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Jüdische Presse · 1924-01-04 · 1 (4.1.1924) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
1 (4.1.1924)
Date
1924-01-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1 Seite 5 JÜDlSClfjj PRB38E sofort, (!1er andere ist schwer verwundet. Bon Schmuel •ist arretiert worden. Kiew. Trotz der .Warnungen ‘der jüdisch-kommunf- «tischen Preise gegen •die Auswanderung nach Amerika geht die Auswiandenungshewegung unter den Juden!in dter Ukraine weit•er •vor sich. ln den Monaten August und September sind a'llei« aus dem Gouvernement Fodalien 300 jüdische Familien ausgewandert. Die ukrainischen Emigranten׳ nehmen den Weg teils über Konstantinapei, teils Über Polen. Lausanne. Mitte des Monats starb hier im Alter von 70* Jahren der •in wissenschaftlichen Kreisen wohlbekannte Ar!zt Sii^Frederik Troves. Es sind authentische 'Beweise dafür (vorhanden, dass der Verstorbene ein Nachkomme des grossen Bibel- und T!atmudkom1men.t>a׳tors (Rascthi war, der Ende des zwölften Jahrdiundents in Troyes lebte. Sir IFVederik TroVes war •zum Christentum übergetreten und ist als Christ gestorben. Berlin. In der Fortsetzung der seit einiger Zeit im Zuge befindlichen!Veröffentlichung der diplomatischen Aktensammlungen dies Berliner Auswärtigen Amtes werden!jetzt die Akten über die Affäre Dreyifus veröfferttlicht, die vor 30 Jahren die ganze Welt in Atem gehalten hat. Am 1. November 1894 wurde der Haiupbmann rm französisdhen Generaflstab, Alfred iDreyfus, unter dem Verdacht des Landesverrates verhaftet; er wurde verdächtigt, geheime Aktenstücke des französischen Generalstabes an die Militärattaches fremder Botschaften, namentlich an den deutschen Militärattache Schwantzkopipen, ׳geliefert zu haben. •Es;ist ,bekannt, wie sehr damals die denkende Welt, die von der Unschuld Dreyifus’ überzeugt war, auf eine Aeusserung deutscherseits gewartet hat, die die •wahre Sachlage aufklären sollte. Denn nach kurzer Zeit war ׳es klar ׳geworden, dass nicht der Jude Dreyifus, sondern der Major Graf Eszterhazy Verrat geübt ׳hat. Von deutscher Seite hielt man ׳es aber damals für besser, zu schwelgen. Bukarest. Den vereinigten׳ Bemühungen des Völkerbundsventreters Herrn Bruenei •und des Bevollmächtigten des BmiigTationsdirektoriums, Herrn Dr. Ttotnkfh, ■ist es gelangen, zu erwirken> dass die Evakuierung der russischftidiSchen •Flüchtlinge aus Rumänien, die schon am 1. Jänner 1924 beendet sein sollte►, bis auf weiteres ihiwausgeschoben!worden ist. ׳Bukarest. Sämtliche rumänischen Zeitungen der Hauptstadt und •des!ganzen Landes bringen ausführliche Berichte •über den düroh anitisemi'tSsdhe Studenten und! Agitatoren in Klausenburg auseinandergejagten Kongress der rumänischen Journalisten. Die Zeitungen kritisieren sehr scharf die Regierung, d!ie nicht in •der Lage ist, einen Kongress der gesamten rumänischen׳!Presse gegen einige!hundert iHutigan-Studenten!zu schützen. Sie fordern von der Regierung Genugtuung für die beleidigte Presse sowie «feie strenge Bestrafung der Schuldigen und Massnahmen gegen die kaum!tausend! Krawattlstudenteh an den rumäni- •Chen׳ Universitäten, die •das ganze Land ׳terrorisieren und vergewaltigen. Oottmlcl». Vom Bankrat. Wien. (A. J. P. B.) Herr Philipp Feist, Frankfurt a. M, ist in den Bankrat der ״Jüdischen Erez Jisroef-B&nk״ eingetreten. Konferenz der *Misrachi“ in Wien. Wien. Vom 25. bis 27. Dezember fand in Wien eine Konferenz der ״Misrachi“ statt, die hauptsäcltlieh die Gründung einer Zentrale für die Donau- und Balkanländer bezweckte. Es wurde diese Zentrale mit dem Sitz in Wien gegründet und eine Reihe von Beschlüssen für die Tätigkeit und Organisatkm angenommen. Expositur für Jüdische Presse und Literatur In Wien“. Wien. (A. J. P. B.) In Wien wurde eine Expositur zur Verbreitung und Förderung der orthodoxen Literatur und Presse gegründet. Die Expositur übernimmt Aborniementzaichnuingen für sämtliche ortho־• doxe jüdische Zeitungen der Welt, sowie Subskriptionen auf das demnächst erscheinende Werk des Baal Chofez Chajim, entgegen. Wiener-Neiistad 1. Durch Anregung unseres ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner Dr. Pollak נ״ו wurde hier eine Scbomrej- Schabbos-Vereinigung gegründet Dass dieser Zusammenschluss von grosser Wichtigkeit war, zeigte die am 80. Dezember sUttgefuiidene Ergänzungswahl in den Kultusausschuss, ^amtliche acht Mandate erhielten die Jerejim, und zwar die Herren: Alois Koppel, Harry Schiff, Moses Rosenberger, Armin Reif und Armin Gyps als Mttglieder, die Herren Emil Löwy, Joeef Kohn und Adolf Jaul als Ersatzmitglieder. Polen. Die Verwaltung der jüdischen Gemeinden Gaüzens. Lemberg. Seit Neuordnung der Dinge wenden die jüdischen Gemeinden Gailiztiens von einem RegleTungskommissäir verwaltet. Eime Interpellation der (Lemberger Geiheindie, an Stelle des Kommissärs eine aus freier Wahl hervorgegangeme Verwaltung ®u setzen, wurde mit der Begrttndung zurückge wiesen, dass die Sache von ׳prinzipieller Bedeutung für ganz Galizien!ist und daher •noch einer näheren Prüfung bedarf. Gründung eines orthodoxen Verlages ln Polen. Warschau. (A. J. P. B.) In Warschau wurde ein Vertag unter dem Titel ״Agwdas Jisroel“ gegründet, der die Verbreitung der orthöäoxfen Literatur zum Ziele hat. Im genannten Vertage ist bereits ״Gemarath Schabbos“ in einer Prachtausgabe erschienen. Die Liquidationsfrist für den ״Joint“ in Polen verlängert. Warschau. Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, hat der neue Minister des Innern, M. Soltan, dem Joint Distribution Committee die Frist zur Liquidierunk seiner Tätigkeit in Polen um drei Monate verlängert. Der frühere Minister des Innern, Kiernik, hatte darauf bestanden, dass der Joint das Land Ende dieses Jahres verlassen müsse. Brautausstattungen Billigste EinkaufsqueUe in Leinen- und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer stieg• 8 (nächst Salzgries), Telephon 65-3-71 Telephon 7 יי 7 ־ 57 שייטול® D r bekannte Spezialist für individuelle Scheitel» Perücken Transformationen Br&utfrliurenaus allerfeinstem dauergewellten Naturhaar Carl Polak Üamöiiftfiseat* I* Wien, IV., Schleifmöklgasse 3 liefert obige Artikel prompt und billigst für In- und Ausland“ o n g r o 8 and 6 n detail. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarmuster und Angabe des Masses von einem Ohr zum anderen. Kostenlose Vorführung der neuesten Modelle.- g Beachten Sie gefälligst die Hausnummer 3 seftani äi^Wäscfie :*דיס• *:ז*‘-'־' Lebensmittelpakete nach Deutsehland Zusammenstellungen der vorzüglichen Meinl-Erzeugnisse. Versand innerhalb 24 Stunden. Durch Entfall des Inlandzolls bedeutend ermässigt. Annahme von Bestellungen und Au!j- «׳ künfte in allen Filialen ׳׳ Julius Meinl / RMilawJ. Einladung ]üdlscher Aerzte nach Russland. >(J. P. Z.) Wie aus (Moskau gemeldet *wird, hat die Moskauer Regferimg diuirch Viemüttiung Ihres Sekretariats für jüdische Angelegenheiten ein Radtotetogramim nach Wien gelangen! lassen, darin sie •die!jüdischen Absolventen der medizinischen Fakultät zur Niederlassung in Russland als,praktische Aerzte einlädt. Diese Einladung betrifft sowohl die!jüdischen Absolventen russischer Abstammung, als •auch alle übrigen ,jüdischen Aerzte, wobei die Moskauer Regiierung altlerdlings die Keptais de<r russischen!Sprache tur Vorbedingung macht. Ei««». Ablehnung des Budgets des Jüdischen Ministeriums ln Litauen. Kowno. Bei der dritten Lesung des Budgets wurdeh die BudgetteUe für ׳das jüdische und1 das welssrussfsche Ministerium abgelehnt. •Daraufhin reldärte dlie jüdische Sejmfrakbiom, dass die entgegen Ihrem früheren Beschlüsse gegen׳ dias Gesamtbudget stimmen wind. Die jüdische. Fraktion hat dann auch bed der Budgetabstimmung mit Nein gestimmt. Das (Budget wurde •aber ln dr itter ׳Lesung mit einer Mehrheit angenommen. In der gleichen1 Sitzung haben׳ d!i!e geistlichen!Mitgl'ieder der ahristlichrdemokratisdhen Mehrheit eine Ve!rmircderung der Staatssubventionen für die Miinderheitsschulen gefordert. Einer der Redner machte!geltend, das® unter!den ׳Litauern ׳im ganzen142 ׳ Seminarscbüler vom Militärdienst befreit sind, während 700 Zöglinge der jüdf• sehen Jeschibas das!gleiche Vorrecht genressen. Ttaiun. Die Faszisten in Tripolis. Ronjf Im jüdischen Viertel ׳in Tripolis verübten -die Faszisten Exzesse, wobei mehrere Juden ermordet wurden. Es!ist bezeichnend! für die (Haltung der Behörden, dass alle Juden, die sich zur ׳Wehr setzten, verhaftet wurden. Zehn Juden wurden zu zwei bis fünf Monaten Gefängnis verurteilt1• Während in Italien ׳der Faszismus nicht im geringsten mit Antisemitismus zu tun •hat — siehe Erklärung ׳Mussolinis — wird in Tripolis unter •dem Namen Faszismus eine wüste Judenhetze unter den Augen und mit Hilfe der Polizei- und Militärbehörden! betrieben. England. Synagogales Frauenwahlrecht. London. In der letzten Sitzung der Repräsentanten der United Synagoge wurde ein heftiger Kämpft um da« Frtauenw!alhlred1t :geführt, •der mit der Ablehnung sämtlicher Aufträge auf Einführung de!s aktiven und passiven׳ Wahlrechtes endete. Die Gegner beriefen sich!darauf, ׳dass sogar der ,,Verband jüdischer Frauen“ schriftlich erklärt habe, die Frauen legten keineswegs Wert auf das Stimmrecht. Vielfach wurde die Befürchtung geäusserlt, dass nach diem (Wahlrecht auch das Recht auf Sitz und 'Funktion kn unteren Sywagogenraum!gefordert umd«d!amit amerikanische Reform- Zustände iheraufbesohworen werden würden. Die Ihaiadibohe. Seite kam gar nicht zur Erörterung. flntttika. EmigrantenleMen. New York. Nach MtitteKhmg amedkatnfeoher Zeitungen wurden (Ende November 140 Emigranten zumckgeschfoktt, weil sie über die Quote hinaus etwas m ipät in den Halfen emgefahnen! sind. Das Jammern der Emigranten, denen׳ es •nicht einmal erlaubt ׳wurde, van Ihren Verwandten Abschied zu •nehmen» ׳war herz*et!re!lssehd. Weitere •800 jüdische Eanlgranten harren ihrer Repoftterung.!Die jüdischen ׳Hlilfsgesellschäften geben sielt alle Mühe, für die Emigranten Einreiseeriaubin'is!in Kanada zu erlangen, und fct au diesem Zwecke eine eigene Deputation nach Kanada •fttsahdt worden. Man hofft, dass sich die ka׳nadi׳sühe Regierung dies׳es Mal entgegenkommend zeigen׳ wird. Einwanderung nach Kanada. New York. Die kanadische Regierung hat efcier Reihe von!jüdischen׳ Einwanderer«, die in Eliis-fsland zurückgewiesen!wurden, weil ihnen von den attterikanfedten Konsuln In ׳Europa!trotz U-ebentretung der Quote das Visum irrtümlich erteilt!worden1 war, die Einreise nach Kanada gestattet. Die ״J. C. A.“ ihat jedoch in jedem Falte au gararnftieren, dass der Einwanderer dem Staate nicht zur Last fällt. Die Einwanderer dürfen ein Jahr in Kanada bteübeft, wobei man hofft, dass sie inzwisdien von •den Vereinigten!Staaten •zugelasseh werden. Das Jubiläum einer Synagoge. — Aguda-Arbeit. New York. Die Synagoge ,,Ohew Zedek“, die sich letzthin mit der!Synagoge ״Piincihas •Elijaihu“ vereinigt halt, feiert!ihr 50jähriges JubiUäum. Die Eiigemheit dieser Synagoge besteht darin, dass sich •ihre Mitglieder samt und sonders aus ungarischen!reichen amerikanitsiterten Juden zusammen- ׳seteten. Dabei •ist •die Synagoge nach Geist und Form stfeng orthodox geblieben. Ihr erster Rabbrttejrj •!dler greise Dr. Kl ein. Ist als Stütze des gesetzesteeuen Judentums weit iflfd breit bekannt, der zweite Rabbiner Dr. Sch w arz, aus der Schule des Rabbi tzchok Bichonon be׳rvor!ge»ea1׳gen, Hst? ebenfalls ein Lamdlan unt treuer Verfechter der TiracÄtton. Als Oberkantor an der Synagoge wirkt Joseph Rosen- Zur Saison! Beiohe Auswahl neuester Felzmedelle in säntl. Pelzarten — Pariser uad Wiener Gesehmack vweiat — erzeugt nur in eigenen Werkstätten unter persinl. Leitung des kestrenemmlerten Inhabers der Firma ir. MiIriBf. H

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