Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 10 (7.3.1924)
- Date
- 1924-03-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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PnpPPiffPiipi ppp Seite 72 JÜDISCHE PRESSE Nr. 10 Adas Jisroel, Schiftschul, Wien, II. Grosse Sckittg. 8. Ausschliesslich ifn der Bäckerei •cDer. Adas Jisroel werden Mazzotlh unter Aufsicht •des orthodoxen Raöbinates dier Adas Jisroel erzeugt. ׳Jede davon (verschiedene Mitteilung beabsichtigt Täuschung. JlatMn. Die Methode der Verwirklichung. New York* Die zionistische Organisation hat In! Mandat. eigentlich dien ganz konkreten Auftrag, das ganze jüdische Volk für die Erfüllung demjenigen Aufgaben zu gewlnnen^ welche im Ausfluss des Mandates zur Erfüllung der Aufgabe berufen׳ sind, welche das Mandat in Form eine Verheissung den Juden stellt. Nun .ist eben einmal ein Teil der Jüdischen Gemeinschaft derartig gesinnt^ dass er unter der Flagge!dies religionslosen Zionismus nicht einmal än Palästina einmarschieren will und darf. Die also gesinnten Juden, haben׳ sich in der Organisation der Agudas Jisroel gefunden. Damit sagen wir Herrn Dr. Weizmann nichts Neues!, das weiss er und bedauert es. Was aber neu ist, Ist folgendes: Derselbe Dr. Wetomanw der gegen die Meinung .vieler!Parteigenossen es durdigesetzt hat, sowohl die einzelnem Notabel», als auch solche Organisationen anzugehenj, bei dienen/ er Geld vermutet, weiss nicht recht, was er miit der Agudas Jisroel beginnen soll, bevor sie ihm eine feste Summe in Pfund1 Sterfling, ganz zur Verfügumg der zionistischen /Organisation votiert hat. Dass er das IdleeMe in den religiösen 1Bestrebu׳ngen nicht sehr hoch bewerteitl, ist begreiflich. Unbegreiflich jedoch .wäre, wenn die Agudas Jisroel folgendes fein angelegtes Manöver niciht dfurcbsahauen und entsprechend honorieren würde. Herr Dr,. Weizmann hat die Agudashorabbondm in Amerika beauftragt, mit allen Kreisen der Orthodoxie in Verhamdlung wegen der Jewiish Agency eimzutreten; -wenn sich die Agudahorabonim in dieser Gabia/h-benMPessa-iRolle .gefällt, so haben wir darüber kein .Wort zu verlieren. •Wenn die zionistische Organisation glaubt, mit 1dieser Lösung sich ihrer Aufgabe •ln anständiger Weise entledigt zu haben, so haben wir auch darüber nichils zu sagen; wohl aber glauben wiir die bestimmte Erwartung aussprechen zu dürfen, dass diie Agudas Jisroel an diesem Spiel nicht! tedlnimmt; es ist vielmehr Ihre Aufgabe, Immer und! immer wieder der Mandatsmachf klaTzulegen, wie sehr sie ihrer eigenen Politik das Grab bereitet!, •wenn sie es duldet, dass der eigentliche Wesenskern des Judentums und der Judenheit nicht beachtet oder als eine Bagatelle!behandelt wird. & BAbioke Vorilmmer, ■ohöne Kftohen (praktische Patent-Ab Waschtische), gediegene Bohlafsimmer, reisende M&dohensinuner usw., einzelne Küchen־ gerate aller Art MMspmlfM ״KÜCHENFEE“ ▼ ww־wyr׳־ייוי ■שי־׳ייי f r KARL KLIMBEBOEB ft Oo. Wien, XX Bez., Engelsplatz Nr. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauait. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1918). Filialen: I., Spiegelgasse 15 VIII., Josefsi&dterstr. 30 III., Landstr. Hauptstr. 65 XVIII., Wihrlngerstrasse 115 IV., Margaretenstrasse 2 VI., Stumpergasse 51 XXI.f Hauptstrasse 28 XXI, Kagran,Wagrameretr.118 Sonnen« und ülegenffdlnue« 6&ejfoHtäten L. Fiertels Nachfolger M. Leib, Wien, 6. Bezirk, Mariahilferetrasse 89 שבח geschlossen Feste Preise auf jedem Stück ersichtlich. .*. Leser dieses Blattes erhalten drei Prozent Vergütung!Wir ihoffifem zuversichtlich* dhss dieser kn offiziösen Auftrag Dr. Chaim Welzmanns erfolgte Anfrage der Agudasharaöbonim einen neuen Schritt in Downing Street aus־ lösen wird Die Agudia hat wahrlich •lang genug Rücksicht geübt. Eine Schwäche ihrerseits wäre Jetzt Feigheit und Verrat am der Thora. Für die Sabbatruhe. New York. Kürzlich wurde hier eine Konferenz der Aguda und der Sabbat-Organisationen abgehalten. Nach einem Bericht des Präs, der Agnda, Dr. D r a c hmann, versprachen Rabbiner Margulies im Namen des Rabbinerverbandes, sowie Rabbiner Med er-Berlin im Namen des Misraohi, für die Sabbatruhe-ßewegung in Amerika einzutreten. Es wurde ein Aktionskomitee zur Förderung der Sabbatruhe-Bewegung eingesetzt. €rtx 3$r«ei. Der Gerer Rebbe bei Sir Herbert Samuel. Jerusalem. Am 27. Februar empfing Sir Herbert Samuel den Gerer Rebben und die Delegation der Agudas Jisroel im Regderangsthause in längerer Audienz. Die Vermittlungsaktion zwischen der Orthodoxie in Erez Jisroel. Jerusalem. (A. J. P. B.) Wie bekannt, hat die Agudas Jisroel in Erez Jisroel auf Grund der Be- Schlüsse der Kenessio Gedaulo eine Vermittlungsäktdon zwischen den Gemeinden Oberrabbiner Kuck und Oberrabbiner Sonnenfeld eingei'eitet. Wie ״Doar Hajom“ meldet, gelang es den Rabboim von Sokolow und Bendziin das uneingeschränkte Votum Oberrabbiner Sonnenfelds zu erlangen, wogegen Oberabbiner Kuck eine abwartende Haltung eingenommen hat. CHECH O-SLOWAKEI [ Wahlen in Podskarpatsko-Rnss. 2. Abschnitt (Kampf!). Dem nüchternen Beobachter der Erscheinungen unseres jüdischen öffentlichen Lebens fällt es schwer, Verständaris zu gewinnen für •die Aufregungen und die Kämpfe, die seif einigen •Tagen die Gemüter im Podkarpatsko-Russ beherrschen. Man fühlt! sich in Versud1ung zu wähnen, die Zionisten hätten recht mit ihrem Schlachtruf, das Schicksal des Judentums entscheide sich in diesen «Parlamentswatolen, wenn man zusieht, m!it weilcher Leidenschaft •und1 Kampfentschlossen* heit die •beiden •Wahlparteien mit jüdischen Kandidaten sich für den Wahltag rüsten 13׳ Wahllisten wurden insgesamt eingerefobt, darunter zwei von seiten der Juden. Niimimt rnan’s sehr genau, so sind’s sogar drei jüdische Listen. Denn die ״Bürgerliche Partei“ besteht ׳zum erheblichen Teiil ebenfalls aus Juden, wenn sie auch nicht unter jüdischem Titel um den Wahlsieg ringt. In der jüdische n Arena stehen jedoch vornehmlich z w e i Wahlparteien einander gegenüber, die ■sich •aus den Trümmern der von den Zionisten mutwillig gesprengten ,,Jüdischem Partei“ •erheben: diie neue oionistische ״J üd isehe Volk spart ei“ (Liste Nr. 2) ■und die gemeinsame Partei der anderen (niohtnationalistischen) Juden׳, der man in einem Vorgefechte 1be;i der Waihlkommissiion den Namen ,Jüdische demokratische Partei“ (Liste •Nr. 6) aufgezwungen hat. ׳Während jedoch diese all gern ein,-fiüdi sehe Wahlpartei sich vorläufig reserviert auf die üblichen!Wahlversammlungen ■und •Plakate!beschränkt, haben die Zionisten schon jetzt einen grossen kostspieligen Apparat in •Bewegung gesetzt. E.n ganzes Heer von ,,WdhiUnachern“, mit Emil Walds;.ein und dem zionistischen ,״Zählkandidaten“ für den Senat, Oberrabbiner Dr. B r o d y an der Spitze, ist bereits vorige Woche von Prag nach dem Schlachtfelde abgereist, um für ■die /zionistische Sonderliste ,Stimmung zu wecken ׳und dem Volke ׳plausibel zu machen, weshalb heute Sprengung •und Zerstörung der ,,Jüdischen Partei“ ein lobenswertes .nätiiona] jüdisches Werk sei, wo doch gestern als man sich noch iin der Hoffnung wiegte, einen Zionisten auf die allgemeiinjiüdsche Kandidatenliste aufnehmen lassen zu können, ihr Mund ,von lauter ״Einigkeit“, ,,Einheit" und ähnlichen süssen Sahlagworten triefte. Von einem P a r •t■ e i ■p r 0 ■g r a m m der ״Jüdis:hen Volkspartei“ hört man freilich immer noch keinen Laut. Vergeblich fragt!man danach, was sie im Parlament und im Senat vertreten wollen, welche polj.?»ohe Grundanschauung /bei der Stellungnahme zu den wichtigen innenpolitischen •und ausserpolitischen Prabl :men. die der Lösung ׳harren* oder in kukhreMen und religiösen Fragen, ihr die Richtung weisen weide. Die Wortführer der zionistischen Wahlparfei schweigen sich darüber aus und dreschen •in einemfort bloss die Phrasen von der Allmacht des Zionismus, von der Tüchtigkeit Ihrer Kand'idaten, von den grossen Verbindungen(, die sie besitzen, «von ihrem Einfluss auf d!e Entscheidungen des iVödkeTbundes!(!), von •der Erneuerung des Judentums, die s'i׳.*. in ■ihrer Seele durdigeführt, von dem Aufbau Palästinas, zu dessen Kosten sie auch Nichtzionisten beizutragen gütigst gestatten wollen, von der ״hebräischen“ Sprache, die sie in Podkarpatsko-Russ den Juden beibringen!möchten, von Prag, London, Paris, Genf, Jerusalem, Washington, wo sie überall ein gewichtiges Wort m'lzusprechen haben und wo man nur ׳noch von der einen Sorge gequält sei, ׳dass etwa einem jüdischen Menschenkind in Munkacs, Hast, ׳Sevljus, Beiegszasz oder Jassiner!beHallen könnte, nicht/zionls tisch zu ■wählen und dadurch den ganzen ׳z׳i on i stisch-nationatisttechen Weltenplan umzustürzen. Wie wenig diese leeren׳, hohlen, längst verbrauchten• Worte bei den Juden im Podkarpatsko-Russ verfangen, wissen die Zionisten selber ganz gut- Ihr Ziel bei diesen Wahlen ist nach dem Geständnis ihres obersten! Meisters, des zionistischen Listeniührers Dr. Singer, auch keineswegs, das jüdische Mandat für sich zu erringen. Dies3 Hoffnung war für sie in dem Augenblick geschwunden, als es ihnen in der Munkacser Versammlung der ״Jüd> sehen Partei“, in der ihr (hervorragendster Exponent, oer Munkacse-r Vizebürgerme.ister Dr. Spiegel, den Vorsitz führte klar wurde, dass die gutjüdlisch gesinnte religiöse Bevölkerung nicht zugeben werde, dass ein nationalistischer Zionist oder ein sonstiger Vertreter des ״Modernismus“ als ernster Kandidat auch nur •in" Komblnation komme. Auch •die Zionisten wissen es sehr wohl, dass für das konservative Judentum das Heiligste auf dem Spiele stände, wenn ein Zionist auch nur einen einzigen Tag als alleiniger Vertreter des Judentums vor dem Parlament oder vor dem Senat! Gelegenheit fände, die zionistische neue Ideologie als ״Judentum“ auszugeben.!Die Zionisten selber sind sich dessen klar bewusst, dass es einem prinzipientrenem Juden! eine moralische Unmöglichkeit Sst, einem Zionisten׳ (wenn er!nicht auf der Stelle von orthodoxen Juden kontrolliert werden kann) einen so verantwortungsvollen Posten zu überlassen; in Polen ׳und Litauen hat man auf diesem Gebiete manch lehrreiche Erfahrungen gesammelt. Nicht um das Mandat handelt cs sich also für die Zionisten bei ׳ihrer ganzen zerstörenden Taktik der selbständigen kandtdlerung ihn Podkarpatsko- Russ. «Was wollen und was suchen die Zionisten■ denn in Karpathorussland? Telephon 78־7־57 שייטול D r bekannte Spezialist für individuelle Scheitel, Perücken Transformationen Brantfrlsurenaus allerfeinstem dauergewellten Naturhaar Carl Polak Üamenf riseut* Wien, IV•, Schletfmöhlgasse 3 liefert obige Artikel prompt und biUigst für In־ und Ausland en gros und en dttaiL Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarmuster und Angabe des Masses von einem Ohr zum anderen. - Kostenlose Vorfflhrung der neuesten Modelle, saees Beachten Sie goffiiilgot die Hausnummer 3 ״Warum kandidieren wir in Karpathorussland?“ lautet auch die Ueberschrift eines Artikels, den Dr. Singer in •der Prager ״Selbstwehr“ veröfientlicht. Warum? Weil Karpathorussland der einzige Wahlbezirk in der Republik ist, in welchem ein jüdischer Kandidat die nötige 1S׳ti/mmenanzalhl erlangen ikönn!t e, wenn dieJuden einig blieben׳ und — nota •bene -- die Auf- Stellung eines eigenen Kandidaten für politisch zweckmässig hieben; weil ferner fatalerweise gerade im diesem Bezirke •die Juden In jüdischen Dingen! sich Dr. ■Singer weit überlegen dünken und 90 Prozent von ihnen׳ auf seine ganze naitionalistlische Weisheit und seine ,,zionistische Durchschlagskraft“ ebensogut verzichten zu können meinen^ wie auf die schönen und ausschliesslich friedliche Zwecke verfolgenden Gemeindereformen seines misrachistisohen ■Oberrabbiners Dr. Brody und weil demzufolge er und seine Gesinnung«- genossen weder hier noch anderwärts in der Republik jemals zu dem idealen Höchstziele ihres Strebens, zu einem Mandat gelangen könnten, wenn es nicht gelänge, den konservativen׳ Juden jenes Landesgebietes durch Kampf beizukommen. Den Kampf gegen die frommen Juden! benötigen die Zionisten im Jntcresse I ■h t e r ,Zukunft“, wie die Luft zum Atmen. •Hören ׳wir Dr. Singer selber: ״Die Einigkeit wird also in Karpathorussland erzielt werden• — aber durch Kampf. Davon bin ich fest überzeugt'. Solange nicht d!as Märchen (?) aus der Welt geschafft wird, dass die!konservative Partei 90 Prozent der gesamten Judensohaft Ka׳rpat1horussiands hinter sich habe, solange wird es nicht möglich sein, mit dieser ,Partei oder ihren! Führern mit Erfolg zu verhandeln. Diese Herren •müssen sich in den Wahlen überzeugen!, dass es notwendig wird!, den Kopf ihr es. den■ Behörden so häufig vorgelegten׳ •Briefpapieres zu revidieren, gemäss welchen die Partei 90 Prozent der ikarpathorussdschen Juden'heit vertritt. ■Wenn wir zurückw׳eichen1, wird diese iGnosst'uerei (?) nicht aufhören; und wir würden schwerlieh so behandelt ׳werden, wie es der zablemmässigen Stärke und der moralischen ׳Durchschlagskraft unserer ׳Partei entspricht. Die Herren müssen sich!überzeugen, dass es in Karpa!thorussland •keine Wahl eines Abigeordmeten oder Senators ohne jüdischnationafle Partei gibt (!!). Unser selbständiges Auftreten im!Wahlkampf ist aber auch aus dem Grunde notwendig, weil es geschehen könnte, dass bei den nächsten Wahlen ins Parlament unsere gegnerischen Parteien im Bewusstsein, dass Karipaithorusslandi in letzter Linie über das Schicksal der Wahl in der ganzen Republik entscheidet, die Kandidatur nicht nur in •Beregsas und Uzhorodi, sondern auch in Prag, iBrünn ׳und1 Bratislava diktieren! wollten•!Das freilich darf (?) nicht geschehen und darum (!) können und dürfen wir bei׳ der heutigen •Situation ■u׳m keinen Preis zurückwelohen, wenn wir uns nicht selbst das politische Todesurteil (!) sprechen wollen. Erst wenn die )politischen Faktoren von Karpathorussland sich zu dieser Ueberzeugung durchringen werden, dann erst (!) ist!in Karpathorussland Einigkeit und eine einheitliche Partei׳ möglich.!Vorläufig aber heisst es: Entschiedener Kampf — und sei es auch ohne Mandat (!!).“ Hier ist also das (Wahlziel <üer Zionisten deutlich und univerdeckt ausgesprochen. Die Einh-etit der Orthodoxen zerstören!, damit! Ihre ׳überragende!Majorität zerstäubt und die Herren Zionisten dann sich zu ״!Vertretern“ des Judentums erheben können. Deshalb die Parole: Kampfe ^entschiedener Kampf — und sei es auch ohne Mandat“! Und wenn Zionisten ,,kämpfen“. Ist •ihnen natürlich alles, aber auch alles erlaubt•, •Dann fot es fair, wenn die