Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 14 (4.4.1924)
- Date
- 1924-04-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 96 JUMBCKPMHE Nr. 14 Verrat an Judentum.!Was Ihsrt Juden und Judentum durch die Jahrtausende des Golms erhalten?!Was erhält sie? (Was kamt und wird sie erhalten!? Der jüdische Glaube! Der Glaube an die OfSenbarung^ düe uns vor Jahrtausenden eüne Ethik «e- ' Beben, ■wie sie erhabener keine Re^gfioau und -keine!Rhio- Sophie kennt. Die üebung der Vorscfhrtiteni dies G-ibtes- ®eset-zes, das das!ganze Leben׳ der frommen׳ Juden reguliert von der Wiege bis zum Grabe; dessen Ge- und IVenboite mH Bezug auf dias iVerthä'ltnis!von Mensch zu Mensch sozial •weit tfortschriMtahier •sind aHs idle sozialen IVoffsctorlften unserer aufgeklärten!(?! Siehe!Weifknieg.) Zeit. Wer •dieses erhaltende Lebenselemenit der Judenheit bekämpft, hegeht Verrat am Judentum.!Wenn man ihn heiligen Lande eüln Gymnasium errichtet, an dem m»t ■eüifijährigen Judenfturtgen iprOtestantisehe Bfibeilkrütik getrieben wird» so ist d!as ein Verbrechen am Judentum und an dtesen Judeniiungen׳, (So äussert sich •der Sp1h10®ist IDr. ß.!Bernfeld in •der ,jHazefirah“, dazumal •dias Organ INachum Sokollows.) Das Ist!Verrat am Judentum.!Wenn man an die Spitze׳ eiiner jüdisch sein sollenden *Bewegung, Männer stellt, die!in IMIisdhehe leben öder Ihre (Kinder nicht beschneiiden lassen׳ oder als GelistlWche Bübetöcr löffle treiben!, d!ie durch dieses Beispiel erijuidtend ׳wirken, das Ist Vorrat!am Judentum. (Wenn •man durah Jahre den!Hass ׳der!Araber, von denen noch auf ׳lange Zeit das!Schicksal der Juden m Pallästina afbhängt, zum Siedepunkt treibt, weil man urhi et orWi!verkündet!, man müsse ein, zwei!Miil'liionen Juden nach Erez Jiisroeü schickem, •um dde Araber zu depossedSieren, dias Ist Verrat am Judentum.!Wenn man in ׳den verfolgtenl/lillifomen Juden falsche Hoffnungen erweckt, man wolle Ihnen in Erez Jisroel •eine Heimstätte eröffnen׳, obwohl man we&ss, dass •mit grössten Anstrengungen -aller Juden׳ (•die rächt biinidlings rhr Geld1 einer Gesellschaft von Leuten! anvertrauen» die in Erez Jlisroel eine!Million •Dollar lährliah aufwenden!, um 600׳ Gesinnungsgenossen (Proipagand'isten) als Lehrer, wo 1200 genügen würden, u׳nd •weitere 200 Gesinnungsgenossen als Beamte zu bestellen, deren׳ Arbeit •noch!nicht •dias Papier!wert ist, das sie verschreiben, kaum 10.000 Menschen pro Jahr vernünftig in! Erez Jisroel angesieddt werden können, das!ist Verrat am Judentum.!Wenn in einem einspraahligen!Reiche, das sich einer antisemitischen!Barlamemtsmaljorität erfreut, ein fremdsprachiger Abgeordneter Im seiner!Sprache das!Wort ergreift und1 Stürmischer Entrüstung begegnet, wenn, da der einzige jüdische ׳(nationale), Abgeordnete aufstelht und dem fremdsprachigen Recht gfibt, dadurch die Entrüstung zum Siedepunkt •steigert, Ohne zu bedenken-, dass er dadurch wehrlose Juden der Rache antisemitischer Machthaber preisgUbt; wenm -in demselben* Staate derselbe!Abgeordnete lim offMelien!Organ der national jüdischen Partei sChr-dibt: DeT Staat!wird es zu ׳beklagen haben, dass er der Delegation zu den Friedensverhandilungen nicht einige zionistische Delegierte be-igeordnet hat, die dürCh!ihre Verbindungen!mildernd! auf die׳ Friedensbedimgungen eingewirkt hätten, ׳das!ist Verrat am Judentum. Das!ist •eine Bestätigung der Erf-ndung der ärgsten- Judenfeinde, die!immer-!von dergrossen1!Macht des Judentums fiasdn, um die ׳Juden für alles Unglück verantwortlich machen zu können, das -ist Verrat am Judentum. Wenn endlich ein Minister für jüdisah-e Angelegenbeiten sich dagegen ansspricht, dass ׳Ra'bbiinatskand'ida'ten vorn ׳Miilitärdlienst befreit werden, wiie die Kleriker der dirist-liiahen Konfessionen, weil er di'e!Orthodoxie ins ׳Herz (treffen will, idas Ist Verrat am Judentum. Wenn aber die Orthodoxie, für die die Abnahme der Gläubigkeit und Religiosität gleichbedeutend mit dem Untergang des Judentums ist, sich rächt •von -einer antireligiös ׳e n!Minderheit ׳vertreten lassen will, wenn sie mach de n zionistischen!Mandataren bei wenig verschieben würde- Sein scharfes Auge erspähte eiin blendend schönes, bleiches Frauenantlitz, aus dem wie in leidenschaftlicher Erregung brennende Augen leuchteten. Eine •Sekunde — und der Vorhang war wieder geschlossen, aber der Oberrabbiner hatte tTotzdem Zeit gehabt, in der blendend schönen ׳Frau die Königin zu erkennen, deren von Meisterhand gemaltes Bild vor dem Schreibtische des Königs hing. •Auf dem!Heimweg drängte sich dem Oberrabbiner immer wieder die Frage auf: Was• war es, was aus den Augen der *Königin gefeuchtet hatte: Teilnahmsvolle Ergriffenheit, oder glühende Erbitterung? Es war eine bange Frage, für die er nicht die klare Antwort fand. Zu Hause angelangt, wurde der ,Oberrabbiner von Gattin und Tochter mit einer Freude begrüsst, wi e wenn er von einer langen, mit grossen Gefahren verbundenen Seereise glücklich zurückgekehrt wäre. Die Ungeduld der so lange Wartenden hatte sich allmählich zu einem wahren Angstgefühl gesteigert. Ein Blick auf das Antlitz, des von der langen Unterredung mit dem (König noch erregten •Gatten und Vaters beruhigte die liebevoll ihm Entgegenkommenden. (Fortsetzung folgt.) Zur PfOlllSllfSMlSOII empfiehlt die Firma Weldler & Fürst Wien, XI•» Hollandstrasse 16 (ficke Kleine fiperlgame) ffslssls Herreagarderob•■ ■sch Maas aua ihren eigenen feinaten und aus mitgebrachten Stoffen. echten Judentums erhalten: ׳können^ zu fördern, zu kräftigen und auch ׳weiterhin wie seit Olims Zeiten, O-tt und der Menschheit zu dienen. Die Hetze. Brautausstattungen Billigste Einkaufsquelle in Leinen- und Damastwaren, Ghiffone, sowie in Tuchen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer atlef• 5 (nächst Salzgriea), Telephon 65-8-71!Männetm׳ wie NorthaMfe und König Hussein (vor sprechen, um iddesieilfben aufzuklären, •dass *die «grosse!Majorität der JiudensChafit gläubig tet, *die sich ivön einer antireligiösen satoreletiisöheni Kompagnie bevormunden lassen! will schreien diese herostrattedhen Bekenner eines iPseudbijudjen- 'tuims nach Verrat.!Wär!Herz 1, dessen׳ Intentionen1 die •reinsten waren, nicht Juden und Judentum so fremd gegenüber gestanden, hätte er!gewusst, dass •vier Fünftel der Judensahaft •absolut nicht zugeben1 können!, dass Religion -PrivatsaChe sei, er hätte gewiss sein (Werk der Psyche dieser gewaltigen jüdischen!Majorität angepasst. Dann würden wir in Erez JisToel viel weiter sein. Dasselbe Stpie! wird *jetzt mit Sir Herbert Samuel getrieben; er hört und •sieht nur durch Obren der geschworenen׳ Feindie der jüdischen Religion, er weites •nicht, das die Majorität der .palästinensischen Juden •den z-torästschen Terror •nur aus iNährungsor-gen» die Sie zum!Schweigen ׳verurteilenj, ertragen und •man verekelt dadurch den!meisten! orthodoxen Juden Ihr teuerstes Kleinod: Erez Jisroel.!Man muss nur die beweglichen Klagen des Staatsoberrabbiimers Kook über die überwuchernde Irreligiosität urtd iSüttenlosigkeit in Erez Jisroel (lesen, um zu ermessen, ‘was die zionistische Herrschaft a׳u׳s Erez Jisroel gemacht hat-!Interessant ist, dass ׳nach׳ den! ,neuesten׳, auch in zionistiischen Blättern ׳veröffentlichten! Nachrichten die englische Regierung die Zähl der Zivil-heamten auf 217 reduzieren will *und׳ die zionistische Verwaltung 200 Beamte ln Palästina besitzt. Dass ׳den ׳Zionisten nirgends entfällt bei öffentlichen Wahlen!mit anders orientierten güdltechen« Gruppen zu paktiaren und! in der Tschechoslowakei, KarpafhorusSlainil, Wien usw. aus Grösseriwahm ׳nur!natlionale Kandidaten auf stellen\ die durChf allen müssen, w ollen׳ wir nicht als Verrat bezeichnen, sondern nur als politischen Unsinn. Die Orthodoxie orgatltaiert sich langsam aber sicher. Sie ist aber auf dem Wege, trotz aller Verleumdungen, Denunziationen *ulnid Angriffe, die ihr!gebührende!Stellung einzuneihmen. Was ein Jahrhundert ׳wütender Reform nicht vermochte, wird auch dem antizumindest *aber areliglösen Nur nationaliudenlum nicht gelingen. Das Letzitere wird!längst ׳als!unjiidliisCbe Fliktiioin erkannt sein und sich überlebt!haben und das religiöse Judentum,, das der Welt die höchste Ethik, der!halben Welt aber positive Religionen gegeben! hat, wird foritbestehien zur Ehre G-ttes, zur Erbaltung Jisrods. (Dass es auch Gruppen! religiöser Juden■ gibt, die sich von den (Nationalen! lins Schlepptau nehmen lassen, obgleich Site fortwährend •gegen Attentate auf die Religion pro- •testieren müssen, dass diese religiösen Juden immer von Einheit des Judentums schwärmen׳, ohne zu verstehen, dass *diese Einheit seit einem Jahrhundert von!den- Reformern zerrissen w-urde und dieser Riss von den Nurnationalen *erweitert wird!, ist: ein nationales ׳Unglück. Unser Nationalismus ist nur durch die T hau roh b e g r ü!n d e t, dieser wird durch das Verhalten der frommen Nationalisten seiner Daseinsberechtigung beraubt. Dass aber die grösste positiv-e Leistung dieses ׳national gerichteten religiösen Juden darin besteht, die organisierte Orthodoxie (die erst seit wenigen Jahren arbeiten kann und in dieser kurzen Spanne Zeit auf ׳den Gebieten!, Idie auch diesen Juden* wichtig sein müssten,!Liimud Hathora und Gemilos Chessed Grosses geleistet) zu überwachen!, zu! tvernadenn und ׳zu verleumden, ist eine geistige Verirrung!, die wir tief beklagen. Die!Orthodoxie *geht ruhig ׳ihres (Weges, quittiert die Angriffe dturch verachtungsvolles Schweigen und arbeitet darauf hin,!alle Institutionen, die den Geist des ■*♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦•♦•י♦♦♦♦**♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ , ■ Z Kleins Z ♦♦ י «» Z Palästina Medizinal-Weine :: H של פסח :: Z Original ohne jedwede Mischung, Z :: nur wenn Siegel unverletzt Z H- — ז Klein Wien -״ ~ Tel 49.636־ J• Iviciu- * * lcu Tel. *9-6•• 86־ 2 - ״ ■■ ”. Bezirk, Schiffamtsgasse 17 - Die von uns vorausgesagte ׳Presshetze gegen die jüdische Orthodoxie traf pünktfich ein. Auf ein Signal des Herrn Nadhtum Sokolow In der jüngsten Sitzung des zionistischen Aktionskomitees, fiel mit erquickender Gleicbmä&sigkeit ■das ganze zionistische Presseorehester ein ,und -erfüllte -die Luft mit einem weniiger erquickenden Sühhnpfkonzert. Verrat ist der geringste Vorwurf, der diesmal der Agudas Jisroel gemacht wird. Diesmal gibt es etwas viel Schlimmeres. Die Kleinsten bellen am lautesten. Dies liegt in deren Charakter, da man ja sonst schwerlich andere Spuren ihrer Existenz bemerken würde. So zum Beispiel die misrachistische ״Jüdische Wochenschrift“ in Wien. Lebt dieses ׳Blatt ausschliesslich von der Agudas Jisroel, indem es seit Beginn seines *Be- Stehens unaufhörlich schimpft und so quasi nur durch di׳e ״Bekämpfung“ 9er Agudas Jisroel seine ׳Daseinsberechtigung zu erbringen trachtet, so ׳hat sich in der letzten Zeit in -die Spalten׳ -des Misrachistenblattes 9elten 4ps Wort Mferachi verirrt. ׳Lauter Agu'da, von Misrachi hört man nichts. Die Methode der ״Bekämpfung“ ist typisch. Ein Vorwurf wird zum Beispiel erhoben, der, wenn er ehrlich und klar ausgesprochen werden würde, die Agudas Jisroel zermalmen müsste. Die ״Jüdische Wochenschrift“ erzählt ihren Lesern, die Intervention der Jerusalemer Aguda bei König Hussein in Angelegenheiten der jemenitischen Juden, hätte eine «eradezu katastrophale Verschlimmerung der Situation der Juden in Jemen verursacht. Abgesehen davon, dass die ganze Sache e flogen ist, ist die Art, wie die ״Jüdische Wochenschrift“ {von hinten herum) *diese Nachricht ihren Lesern präsentierte, als obskur zu bezeichnen. In dieser Methode reichen ׳sich •die Misrachisten von der Wochenschrift und die ׳wütendsten Judenfresser die Hand. Denn ebenso wie *die Judenfeinde aus irgendeiner erlogenen Nachricht, ein Lügenmärchen konstruieren, ebenso geschieht ■es auch in diesem Falle. Den Judenfeinden genügt die Tat- Sache, dass ein Christenkind auf eine unaufgeklärte Weise für eine gewisse Zeit verschwindet, um gleich ein Rrtualmoirdimärchen in die Welt zu setzen. -Der Wochenschrift genügt!ein!unglückliches *zeitliches Zusammentreffen von zwei Umständen;, der *Bitte der Aguda um Linderung der Not der Juden in Jemen und ■die Verschlimmerung deir Situation derselben, um eigene Brüder, *thoratreue Juden einer Schandtat zu zeihen. Wenn der Zionist Rosen bäum durch eine wirklidh Pfefferkornsche Tat die Jeschiwozöglinge der litauischen Thorastatten den Kasernen ausliefert, so .muckt die Wochenschrift nicht einmal auf. In dieser Methode liegt die Dummheit und das Verbrechen, das man zu deutsch Brunn e׳n ve r■gif ׳tu ng nennt. Denn wären die Herren von der Woahensdhriift solch einer *ungeheuerlichen Lüge auf den Grund gegangen und hätten ■ihre Richtigkeit geprüft, so hätten sie vielleicht dooh von diesem Treiben abgelassen. Aber die Herren ׳sind ja so froh, wenn sie der Agudas Jisroel •einen Vorwurf machen können, obgleich dieser jedem׳ menschlichen und jüdischen Recht und Empfinden nach ein Verbrechen ist. Anderer Methoden bedient sich diesmal die ״Wiener Morgenzeitung“. Wir •hätten diesem Blatte mehr Selbständigkeit, kritischen Sinn und Kenntnis der Materie zugetraut. Aber auch die ״Morgenzeitung“ tanzt so, wie Herr Sokolow in London pfeift. Nur dass aus Mangel eigener Argumentation, diesmal der Artikelschreiber der ״Morgenzeitung“ einen Griff in den Phrasenschatz der — horribile dictu — Hakenkreuzler tun musste, um doch irgendwie dem Befehle des Herrn Sokolow zu entsprechen. Und während in Deutschland endlich die Legende vom ״Dolohstoss von Rückwärts“ zu Grabe getragen wird, nennt die ״Wiener Morgenzeitung“, in Ermangelung einer besseren Beschmutzung, das Erscheinen der Agudadelegation bei König Hussein, einen ״Dolchstoss von Rückwärts“. Der zioiDistische Dolchstosis ist da! Wer aber wurde erdolcht? ׳Ist die zionistisehe,Front durchbrochen worden? Wo ist der zionistische Ludendorff? ׳Denn zum •Dolchstoss gehört als eine conditio sine qua non ein Ludendorff und Ludendörffler. Dass der zionistische Hitler — Wladimir Jabotinski — wieder auf dem Papiere eine Offensive gegen die Windmühlenflügel ergreift und sein Wiener Gliche, Herr Dr. Wolfgang Weisl, blutrünstig die Araber daran erinnert, dass er ein Nachkomme der Makkabäer ist, ist ja bekannt. Der Dolchstoss! Die ״Wiener Morgenzeitung“ sollte sich hüten, dieses Wort aus der Phraseologie Perücken aus dauergewelltem Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Rudolf SCHIFF Wien, 1. Bezirk, K&rntnOrstrasse 8 (nächst dem Stefanaplats, am die Ecke)