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Jüdische Presse · 1923-02-15 · 7 (15.2.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Rumänien: Banen Marmarosch Blanc&C0 für Florenz O Co, Bukarest;für die Schweiz! Postscheckk. Luzern VII. 1470. Kr. 7 Wien-Bratislava, 15. Februar I9fl4 ,ב*ה דענה־פרעםםבומ י' אדר־א. תר6*ד lOn Kunstfragen. In dem bangen Suchen nach einem Lebensinhalt hat unsere Zeit sich mit allem Eifer auf die Kunst geworfen. Gestehen wir ganz offen ein, dass man dabei in der Welt der Illusionen das sucht, was den Menschen die Wirklichkeit versagt. Und deshalb ist der eigentliche Herr der Welt, wenn auch manchmal ohne Brot und obdachlos, der Künstler. Wenn nun der Weg von der Iliusiion zur Wirklichkeit so leicht zu finden wäre, so könnte man mit diesem Zustand sich leichter abfinden. Doch dem ist nicht so. Es dürfte aber auch in dieser Hinsicht zunächst vergebens sein, gegen diesen Zustand anzukämpfen. Viele Künstler unserer Zeit suchen neue Linienführungen, neue Farbenentwioklungen und wollen es verstehen, der krausesten Gedanken fast unentwirrbare Fäden entweder in betäubender Fülle von Worten oder in halben Sätzen und dunklen Andeutungen darzustellen. Vielen suchenden Menschen wird dadurch neue Quai auferlegit; bei dem Versuch, sich in die neue Welt der Schönheit zu flüchten, werden sie in neue Rätsel verstriokt und selbst um den Brosamen einer Illusion betrogen. Es ist hier nicht der Ort, die Bedeutung der Kunst für das Leben und das Verhältnis des jeweiligen Kultur- Zustandes zur Kunst zu erläutern. Umso tiefer ergreift es uns, dass in demselben Zusammenhang, in dem die heilige Schrift von dem Künstler die Weisheit des Herzens, den zartesten, feinsten Takt der Empfindüng preist und heischt, sie das Verbot ausspricht, dass itie Linien und die Ausmasse, welche dem Bau des ersten Heiligtums, dem Gewebe der ersten Priestergewänder zugunde gelegt wurden, in dieser Zusammenstellung, im gleichen Spiel der Farben jemals wiederholt werden dürften. Hierin liegt ein wundersames Geheimnis der Offenbarung, mit welcher sich jeder wahre Künstler vertraut machen soll. Für jedes menschliche Streben, auch für die Sehnsucht, diie Werke der Natur entweder getreu nachzuahnen oder mit der Kraft der Phantasie Neues, Ungeahntes, Unbegreifliches, Unfassbares zu gestalten, gibt es ein Ideal, streng gebunden in Mass und Form, von zwingender Allgemeingültigkeit, doch nur-dann erreichbar, wenn reiner Geist und reiner Sinn, reines Herz und abgeklärte, Seele den Blick schärfen und die Hand führen. Dann und nur dann lässt es sich die Ewigkeit gefallen, durch das Werk sterblicher Menschen ״zu sprechen . . . Gerade weil dieses Ziel so schwer zu erreichen ist, lösen von Geschlecht zu Geschlecht die Schulen der Künste einander ab. Und noch ist ihnen , kein Werk gelungen, was unwiderstehlich alles zur Anerkennung gezwungen hätte, allen Zeiten, allen Kulturperioden etwas allgemein Heiliges gebracht hätte. In seiohten Vorträgen und in noch seichtere» Büchern kehrt immer wieder die Behauptung, das? die Juden kunstfremd wären, dass siie die Sprache der erlösenden Harmonie in Farben und Linien nicht verstünden. Und doch ist im höchsten Sinne die Vollendung der Kunst unser, denn auf des Allmächtigen Geheiss sind in unseren Heiligtümern, in unseren Priester ge w ändern die Gesetze der Kunst zur Wirklichkeit geworden. Hawdoloh. Von Rabbiner Dr. Breslauer-furth. Die Agudas Jisroel-Jugendorgänisation ist ein Kind unserer Zeit• Aber sie ist ein gutes Kind. Die Zeit schreitet heute bei uns G. L. in bemerklichen Schritten nach einer Erneuerung des Tauro-Lernens vorwärts. Die Agudas Jisroel-Jugendorganisation schreitet rüstig mit. Was besonders in •den grösseren Gruppen — aber auch auf dem Lande — an Klein- Propaganda geleistet wird. ist. ohne Zweifel bedeut tend. Und dpch kann es i|^iL|ttrbneTksamen Beobachter nictit entgehen, dass mancherlei Symptome auf einen gewissen ETstarrungsbegann hinweisen. Verkalkung in jungen Jahren, der Schiur ist ״Mode“ geworden. Man hatte gehofft, den ״Schiur“, das Lernen zur privaten Selbstverständlichkeit, zur selbstverstündlichen Tagesbeschäftigung zu!machen,, wie Beruf und Essen und Trinken auch. Wie weit das erreicht worden ist, ist statistisch — meines Wissens — noch nicht erfasst und — meines Erachtens — auch nur schwer erfassbar. Noch schwerer konstatierbar, ob solche zum täglichen Brot gewordene Tauro dem Schritt der Zeit •odter der von der Jugendorganisation- Tätigkeit ausgehenden Atmosphäre zu danken ist. Dass sie solche Lematmosphäre geschaffen hat, ist ihr hoch zu danken• Aber dass es bloss Atmosphäre geblieben ist, ja wohl gar nicht mehr sein konnte, sollte ehrlich anerkannt werden- Die günstigste Regenwitterung ,kann sich bestenfalls in Regen und Gewitter entladen; doch zum wirklichen Segen wird nur sieselndes Nass auf empfänglichem Erdreich. Sand und Stein macht der sohönste •Regen nicht fruchtbar. Das zeigt sich vornehmlich in den kleineren Gruppen, aber auch in den*grossen, wenn man sich mal die Mühe nimmt, von dem intensiveren Leben im Zentrum der Gruppe etwas seitwärts nach der Peripherie zu schauen. Und die äussere Fläche des Kreises ist •bekanntlich grösser als die innere, die der engste Kern nur bedeckt. Wenn darum die J. 0. nicht auf Halbes, sondern auf Ganzes ausgehen will, dann muss sie es ab ihre Aufgabe erkennen, der Tauro nicht nur Atmosphäre, sondern auch Boden zu schaffen• Aber *Boden — das sind die Menschen• ״Ein Odom laumod Tauro eile hemokaum scfcellabbau chofadz“ — sagt die Gemoroh (Aw. Spro BI. 19), das hessst gewöhnlich und einfach: ״Eih Mensch lernt in der Tauro nur das recht, was ihm gefällt.“ Nehmen wir den Satz, aber etwas genauer: Mokaum ist der Ort des Kum, des' Stehens, also räumlich der Standort oder zeitlich der Zustand. Und dann sägt uns der Talmud, dass ein Mensch nur dann recht Tauro lernt, wenn er sich in einem Zustand befindet, in dem er׳ nach der Tauro begehrt. Chofaiz eigentlich noch verstärktes ohippossaun. Also vehe- ,״fffentes Begehreri7'wesfialET aucn-^aife«" ein Geftenstand alltäglichen Lebensbedarfes! genannt wird. Nur wenn des Juden Seele in solchem ״Zustand“ ist, dass Tauro ihr lebensnotwendiger Bedarf ist, nur dann und nur so wird1 es wirklich Tauro — und nicht nur Schiurlernen. Seht, das ist der Boden, der uns fehlt. Weil aber Lebensbedürfnis nur auf Lebenswillen und Lebenswillen nur auf Selbstbewusstsein erwächst, darum schafft vorerst selbstbewusste Juden, und ihr schafft der Tauro den Acker! Und doch ist ״Selbstbewusstsein“, wie man‘s gemeiniglich bei uns versteht, das Rechte noch nicht• Der Traum des Rabbi. (Fant&eta1mg.) Doch als der König sich mit der Frage an ihn wandte: ״Staunt Ihr nicht, dass ein Priester unserer hei- Jigen Religion so tief in das Verständnis Eurer Thora eingedrungen ist?“ sagte der Oberrabbiner, sich verneigend: ״Ich habe mit Staunen und Bewunderung dasselbe mir gedacht, und ich muss gestehen*• nie hatte ich während' meiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit einen Schüler, der grössere Sachkenntnis an den Tag gelegt hätte.“ Bei diesen schmeichelhaften Worten des Oberrabbineirs überzog brennende Röte das Antlitz des Mönches. Das Gespräch stockte. Es entstand eine kleine Pause. Der König unterbrach das Schweigen: ״Es ist spät geworden. Die improvisierte Vorlesung aus der Thora war wohl überaus interessant und lehrreich, aber sie nahm viel Zeit in Anspruch.“ Der König winkte den ersten Vorsteher zu sich, sprach gnädige Worte des Dankes für den Empfang •und verliess bald darauf mit seinem Gefolge unter den stürmischen Huldigungsrufen der Menge die noch einmal an den Oberrabbiner und sagteihm leise, in freundlichstem Tone: ״Meldet Euch morgen in der Mittagsstunde in der Burg. Ich habe noch einiges mit Euch zu besprechen.“ Der erste Vorsteher hatte den Oberrabbiner, der auf seinen Platz zurückgekehrt war und dort eine kurze Zeit in einem stillen Gebete versunken zurückgeblieben war,!beim Ausgange erwartet- ״Erlaubt, Rabbi, dass!ich Euch bis zu Eurem Hause begleite .... Mein Herz ist auf das tiefste bewegt... Ich muss über die Ereignisse des heutigen Tages... über die grosse Gefahr, in der wir, unsere ganze Gemeinde schwebten, und die durch die Gnade Gottes, der Buch, Rabbi, erleuchtete, an uns vorübergegangen, ein aufklärendes Wort von Euch hören•“ Der Vorsteher hatte sich, bevor er diese Worte gesprochen, vorsichtig umgeschaut, ob niemand in der Nähe sei, der das Gespräch belauschen könnte• Der Oberrabbiner sagte nach einer längeren Pause: ״In der Tat, Gottes Barmherzigkeit hat uns heute offensichtlich vor furchtbarem Unheil beschützt. Wie wären wir dagestanden, wenn wir, dem Befehl des Königs gehorchend, ihm nur die leeren Kästchen ohne den heiligen Inhalt hätten vorzeigen können! Welchen Eindruck hätte das auf den König geübt Wie hätten dies unsere Feinde gegen uns ausgenützt!“ ״Aber unser Gewissen war doch rein! Wir hätten dem König die Erklärung für unseren frommen Betrug geben können... durch die Erzählung jenes Unfallesi, als vor Jahren einmal bei seiner!Begrüssung eine Thorarolle ,auf den Boden fiel...“ ״Nein, mein Freund, und wenn wir uns angeboten hätten, durch einen feierlichen Eid auf die Thora selbst die Lauterkeit unserer Absicht zu beweisen, es hätte uns ׳nicht viel1 genützt. Man hätte! uns keinen Glabuen geschenkt oder, was doch für uns as gleiche bedeutet hätte, man hätte sich gestellt, als ob man uns keinen Glauben schenken könne• Der Hass braucht keine ehrlichen Gründe, er begnügt sich mit den fadenscheinigsten Vorwänden. Und was das Traurigste ist: darin unterscheiden sich die im Studium ergrauten Männer der Wissenschaft, die Gelehrten nicht um ein Haar von dem m dumpfer Unwissenheit verlorenen Pöbel. Nicht Gründe rechtfertigen •den Hass, sondern der Hass rechtfertigt die Vorwände.“ ״Rabib, es ist so, wie Ihr sprechet und leider wird die Wahrheit Eurer weisen Worte tausendfach durch die Nachrichten von den Verfolgungen und Martern, die •unsere Glaubensgenossen erleiden, bestätigt... ׳Doch verzeiht, Rabbi, eine Frage, die mich unausgesetzt!beschäftigt: Wieso hattet Ihr Kenntnis davon, dass der König diesmal seinen überraschenden Wunsch, seinen •Befehl, die Thorarollen selbst zu sehen, ausspreohen werde?“ ״Ich hatte keine Kenntnis davon.“ Synagoge. An der Pforte angelangt, wandte der König sich Ottmar Schiff Wim t״ — — Kiratatrriag Dr. t (gtgttiittr am ijotei umm), ca .1*42 Bit gröwtt iattraatioaak Kaastwtrkstättt tir Perücken. Scheitel und Cransformationen 6» gro» — t» deta» f Billigste Cl1na«lta«eWe / lHe fimtei M»a aas galant, diwetifwtmtü natsrftaar tiefen seit uelr Ms!■dertbalb jabrxtbRte» Sei rnitbantea ertbodeiei Daaea aller dato Petieket toeslaH*» ia ■r1«M<*ttel1. 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