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Jüdische Presse · 1927-07-04 · 27 (4.7.1927) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
27 (4.7.1927)
Date
1927-07-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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N־pp^ri״-.^ww1״wy יזמ?!3:^*5וןןקןמויןין^^^ז:^^ק?־ל^?דץ,-^ןיץ^^;^יזז7ז', V. b. b. ünivorsitä tabibliothsk• I•/ Franzonsring. h9k׳ ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration t Wien, II., Malzgasse 18a. - Telephon 49.054. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich K80,000, Deutschland Goldmark 8, Polen Zloty 8, Tschecho-Slowakei Kö. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika Dollar 8, Italien Lire 85, England Shilling 7, Rumänien Lei 800, Jugoslawien Dinar 100, Ungarn K 100 000. Einzelnummer öst. K 8.000. Zahlungen für Oesterreich! PostsparkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr» 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, . Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ke. N. 40.217:f.Rumänien: BancaMarmarosch Blanc & Co für Florenz 8t Co, Bukarest;für die Schweiz: Postscheck!:. Luzern VII. 1470. Mr. 27 Wian-Bratisiava, 4. Juli 1924 .10 | ב׳ה ויענה־פרעססגורג ב* תמוז תיפ׳ד. Jahrg. Der politische Mord. Der politische Mord ist in den jüngsten Jahren auch in Erez Jisroel, in dem neuaufblühenden jüdisehen ׳Lande, oft als Drohung ausgesprochen, als Möglichkeit gefürchtet worden. Professor de Haan selbst hat vor Jahresfrist die Aufzeichnungen veröffentlicht, die er an jenem Tage niederschrieb, an welchem er einer ״schwarzen Hand“ zum Opfer fallen sollte. Doch man wollte und durfte nicht glauben, dass der heilige Boden Erez Jisroels mit jüdischem Blute gedrängt werden würde, dass jüdische Hände solches vergiessen könnten. Das Unglaubliche ist gesch eben. Professor Dr. Jakob Israel de Haan ist den Wunden erlegen, die ihm mörderische Hände zugefügt haben. Die Mörder sind einstweilen unbekannt, aber die Persönlichkeit des Ermordeten stand so sehr im Mittelpunkt der politischen!Kämpfe, dass man den Telegrammen, die von einem politischen Mord sprechen, Glauben schenken muss. Der politische Mord ist im Leben der Völker nicht unbekannt. Er ist die absurdeste Waffe des wilden Hasses, der in seiner Blindheit durch Beseitigung einzelner Führer politische Systeme und Prinzipien treffen will. Ein tiefbedauerlicher Assimilations- Prozess an fremden Sitten hat nun auch im jüdischen Volke dem politischen Mord Eingang verschafft. Die Ehre des jüdischen Volkes gebietet, dass diese Schande nicht ungesühnt an seinem reinen Schilde haften bleibt.!Der politische Mord darf keine Heimat bei uns finden. Er darf als Waffe im jüdischen Arsenal niemals wieder genannt werden. Die imposante Kundgebung menschlicher Solidarität anlässlich des Attentates gegen Bundeskanzler Dr. Seipel, die elementare Flut der Entrüstung anlässlich des Mordes an Matteotti sind tröstliche Zeichen eines gesunden politischen und kulturellen Empfindens. In den schmerzlichen Stunden des ersten politisehen Mordes unter Juden im heiligen Lande wollen wir alle religiösen und politischen Differenzen hintansetzen und nur den tiefsten Abscheu vor dem Mord zum Ausdruck bringen. Durchdrungen von der heiligen jüdischen Ueberzeugung. dass keine Erklärung und keine Deutung, keine psychologischen Studien und keine politischen Traktate über das sechste Gebot der Grund Verfassung des jüdischen Volkes und der Menschheit hinweghelfen können, rufen wir: Möge die heilige Erde das unschuldig vergossene Blut nicht zudecken. Es möge als warnendes Zeichen vor allen Juden stehen, und ihnen in ihren heissen Kämpfen, für ihre Ideale im jüdischen Lande mit Donnerwort ins Gewissen rufen: Lo Thirzoch! P. K. Die Ermordung Prof. Dr. J. I. de Haan. Jerusalem. Montag, den 30. Juni 1924 wurde Prof. Dr. Haan durch drei Schüsse ermordet. Man brachte den Schwerverletzten in das Schare Zedek-Hospital, wo er verschied. Die Täter sind entkommen. Die Tat rief ungeheure Erbitterung unter der" Judenheit Palästinas hervor. Professor Dr. J. 1. de Haan. Wien. Aus Jerusalem kommt die Nachricht, dass Prof, de Haan ermordet ist. Dr. J. I. de Haan,j ein holländischer Jude, war Professor an den von der englischen Regierung in Jerusalem geschaffenen staatswissenschaftlichen Kursen. Er gehörte bis vor wenigen Jahren der zionistischen Organisation an, schloss sich jedoch vor einigen Jahren der Weltorganisation Agudas Jisroel an. Bei dem Anschluss an die Aguda ging Prof, de Haan von der Ueberzeugung aus, dass eine einseitige nationale Lösung der Judenfrage eine schwere Gefahr für das ganze jüdische Volk bedeute und so, bel*j31pfte Prof, de Haan die zionistische Politik, die darauf' gerichtet ist, alle Institutionen des Judentums, besonders in Palästina, unter die Gewalt der zionistischen Partei zu bringen. Nur die unabhängige Orthodoxie, die sich in der Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ eine Vertretung geschaffen hat, bot Prof, de Haan die Gewähr dafür, dass die religiösen Güter des Judentums in ihrer Reinheit erhalten bleiben können. Deshalb unterstütze er auch, die unabhängi-ge orthodoxe Gemeinde in Jerusalem unter Führung des Oberrabbiners Sonnenfeld, die ihn bei den vor wenigen Tagen stattgefundenen Wahlen mit der höchsten Stimmenzahl in die Leitung delegiert, ferner die Agudas Jisroel in Palästina. In der Aussenpolitik trat Prof, de Haan mit seiner ganzen Persönlichkeit und seinem starken Einfluss für die Verständigung mit den Arabern in Palästina ein und hat sich in allen arabischen Kreisen, besonders aber in den Kreisen um König Hussein von Hedschas grosse Sympathien erworben. Sowohl die aussenpolitische Einstellung Prof, de Haan als auch sein Kampf für die Rechte der unabhängigen Orthodoxie haben ihn im immersteigenden Masse die Gegnerschaft der Zionistischen Organisation zugezogen. Die Lewajah Professor de Haans. Jerusalem. Gestern Dienstag, den 1. Juli fand die Lewajah Professor de Haans unter gewaltiger Beteiligung der Bevölkerung statt. In Jerusalem selbst herrscht ungeheure Erregung. Während des Begräbnisses kam es zu erbitterten Demonstrationen gegen die Zionistische Organisation. Die Nachforschungen über die Täter sind bis zum gegenwärtigen Moment ergebnislos verlaufen. Nach den KehiHohwahlen. Die Wahlen sind beendet. Die Wollen der Erregung sind geglättet, und die jüdische Kehilloh in Polen, um die in den letzten Wochen so leidenschaiftlieh gestritten wurde, geht wieder ruhigeren Tagen entgegen. Schon eine oberflächliche Uebersicht über die Wahlresultate ergibt, dass die Orthodoxie in Polen sich voll und ganz behauptet hat. Die nüchternen Zahlen sprechen eine zu deutliche Sprache, als dass an dieser Tatsache noch gedeutelt werden könnte. Aber auch der schlecht verhehlte Aerger, der aus den Kommentaren der zionistischen und sozialistischjüdischen Presse spricht, zeigt dem, der zu lesen versteht, mit aller nur wünschenswerten Klarheit, dass der konzentrische Angriff gegen die Orthodoxie in Polen, der die Wahlkampagne beherrschte, gründlich misslungen ist. Die jüdische Kehilloh; ist aus dem Wahlkampf unversehrt hervorgegangen. Sie ist und wird in aller Zukunft bleiben, was sie seit ihrer ältesten Vergangenheit ist: jüdisch, streng jüdisch im besten Sinne des Wortes. Der Traum des Rabbi. (Fortsetzung.) Immer herzlicher, vertraulicher sprach der Priester mit mir und mein Herz war übervoll von Dankgefühl gegen den Mann, der sich so offen und rückhaltlos als Freund und Verteidiger Israels zeigte. Wie oft dachte ich, welche Gnade des Himmels es sei, dass er den unschuldig Verfolgten solche Helfer ׳und Schützer erstehen liess. Unwillkürlich drängte sich mir bei mancher seiner Aeusserungen die Erinnerung an die edlen Heiden auf, von denen im Talmud erzählt wird, dass sie, von hohem Rechtsgefühl und überströmender Menschenliebe beseelt, selbst zur Preisgabe des eigenen Lebens bereit waren, um grosse Männer des jüdischen Volkes vor dem Tode zu retten. Die Tage fingen an rauh zu werden. Der Geistliehe sagte mir eines Morgens, er müsse seine Morgenspaziergänge einstellen, aber er lade mich ein, ihn in seinem Hause zu besuchen; er wolle mir auch die seltenen hebräischen Manuskripte zeigen, deren er oft Erwähnung getan. Wie hätte ich es zuwege bringen können, dieser gütigen Einladung nicht Folge zu leisten? Er bez ei ebnete mir die Abendstunde, in der er mich empfangen wolle. Es war das, wie er aus njeinen Mitteilungen wusste, die Zeit, über die ich frei und ungestört verfügen konnte. Mit freudigem Dank nahm ach die Einladung an und war völlig gerührt durch die, wie ich glaubte, aus Rücksicht für mich geschöpfte Bemerkung des Priesters, ich brauche vor meinen Verwandten und überhaupt vor niemandem davon zu sprechen, dass ich Gelegenheit habe, mit ihm zu verkehren. ״Es könnte Ihnen dies verübelt werden,“ sagte er lächelnd. Ich befolgte diesen Wink, nicht weil ich der Meinung gewesen, etwas Unrechtes verheimlichen zu müssen, sondern gerade aus Rücksicht für den Geistlichen, dem es vielleicht doch nicht angenehm sein mochte, dass man von seinem vertrauten Umgang mit einem Talmudjünger erfahre. Der Geistliche wohnte mit seiner Schwester, einer hochbetagten Witwe, und deren Tochter. Die alte Frau öffnete mir immer mit freundlicher Miene die Türe; die Tochter sah ich zum ersten Male, nachdem ich schon etwa einen Monat ms Haus kam. Aber oft hatte ich schon früher bei meinem Eintreten das Rascheln eines Seidenkleides gehört, das die Anwesenheit einer Frau verriet... In seiner Wohnung gestaltete sich das Verhalten des Geistlichen mir gegenüber noch herzlicher. Er war ein noch jugendlich kräftiger, vielleicht anfangs der Vierziger stehender Mann, aber ich kann es nicht anders sagen, oft schien es mir, als ob sein Benehmen gegen mich wie von väterlicher Liebe diktiert würde. Schon früher hatte ich oft Gelegenheit, seine für einen Nichtjuden beträchtlichen, wenn auch nicht gründlichen Kenntnisse auf dem Gebiete der jüdischen Literatur zu bewundern. Mit Staunen sah ich, dass seine grosse Bibliothek sogar viele seltene kabbalistisehe Manuskripte enthielt. Er zeigte mir auch eine ungeheure Fülle von Exzerpten aus allen möglichen hebräischen Werken, die unmöglich die Arbeit eines einzelnen sein konnten, und wenn er auch Jahrzehnte sich dem hebräischen Schriftum gewidmet hätte. Als ich hierauf eine bezügliche Frage an den Priester richtete, gab er mir eine ausweichende Antwort und ich hütete mich natürlich, nochmals darauf zurückzukommen. Bald konnte ׳ich wahrnehmen, dass der Geistliehe gerne in unseren Gesprächen, anfänglich scheinbar wie von wissenschaftlichem Eifer getrieben, Stellen aus der Bibel und den Propheten zitierte, in denen er, miit einer jeden Zweifel ausschliessenden Sicherheit, Hinweise auf den Israel verheissenen. aber auch schon — erschienenen Messias erblickte. Er merkte wohl, dass mein Schweigen keine Zustimmung bedeutete, und forderte mich dringend auf, meiner Meinung unverhohlen Ausdruck zu geben. Mit aller geziemenden Bescheidenheit erwiderte ich, dass mir selbstverständlich der Disput über Dogmen der Kirche ferne sei, aber da er eine wissenschaftliche Erörterung der von ihm zitierten Stellen wünsche, dürfte ich wohl aussprechen, was diese Stellen in Wahrheit enthalten. Dass ihm die wissenschaftliche Diskussion auf die Dauer nicht behagte, dass es ihm mehr darum zu tun war, mich zu überzeugen, wie ׳erhebend und Ottmar Schiff — ■ Wien 1. ■ — Klrutlterritlg Dr. t (stgeKiter atu Botel Bristol), Cel. *1״3־« — Die grösste internationale Kunstwerkstatte für- Perücken, Scheitel und Cransformationen €n grot — en aetail / Billigste €lHKa»fsqwelie / Pie fiersteitmtg m garant. (UnergewilteM Batirbaar EUftft ult ttttt als aadertbalk jakmktttM dta vovaebnsttt ortbodftxci Daaea aller Eiader Perfekta. SteslalUt ia Bra«t*$cbeitela. Diese werdea 4er Illfdcbeafriw alt wtiRffeadtr CiRfckHRg «ackgeaackt* W Ua p»r Ttretftkraag im »ckftiea, kitte 4e» Uoraawea OTHMAR aa4 die Adresse ge—י im kmkteai

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