Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 11 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41- «,,., *..»! .״i.« v J .׳■• T«eWl«|| 0-S£ 0 W*KTEI. OiW, f Wahlen in J>a4karpatsko־Russ. : \ י ä:; V '• - ■■■! -■<ד -•׳• V- >.-v . . , ,:••■ | | «fogf* |^^^rf1NK^|ya1fi!tic^e. WahBcampfrgne in: |Can»aftrh1Q^^5slafn1^l •vorüber;sein׳ wUrduttcldle Mettsähen au| Ihrer ge׳*wh«nten::#^ 4jn4־ -d׳amH zu einer ruhigeren v?pu.T-ü1ök׳iD&10©hrt sei 9 , yverdeti^ wird( |bn Oetfüfef 'des lUSbebajaeirs •!m •dien Gemütern zwückbl eiben.• ieder ge^senih^e Jtkie nawnrtSj6ft 1ימי״& steh eine frage: liroriegentiautf dlie;!vtiell׳e eine Mare Antwort rtfohit ’werden• selben* können. Man hat — ab m«H־o*d׳er ohne sachliche «Berecbtisung — an mein Juden:t«u«in gepocht. Man ,hat l«ü •dl sehe politische *Parteren!“ •gegründet und solcher- «m$en! mich gezwungen, etiner b ii r gerUche n Pflicht׳, d&e ich bisher mH Ausschaltung meiner Zugehörigkeit zum judenrtiujji als Staatsbürger zu ׳erfüllen gewohnt war, nunmehr (vom Gesichtspunkte d es Judentums als Jude Genüge izu tun.!Mein Heiligstes sollte ich <zum Gradmesser einer Handlung machen, bei der .׳diie schretenide (Reklame״ der uahlende (Moto der!Strasse «m!Hzubestlmmen sich erdreiistet. Aus einem (Bündel von Wahlzetteln «salJite •ich a «1 s Jude bedachtsam und mindestens mit einem Anflug von heiligem!Schauer, von .relig׳iös©r Inbrunst, gewässermassen im (Bewusstsein •einer M1 zwo h- HandÜung ,einen heraus nehmen!und in ״geheimer“ Ab- Stimmung als Ausdruck meiner jüdhi sehen Gesinnung •in dile IWahlurne tun.!Wie anders konnte ich den!Wahlakt äuffasseni, wenn׳ ich eindringlich genug als Jude :zu;ihm airfgefordert wurde? Der Watolzettd sollte ■die!jüdische Beziehung meines Staatsbürgertums entschleiern.!Das ״Judentum“ in mir soHtie «durch ihn eine Erweiterung erfahren!; ein neues Stück!profanen Lebens sollte in «den Bezirk des Heiligtums,, in d!as Gebiet der r eli« lösen ßmflussphäre gezogen« werden. Alle meine (Lcbensäusserüngen sind •dem Judentame unterworfen, auch d׳i׳e staatsbürgerlichen. Kann ,ich, darf ■iah etwa essen,!trinken, schlafen, denken, fühlen, schauen, kann •ich!, •darf ich «jemals Mens c!h seiini und daibei den! Juden in imfir vergessen? Und St aatsbü,rger sollte!ich sein können, sollte ■ich sein «dürfen, auch wenn dem Juden!in mir sein Mitbesrttfmmungsrecht auf «rneiine Entsahliessiung verwehrt wird? Dies und nichts anderes konnte de׳r Sinn der ,*jüdischen“ IWahlpaxitel sein. Sie• wollte mir die!Möglichkeit schaffen, jüdische Masstäbe an meürae bürgerliche (Betätigung a!nzulegen. Habe Ich auch all dies bedacht, als Ich zur Wahlurne schritt? 1Diese Frage w:ir!d m a c :h d e r W a h 1 die Gemüter ^msomgfhr «flüfcteln!, als jejft fqimtten tdles •Wetyi^ri. iW^'hl- Kampfes die (Propaganda der einzelnen Parteien diese und׳ ähnliche Getdankengänge nicht •zum Ausreiten kommen lässt Niehls «noch «wurde bei einer!Wahl so viel und so oft von ,,Juderf‘ und *Judentum“״ von ,fädrscher” Gesinnung und ,Jüdischen'‘ In'ieressen! gesprochen als während der fetzigen Wahlbewtegung Im . iPodkartpatsko-jRuss. Wie hohl und!imhal«tslcer diese!Worte als iSchlagwörter des!Wahlkampfes, als ,Wahlparolen“ geworden sinj, «wie mfs sbifäiuchlScb $4© besonders!in!den sagenannten ,Programmreden“ dter z io nis tri sehen Kandidaten und ׳ihrer d«ra,ufgäng>e!r1rschen A'gitatoren> der jKartesche“, verwendet ■wurden, dlas werden die armen (jüdischen!Wähler, «die jetzt (vleflumwarbenien!und von allen Seiten umschmetoheiten, erst wahrnehmen, wenn die Prager Herren sich' «wieder verzogen «haben!werden, •wenn die ,;bedeutenden, einftlussreichen!hohen Herren Kandidaten“ und ihre Trabanten von. «dem Pliedestal «ihres ״Nationalrates“ herab irren ^fanatjsclieni ׳kulturell zurückgebliebenen Stammesgenossen!“ im!tschechoslowakischen Asien!wiederum Ra«tsühläge erteilen werden(, •wie sie ihre Kinder ׳,״hebräisieren“, Wie. sfe «sich selber zu (jener jüdischen Höhe emporschwingen .sollen, a!uff der das ,,zrotntis'tisohe“ Judentum des Prager Oberrabbiners lin der Hauptstadt unserer (Republik ,vblüht und igedieih't“.!Heute dnm!i׳t׳ten «des Wahlkampfes beachtet man es kaum(, ■welch Unfug mH all diesen Warten), die uns brjthfodlo xen( /Juden! «doch izu!allen Zeiten etwas bedeutet haben׳, getrieben ׳wtindi, und man lässt es ruhig geschehen, dass beispielsweise «dier zionistische ßehatskandliidait!in «seiner AgHattonsrede rm orthodoxen Scfoulhaüs «in Uzharod eine Bewegung, v.e rh err licht, gegen welche fast sämtliche orthodoxen Autoritäten <i׳h!re!Stimme erhoben haben. - Gewiss, die zionistischen■ Kandidaten «werden «durch- ׳faMen, Das wissen׳ sie selber am besten. Gewiss, ausser den wenigen zionistischen« Par teiigä«n•gern wird es niemand in!dien Sinn kommen, mit seiner Stimme dazu bei'zutragem, dass <jte *guten zionistischen Herren ■von Prag sich auch künftighin «diie 0«r t hodoxe n Gemelinden Karpathörussl'a’rads : zu -׳iihren׳ nationalistischen Experimenten ausserwahlen statt^!hr־Glück zunächst bei sich zu Hause zu versuchen!. «Ist’s aber damit getan? — ׳Darf dieses voraussichtliche negative Resultat •des Wahltages •genügen), um all «die!Verwüstungen, all die׳ Begriff sverwarru n gen, «die •die zionistische Pr opaga nda Sn diesen! Tagen fn •dien Köpfen «der noch nicht fwaihlbCirdclh'tiiig'tien Jugend! anaeridhitiet «hat,. wettzu!ma«ahen?!Was geschieht, •um• *dfte Enthe'ilig u n g unseres «jüdischen Gemeinschaftslebens durch zionistische Entstellungen( und Uandeutungeni für die Zukunft!im östlichen ,Teil unserer ftepublik mind e s t e n s ebenso unmöglich zu machen, wife es im west- 1 «i c h e n •Teil geschieht? Dem WaMzetitel In der Hand •des orthodoxen Juden dn tKarpathorussland kommt die Bedeutring zu, vor aQlen Dingen den iMMssbrä!uche«1t 4gr (Zionisten־ mH •demi!Wörtd;♦Juide“ ein EndV zuUb*^•rfelle/ft imd: der!Ideologie!des ■Zionismus das E i n f aLi att o r; 4* die orthodoxen Gemei|1n«d.en der Slowakei endgültig zu sperren. Nur wihih «dlas Resultat der (Wahlen in Podkairpatskö- Russ dieser Erwartung entspricht, wird •dier Beweis erbracht •sehn, dass ־cföe F.ragesiteilung richtig erfasst' wurde. C f v 1 s J u d a e u s. Schechiia. Zeitungsberichten zufolge haben es Zionisten zuwege ■gebracht, zum Zwecke der Wahlpropaganda für ihre «Kandidaten in Karpathorussland in geradezu gewissenloser Weise die Nachricht zu verbreiten, es sei von seiten der Regierung gegen die rituelle Schechita ein Anschlag geplant. Den scheinbaren Grund für diese Nachricht schöpfen die Zionisten aus einer rein informativen Zwecken dienender harmlosen Anfrage, die an verschiedene Stellen gerichtet wurde. Wie wir von massgebender Seite erfahren, hat die zuständige Regierungsstelle, nachdem ihr das!Präsidium der orthodoxen Landeskanzlei in Bratislava in einer Unterredung die erforderlichen Aufklärungen gegeben hat, die •bündige Erklärung abgegeben, dass ihr ein «Eingriff in das religiöse «Leben absolut fernliege und dass nicht der allerentfernteste Grund zu einer Beunrubigung vorhanden sei. Die Wahlen in die Kultusgemeinde in Piestany. In unserer Nummer 5 vom 1. Februar d. J. berichteten wir auf Grund eines «uns von •vollkommen׳ verlässlicher Sette zugegangenen Berichtes über einen ״durchschlagendien Erfolg der Jiüdiisohnätionalen bei dien• :Ku!l;tusgemei.ndewählen «in Piestany“. Dieser Bericht gab der •gegnerischen Presse Anlass, über!uns!, über d're Zionisten, Misrachisten, Jüdischnationalen, Demokraten und •alles, was nur in irgendeiner •Beziehung zur Bewegung steht, in!gassembuhenartiger Weise!herzufallen. Körn; Schimpfwort, keine •Verdrehung, keine Beleidigung ■war ihr scharf und kräftig genug, dass sie sie nicht angewendet ־hätte. Der Vorstand der Orthodoxen« israelirtischen׳ Kultusgemeinde in •Piestany sah sich bemüssigt, uns eine «Erklärung einzusenden1, •dip in ihrer kaulisdbukartigeii Relativltat afllen Einsteitiscbett; Begriffen ■spottet •und obendrein eine für eine Kultuik^h'^ni^e ganz' «unmögliche Steilungnähme in .׳Ding^'^dfg ’ 4C^mieäpd1a-41icfet8«■ deutet. Wir könnten auf Grund <d!er ,peinlichst am!gestellten Untersuchungen feststellen, dass unseT Bericht den Ta־t- Sachen entspricht, bis auf .dije eine — durch «Missverständnis entstandene — Behauptung, dass , •die Majorität der Neugewählten Jüdisch nationale •sind. Die!Majorität besteht nicht aus exponierten JüÄisChnatroiialen, aber .diie Zahl der letzteren •nähert •siah stÄrfc •der •Maforiitätsszahl. Sälbstjverständiliah wurden die J&fisohnatian&len ebenso von der Majorität der Gemeindemitglied«er gewählt, wie diie übrigen. Psychologisch kömfen wir es leicht begreifen, dass sich die sogenannten ,Getreuen“ mit Händen •und Füssen gegen den Gedanken auflehnen, •dass die offizielle Führung gerade der Piestanyer Kultusgemeinde in •die Hände der Jüdischnatiorialen geraten soll- Und trotzdem :ist es •währ, dass fast :in keiner zweiten orthodoxen Geimeinde der Slowakei •die Position der Jüdiscbnationalen eine solch gefestigte •und ,starke Ist, wie in Piestany. Und auch «das ist psychologisch «und sachlich gu!t fundiert. Auf die unflätigen lAingrtiffe der gegnerischen Presse zu reagieren, verbietet uns d!er gute journalistische Geschmack. ‘ Sijum in Munkacs. Am 3. Februar fand! •an «der |יש יב ך des Oberrabbiners Spira in Munkacs — wie diie Jeschiwa-Leitumg uns berichtet — unter aussergewöhnWoh xiegcr Anteilnahme von seiten der Talmidie Ghachomiim, des Gemeindevorstandes und aller Kreise der Gemefnide ein Sijumfest auf ׳ פסחיםD statt. Ausser dem Jesohi!walleiter •hielten mit grosser Begiersterung aufgenommene Retdlen! der Dajjan Rabbi Dawid• Schlüssel und Rabbi Chaftim Schreibier ferner ein «hervor,ragender■ Schüler der Jesabiwa Hem N. S. Schlüssel• ■.... : Gra1\d-/a1\atorium : ♦ und Wasserheilanstalt ♦ Bratislava (£"*$!»*& Tiefer Weg ♦ •**»•••*•«.«*»*•»«»••י«••••«••••••••••••«».•»••...•«»•••»»••••4» ♦ Erstklassige diagnostische, diätetische und phy• * l sikalische Heilanstalt für lunar• u. Nerv••- l kranke II Chirurgie, Frauenheilkunde // Abtei- ♦ lungen für Augen-, Ohren-, Nasenu. 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Auch bei «uns beglmnt allmählich das Selbstbewusstsein in den leider stark gelichteten• Reihen dier orthodoxen Jugend zu •erwachen־. Noch ist ׳d1e;r Kreis derjengen älteren Baileba׳t1i!m •nnch!t aWizugross, •diie!Ve,rstän!dn1is •dafür zeigen»' wo wir;hinsteuem, wenn nicht all Anstrengungen gemacht werden!, um die J!ugen«d der frommen Eltern zumindest!für das Judentum zu erhalten und sie gegen die Gefahren zu schützen•, •diie ti'hr von seiten der Zionisten und anderen mit ihm in Zusammenhang stehenden Bewegungen hier •viel mehr drohen als in anderen« •Teilen« des •Landes. Immerhin sind schön einige gewissenhafte «jüdische Menschen! auch!hier schon vorhanden!, die •dem fortschreitenden Verfall nicht •mehr glelchgiltiig zuschen wollen. Und «diese■ Männer sind es, die der frommen Jugend die Hand bieten und sie •ermutigen!, sich zu organisieren und1 «mit vereinten Kräften sich allen unjüdrschen Strömungen entgegemzustemmen. .Diese!Woche haben wir einen weiteren Fortschritt auf dem Wege der Besserung zu verzeichnen. Unsere ■erst vor Kurzem gegründete und «hn Geiste der Agudas Ji&roel geleitete Jugen1dorganisat«>on ״חתאהדות חרדים hat ihr Ver.eins!okal eröfifnet!, «da־s als Santmel- : Punkt . aller, , wirkliche thoratreuen. langen .1®jenten■;:•■üoserefti ־ Stadt «dffeneri soll. Hier sollen sich diejertigeh zusammete-f finden!,!d«ie קובע עתים לתורח sein •wollen und <Öe entschlossen sindl, Ihr ganzes •privates •und •öffenttltehes Leben und Wirken gemäss den/ Geboten der תוח״ק nach den •Weisungen «der גדולי תודח ejnzurichten- Aus Anlass der Einweihung unseres Verelnslokales Bellt Sne, Ehrw. Hen Rabbiner Ch. B. Gross eine glänzend^ einsfündige Re«die, «in welcher er 8i1 Anlehnung ä׳n itreffendet Deutungen von מאמרי חז״ל die Aufgaben der Jugend littunseren Tagen dartegte. Jm Namen) der Jugend sprach Herr Lazar E 8 c h e n s t e •1 n sehr •wirkungsvoll. «In unserem Lokal wierden wirr •alle oirthodoxert jüdischen1 Zeitungen aufflegen, damit jed'es Mitglied Gelegeiilheit findet, auch die׳ 1W ahrhef,t kennenzulernen, wenn die zionistischen־ Zeitungen Jahr aus, Jahr e«in über düe Orthodoxie •nur Unwahrheiten und abfällige Kritik verbreiten und dadürdi «diie W1ideTS«ta׳ndlsfäbi1gket gegen die unlüdischen Ideen schwächen Gemeindewahl in Vrutky (Rutka). Bei der hier am 9• d. IM. stattgefundenen Gemeindewähl haben!dfie Zionisten ein einheitliches!Vohgeheit der Judenschaft vereitelt. Trotzdem haben sie niioht me«hr als ein Mandat (83 Stimmen) erlangen können!, währenKl die «Vereinigten jüdischen Parteien“ zwei Mandate erworben haben. Rabbi Benzion Jadler in Dun. Streda. Am שבת פ׳ פקודי hlellit Rabbi Benzion Jadler aus Jerusalem «in Bes Hamldirasch eine «mit grossem •Beifall aufgenommenie דר שח worin er die Gemeinde für die-• Aufgaben «ln Erez Jisroel begeisterte. Die Hilfsaktion der Juden in Deutschland. Eingänge bei!der orthodoxen Landeska nzlei Jn d'er S)ilowakei. Für Gemeinden und religiöse Institutionen: 10׳. Ausweis: Salanc: Jakob Hirsch tsoh. •K 20. Deakovce: M. •L. Markovitsch tsch. K 10. Zusammen tsch. K 30. Die orthodoxe Landeskanzfei für das notleidende Deutschland. ׳ Bratislava. (A. J. P. B.) Die Landeskanzlei der' orthodoxen Gemeinden in Bratislava hat der ״Freien* Vereinigung“ für die Interessen des orthodoxen Judentums in Deutschland einen Betrag von« tsch.- K 50.000 zur Verwendung für notleidende Institutionen der Orthodoxie zur Verfügung gestellt. Silberne Hochzeit Der •ehrwürdige Rabbiner der Israelitischen Kultusgemelnde Zwrttau «(Mähren), •Herr' «Dr. Felix Kanter, Verfasser vjeter bekannter homHeti-* scher Werke ■und Mitarbeiter vieler jüdischer Zettungenw