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Jüdische Presse · 1924-02-28 · 9 (28.2.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
9 (28.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V.b.b; JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration! Wien, II., Malzgasse 12a. - Telephon 49.054. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, rar Nachrichten Montag. Abonnementspreise! Qanzjährig: für Oesterreich, Deutschland, Polen 68t. K 80.000, Tschecho-Slowakei Kd. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 86 Lire;, England 7 Shilling, Rumänien 300 Lei, Jugoslawien 100 Dinar, Einzelnummer öst. K 8.000. Zahlungen Jar Oesterreich: PostsparkaaaenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkaasenamt Warschau, Konto Nr. 190.406; für Ungarn: Postsparkaasenamt Budapest, Konto Nr. 50.170: Kr Tschecho-Slowakei: Postsparkaasenamt Prag, Konto Nr. 53.384; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram.Ko.N. ftCo, Bukarest;für die Schweiz! Postschecks Luzern VII. 1470. Mp. 9 | Wien-Bpatisiava, 29. Februar 1994 .ב״ה רענדדם־עסםבורג נ*ד אדר־א. תיפיד IO. Jahrg. Die höchste Einheit. Am Beginn des Wochenabsohnittes Wajakhel, weicher in seinem Verlauf ■die Erbauung des Stiftzeltes uns vor Augen führt, steht eine eindringliche Mah- ■nung in bezug auf den Sabbat. Wir haben eine ähnhebe Zusammenstellung vor acht 'Pagen erlebt, da unmittelbar im Anschluss an die Befehle zur Ersteilang des heiligen Werkes dem jüdischen Volke der Sabbat als Verbindungszeichen zwischen dem Allmächtigen und Israel ans Herz gelegt ist. l>as ist ein einfacher Tatbestand, welcher das Heiligtum, in welehern der Mensch sich opfernd hingibt und betend empfängt, zwischen die Grenzmarke des Sabbats eingeschlossen hat. Das Heiligtum gibt dem Menschen nicht weniger und nicht mehr als die Kraft und die Fähigkeit, sich mit der Ewigkeit zu vermählen; die Vermählung selbst findet am Sabbat statt. An der wirklichen oder erheuchelten Unkenntnis dieser Tatsache mussten alle Versuche scheitern, dem •jüdischen Volke einen anderen Aufbau seiner sitt- Wehen Vollendung zu gelben als diejenige, welche im Sabbat gipfelt. Leider ist es wirklich sehr vonnöten, immer und immer wieder dieses Verhältnis uns ins Gedächtnis zurückzurufen. Es wäre wirklich einmal an der Zeit, ■nicht im Tone des begeisterten Predigers, sondern im Tone des nüchternen Historikers die Frage zu untersuchen, wieweit das Auf und Nieder der jüdischen Kulturgeschichte im Zusammenhang stellt mit dem Auf und Nieder des Sabbats im jüdisehen Volke. Das ist heutzutage umso aktueller, als durch die drohende Kalenderreform dem Sabbatge danken eine neue Gefahr bevorsteht, und Ideen in unserer materiellen Welt nur dann sieghaft werden, wenn sie in den Menschen verkörpert sind. Und darum ist die Aussicht, beim Völkerbund in seinen Beratungen über die Kalenderreform dbn Sabbat zu Worte kommen zu lassen, umso aussichtsreicher, je mehr jüdische Menschen sich als Vorkämpfer fiir den Sabbat finden lassen. Aber die Zusammenstellung, mit der wir diese Betrachtung begonnen haben, besagt noch viel mehr, sie gibt die einzig zureichende Antwort auf alle reformistischen Bestrebungen, ln allen anderen Reli- •gionen ist das Heiligtum, die Gebetsstätte, als eine von dem Leben abgekehrte ■Sache, der Mittelpunkt, für uns ist es der Weg zum Le&en, d. h. zum Sabbat. Gebets- und Opferstätte, die diesen Weg nicht zeigen, sind unbefriedigendes Menschenwerk. Der Unterschied liegt noch tiefer. Die anderen Religionen haben sich ihr Verhältnis zur Ewigkeit aus sich heraus erstellt. Sie konnten und mussten deshalb, wenn ihre allgemeine Anschauung sich geändert hatte, auch dieses Verhältnis anders gestalten, oder, rm modernen Sinne des Wortes gesprochen, in den Religionen, die nicht auf der Offenbarung beruhen, gilt das Gesetz der Entwicklung. Auf diesem Standpunkt stehen auch all diejenigen, welche m das Judentum een kirchliches Element gebracht und das Heiligtum, wie sie cs verstehen, subbatlos oder sabbatfeindlich gestaltei haben. Allein es ist darüber noch ein Wort zu sagen. HeiLigtum ■und Sabbat, wie sie an diesem Anfang des Wochenabschnittes zusammengestellt werden, sind nur Beispiele, warnende Beispiele für jede Generation oder für jede Irrlehre, die sich eine Auswahl unter den Geboten der Religion gestatten zu können glaubt, die alle Vorschriften der heiligen Lehre darnach bemisst, ob sie gerade ihrer Ansicht, oder gar ihrer ästhetischen Grundstiimmung entsprechen. Man gehe die Geschichte des Abfalles im Judentum durch, von Elie&er ben Abuja bis auf ,die ״Heroen“ der jlvngsten Zeiten. Alle haben mit •solchen Auswahl ■begönnen und alle endeten in öder Negation und unkiarer Zerrissenheit ihrer Seele. Ihre Seele ist sabbatlos geworden. Aguda in Oesterreich. Es ist eine alte und wohlbekannte Tatsache, dass ganz geringe, unbedeutende und äusserliche Ursachen grosse und einschneidende Folgen haben. Oft sind geringe innere Einflüsse Lenker und Leiter grosser, bedeutender Ereignisse, ebenso häufig aber sind äussere nebensächliche Vorkommnisse Auslöser und Beginn grosser Aktionen. So wäre man geneigt, ein ganz unbedeutendes, alltägliches Faktum im Lager der Agudas Jisroel in Wien zum Anfang einer neuen Epoche in deT ■Ent־ Wicklung der Agudabewe-gung in Oesterreich zu stempeln. Das Zentralbureau der Gesamtaguda war bis zur vergangenen Woche in den Räumen der Wiener Ortsgruppe untergebracht. Dieser rein äusserliehe Umstand hat doch bewirkt, dass die Ortsgruppe Wien sich nicht in dem Masse, wie es ihrer Grösse und Bedeutung entspricht, entwickeln konnte. Es war, als ob die wichtigen Angelegenheiten der WeltOTganisation auf der Entwicklung der Ortsgruppe lasten würden. Die grosse Verzweigtheit der Arbeiten des Zentraibureaus zersplitterte und lenkte das Interesse und die Kräfte der Mitglieder der Ortsgruppe ab, die sich viel mehr als Mitglieder der Bewegung denn als Mitglieder der lokalen Gruppe fühlten. Die Vorbereitungen zur Kenessio Qedatilo, die nur dank der unermüdlichen Mitglieder der Ortsgruppe und ihres Präsidenten eine so glanzvdle zu sein vermochte, absorbierte die Kräfte der Ortsgruppe vollkommen» so dass sie der kleineren, aber ebenso wichtigen lokalen Angeiegenheuen nicht im notwendigen Masse entsprechen konnten. Ebenso hat noch ein weiterer Umstand die Wiener Ortsgruppe nicht zur vollen Blüte reifen lassen. Dieser Umstand ist die Tatsache, dass das Jüdische Hilfswcik der Agudas Jisroel im Rahmen der Wiener Ortsgruppe sich befindet. Die kolossalen Anforderungen, die an diese Institution gestellt :׳wur? den, di£ “grossen wirtschaftlichen Katastrophen‘ffensSr Iand und Deutschland), die eine übermenschliche Leistungsfähigkeit erforderten, haben,das ■Schwergewicht der Arbeit auf das charitative Gebiet verschoben. Wir sagen verschoben, und dieses׳ Wort charakterisiert, genügend unsere Anschauung. Die drei Säulen, auf denen die Welt ruht, Thauro, Awaudo, Gemilath Ghasodim, sie sind harmonisch, und gleich lastet das Gewicht des Kosmos auf ihnen*.Gleich und harmonisch muss auch die Arbeit und Leistung der Aguda sein, auf jedem Gebiete und an jedem Örte. Bei dieser Gelegenheit möchten wir eines Um- Standes erwähnen, der, wiewohl er nicht direkt zur besprochenen Sache gehört, indirekt mit der Ange- Der Traum des Rabbi. (Fortsetzung.) ״Ihr habt recht, Rabbi — sagte der König — ich will •die Wahrheit oder das, was Ihr für Wahrheit haltet, aus Euerem Munde hören .... Man ist, ich will es Euch nur gerade heraussagen, bestrebt, mich davon zu überzeugen, dass die Juden nur schöne, wohlklingende Worte zu sprechen wissen, aber dass Mir Herz und ihr Geist nichts davon weiss.“ Der Oberrabbiner erblasste; mit bebenden Lippen stammelte er: ״Ew. Majestät haben kein heuchlerisches, lügenkaltes Wort von mir vernommen, dessen bin ich mir bewusst.“ ״Nein, Rabbi, ich kann Euch das Zeugnis geben, dass Ihr wie ein Mann gesprochen, dem Heuchelei ferne liegt, der es ehrlich meint. Hört mich an. Ich wollte heute selbst prüfen, ob die Behauptungen, die — der König stockte, fuhr!aber darm fort — die Euere Feinde, ich meine die Feinde Eueres Volkes, aufstellen, durch Euer Verhalten mir gegenüber Bestätigung finden. Ich wiederhole es: Ihr habt nicht wie ein Schmeichler und Heuchler gesprochen.“ י Der Oberrabbiner neigte sich tief vor dem König. ״Majestät beglücken mich durch diese gnädigen Worte.“ ״Aber sagt, Rabbi — begann der König wieder »ach einer kleinen Pause — wieso kommt es, dass Euere ׳Feinde diese Beschuldigungen gegen Euch erheben?“ ״Majestät, waren jemals Anklagen schon die Bestätigung ihrer Richtigkeit?“ ״Nein .... aber dass sie immer wieder aufs neue erhoben werden?“ ״Majestät, kann eine Lüge durch tausendmalige Wiederholung zur Wahrheit werden?“ ״Hm .... auch das nicht . . , , Aber . , . . seht Rabbi, Ihr seid ein kluger;Mann, begreift Ihr nicht, dass die begeisterten und berufenen Männer unserer heiligen Religion erbittert darüber sind, dass die Juden in ihrer Starrköpfigkeit sich nicht von den Heilswahrheiten unseres alleinseligmachenden Glaubens überzeugen lassen wollen?“ ״Nein, Majestät, als Jude begreife ich diese Erbitterung nicht. Ich will nicht Ew. Majestät an die wenigen ־Heilslehren erinnern, die ich gestern aus unserer Thora vorgelesen. Sie kennzeichnen alle andren, die uns Moses von Gott brachte. Mich! dünkt, dass wir Juden eine Glaubenslehre, die jeden, gehöre er welcher Religion und welcher Nation an, immer auf Erden vor Unrecht, Gewalt und Lieblosigkeit schützt, gegen keine andere zu vertauschen brauchen.“ ״Rabbi, Ihr sprecht von der Wirkung Euerer Religionslehre auf Erden .... Ich bin kein Theologe, ich kann und möchte auch nicht mit Euch disputieren. Das sei anderen überlassen .... ■Aber bedenket Ihr nicht, dass nur unsere heilige Religion Euch die Seligkeit im Jenseits gewährt?“ Der Oberrabbiner zögerte einen Moment mit. der Antwort, was ein Lächeln der Befriedigung auf des Königs Antlitz zauberte. Der Oberrabbiner bemerkte und verstand dieses Lächeln. Ruhig den Blick des Königs erwidernd, sagte er: ״Majestät, ich war bis auf den heutigen Tag noch niemals von der Versuchung bedroht, die Religion Israels geringer zu schätzen, weil sie auf dem die ganze Menschheit umfassenden und beglückenden Grundsatz aufgebaut ist: Di e Gu te n und Frommen aller Völker sind des ewigen Heils teilhaftig . . . . In diesem Sinn ist auch die ׳Religion Israels die alleinseligmachende.“ Der König schien durch diese Antwort, auf die er offenbar nicht gefasst war, fast bestürzt. Er suchte nach einer Erwiderung, zog es aber dann vor, zu bemerken: ״Ich wiederhole es . . . Rabbi .... ich will nicht ■disputieren, sondern bloss Euch anhören .... Und sp möchte ich Euch noch fragen, da Ihr auf Erden wie im Himmel mit den Heilslehren Euerer Religion Euch ׳begnügen zu können glaubt: Habt Ihr; nie bedacht, dass Euere Glaubensgenossen im Laufe der Zeiten in so manchen Ländern so viel Hass, Schimpf und Missachtung zu erdulden batten? Dass: sie so oft als Bettler aus dem Land gejagt wurden? Ja, dass, wie nicht die übertreibende Fama, sondern die wahrheitsgetreue Geschichtschreibung feststellt, Tausende uiid Tausende von Euch, darunter zarte Frauen und gebeugte Greise, Euerer Religion willen OHta 1. Rirntnerring Br. * (««*«i»« <«■ not« bumm), c«i. sm־« י־׳ י— Bit grösst« international« KunsfwerksläU« für-r Perücken, Scheitel und Cransformationen €* gros — tu detail / BiUUttU €iRMBf<a»eiie / Pie Bmteing w gawtit. daimewwtett Patirbaay Eleftrt »tit Ntkr als aaaertbalb aabrsebate» de» wmbNttea oribedoxe» Dane« aller Cäader Perücke». $pexla1l>t f» BraxMcbeitel«. Diese wrde» der mXdtbe»Mm alt perblüffeider ca«feb»»9 »aAdtastbt. fllT Un P0r Trrefg>r»»g »aitbltte», bitte dea Dwaaua OTHMAR «ad die Adresse aeaaa 1a beaebtea 1

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