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Jüdische Presse · 1924-01-18 · 3 (18.1.1924) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
3 (18.1.1924)
Date
1924-01-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Nf. 3 TSCHCÖHO-SLOWÄKEI. NeäbÄ« des israelitischen Krankenliäuses % Bratislava. Vbn ÖJr. CheSarM Di*. J. Ofeätörrä&br. . pfer Neubau des israelitischen Krankenhauses ist aui dem Wege der Verwirklichung. Bin längst gehegter Wunsch der Pressburger Judenschaft soll in Erfüllung gehen, ein Versäumnis verflossener Jahre soH gutgem&oht werden. Das seit 150 Jahren bestehende Spital der ,Chewra Kadischa‘, welches schon -seit einer Reihe von Jahren seiner richtigen Bestimmung nicht entsprechen kann, soll durch ein modernes, dem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft und den rituellen Anforderungen entsprechendes Krankenhaus ersetzt werden. Vor Zehn Jahren schon bestand die Absicht, ein neues Spital zu errichten, doch scheiterte dieses Bestreben an der Indolenz, Uneinigkeit und Teilnahmslosigkeit der jüdischen Gesellschaft. Der Ausbruch des Weltkrieges׳ schob die Eerreichung dieses Zieles auf unbestimmte Zeit hinaus. Näch Beendigung des Krieges wurde der Mangel elftes entsprechenden jüdischen Spitales in Bratislava erst recht empfunden. ÖÜe jüdischen Spitäler in Wien uhd Budapest kamen für die jüdische Bevölkerung der Slowakei nicht faehr in Betracht, das vor 150 Jahren erbaute Spital konnte dieselben nicht ersetzen, obwohl die spiValserhaltende Körperschaft, die ״Chewra Kadischa“, keifte Öpfer scheute, um das Spital den gesteigerten Anforderungen anzupassen und einen spitalsmässigen Betrieb zu ermöglichen. Das Spital wurde vor zwei Jahren renoviert, im vorigen Jahre auf meine Initiative mit einem Ambulatorium für unbemittelte Kranke ausgestaltet. Ein weiterer Ausbau des Spitalsbetriebes ist aber nur durch Errichtung eines neuen modernen jüdischen Krankenhauses zu erreichen. Es ist daher auf das lebhafteste zu begrüssen, dass die ״Chewra Kad'icha“ den Neubau eines solchen beschlossen hat. im Sommer des Vorjahres bildete sich bereits ein gemeinsames Aktionskomitee der ״Chewra Kadischa“ und des ״Jüdischen Krankenhausvereines für die Slowakei‘4 mit den Herren David Kraus, Isidor E n ge 1 und Josef Fischer an der Spitze, um den Neubau des Krankenhauses der ״Chewra Kadisoha“ zu ermöglichen. Der zielbewussten Arbeit und Agilität dieses Komitees ist es zu danken, dass an die Verwirklichung des Neubaues geschritten werden kann. bie hiesige orthodoxe israelitische Kultusgemeinde hat, durchdrungen von der eminenten Notwendigkeit eines modernen jüdischen Krankenhauses, den in ihrem Besitze befindlichen Baugrund hinter der Frauenklinik zum Zwecke des Neubaues der ״Chewra Kadischa“ überlassen und vorläufig in beispielgebender Weise 100.000 tsch. K als Baubeitrag votiert. Das AmeT. Joint Distribution Commitee, welches seit drei Jahren die!Frage des jüdischen Krankenhauses in Pressbwg mit grösstem Interesse verfolgt, hat den Betrag von 10.000 Doill. zur Verfügung gestellt mit •der Bedingung, dass zumindest ein gleicher Betrag durch Spenden in der Slowakei aufgebracht und mit dem Neubau spätestens im Frühjahr begonnen wird. Der ״Jüdische Krankenhausverein für die Slowakei“ hat gelegentlich seiner jüngst stattgefundenen Generalversammlung 50.000 tsch. K diesem Zwecke gewidmet und ist bestrebt, noch weitere Geldmittel aufzubringen. In massgebenden Regierungskreisen wurde die Aktion für den Neubau des jüdischen Krankenhauses mit lebhaftem Interesse auf genommen und auch von dieser Seite ist die Förderung dieser kulturellen und humanitären Institution zu erwarten. Die" durch Herrn Architekt Weinwurni mit grossem Sachveri!tän)dn.is entworfenen Pläne des neuen jüdischen Krankenhauses wurden bereits der städtischen Baukommission vorgelegt. Es ist nunmehr Sache der jüdischen Gemeinde- Organisation, wie jedes einzelnen, der Herz und Verständnis für eine jüdisch-kulturelle, humanitäre Institution besitzt, diese Aktion nach bestem Können zu fördern. Der Hinweis auf die schlechten Wirtschaftliehen Verhältnisse wird hinfällig, wenn wir bedenken, dass trotz der seinerzeitigen Hochkonjunktur kein neues Spital gebaut werden konnte. Auch in frütieren Zeiten haben die Millionen nicht auf der Strasse gelegen und trotzdem hätte sich niemand gefunden, den an einer solch heiligen, edlen Sache mitzutun, die wirtschaftlichen Verhältnisse abgehalten hätten. Die Opferwilligkeit der Juden für ihre humanitären und sozialen Institutionen stand bei ihren Mitbürgern stets als Beispiel da. Wenn wrr uns vergegenwärtigen, dass die 10.000 Dollar-Spende des Americ. Joint Distribution Gommitee das Ergebnis einer Samm- 4u1 welcher sich jüdische Arbeiter mit ihrem י TäkePifö Iretöftfet haben, , so sollte das lür den kapij talsKfäftigefl Teil unseret jüdisdhteh Gt&erocharfit, wekAe Slch frnmer hinter den VorVJrhd der scMedh- ׳ ten wirtschaftlichen Verhältftisse verschaffet, als leuchtendes Beispiel dienen, sich für ein solch edles Werk der Nächstenliebe voll Und ganz einzusetzen uhd seihe Ausführung zu ermöglichen. So oft vom Neubau des jüdischen Spitales die Rede war, mangelte Os nicht an Versprechungen, mit diesen allein lässt sich jedoch kein Bau aufführen. Wir müssen zur Tat schreiten. Jeder Jude halte es für seine Ehrenpflicht, sich mit ganzem Herzen und seiner materiellen Leistungsfähigkeit an diesem humanen Werke zu beteiligen. Die orth. Kultusgemeinde für den Spitalsbau. Die ״Chewra Kadischa“ der orth. isr. Kultusgemeinde richtet an sämtliche jüdische Gemeinden und heiligen Vereine der Tschechoslowakei folgenden Aufruf:; -!; Die ״Chewra Kadischa“ der orth, isr. Kultusgemeinde in Bratislava schreitet zum Neubau des Jüdisehen Spitals. In kürzester Zeit soll mit einem Kostenaufwand von 2.5 bis 3 Millionen tsch. K ein modernes, dem Fortschritte der medizinischen Wissenschaft und den rituellen Anforderungen vollkommen entsprechendes Krankenhaus entstehen, wo kranke Juden Heilung und Trost finden sollen. Seit Jahren ist der Mangel eines solchen Krankenhauses ln der Slowakei fühlbar und erachtet es die ״Chewra Kadischa“ der orth. isr, Kultusgemeinde in Pressburg, die seit 150 Jahren ein Spital erhält, für ihre Ehrenpflicht, diesem Uebel abzuhelfen. Durch die beispielgebende, edelherzige Unter- Stützung der orth. isr. Kuitusgemeinde in Bratislava und des ״American Joint Distribution Commitee“, ist die Hälfte der erforderlichen Baukosten bereits gedeckt. Um den ganzen Betrag aufbringen zu können, wendet sich die ״Chewra Kadischa“ an sämtliche jüdischen Gemeinden und heiligen Vereine der Tschechoslowakei mit der Bitte, dieser Aktion ihre weitgehendste materielle Hilfe angedeihen zu lassen. Die Krankenfürsorge ist eine der heiligsten Pflichten, in deren Erfüllung jede Gemeinde wetteifern sollte. Leider ist auf diesem Gebiete in der Slowakei sehr wenig geschehen. Jüdische Arbeiter in Amerika haben sich mit Ihrem Tageslohn an dieser Sammelaktion beteiligt, um Ihren kranken Brüdern und Schwestern in Europa zur Seite zu stehen, umsomehr müssen wir alles aufbieten, am das heilige Ziel, die Errichtung eines modernen jüdischen Krankenhauses tn der Hauptstadt der Slowakei, verwirklichen zu können. Die altöhrwürdige Pressburger jüdische Gemeinde war stets eine Stätte von musterhafter Opfer- Willigkeit und Sinn für Thora und Wohltätigkeit, keine Gemeinde der Slowakei verabsäume es, an dem Ausbau einer so eminent wichtigen jüdischen humanitären und kulturellen Institution mitzuarbeiten und unbeschreiblichen Jammer, drückende Not, körperliches und seelisches Elend unserer kranken Brüder und Schwestern lindern zu helfen. Die Namen der Stifter des Krankenhauses werden an einer Gedenktafel verewigt. Keine jüdische Gemeinde, keine Chewra Kadischa der Tschechslowakei darf auf dieser Tafel fehlen! Diese Tafel sei ein Symböl der Solidarität und Zusammengehörigkeit der gesamten Judenschaft in der Tschechoslowakei und ein Zeichen dessen, dass das jüdische Herz nicht erstarrt ist, das jüdische Gefühl nicht auf gehört hat. Der Dank unserer kranken Brüder und Schwestern sei der Lohn Eurer edlen Tat. Juden der Slowakei, tuet Eure Pflicht! Der Vorstand der orth. isr. Kultusgemeinde. Sämtliche Zuschriften sowie Spenden sind zu richten an d׳ie ״Chewra Kadischa“ der orth. isr. Kultusgemeinde in Bratislava, Turnergasse Nr. 14. Konstituierung des Landesverbandes der Agudas Jisroel-Jugendgruppen der Slowakei. Im Verfolge des Delegiertentages fand noch am gleichen Abende die Konstituierung des neugewählten Vorstandes statt und die Arbeitseinteilung wurde folgendermassen getroffen: Desider Ungar, Vorsitzender, Leiter der Finanzkommission; Ludwig Kästner, Leiter der Erez Jisroel-Sektion; Alois Adler, Leiter der Jeschiwah- und Unterrichtssektion; Harry Kohlmann, Leiter der Organisations- und Propagättdastektion; Siegfried Frommer, Leiter der Pressekommission, Schriftführer. Die einzelnen Mitglieder des Landesverbandes leiten die ihnen obliegenden Aufgaben. Als erste Aufgabe wurde die Reorganisation des Landesverbandes in Angriff genommen. Diesbezügliche Zirkulare ergingen an die Gruppen. Es ist anzunehmen, Brautausstattungen Billigste KinVaufsquölle in Leinen- und Dattafttföüfen, fHii'ffmi», wnrre in Taschennsd Tischtüchern etc. Leop old Lederer S (n&chst Salzj gries), Telephon 06*371־ > \ dass in nächster Zeit eise bedeutend vemüÄrte Betätigung der einzelnen Sektionen feinsetzen Wird. Oberrabbiner Efraim Grünfekl In Jerusalem. Der gegenwärtig <m Erez Jisroel weitende Ober» nabtöner täfraikn Grünfeld aus Siac wurde —!wie wir vernehmen — bei seiner Ankunft ln Jerusalem von allen •Selten aräs freundMahste toegrüsst Am Sahabbos hielt eT im ungarischen Bejs Haknesles vor einer sehr grossen Ver- Sammlung eine mit grossem Beifall »ufgenomrnene Deroschob, die ihm viele Sympathien erwarb. Audi חנאון Gberrabbinfer Rabbi Ghalim 6 0 n n e 11 f e 1 d שלימ״א war bei der Deroschah anwesend. Gründung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Ht Dunajska Streda. Sonntag den 29. Tewes gründete sich ׳in Dunafska Streda die Jugendgruppe dler Agudas Jisroel. DJe Ver- Sammlung fand!!im Bes Hamidrascih statt und wurde durah Herrn 'M. H ■er!z f «1 d eröffnet, der über diie Vorgeschichte dler Gründung berichtete und seiner Freude darüber Ausdruck gab, dass diie bisher im! Oumagska Streda beständenen!, Ihre Aufgaben mit Ernst und Eifer erfüllenden1 drei JugendVereime nunmehr sich in der Agudas Jisroel ausammensdhiiessen׳ und nach dem Programm der Aguda mit vereinten Kräften׳ für die gemeinsamen Ziele arbeiten!woffljen. Herr Generalsekretär Braun aus 1Bratislava legte darauf ihn einem etnsbündigen sachlichen Vortrag dfte Gründe dar, die es der gesamten, an Thauroh und!Mizwoth festhailteniden Jugend ganz besonders zur Not- Wendigkeit machen, sich geschlossen) Sn •die ׳Reähen der Aguda zu steilem, und erläuterte das allgemeine Programm und •die organisatorische Gliederung der Agudas Jisroel vom Gesichtspunkte der Jugend. Zum Schlüsse seiner Rede gab er der Hoffnung Ausdruck, dass die heute neni zu gründende Jugendgruppe von Duinaijska Streda unter dem!JugendgTuppem in der Slowakei eine hervorragende Stellung efrroehmem möge. Der Vorsitzende,!Herr Herafold, dankte dem Redner für seinen!imstriuktiven Vortrag und! dem beiden: Delegiertem des Landesverbandes der Jugemdgruippen, dem!Herren1 Harry Ko hl m a nn und Max löwy, für •ihr Erscheinen und befragte ■die zahlreich!anwesende Jugend, ob noch irgendwelche Bedenken gegen den Anschluss vorhanden wären. Nachdem dies allseitig, verneint ■wurde, erklärte er unter ׳begeisterter Zustimmung!afler Anwesenden dem Anschluss an die Agudas Jisroel und die Jugendgruppe als konstituiert. Die auf der Stelle vorgenommene Wahl des provisorischen Vorstandes ergab folgendes eStosflimmig angenommen« Resultat: Obmann: Aurel Goidisteiin, SteHVentreter: Ignatz Wimmer und Wilhelm Engel, Kontrolle: Michael Herzfe'ld und Adolf Paschkusz, Kassiere: Salomo» Engel und!Max Sterity Sekretäre: Leopold Ster» und Izso Knöpf elm ach er, Ausschuss: Franz Porgesz, Ludwig Griinwald; Martin HSrsoMer, Lazar GoHdberger ^Machsflce Thora׳)/!Mark \ Bohsiisky, Reasö Löwtöger, Jonas Mendelsohn, Daniel (Rosenbaum (!Agudas Zeine Jisroel), Jakob Löwy, Bernhard Goldstern (׳Agudas Röhn). Der meugewählte Vorsiiitzende dankte für das Vertraue■1 und teilte mit, dass der Eintritt!der Jugend a'tn die Agudas Jiisroel auf Wunsch und! Anregung Sr. Ehrw. des Hen» ObeTratoblners Weinberge r נ״י vollzogen wurde. Der Vorstand!werde seine beste Kraft für eine fruchtbare Arbeit nach dem dargelegten Programm einsetzen. Er er-!warte von ■der gesamten!thoratreuen Jugend der Gemeinde ftetssige und; begeisterte Mitarbeit und zähle auf die Förderung dter älteren Baale iBatiim, denen es gewiäss <4rte Genugtuung sein wird, zu sehen, dass die heranwaChsende Generation unter dem Einfl-usse der Agudas Jisroel das Banner der Thauroh Hakedauschoh noch •mehr hochhalte* ׳werde als bisher. Der Vorstand beriet hierauf toi einer engeren S׳itz!ung sein ArbeWsp^ogralmm für die nächste Zeit. Aguda-Jugendgruppe in Topolcany. מוצאי שבת פרשת וארא fand׳ die dritte' Generalversammlung der Agiudas Jisroel-Jugendgruppe• i* V e l k e - T o p o 1׳ c a n y statt. In Anwesenheit fast samt- Hoher!Mitglieder er öffnete Präses Alfried Friedman* die ׳Versammlung, worauf der ׳Schriftführer einen umfassenden Bericht über die Tätigkeit sämtflldher Ar'beltssektione* •im verflossenen Jahre erstattete. Die hierauf vorgelegte* ׳Bilanzen der einzelnen Sektionen! (Jeschiwah, Erez JJsroel, Bibliothek) im Gesamtbeträge von tsch. K 20.9S1.36 wurden zur Kenntnis genommen und) dem scheidenden Vor stände das Absohitorium erteilt. Besonders sprach die Generalversammlung!ihrem bisherigen Präses, Herr» Alfred' Fried mann, für seine unermüdliche ׳Tätigkeit im Interesse und für das Wahl des Vereines Ihren Dank aus und ernannte ihn zum Ehrenmitglied auf Lebzelten. In den neuen Vorstand wurden׳ gewählt: Als Präses Paul Link, als Vizepräses Max Stern und Simon Seidner, als Schriftführer Julius Link und Laszlo St'eöneT, als Kassiere Lud*!wig Well (Jugendgruppe), Samu ßemfeld (Jeschiwah) und Josef ׳Schlesinger (Erez Jisroel)!, als Kontrofflore David Spitzer und Max Grauss. Ferner wurden noch zehn AusscfhussmL'tglieder ■gewählt, welche!in den el׳rtzet׳öen Sektionen tätig sind. Diese nehmen mit erneuftet Kraft ihre Arbeit auf. Von den •nächsten Aufgaben! steht Öde Erez Hsroel-Atbelt im!Vordergrund, bei welcher hwbesoaidere der Beschluss zum Ankauf von 5 Dunam Land In der slowakischen Kolonie herwrailftöben ist.

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