Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 14 (4.4.1924)
- Date
- 1924-04-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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■PBN1I HRPPHKM י״מ?■ mm* swiiipaipBwwiwwwg»» V. b. b. JUIBCHE Pr״^£ ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a. ־־ Telephon 49.054. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise 1 Qanzjährig: ־Für Oesterreich, Deutschland, Polen 68t. K 90.000, Tschecho-Slowakei Kd. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 2& Lire, England 7 Shilling, Rumänien 800 Lei, Jugoslawien 100 Dinar, Einzelnummer öst. K 2.000. Zahlungen fflr Oesterreichs Posta Nr. 13.458: fflr Polen: Postsparka Nr. 190.409; für Ungarn: Postspar! Nr. 50.170; fflr Tschecho-Slowakei Konto Nr. 53.386; fflr Jugoslawien: 40.217:!.Rumänien: Banca Marmor: fr Co, Bukarest;fflr die Schweiz! Pot parkaasenamtWien, Konto isenamt Warschau, Konto nssenamt Budapest, Konto : Postsparkassenamt Prag, Postsp.-Amt Agram,Ko. N. »sch Blanc 81 Co fflr Florenz ttacheckk. Luzern VII. 1479. Mp. 14 Wien-Bratislava, 4. April 1924 .ב*ה ויענה־פרעססבורג כ*ט אדו־־ב. תים*ר 10■ nlährg■ Aktivismus. Aktivismus liefest die Erkenntnis der Pflicht, etwas zu tun. Aktivität heisst die Erfüllung dieser Pflicht. Wir möchten jeden Agudisten bitt^i, sich diesen schönen Erklärungsisatz gut einzuprägen und ihn möglichst oft zu wiederholen. Es ist sehr leicht, in beweglichen Worten darüber Klage zu führen, dass nichts geschieht. Würde man sich aber über den wahren Aktivismus der Thoratreuen klar sein, dann wäre sehr bald der ׳Grundirrtum behoben, in dem viele unsere Freunde befangen sind, dass ״Agudas Jisroel“ nur ein Verein unter anderen wäre und di׳e ״Kenessio Gedaulo“ etwa die Bedeutung einer Generalversammlung hätte. Unsere Freunde müssen sich an das• Bewusstsein gewöhnen, dass sie Glieder einer Weltorganisation sind, .so dass jeder einzelne die Pflicht hat, 1. erfahren zu wollen, was in der jüdischen Welt allenthalben auf dem Erdenrund vorgeht, 2. — und das ist der Wesenskern der ״Agudas Jisroel“ — dafür Sorge zu tragen, dass alle diese Vorgänge im Lichte der heiligen Thora geprüft und an der Hand des in der Thora kundgegebenen g-ttliehen Willens, korrigiert werden. Es muss durch die Agudas Jisroel ein grosser Zug gehen, wir müssen uns ja schämen, wenn das Wort: ״Zur Ehre G-ttes“ weniger Zugkraft hat, als irgend ein anderes Schlagwort, welches sich eine materialistische Zeit auch in bezug auf die Aufgabe und auf däe Zukunftsträume der Judenhert geprägt hat. Wir beneiden wahrlich diejenigen Menschen nicht, denen von der ״Kenessio Gedaulo“ das Mandat gegeben worden ist, .die Leitung der Agudas Jisroel zu betätigen. Sie müssten ermatten und erlahmen, wenn nicht auf der ganzen Linie der Agudas Jisroel ein grosser Aktivismus in bezug auf Beitragsleistung und Disziplin Platz greift. Wir gehören zu denen, die im ausgiebigsten Masse an allem Wirken der Aguda Kritik ausüben, aber wir wollen auch in dieser Beziehung die Gesetze des Handelns aus uns selbst und aus unserem Programm schöpfen. Wir verlangen von jedem Agudisten, dass er sich auch die Wege seiner Kritik nicht von solchen Kreisen vorschreiben lässt, die ausserhalb der Aguda stehen. Es darf nicht Vorkommen, dass, wenn irgend ein gegnerisches Blatt in meh^ oder weniger verhüllter Unehrlichkeit der Aguda dies oder jenes vorwirft, sei es ״Separatismus“ oder ״Volksverrat“ oder derartige Dinge mehr, nun unsere guten Freunde — sei das Wort gestattet — sich von diesem Köder locken lassen. Hier muss der Aktivismus der Pflicht eingreifen, sich zunächst einmal auf sich selbst zu besinnen. Von der Leitung der Agudas Jisroel wird aber verlangt, dass sie als def weithin sichtbare Träger des Thoradenkens und des Thorawollens absolute aktive Politik treibt. Sie sollen nicht warten, bis sie etwa von den an und für sich wunderbaren Aeusserungen eines katholischen Geistlichen daran erinnert werden, dass Palästina nur mit der Thora als Grundlage aufgebaut werden kann. Es genügt nicht, wenn dies den zuständigen politischen Kreisen stets wieder in akademischer und theoretischer Weise vorgetragen wird. Hier müsste der höchste Aktivismus Platz greifen, der unter Umständen den Mut hat, zu sagen, mit denen, dä׳e gegen die Thora gehen, gehen wir um kein Preis. Gleichzeitig müsste man durch höchste Aktivität der Welt klar machen, dass die Kraft der Thora dasselbe Palästina, das siich 550 Jahre lang, ®eit 100 Jahren verhöhnt von denen, die sich heute als die Herren der Situation fühlen, aufrecht erhalten hat, auch in grosszügiger Weise besiedeln kann. Die Leitung der Agudas Jisroel müsste ferner die Aktivität entfalten, dass sie über das Verhältnis zur Umgebung gleichfalls nur die Massnahmen der heiligen Thora gelten lässt und ihren Geist nicht opfert f fk: politische Phantome. ׳Nun möge .sifib jeder Agudtal»flfeu&genr weich eine Unter- An unsere Abonnenten! Das er$te Vierteljahr ist abgelaufen. Wir ersuchen nun unsere Abonnenten, mittels der *dieser Nummer beiliegenden Erlagschelne|die Abonnementgebühr gef. erlegen zu wllen, da wir ansonsten leider gezwungen wtören, die Zustellung unseres Blattes einzustellen. Jeder Abonnent, der die Abonnementgebühr für das ganze Jahr jetzt erlegt, unterstützt am besten die ״Jüdische Presse“. ■■ r ■ lassung es ist, wenn er durch Mangel an finanzieller oder moralischer Disziplin das Werk der Leitung behindert. Man möge sich ein Beispiel an Polen nehmen1, weiches in bezug uf die Erfüllung der Aguda-Pflidbten zurzeit die höchste Aktivität entfaltet. Rusticus. Ein Brief. /(Vorbemerkutnig der Redaktion: Als Zeichen unserer absoluten Obfiektitvität bringen wdr!heute folgenden Brief im Wortlaut; mögen!ihn unsere Leser als einen Leitartikel über Leitartikel betrachten.) ־ Sehr (geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie, dass ich, wie!ich ׳glaube, dm Namen tdler meisten ׳Leser Ihres gescih. Organes, an |S׳fe mit einem!sehr ernsten! Wort herantrete, da!ich niöhlt das Vergnügen habe, den Herrn, mit dessen 1Leitartikeln Sie uns fast allAviöChentHiah!beiglücken, persönlich izu kennen• Es mag ja sein — ich verstehe es allerdings nicht — dass lim diesen Leitartikeln eine ganze Fülle von Gedanken ,und Anregungen enthalten; sind!, allein der sehr geehrte Herr scheint zu Vergessen, dass es nicht Aufgabe der Leser der Zeitung ist, sich bei Lektüre besonderer Am■ strengung m unterziehen. leih1 meine schon, dass es die Aufgabe einer Zeitung!wäre, aus alledem, was sich 1׳m Laufe einer Woche ereignet hat, dlas Widhltigste zu entnehmen und es in einer solchen Befeuchtung darzustelleix, welche den Absichten der Zeitung entspricht. Cs muss aber die Darstellung so sein, dass ׳sie dem Verständnis d׳er Leser keine besonderen Schwierigkeiten bereite. Der sehr geehrte Herr möge doch׳ nicht vergessen, dass ein Artikel nicht ein besonderer Teiil eines •Buches ist. ln vorzüglicher Hochachtung einer ihrer treuesten Leser. ■(Nachbemerkung der Redaktion: Wir haben obigen Brief unserem Herrn Leitartikler übermittelt und er verspach uns die sehr ernsten Anregungen des vereihrte.1• Herrn (BriefSchreibers sehr ernstlich in Erwägung z* ziehen. Wir hoffen, dass dementsprechend in Zukunft unsere sehr ׳geschätzten Leser leichter in der Lage sei» werden, ■die ׳Leitartikel ■unseres Organes mit Genuss •zu lesen.) Der Traum des Rabbi. (FoTitseteung.) ״Unter geheimnisvollen Umständen?“ wiederholte der König nachdenklich, ״das soll wohl heissen: er starb keines natürlichen Todes..• er wurde aus dem Wege geräumt.“ ״Majestät, ich ׳habe nur den Ausdruck wiederholt, den ich in dem Dokument fand.“ ״Rabbi, Ihr sprächet von einer ״hochgestellten Persönlichkeit“, die in der furchtbaren Angelegenheit eine so grosse Rolle gespielt hat. Stand diese Persönlichkeit später auch im Zusammenhang mit dem..• vorzeitigen Tode des Königs?“- ,,Davon kann ich nichts sagen.“ ״Sagt es nur heraus, Rabbi. Ihr habt die volle Redefreiheit. Wer war diese ״hochgestellte Personüächkeit“?“ ״Majestät, sie ist nicht ausdrücklich ■genannt in dem Testament meines Urgrossvaters.“ ,״Aber eine Andeutung findet sich wohl? Eine Vermutung? Das darf ich gewiss annehmen!.•.“ ״Eine Andeutung?... Vielleicht... aber es wäre sündhaft, wollte ich, wo es sich um so blutige Anklagen handelt, Andeutungen oder Vermutungen verstärken, indem ich sie leichthin wiederhole• Selbst der Wortlaut des Testaments■, den ich nicht genau im Gedächtnis habe, könnte' ja eine andere Deutung zulassen...“ (Der König unterbrach den Oberrabbiner. ,,Ich merke, Rabbi, die Scheu, die Euch abhält, deutlicher zu werden •.. Ich verstehe und würdige sie. Doch sagt mir — fuhr er lebhaft fort — wer war Euer Urgrossvater?“ ״Majestät, er war einer der grössten, gefeiertesten Gelehrten seiner Zeit, ein Mann, von dessen heiligem Lebenswandel noch Jjjeute unter meinen Glaubensgenossen viel erzählt wird und der — er starb im Alter von 103 Jahren — nahezu siebzig Jahre in dieser Stadt lebte und lehrte, rüstig und in voller geistiger Kraft, bis zu seiner Todesstunde.“ ״Ihr seid sein würdiger Nachfolger,“ sagte mit gütigem Lächeln der König — ״ich wünsche Euch, dass I׳hr unter dem ׳Schutze des׳ Allmächtigen auch sein hohes.Alter erreicht . . . ׳Doch sagt, Rabbi. ..*-in welch£K Spraohe ist das Testament Eures Ujgross- Vaters abgefasst?“ : ״In hebräischer Sprache•“; '*,!Hebräisch׳?... Schade, doch das macht nichts..ך Ich habe eine Bitte an Euch, Rabbi. Falls das Testament nicht Dinge enthält, die vielleicht . . . nun... die vielleicht Familienangelegenheiten berühren, die kein fremdes Auge ertragen... oder auck heiklle Dinge, die vielleicht. •. Euch noch heute schaden könnten... das wäre ja denkbar... wenn da׳s aber nicht der Fall ist, dann würde ich Euch bitten, mir für einige Tage das Schriftstück anzuvertrauen.“ Rasch erwiderte der Oberrabbiner: Ew. Majestät sind voll Gnade gegen mich• Ich brauche nicht zu besorgen, dass ein Wort in dem Testamente des heiligen Mannes•, das er angesichts des Gedankens, dereinst vor Gott Rechenschaft über alles zu geben, niiedergeschrieben, nicht von der ganzen Welt, vernommen weden durfte. Ich werde das Original, eine Kopie von demselben und eine wortgetreue Ueber- ׳Setzung in den nächsten Tagen in die Hände Ew. Majestät gelangen lassen.“ ״Ich danke Euch, Rabbi. Das Original soll innerhalb vierundzwanzig Stunden Euch zurückgestellt werden. Darüber könnt Ihr beruhigt sein.“ Der Oberrabbiner merkte, dass der König mit diesen Worten auch die Audienz, die schon eine so ungewöhnlich;lange Dauer hatte, beenden wollte. Er verbeugte sich vor ,dem König, der ihm huldvoll die Hand reichte und ahn־!bis zur Türe begleitete. In diesem Momente schien es dem Oberrabbiner, als ob der mächtige Vorhang hinter dem Schreibtische, an dem der König gesessen, sich ein Ottmar Schiff ——alle« r.-;--י•— Rirntnerring Ihr. 6 («tgcdit« a<* 90m Britto», c«t. 51-3•» יי~ י Di« grösste internationale Knnsttoerlistätte!ן Perücken, Scheitel und Transformationen 6» aroi— nuctati / Billigste Cimtawttqient / Pie ffmttumg w flarmt. flaatfjcwciiteM Paf ffraar liefert seit Ncbr alt aaiertbalb jabrtebaiea «ta voraebautta •rtbMNwa l»et «Her Elaaer Perlekea. Spesiallxt ft lf<Mt4ckettela« Bleie werde! «er HtMekeatrinir Nit 9etll8frea«er ClaieB«!« tacba<*acbt« ü« oer TmfiDraag >1 leMttea, bitte «ea UiraaNca OTHMM ■»« Ile Härene ge»!« m beaebtea» *W I i