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Jüdische Presse · 1924-02-22 · 8 (22.2.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
8 (22.2.1924)
Date
1924-02-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Nr. 8 Seite 58 Diese 8 (Millionen Dollar bedeuten aber nur die Ausgaben ■des Joint seit August 1921. Für!seine Hilfsarböit in Russland bis z.u diesem Zeitpunkt!hat Joint ausserdem noch 5/760.000 Dollar ausgegeben. Demnach betragen die Leistungen . des Joint aus seineen eigenen (Mitteln etwa :14 Millionen Dollar. Ausserdem wurden durch Vermittlung des Joint für etwa 4 Millionen Dollar Lebensmittel- und KleMerpa’kete von amerikanischen Juden nach Russland gesendet. Demnach!betreffen die direkten und indirekten Leistungen dies Komitees (für die Hilfsarboit in Russland ungefähr 18׳ Millionen!Dollar. 18׳ Millionen (Dollar für das Hilfswerk!in Russland mit seiner zahlreichen!jüdischen Bevölkerung erscheint angesichts der vom Joint׳ für das allgemeine ׳Hilfswerk ausgegebenen Summe ■von 63 Millionen Dollar Verhältnismassig gering. (Der Grund aber, dass für ׳Russland verhältnismässiig weniger Mittel ausgegeben wurden als für Polen״ liegt darin, dass Russland während einer Anzahl von Jahren von der übrigen ,Welt abgeschlossen war; während dieser Pierrode wiar eine (Hilfsbereitschaft in Russland nicht möglich. Genauere Zahlen liegen auch über das Aufbauwerk vor- Es wurden 86!Motore aus Amerika nach!Russland geschickt, durch deren Hilfe /1S0-000 Acres Land von jüd'isehen ׳Bauern, denen besondere vom Joint ׳besoldete Lehrer zur Seite standen, kultiviert worden sind. 3000 Pferde,, 1000 Kühe und 450 Ochsen wurden vom Joint beigestellt. €rtz 3$roel. König Hussein und Oberrabbiner Sonnenfeld. Jerusalem. (A. J. P. B.) Wie ״Kol Jisroel“ meldet, hat König Hussein 11. a. eine Spende von 50ägyp. Pfund an die Armen der aschkenasischen Gemeinde ׳verteilen lassen, die durch Roll Pascha dem Oberrabbiner Sonnenfeld übergeben wurden. Gleichzeitig überbrachte Ro:i Pascha dem Oberrabbiner Sonnenfeld die persönlichen Grtisse des Königs Hussein. Der Friede unter den jüdischen Gemeinschaften in Erez Jisroel. Wien. (A. J. P. •B.) Wie verschiedene Zeitungen aus Jerusalem melden, haben die im Gefolge des Gerer Rebben!Mitgereisten, Sokolower Rebbe und ׳Bendzitier Raw Schritte unternommen, um Friede zwischen den Jerusalemer jüdischen Gemeinden herbeizuiühren. Die Verhandlungen schreiten günstig fort. Die Reise des Strikower Rebben nach Erez Jisroel. Wien. (A. J. P. B.) Der Striikower Rebbe, R. Mendel-Landau, Mitglied der Exekutive des Rabbinischen. Rates der Agudas Jisroel, traf am 8. Adar auf seiner Durchreise nach Erez Jisroel in Wien ein, wo er mit den Wiener Agudaführern konferierte. Bei seiner Abreise aus Lodz gaben Tausende von Ghasidim dem Rebben das Geleite. Auf jeder Station wurde der Rebbe herzilichst begrüsst. In Gesellschaft des Rebben fahren einige Grossindustrielle, die in Erez Jisroel eine grosse Fabrik errichten wollen. Der Zweck der Refise des Rebben ist, Boden zu erwerben und eine grössere Anzahl von ׳Häusern zu errichten. Der Besuch De Haans bei König Hussein. Jerusalem. (A. J. P. ׳B.) Die von der Jüdischen. Telegraphen-Agentur verbreitete Meldung, dass Professor De Haan als Vertreter der Agudas Jlisroeil nach Ammarn zu König Hussein gereist ist, wird von Professor De Haan im Jerusalemer •Doar Hajom dementiert ׳und festgestellt, dass die Rteise einen privaten Charakter getragen hat. Austritt Professor Picks aus der Zionistischen Exekutive. Jerusalem. 1De!r ׳Vertreter der Misradhl-Wteltorganisation der Zionistischen Exekutive in;Palästina, Professor H. Pick, erklärte sein Auistreten aius -der zionistisdien Exekutive ׳als!Protest gegen die Kürzung des (für ׳dlie iMisraefoiarbek in!Palästina bestimmten 1Bnd׳gette׳ils. (Ita.) Die Kandidatur Emir Abdullahs als König von Palästina. Jerusalem. (J. T. A.) Si׳r Herbert Samuel und Lady Samuel sind am 5. Februar, zusammen mit •den Mitgliedern der!jüdischen Delegation, Oberirabbin-er Jacob Meir, David Yel'liin und Colonel F. 1H. Kisch, aus Amman, wo ׳sie Gäste König Husseins waren, wieder nach Jerusalem zurückgekehrt. Wie der J. T. A.-V׳e1rtreLer erfährt, hat das Bankett ׳in gesellschaftlicher Hinsicht einen glänzenden Verlauf genommen, jedoch bewegte sich die Unterhaljung auf poliitisdhem Gebiete in selhr zurückhaltenden Formen und führte auch zu keiner endgültigen Verständigung. •Ln klaren (Umrissen wurde nur;in einer einzigen Angelegenheit gesprochen. Die Mitglieder der trans׳jordanisehen Regierung machten im Verlaufe des!Banketts den Vorschlag^ ׳Emir Abdullah zum König von Palästina auszurufen. Die!jüdischen Delegierten ׳erklärten gleich darauf, ein solches Vorhaben könne vom jüdisch nationalen Stand- Punkt nicht unterstützt werden. Musa Kazim Pascha über seine Unterredungen mit König Hussein. — Ein J. T. A.-Interview. Jerusalem. (J. T. A.) Der J. T. A.-,Vertreter in Jerusalem h׳at‘.׳te ׳ein Interview mit dem Präsidenten der pa- ׳lästinensiisch-araibischen Exekutive Musa Kazim Pascha ä׳l;Hussein!", in dassen Verlauf sich dieser über die Ergeibmisse!seines Besuches bei König Hussein in (Amman sehr zufrieden äuserte. Er habe mit!König Hussein über ׳die Lage im Palästina gesprochen. lDe!r vorn gewisser ׳arabischer Seite unterstützte Plan der Errichtung einer nationalen Regierung!in Palästina bei gleichzeitiger Geltung der Ba׳lfou׳rDeklaration!ist׳ veirwoTfen! worden. WWlir wünschen“, sagte Musa Kazim Pascha״ ׳eine nationale Regierung in Palästina mit einem -repräsentativen;Rat, bestehend aus Mohammedanern;, Christen umd Juden, loh meine jedodh nur diiejenigen׳ Juden, d!i׳e in Palästina geboren׳ sind,!und nicht die landfremden• Zionisten. Die füdisehe Delegation 1i!n Amman war eine!zionistische und keine jüdische Delegation, da ׳der Zionist Colonel Kisch!Mitglied derselben war.“ Er sei miit dieser Delegation, die erst am Sonntag in Amman aingekommen wäre״ während er selbst schon am;Donnerstag Amman verlassen hätte, gar nicht zusammengetroiftfen. JWir wienden,“ ,sagte ׳Musa Kazim Pascha״ ,unsere bisherige!Arbeit fortsetzen. Wir ‘verlangen die Realisierung der dem König Hussein wähnend des Krieges durch Sir Henry iMac (Mahon gegebenen Zusagen. Ohne das gehen wir keinen Vertrag ein. Wiir wünschen eine nationale Regierung ohne jegliche BaMour-Deklanation.“ Einberufung eines arabischen Kongresses zur Besprechung des Anglo-Hedjas-Vertrages. Jerusalem. Die Paflästinens׳isch-arabische Exekutive hat einen ,Aufruf an die arabische ׳Nation“ veröffentlicht, in dem diese auf ■gefordert wird, einig!zu sein in der Bewillkommnung König Husseins, iln Massen sollten •die Araber Palästinas nach Amman!pilgern, damit die Dernonstration Eindruck auf die ganze Welt mache. Der Kongress der •Vertreter aller arabischen Länder zur Beratung übet ׳den geplanten׳!Vertrag zwischen GrossbrMainnien!und Hedijas wird i11׳ Amman oder Jerusalem abgehalten werden. König Hussein wird bei dieser Gelegenheit persönlich den Delegierten den genauen Charakter der Palästina betreffenden Klauseln des Vertrages ausefnamdersetizen. Aus 'Palästina, Syrien״ Irak und Aegypten sind arabische Delegal'io-nert unterwegs nach Amman. Als :Vertreter der framzösisdien Behörden in Syrien wird sich General Armand einfInden. ■Einer der Teilnehmer der letzten palästinens׳isah-iarabi׳schen׳!Delegation für London, Amin!Bey il Tamimi, der nach der Rückreise Muza Kazim Paschas ׳und der anderen (Mitglieder der arabischen Delegation noch in London geblieben iwar, ist jetzt nach Palästina zurückgekehrt. Er ׳h:a׳t ׳in einer Anzahl öffentlicher Versammlungen!gesprochen!und mitgeteilt, er und seine Kollegen seien sehr!zufrieden über die Aussichten׳ der arabischen Forderumgen in Palästina. Wie der ״Felistin“ berichtet, hat Amin Bey il Tarnimi seinen Aufenthalt!in (London auf ausdrücküichen Wunsch König Husseins verlängert, um dessen Londoner ׳Vertreter, (Dr. Naf 01 Assil,!bei seinen Verhandlungen über den Anglo-HedijasWertrag!zu unterstützen. |«$» «§» Mitteilungen, *f» «f* | Wohnungsinhaber, welche jgeneiügt sind!, anlässlich ׳ der in der Zeit vom 9. bis <15.!März 1924־ statCfindendem V I. Wiener Internationalen Messe verfügbare Räumlichkeiten Ihrer Wohnung für ׳die Bequartieirung von IMessebösuchern zur Verfügung zu stellen, werden ersucht, ihre ausführlichen^ Anmeldungen mit genauer Preisangabe elh׳es'.en׳s schriftlich an den Wohnungsnachwels der Wiener Messe, V1IL, Museumstrasse 1, Messepalast, gelangen zu׳, lassen• 0 Spendenausweis. 0 Jttdiaohei Hilft*werk. Rudolf Steiner 20.C00, Berta Unger 20 000. Dr. Stiassoy 20.000, Simon Altstadt 20.000, Viktor Schreier 20.000, Löwit & Co. 200.000. Teppichbaus Oreudi 300.0C0, Goldmann & Salatsch 60.0CO, Siegfried Politzer 80.000, Bouyhadi, Salzburg 20.000 Kronen. W&ieenfcansfond*. Beth. Israel 204.000, Josef Reininger 5O.CÖ0, Bethausverein Machsike Ha das 170.100. Tempelvereiu Scbomer Israel 70.000, Adas Jisroel 2,068.000, Beth Jisroel 433.500; Bethausverein V., Wiedner Hauptstrasse 83 (35.000, Pollak 40.000r B.-V. Gemilas Chessed 6S.C0) Kronen, Robert Samuel (Saramlung) 150 fränz. Frcv!. TS CHE CHO-SLOWAKEI ״Erobert die Gemeinden!M Wir berichteten in unseren beiden jüngsten Nummern über die frevelhafte Art, mit der die Zionisten in ihrer gesamten Presse unwahre Nachrichten verbreiten, über einen Erfolg, den sie auf ihrem Feldzuge zur Eroberung der orthodoxen Gemeinden in der altehrwürdigen Gemclinde Piestany errungen haben wollen. Wir veröffentlichten auch das Dementi, das der neugewählte Vorstand, eben derselbe Vorstand, dessen Wahl die Zionisten als durchgreifenden ׳und für den Anbruch der neuen zionistischen Aera im Gemeindeleben! symptomatischen ״Sieg“ in die Welt hinansgerufen haben,!in einer vielgelesenen Bratislavaer Tageszeitung veröffentlichen Hess. Man sollte meinen, die zionistischen Zeitungen würden es ihren Lesern gegenüber als selbstverständliehe Pflicht erachten, das Dementi zum Abdruck zu bringen. Statt dessen fahren jsie indessen fort, neben einigen anderen Gemeinden (in denen es mlit der ״Eroberung“ durch die Zionisten wohl kaum anders bestellt sein dürfte wie in Piestany) auch Piestany unter die Gemeinden aufzuizählen, in die der von den Zionisten neuerlich aufs Panier erhobene neu-;üdisch-ziomstische ״Modernismus“ seinen siegreichen Einzug gehalten hat. Der Zweck dieser Taktik ist klar: Unter Vortäuschung von Erfolgen in angesehenen ortho'doxen Gemeinden sollen naive Zionistenseelen ermutigt werden, dem schönen Beispiele zu folgen, um, wenn auch nicht einen wirkiichen Erfolg, so doch das zu erreichen, was ihnen am wertvollsten ist, nämlich, Zwietracht und H a d e r i n d e t Gemeinde. Dabei wird mit alleriei schön'klingenden .,Schlagwörtern“ geflunkert, die auf unvorbereitete und in der einschlägigen Materie uneingeweihte Menschen manchmal einen gewissen Eindruck zu machen imstande sind, wiie ״Demokratie“, ״Proportionalwahl“, ״Frauenstimmrecht*‘ usw. — Die jüdischen Gemeinden der Slowakei werden jedoch all diesen durchsichtigen ׳Quertreibereien nicht aufsitzen.!Diese Gemeinden haben ihre religiösen Traditionen unter schweren!Kämpfen gegen die verbissensten Gegner der תורה erhalten und werden sie auch den Zionismus überdauern lassen. Wendung ln Mukacevo (Munkacs). Wie wir aus Mukacevo erfahren, ist dort in den ■letzten Tagen in der Frage des Anschlusses der jtidisehen Gemeinde an die Gesamtorgamisation der orthodoxen Gemeinden des Landes eine bedeutsame W •e nd u n g einigetreten. Nachdem Jahre hindurch der Friede in der Gemeinde aufgewühlt, die Leidenschaften der Parteien!zur Siedehitze gebracht, unter die orthodoxen Gesinnungsgenossen Zwietracht und Gehässigkeit gesät, die Behörden und Ministerien mit Eingaben und Protesten überlaufen und vielfach auch Rabbiner und Gemeinden ausserhalb Pod'karpatsko-Russ, ja so- ■.. : Grand-Zanatorium : + ♦ ♦ und Wasserheilanstalt ♦ Bratislava (iBt essburg) Tiefer Weg * * Erstklassige diagnostische, diätetische und phy- ♦ l sikalische Heilanstalt ffir Innere u. Nerven- * *!(ranke // Chirurgie, Frauenheilkunde // Abtei- ♦ * lungen für Augen-, Ohren-, Nasenu. Halsltranke ♦ l Röntgentherapie // Chemisches Laboratorium * ♦ Pauschalpreis von CK 55, für Entbindung ♦ l (8 Tage) öK 1100 bis 1800 l l Monats - Pauschalpreis für Innere und * ♦ Nervenkranke öK 1600 bis 2400 ♦ l Wasserkur für Auswärtige (Bad mit Ab' * l reibung und Wäsdte) £K 12 l l Freie Aerztewahl * Rituelle כשר Verpflegung unter Aufsicht ♦ * des Pressburger orthodoxen Rabbinates. \ gar solche des näheren und entfernteren Auslandes ohne jede Notwendigkeit in den Kampf hineingezogen wurden, hat nun die Repräsentanz der Gemeinde in ihrer jüngsten Sitzung den entscheidenden Be- Schluss gefasst, s i c •h g 1 e i c h a M e n Gemeinden des Landes der orthodoxen Landesk a n z 1 e!i i n Bratislava, b e z w. •i h r e r U z h 0roder E x p 0 s i t u r a n z u s c h 1 i e s s e n und den Anschluss der Landeskanzlei bekanntzugeben. Wie uns ferner berichtet wird, sind erfolgversprechende Verhand’ungen zur WiederhersteJlung des Friedens innerhalb der Gernefinde ebenfalls im Gange. Auf Basis des orthodoxen Land'esstatuts, das nun auch für die Gemcinde Mukacevo verpflichtend wird, sind die Möglichkeiten eines friedlichen Ausgleichs zwischen den ״Beizer“ Ghassidim und ihren Widersachern, der ״Spira-Partei“, nach verschiedenen Richtungen gegeben. Beii gutem Willen derjenigen aus beiden Parteien, die einzig und allein für die Erstarkung der תוה״ק und der יראה eintreten und nicht den Kampf um des Kampfes willen führen, wird der Weg zu einem Uebereinkommens, das einer Wiederholung der letztjährigen demoralisierenden Zustände wirksam vorbeugt, sich unschwer finden. ושלום על ישראל! Serednoje (Serednye). Aus Uzhorod wird berichtet, dass auch die jiidiisehe Gemeinde •in Serednye ihren Anschluss an die B ra ti s1׳ a!va e r 1Kanzlei endgültig beschlossen hat. Mit diesem Beschluss gehören nunmehr sämtliche Gemeinden Karpathorusslands zur allgemeinen orthodoxen GemeindeoTganisation und die Bratislavaer Landeskanzlei wird damit die rechfsgiiltige offizielle Vertretung aller auf Basis des orthodoxen Landesstatuts konstituierten jüdischen Gemeinden d e r t s c h e c h 0 s 10״־ vv a k i s c h e n R e p u b l i k.

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