Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 3 (18.1.1924)
- Date
- 1924-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. JÜDISCHE PH \ ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12 a. — Telephon 49.054. Tschecho-SIowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreiset Oanzjalirig: Für Oesterreich, Deutschland, Polen öst. K 80.000, TtAecho-Slowakei Kfi. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 25 Lire, England 7 Shilling, Rumänien 300 Lei, Jugoslawien 100 Dinar, Einzelnummer öst. K 2.000. Zahlungen für Oesterreich: PostsparkasaenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-SIowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.3S6; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217; f.Rnmänien: Banca Marmarosch Blanc ft Co für Florenz & Co, Bukarest;für die Schweiz: Postscheckk. Luzern VII. 1470. ür. 3 Wim-Bratislava! 18. Jänner 1984 ♦ב״ה רענה־פרעססבורג י״ב שבט תיפ״ד IO. Jahrg ■ Der grosse jüdische Sammeltag in Wien. Ein Ehrentag des Jüdischen Hilfswerkes der Aguda. Das Jüdische Hilfswerk der Agudas Jisroel verar.staltet Sonntag und Montag den 14. und 15. Schwat — 20• und 21. Jänner — dieses Jahres gemeinsam mit der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge der israelitischen Kultusgemeinde einen Sammeltag in Wien. Das Jüdische Hilfswerk, das seit drei Jahren jeden Sommer in Baden bei Wien und Umgebung grosse Sammeltage vor allem zur Erhaltung seiner Badener Waisenhäuser veranstaltet hat, wagt nun auf Grund seiner Erfahrungen und guten Erfolge auf diesem Gebiete in Wien alle Juden zur Hilfeleistung aufzurufen. Der Bürgermeister von Wien kennt die Leistungen des Jüdischen Hilfswerkes. Er wusste die Arbeit der letzten vier Jahre zu würdigen, in welchen der Verelendung und Verwahrlosung der Jugend mit beispielloser Energie gesteuert, in welchen ein Werk errichtet wurde, das Säuglinge, verwaiste, verlassene Kinder zu körperlich tüchtigen, moralisch gefestigten Menschen erhob, um sie produktiven Berufen zuzuführen. Er gab bereitwilligst seine Zustimmung, in Wien einen Sammeltag des Jüdischen Hilfswerkes zur Sanierung seliner Fürsorgewerke zu veranstalten. Nachdem der erste Bürgermeister der Gemeinde Wien die erfolgreiche Arbeit des Jüdischen Hilfswerkes anerkannt hat, fühlte sich das Jüdische Hilfswerk veranlasst, die mit dieser Anerkennung verbundenen Vorteile mit Der Traum des Rabbi. (Forttsetomg.) Auch in Saragossa, wo die Juden bislang von einem traurigen Wechsel ihres! Geschickes bewahrt geblieben, fingen die Nachrichten über die erschütternden Ereignisse, von denen ihre Glaubensgenossen in den benachbarten Orten ereilt wurden, an, ein Gefühl der Bangigkeit hervorzurufen. Allerlei beunruhigende Gerüchte schwirrten in der Luft, ungreifbar und unkontrollierbar, aber hinreichend, um die Gemütsruhe aller zu stören, die mit Treue an dem Glauben ihrer Väter hingen. Der Oberrabbiner, der, obwohl er Tag und Nacht sich seinen Studien und dem Lehrberufe mit unermüdlichem Eifer widmete, doch niemals aufgehört hatte, die Fühlung mit deT Aussenwelt aufrecht zu erhalten und mit tiefem Verständnisse die Wandlungen auf dem Gebiete der Politik, der sozialen Verhältnisse und insbesondere die Wirkungen der kirchlichen Strömungen zu verfolgen, sah mit grosser Sorge der Zukunft entgegen. Er vermied es zwar, im Hause seiner Gattin und Tochter von den düsteren Vorstellungen zu sprechen, die sich gar oft seiner Seele aufdrängten, aber er versäumte es nicht, in seinen Predigten mit der ihm eigenen zündenden Beredsamkeit die ■Hörer zu ermahnen, nicht nur mit aller Hingebung den heiligen Pflichten der Religion zu genügen, sondern auch im privaten Leben, im Handel und Wandel alles sorgfältig zu vermeiden, was Anstoss erregen oder was auch nur scheinbaren begründeten Vorwand bieten könnte, Gehässigkeit oder Neid in der Bevölkerung zu erregen. Immer wieder ertönte aus dem Munde des Rabbi die Lehre: Kinder Israels, euch obliegt die verdoppelte Aufgabe, rein und schuldlos vor Gott und den Menschen dazustehsn, denn erstens verlangt dies unser Glaube und dann erinnert uns daran der stets lauernde Hass unserer Feinde. der ״Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge der israelitischen Kultusgemeinde“ zu teilen. Also triitt Sonntag und Montag nächster Woche das Jüdische Hilfswerk der Agudas Jisroel und die Zentralstelle für soziale Fürsorge gemeinsam an jeden Juden in Wien heran mit der Bitte und Mahnung, des jüdischen Kindes zu gedenken, des! jüdischen Kindes, das schon im zarten Alter das furchtbare jüdische Schicksal erduldet. Wenn die Erschütterung unserer Herzen,־ die bei dem Warte ״Jossaum“, Waisenkind, erklingt, noch einer Steigerung fähig schien, so geschah es in der Zusammensetzung Jesaumei Milehomoh .... Kriegswaisen. Das Golussohicksai des jüdischen Volkes hat aber noch einen ungeahnten Superlativ dieses Jammer^ geschaffen: Ukrainische Waisenkinder! Alk Begriffe von der Heiligkdit des Wohltuns׳, die wir von unseren Vätern ererbt haben, müssten vor dem Uebermasis des Elends, dessen Zeitgenossen wir sind, auf die höchste Potenz erhoben werden. Diese Waisen sind die Kinder Israels; ihr Schicksal ist nicht das Ereignis einer Familientrauer; es ist das historische Martyrium unseres Volkes, das wie xarie-Glarie um die Stirnen dieser Kinder schimmert. Zurück zur Zedoko! Zum grossen, warmherzigen, brüderlichen Wohltun. Juden Wiens, tut an diesem Ehrentage der jüdischen Jugendfürsorge voll und ganz Eure Pflicht! _m__ aHM——W——ggBM—BF i'IIIMHi■—————WO— An einem Sabbat, vormittags nach dem Gottesdienste, bei dem der Rabbi wieder eine seiner hinreisenden Predigten gehalten, erhielt er den ׳Besuch des ersten Vorstehers der Gemeinde. Der Rabbi empfing den durch gesellschaftliche Stellung, Reichtum und vornehme Abstammung hervorragenden Mann, einen nahen Verwandten Don Isak Abravanels, dessen Familie sich der Abstammung aus dem königliehen Hause Davids rühmen durfte — mit besonderer Auszeichnung. Nach der ersten Begrüssung sagt der Vorsteher: ״Herr Oberrabbiner, ich komme heute nicht ׳bloss, um meinen ehrfurchtsvollen Glückwunsch zu der herrlichen Rede auszusprechen, mit der Sie die Gemeinde entzückten. Ich!bin zugleich auch der Ueberbringer einer Nachricht, die Sie, Herr Oberrabbiner, sicherlich nicht weniger erfreuen wird, als Sie mich erfreute. Se. Majestät der König liess mir heute eine Mitteilung zukommen, dier zufolge unsere Gemeinde die hohe Ehre haben wird, ihn in unserer Mitte begrüssen zu dürfen. Ja, auch die Hauptsynagoge will der König bei dieser Gelegenheit in Begleitung der neuernannten Hofwürdenträge!r besuchen. Schon zwei Jahre hatten wir nicht das Glück, den König bei uns zu sehen, ■und ich glaube daher, dass wir alle, unsere ganze Gemeinde, in diesem Besuche Sr. Majestät des Königs ein erneutes Zeichen der während seiner ganzen Regierungszeit gegen uns bekündeten Huld und Gnade erblicken dürfen.“ ״Das denke. •., das hoffe und wünsche auch ich“, meinte der Oberrabbiner, und ein Schimmer der Freude strahlte aus seinen grossen Augen. Dann, nach einem Moment des Nachsinnens, fuhr der Oberrabbiner fort: ״Zwei Jahre schon vermissen wir des Königs Besuch?“ ״Ja.“ ״Früher Hess er keine so lange Pause eintreten, so glaube ich mich zu erinnern.“ Aufrecht. Es ist ein merkwüdiges Bild, die aus Aegypten ziehenden, oder richtiger gesagt, die aus Aegypten fast vertriebenen Juden... Man muss fragen, woher diesen Menschen der innere Mut kam, bejad romoh. ״erhobener Hand“ Aegypten zu verlassen? Dass es etwas Wunderbares gewesen ist, geht schon daraus hervor, dass die heilige Schrift es für notwendig findet, diese Tatsache zu erwähnen. Welche!innere Erlebnisse müssen im Herzen dieser Menschen sich abgespielt haben, dass sie so plötzlich im vollen Bewusstsein ihres Selbst den Weg antraten? War es der Rückblick auf die Vergangenheit, war es der Ausblick auf das Kommende? Es ist schwer zu entscheiden, ob es uns gelingen mag, uns׳ so ganz als Teilnehmer des Auszuges zu begreifen, wie es die Vorschrift unserer Ahnen heischt: dass in allen Wandlungen der Geschlechter und Zeiten jeder Mensch verpflichtet ist, sich so zu betrachten, als wäre er aus Aegypten ausgezogen. Wären wir dabei gewesen, so hätten wir vielleicht Rückschau gehalten und hätten zunächst festgestellt, da;« wir uns bei allen äusseren Erniederungen der jüngsten 210 Jahre nicht zu schämen brauchen. Im Hause Jakob lebte die Tradition, dass dereinst Aegypten berufen sein würde, das grosse Erziehungswerk einer Golusperiode an den Kindern Jakobs zu vollziehen. Sollte an also aufrechten Sinnes diese Golusperiode beenden, so musste man sich darüber Rechenschaft ablegen, wie jeder einzelne, auf den das Joch des Sklaven und: die Peitsche des Aufsehers, wohl auch das harte Wort des jüdischen Aufsehers sich gesenkt hatte, sich in ihr bewährt habe. Am Ende des Galus musste man sich darüber klar werden, ob das vom Allmächtigen vorausgesagte Erziehungs- ״Gewiss, Rabbi, Ihr Gedächtnis täuscht Sie nicht. Doch um so wohltuender berührte mich die Botsohaft, und darum beeilte ich mich, sie Ihnen mitzuteilen.“ ״Ich danke Ihnen. Nach des heiligen Sabbats Ausgang wollen wir vielleicht, wie auch in früheren Zeiten, in einer Sitzung des gesamten Vorstandes über die feierlichen Vorbereitungen zum Empfang des: Königs Beratungen pflegen“, sagte der Oberrabbiner. . ״Das wollte auch idh vorschlagen“, erwiderte der Vorsteher. ״Vielleicht findet sich noch!manche •neue Idee, um dem Feste erhöhten■ Glanz zu verleihen. Schon mit Rücksicht auf die besonderen Verhältuisfse... ״Ja“, unterbrach ihn der Rabbi, ״doch von dem allen sprechen wir erst nach Sabbatausgang.“ Der Vorsteher erhob sich. Der Oberrabbiner begleitete ihn, trotz seines Abwehren«, bis zur Türe. Da konnte sich der Vorsteher doch nicht enthalten, noch zu bemerken: ״Aber was die Thorarollen betrifft davon, Rabbi, darf ich wohl sprechen.... da bleiben wir bei־ der vor fünf Jahren feierlich verabredeten Einführung, deren Geheimnis, gelobt sei Gott, bisher in den Händen weniger so wohlverwahrt geblieben ist.“ ,Möge dies auch immer bleiben“, sagte dter Oberrabbiner, den Blick andächtig nach oben gerichtet. ״Wir sehen uns, so Gott will, noch heute Abend“. Mit diesen Worten drückte der Oberrabbiner seinem, mit tiefer Verbeugung sich verabschieden- (,,den Gaste die Hand. Spät in der Nacht erst kehrte der Oberrabbiner von der Sitzung heim. Bis nach Mitternacht wachte er bei seinen Folianten, aber die Ermüdung zwang ihn, etwas früher als gewöhnlich sein Lager aufzusuchen. Aus einem unruhigen Schlafe erweckte ihn bald ein Schrei, den er selbst, unter der Wirkung eines überaus lebhaften Traumes, ausgestossen hatte. (Fortseteumg falgl) Ottmar Schiff Ollen 1. — Kärntn erring Br. 6 (aegenlter 4(■ Botel Brinoi). Cti. 51-3-62 Die gtS$$te internationale K»n$twerk$tätte (kr Perücken, Scheitel und Transformationen €n gros — eit detail / Billigste ClwkaaTsgaelie / Plc Berste! ang am garant. datmatwimm nat*rhaar CieVert seit mehr als anderthalb Jabrxebmen den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perflek*« SvezialU la BraatScbeltel«, Diese werden der mädcbeafrlsur mit verblüffender tSuscbung aacbgemacht. V ttai vor Trrefgnrang 1a schützen, bitte dea Uomnmea OTHMAR and die Adresse geaaa sa beachten! ~mm