, und auf die hohe!Würde, ihr Seelenhirte zu sein, Verzicht leistete. Manche unserer Leser werden sich dessen noch zu erinnern wissen, dass Dr Rosenberg ernstlich bemüht war, die Gemeinde zum wahren Judentum zurückzuführen. Seinem übertriebenen Optimismus erschien dies im Bereich der Möglichkeit. Er zog schwer enttäuscht von dannen. Pen eigentlichen Anlass zu seiner Demission bildete eine missachtende Aeusserung des Vorstehers über [לשון הקודש, die er mit der Sprache der Zigeuner in eine Reihe stellte. Als der Rabbiner für die wahre Bedeutung der ״Sprache des Heiligtums“ im Judentum bei seiner Gemeinde kein Verständnis fand, war er sich darüber klar geworden, dass alle seine Bestrebungen fehlschlagen müssen. Wenn man heute die Nachrichten aus Nove Mesto vernimmt, will es einem schier bedünken, dass Dr. Rosenberg zu früh die Flinte ins Korn geworfen habe. Denn die hebräische Sprache ist gerade dort in jüngster Zeit zu besonderen Ehren gelangt. Da war ein Fest gefeiert worden, ein Fest sondergleichen! Jüdische Jünglinge mit unnachahmlicher Jüdischkeit haben es veranstaltet. ״Schomrim“ lassen sie sich nennen. Sie kauften sich nämlich eine neue Fahne, die sie hochhalten wollen, wenn sie gemeinsam — spazierengehen. Eine solche Fahne müssen sie haben, denn sonst wird kein Mensch wissen, dass es ״Schomrim“ gibt. Andere haben ja auch Fahnen, und der Zionismus lehrt doch seine Jugend bekanntlich ״Selbstbewusstsein“, das heisst, nicht zu sein wie die ״anderen“, also müssen junge Zionisten eine Fahne haben, wenn andere auch Fahnen vor sich hertragen. Ganz logisch ist das' zwar nicht, aber der Leitung unserer Status quo-Gemeinde erschien diese Schlussfolgerung nun einmal sehr einleuchtend. Und wenn man sich eine Fahne zulegt,;muss sie auch ״eingeweiht“ werden, das ist doch mehr als selbstverständlich! So wurde denn die ״Fahnenweihe“ deri ,,Schomrim“-Jünglinge ein יום טוב» an dem jung und alt teilnahm, vielleicht noch vollzähliger als bei im Tempel, wenn es zufällig auf einen Sonntag fällt;. Pressburger und Qälgoczer ״Schomrim“ waren auch gekommen. Vielleicht auch noch aus entfernteren Orten. Mit Musik zogeA sie durch die Strassen; die ganze Stadt erdröhnte von ihren festen Schritten. Schaut, diese sind

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