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Jüdische Presse · 1924-07-25 · 30 (25.7.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
30 (25.7.1924)
Date
1924-07-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. ORGAN FÜR DIE lilTERESSEN DES OR1HO DOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration! Wien, II., Malzgasse 12 a. - Telephon 49.054. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonne snentsprelse > (Janzjährig: Fm: Oesterreich K 80.000, Deutschland Ooldma irk 8, Polen Zl oty 8, Tschech! )•Slowakei Kd. 70, Schv reiz Frcs. 10, Amerik! t Dollar 2, Italien Lire 25, En gland Shilling 7, Rumäi llen Lei 300, Jugosla\vien Dinar 100, Ungarn K 100.000. Einzelnummer i ist. K 2.000. Zahlungen ffir Oesterreich: PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn 1 Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag. Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko. N. ^!7; f-Ramänien: Banca Marmarosch Blanc 81 Co ffir Florenz &Co, Bukarest; ffir die Schweiz: Postscheckk. Luzern VII. 1470« Nr. 30 Wien-Bratislava, 25. Juli 1924 .כ*ה ויענה־פרעססבור! : מ תמיז תיפ*ד j 10. Jahrg.!1RESSE Det Kampf tim das Gemeindegeset t in E*eg Jisroel WLrn am 21 Tammiic! catrvrierhpn Frfnl ore 711m ■-o-mcepn TpiIp rlotn Roof! -phpn I Tis״, -• j * ,Wien am 23. Tammus. Der Volksmund sagt, «dass jedes Ding zwei Seiten .hat Das besagt zu wenig, denn jedes Ding hat so viel Seiten, .als es der Zahl der Menschen entspricht, die es , betrachten. Und so mag denn die entsetzliche Gefahr, welche unsere Gesinnungsgenossen in Jerusalem durch den neuen Gesetzentwurf bedroht, auf einmal daraufhin geprüft werden,!.ob nicht darin das Symptom eines Hoffnungs- Strahles gefunden .werden kann. .Wohl ist auch die englische Regierung darüber keinen Augenblick im Zweifel, dass der Entwurf einen Vorstoss der Zionisten bedeutet. Dabei wurde allerdings das merkwürdige Wort Kenworthys (Mitglied der Labourparty und .des englischen .Parlaments) ausser acht gelassen, welcher sich jüngst dahin ausserte, England habe die allweltlichen jüdischen Sympathien für die britische Politik und .für die britischen Unternehmungen erworben und ein Abweichen von dem in ,der Ralfour-Qeklaration gegebenen Versprechen müsste den englischen Interessen Schaden bringen. Denn es muss endlich gesagt werden, dass England es scheinbar nicht beabsichtigt, die gesamte Judenbeit für .seinen Plan zu interessieren. Denn wir glauben nicht, dass irgend ein Aussenstehender eine Ahnung hat von den Schwierigkeiten, welche jedem Nichtzionisten begegnen, sobald er sich nach Palädtina begeben will. Und wenn nun gar noch, nach dem nicht; misszu,\eersteheßden!Wunsche ,von Norbert Beat wich \ ,unter der Flagge des getäuschten England eine .Religionsverfolgung im kleinen anhebt, so ist zu befürchten, dass der gute Wille Englands nicht die Früchte trägt, Jdie anfangs gedacht und geträumt waren. Doch sei dem wie ihm wolle, der neue Gesetzentwurf zeigt etwas, was ideologisidh ganz;unerhört ist: Eine *Organisation, die bisher stolz darauf war, dass sie die Religion des Ein- •einen als rPrivatsache und infolgedessen als gleichgültig für die Gesamtheit erachtete, will nun Verhältnisse schaffen, in deren Mittelpunkt dem äusseren Anschein nach die Religion steht, wohlverstanden, dem äusseren Anschein nach, denn tatsächlich wird der kühle Beobachter finden, dass die Religion momentan mir ,als Steuerquelle gedacht ist. Deshalb die Verbrämung mit einem gross#! Kapitel; über ״geistliche Autoritäten“, deshalb der sehr durchsichtige Versuch, diesen Autoritäten mit einem Finger zu geben ,und mit ganzer Hand wieder zu nehmen. ^Dasselbe England» das überall auf der Welt seine kolonisato rischen •Erfolge zum :;grossen Teile dem Besti :eben verd ankt, das Inn enleben der ihm angeschlossenen V» ölker möglichst zu .scheinen, soQjdazu missbraucht werden, den Kind ern der Bibel! im Lande der Bibel das zu versa gen, was ־man zur hemmungslosen Ausgestaltung des Im 1enleben, s nicht eatbe'bren kann. Es wäre das erste Ma. I in der Oeschichte E.uglands, dass ein Gewissenszwang in seineml Namen aus!geübt., wird. ln all diesen l Leid, dass wir um England und die Juden hegen, leuclitet nur ein Moment tröstend herv or. Es ist durch .(fiese u» י Gesetzentwurf der unwiderieglic he Beweis erbracht wo rden, dass es ein fein ersonnenes Mä irchen is t, wenn maai behauptet, eine jüdische Gemen 1־ schaft <>bn£ die R'.efjgion, als Grundlage auf baue» z u können. Noch niem als hat der rein nationalistische, völ!- kische Gedanke ein solches Fiasko erlitten, wie in die• * sem Gest «tzeatwurf. Aßt tausend Wunden .bedeckt, aber * doch als Siegerin kommt die Religion aus ihrem Kampfe mit dem ii »haltelosen Nationalismus zurück.’.Gesundpfleg« m kanri sie nur der Teil der Juöenheit, der ihr in alle n Wandlunge ti «und Wendungen tseu geblieben ist. Norb bnt Bentwich hat, ohne es zu wollen, dei t ] Versuch g gemacht, eine Religionsgemeinschaft zu er- 1 stellen- Es fet Sache dea־ {Aguda und ihrer Getreuen dafür pi sorgen, da® endlich die Treue zur Religion eine Heimstätte im 'Heiligen «Lande finde. Wir sir»«:d!überzeugt, Balfour und Churchill würden ׳ mit die*er Int es^retatkm iWfrl^2^8ftr ültd eh^a«r1Üf\ in Treue gegen *eine Grundsätze Grosses geleistet ז Jexffsalemw {A. J.iP. B>) iDer in palästinensischen Ze^ tungen angeblich durch Indiskretion veröffentlichte Ent- Wurf eines jüdi15c£^en Gemeindegesetzes in Erez Jisroel hat in allen Teilender thoratreuen Juöenheit grosse Erbftterung hervorgerirfen. Die durch Oberrabbiner Chäim Sonnenfeld und 1.1. Dishan vertretenen Kreise erblicken :in den Grundsätzen der •geplanten Gemeindeordnung eine sChwere Gefahr für die ־thoratreue Judenheit in Erez Jisroel und protestieren daiher heftig gegen das Gesetzwerden dieses Eotwuffes. Aid Veranlassung des. Rabbinates .des Waad Hoir Haaschkenasi wurde in Erez Jisroel ein Buss- und Bettag vensanstaltet, an gelchem Protestresolutionen verfasst und dem High Comntissioner übermittelt wurden. Der Traum des Rabbi. ׳* (Fortsetzung.) Schier taumelnd, überwältigt von dem mächtigen Umdruck, den die Schilderung der herrlidhen Zukumtf meines so lange gepeinigten *Volkes auf. midi übte, verlies s ich das Haus. Ein Gefühl der Seligkeit durchflutete mein Herz, denn ich war durchdrungen von der Ueberzeugung, dass das Zukunftsbild, das der Priester vor meinen Augen entrollte, nicht ein leeres Gebilde der Phantasie bleiben müsste, sondern mit den Mitteln, die er ange- ״eben, auch in absehbarer Zeit verwirklicht werden önnte. י . Leben und Tod sind in der Gewalt der Sprache. Wenn es gelingen kann, dass man Christen zum Hasse gegen Unschuldige reizt, indem man diesen Geburt und Abstammung als Verbrechen anreohnet, warum soll es dann nicht viel leichter möglich sein, zu erreichen, dass man ihnen diese verzeiht? Wenn man bei den Anhängern der eigenen Religion das Festhalten an ihr als die heiligste Pflicht, als das höchste Verdienst bezeichnet, warum soll man dann nicht auch mit Erfolg die Ansicht vertreten können, dass dieser Grundsatz auch jenen gegenüber gilt, die der Allmächtige in einer anderen Religion geiboren werden Iiess? Ach, ich zweifelte keinen Moment daran, dass es den vereinigten ־Bemühungen tausender und tausender Priester der katholischen Kirche allmählich gelingen müsste, selbst Mi die (Herzen der Verstocktesten wenn auch nicht cfre efbarmungsvoHe;Liebe zu Andersgläubigen zu pflanzen, so doch aus Ihnen d&e grausamen Gefühle des Vorurteiles und des Hasses zu vertreiben. Ich' war ,noch sehr jung und dachte, es müsse eigentlich doch .viel leichter sein, Menschen zu predigen, dass es nicht gottgefällig sein könne, wenn man andere wegen der Religion, in der sie geboren wurden, beschimpft, misshandelt, beraubt, ja gelegentlieh auch totsehlägt, als Lehren׳ zu verkündigen, die die Menge zu der entgegengesetzten Meinung und Praxis bringen... Ich dachte eben .immer an unsere Rabbiner, die in der angenehmen Lage waren, zu allen Zeiten im Sinne ihrer Religion Nichtjuden, jeden, der tugendhaft und gerecht lebt, auf Erden glücklich und .im Himmel selig werden zu lassen. Freilich kennt diese jüdische , Religion nur e i n Gesetz, e i n Recht für alle... | Während an einer schlaflosen Nacht diese Gefühle und Gedanken mich bestürmten, tauchte inzwischen in meinem Geiste immer .wieder die Frage auf, woran denn der Priester denken möge, wenn er zu seinem Rettungswerke die Mitwirkung der Juden für nötig erachtet. Die Stellungnahme der Aguda zum Gesetzentwurf. London. (A.J.P. B.) Rabbi Dr. Pinchas Kohn, Leilex des Zentralbureaus der Agudas Jisroel, hat einem Korrespondenten der ״Ita“, ein Interview gewährt, daraus wir folgende, auf dem neuen Gemeindegesetzentwurf in Erez Jisroel bezügliche Stellen wiedergeben: Agudas Jisroel und der Vaad Hoir Haaschkenasi wünschen nicht zu kämpfen aus Lust am Kampf. Im Gegenteil, sie bemühen sich nach Möglichkeit zu einem Einverständnis zu kommen, welche die in Palästina weilende Judenheit zu einer geschlossenen Front nach aussen bringen könnte. Aber sie wollen die Rechte der selbständigen Orthodoxie in bezug auf Erziehung, Sehechita, Begräbnis usw. nicht antasten lassen. Sie behaupten,, dass der Vaad Leumi geleitet wird von junreligiösen Menschen, deren Verwaltung, in bezug auf religiöse Dinge, von tief religiösen Kreisen in Palästina nicht geduldet werden kann. Es wäre deshalb ein Unrecht und eins Verletzung der religiösen Gewissensfreiheit, diese Mensehen der Kontrolle des Vaad Leumi zu unterwerfen: Vernünftiger wäre es, die Vertretung der verschiedenen, religiösen Anschauungen nach dem Delegiertensystem zu verlangen, wobei alle Körperschaften ihre innere Autonomie behalten. .ן• Von solchen Erwägungen geleitet, hat der Vaad Hoir Haaschkenasi das Kolonialamtersucht, dass Solange 1tfre׳ ft&hte derselbständigen Orthodoxie nicht mindestens! in diese Form gewährleistet sind auch die Gerichtsbakeit über den sogenannten Wakuf (humanitäre und religiöse Stiftungen) nicht einer jüdischen Instanz unterstellt wer- 1 le, die unter dem Einfluss des Vaad Loumi steht, sond ern bisher beim alten Zustand belassen bleiben soll. D 1% Kohn legte dann kurz die Gedankengänge des Memorandums dar, welches die Aguda in Palästina gemeinsät! mit dem Vaad Hoi Uaaschkenasi zur Darlegung ihrer Stellungnahme zu dem Entwurf der Gemeindeverordnung in Palästina und zur Begründung ihrer Verbesserungsvorschlüge* Sir Herbert Samuel und vielleicht auch dem Kolo-nialamt unterbreiten wird. In diesem Memorandum steht;unter anderem, dass der Vaad Leumi die Gesamtheit der )(Wischen Bevölkerung unter seine Verwaltung zu bringen' und so eine Zwangsorganisation zu schaffen! sucht, in der auch diejenigen Teile der palästinensischen Judenheit,' deren Prinzipien dem Vaad Leumi entgegengeso zu es Was kann der Gefangene dazu tun, dass man ilim -die Freiheit gibt? Der Gefesselte, dass man seine J3a׳nde löst? Gewiss sind die Juden nicht samt «und sonders fehlerlos gleich den Engeln. Sie sind Menschen wie die anderen, mit menschlichen Fehlern behaftet. Sind aber nicht ohnehin strengere Strafen für sie schon durch ׳das Gesetz )bestimmt? Es sind «unter «ihnen viele Wucherer? Haben aber nicht selbst einsichtige Christen oft erklärt, dass an dieser Schuld der geringere Teil die Juden belastet; man lässt ihnen wenige Erwerbsmöglichkeiten, dass man sie vö«llig diesem schandbaren Geschäft treibt, das überdies __ so bequem macht, den langsam reichgewordenen Juden das Geld mit einem Griffe wieder abzunehmen. Der Wucher ist sicherlich ein ekles Geschwür. Wie einfach wäre aber zu dessen Ausmerzung die Mithilfe der Juden gewonnen! Man erlaube ihnen jedes redliehe Gewerbe wie allen anderen und verbiete ihnen — wie allen anderen — bei strenger gesetzlicher Strafe den Wucher! . . . Diesen Vorschlag wollte ich vor dem «Priester) vertreten, wenn wir auf den Wucher der Juden ■zu sprechen kämen. Ich konnte die Stunde kaum erwarten, in der ich wieder im Studierzimmer des Priesters ihm gegenüber «sitzen würde. (Fortsetzung folgt) _ . g 1־— Di« grösste inuraatlonalt fyinstiwkstifte Tir ■ Ofhttiar >Cn n Perücken, Scheitel und transformationen H f IIIHI ▼ I/111 €■ am — tu«utall / Bllium€1mmltq1tllt / DieRertteiimaau*״״״ .. -- ׳ Uien T. ■ - Rämtntrrina Dr. 6 (gtgesater «Um notti Bristol). ca. im*2 eitlen «eil — -- - - - ▼ ■» VIf Billigte cmtawftaiene / Die BerstHfttg m garawt. danergcwHtcM natMrtmr 1 «elf alt •Rüerthalb 3dbmb»te• dt• poraebttftca crtbodoxti Da«e« aller Eüider Perücke•. SpcxWLt 1• Br««t*$cftettelR. Diese «erde• der madcheifriiw «1t otrbllffe»der U«scb«R0 •acfcgc««cbt. •or Irreftimq n scMtie», bitte de• gor»>«e» OTHMAR w»d die Adresse ge••• u beRepte» 1 ד*■

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