Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 52 (28.12.1923)
- Date
- 1923-12-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 412 JÜDISCHE PRESSE Nr 52 Ansicht ging daihfn, dass die jüdifeche Schächtm&thode mcht grausam «ei. Auch tierärztliche Zeitschriften hätten sfdh »ehr günstig über ■die jüdische .Methode geäussert, ebenso drei Prozessoren der La!ndwirtsChaiftsschule zu Cambridge. Die Herren Jacobs und Landa sprachen aber dafür, dass man die Schechita!stets nur durch religiöse Vorschriften begründen, sollte, da man sonst (wenn sich andere Methoden als noch .menschlicher erweisen sollten) in eine unangenehme Lag® .kommen könnte. Gr« 3i$ro«1. Die arabische Opposition gegen das Rutenberg־ Unternehmen. Jerusalem. <(J. T. A.) Der stellvertretende Distriktsgotlverneur von Jaffa, Major Campbell, veröffentlichte eine Entgegnung auf den!Protest der mohammed anrsdi-chr!i׳st- Fichen Vereinigung gegen die Versorgung Jaffas durch das Rutenberg-Unte r nehmen. Major Campbell erklärt, die Kon- Zession sei Herrn Rutenberg erst nach langen Verhandlnn- .gen gegeben worden. Die von der Stadtverwaltung genehmigte elektrische Lichtanlage lin der Stadt ist eine ausschliesslich geschäftliche Angelegenheit. Die beiden Araber Kemal Dajani und Mirssa Kisli wurden verhaftet, weil sie das Volk zu Gewalttaten aufgereizt!hatten. An der Spitze der Tagesordnung der ersten Zusammenkunft des Exekutivkomiitees der neuen arabischen gemässigten Partei stand der Protest gegen das ׳Rutenberg-Untenehmen und der Entwarf ■eines Berichtes über diesen Plan, der der Regierung und der!Bevölkerung vorgelegt werden sollte. Forderung der Araber nach einem arabischen Oberkommissär. Jerusalem. (J. T. A.) In einem von Scheich Abd ei Kader Musfar gezeichneten, in der arabischen Zeitung ״Felesfcin“ erschienenen offenen Brief an den Oberkommissär von Palästina Sir Herbert Samuel heisst es unter anderem: ״Die arabische Nation in Palästina will frei sein und sich selbst regieren. An Ihre Stelle soll ein vom Volk gewählter Araber treten und an Stelle der gegenwärtigen Regierung wollen wir eine verfassungsmässige, freie arabische Regierung. Im Angesichte des palästinensischen Himmels soll die heilige arabische Flagge wehen. Wenn einmal die Verwaltung des Landes in arabisehen Händen liegen wird, dann werden Eure Exzellenz sehen, wie die Araber die Juden, Eure Glaubensgenossen, behandeln werden. Sie werden sie behandeln, wie ihre Religion und ihre Vernunft es ihnen gebietet. Ich bete zu Gott, dass er Eure Exzellenz die Zeit erleben lassen möge, das mit eigenen Augen zu sehen.“ Die Führer der neuen arabischen Partei. Jerusalem. (J. T. A.) Unter den auf dem letzten Kongress der neuen arabischen Partei gewählten Mitgliedern des Exekutivkomitees befinden sich: SdhoiCh Alfarukhi (Präsident), der Herausgeber de9 ,,Monat 01 Schenik“ Boules ShChadiL, Omair .01 Saldi el Bingut, Faihmi el NashashiSbi, Husm׳i Bon Abd-׳el-׳Had und Taihiar el Kliald. 28 Ko ngnessd elegierte hatten seinerzeit an dem von der palästinensisch-arabischen Exekutive einibcnuienen Kon- Kress teilgenotmmen. Der Führer der neuen Partei Scheid! Suleiilman Alfarukiki ist einer der ׳einflussreichsten arabischen Notabeln Palästinas. Auch er gehörte früher der extremen Partei an und war derjenige, der den Antrieb zur Ei.nberufu.ng des!Palästinensisch-arabischen Kongresses gegeben hatte. Das Organ des römischen Patriarchats über das Palästina-Mandat, Jerusalem. (J. T. A.) Das Organ des römischen Patr׳i)a:rdDa.tes ,Ra.kfh.ib Mayan“ führt!in ׳einem Artikel über die Lage Palästinas aus: ״Palästina steht jetzt■ unter briiitisahjem Mandat, welches die Verpflichtung zur Schaffung eines jüdischnationalen Heimes in Palästina unter Wahrung der ixditisehen und religiösen Rechte der Araber enthält. Die MÄr״ datarmaCht hat alles getan, ism das Ideal ׳des national־ jüdischen Heimes zu verwirklichen; sie hat einen jüdische» Oberkommiissär ernannt; sie erhob das Hebräische zu einer offiziellen Sprache; sie erkannt® di® zionistische Agency an und räumte :ihr viele Rechte ein; sie erleichterte die jüdische Einwanderung nach Palästina. Jetzt bleibt der Regierung müsste deshalb zu 97 Protze nt aus Arabern 1»nd Rechte zu geben. Wenn man die Gesetze aller anderen Länder studiert, findet man, dass das Volk sich seinen Reg.i׳erung9vertret'er selber wählt. Die palästinensische Reigiieung müsste deshalb zu 97 Prozent aus Arabern und!zu 3 Prozent aus ׳dort wohnenden Juden bestehen. Das palästinensischc Volk bat das Recht, eiine nationale unabhängige Regierung unter brii'.iischem Mandat utod die׳ Einschränkung der jüdischen Einwanderung als schädigend für die ׳arabischen Einwohner zu fordern. In der gleichen Weise, wie die Regieung den Forderungen der Juden Redhnuing getragen!hat, muss die Regierung auch den For— derungen der Araber entsprechen.“ Ein Jubiläum. Jerusalem. Vor kurzem wurde in Jerusaknv das 50jährige Jubiläum des grossen Stadtviertels Meah Schearim gefeiert. Dieser Stadtteil wurde im Jahre 5634 auf Initiative von Rabbi Salmen ben Lew! und Rabbi David Julius begründet. Der Name Meah Schearim rührt von dem Datum, dem Wocheiiabschnitte ״Taldaus“ her, in dem das Wort als Segen für Isak gebraucht wird. Zusammen mit dem Shudtviertel wurden auch ein Besha.medrascli und ein Armenasyl errichtet, die jetzt ebenfalls ihr Jubiläum feiern. Für die Orthodoxie ist das Fest von besonderer Bedeutung, da es eine Institution des alten Jischuw ist, die von Anfang an ihr Entstehen und ihre Entwicklung den Alten verdankt. Es soll aus Anlass des Jubiläums eine Festschrift herausgegeben werden, die über die Geschichte Jerusalems und Meah * Schearim sehr interessante Daten enthalten wird. ©©©3e©8© TSCHECHO-SLOWAKEI Chanuka-Feier in Bratislava. Am מוש״ק veranstaltete die Jungendgruppe im Rahmen eimer מלוה למלכא eine schön® Gha/nuk׳a-Feier für ihre Mitgütadar. Herr Braun sprach über ■die Bedeutung d׳es Tages ■und' de Herren Kesteinbaam,. Strass׳er, Ko.hn, Eckfeld. Schönberger ׳und ,Frscihihof ׳trugen durch gesangliche und dieklamaitori'scihe Darbietungen izur Weckung!einer igehöbe ne n Stimmung bei. Grossen!Beifall besonders die Gesänge des Herrn Kestenbaam ׳aus. Herrn Koss sebülhirt Anerkennung für d!as wohlgelungene Arrangement. נפש *ID^-Aktion in Bratislava. Die Einliebumg des כור נפש hat in Bratislava Infolge anderer dringender Aktionen und organisatorischer Schwierigkeiten ׳eine Verzögerung erfahren. Sie beginnt erst in den nächsten Tagen und wird ■durch einen1 dm טל -Zettel erschienenen Aufruf eingeleitet: Orthodoxer Jugendverein Kosice. Am 18. November hielt der hiesige orthodox® Jiugendiverem seine ordentliche Generalversammlung und Vorstandsw:ahl •ab. Präses Herr Martin Schweid berichtete über das verflossen® Jahr und hob besonders die Tätigkeit ■der תומכי ישיבה-Sektion hervor, welche im letzten 8 זמי bis 10 umb erruft eiten B׳achu.r׳i!m 1da׳s!Lernen am der Jesahiwah ermöglicht hat. Auch die anderen Se'k- Konen! des Vereines hatten ihren Aufgaben entsprochen; sowohl1 die ׳täglichen Schlimm wie die Vorträge am ־שבת Nachmittag waren gut besucht. Die Neuwahl hafte .folgendes Ergebnis: 1M. Schweid (Präses); F. Hochhäuser (Kassier); R. Rosenfblüth (!Kontrollor); IN. Ehrlich ׳und B. Mal■ med (Vorstandsmitglied1);ישיבה ,DD^-Seiktion: F. Brody (Obmann); N. Ehrlich und! U. Pack (Mitglieder). D^-Lernen in Danajska-Str&da. Am זאת חנכה wurde bei uns ■der üblich® Siljum auf ש״ם begangen. ׳Die מסכתות waren unter ■einzelnen לימרי תירה vierteilt;u׳nd der Sijum wurde ebenfalls gemeinsarn gefeiert. Unter Leitung der!Herren!David Neuh!au ׳s er ׳.un׳d E׳sra H:ir schier gestaltete sich dii® Feier 0u einer שמחה של מצוה schönster Art. Für das neu® Jahr wurden .di® טס כתות abermals verteilt. תורה •in Dun. Streda. Der Jugend verein מחזירי תורה v®Tams/ta3»!et® am l-Ghanuka-Tage einen Si!ja׳m auf מס׳ סנהרריbei zahlreicher ——■—— w!nnwn>a«n1ua1 —— I Telephon 781־7־57 שייטול Dr bekannte Spezialist für individuelle | Scheitel, Perücken Transformationen Brautfrlsurenausallerfeinstem dauergewellten Naturhaar Carl Polak Datnenfiriseat» Wien, IV״ Schleifmühlgasse 3 .liefert obige Arbkel prompt und billigst für Inurid Ausland en gros and en detail. I Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haar- I neuster und Angabe des Masses von einem Our zum anderen. Kostenlose Vorführung der neuesten Modelle. : •׳■= Beach en Sie gefälligst die Hausnummer 3 Grand-Sanatorium und Wasserheilanstalt ■: ♦ Bratislava (p^ssbUrg1 Tie{er Weg \ Erstklassige diagnostische, diätetische und phy- ♦ sikalische Heilanstalt für Innere u. Nerven- * kranke // Chirurgie, Frauenheilkunde // Abtei- « lungen für Augen-, Ohren-, Nasenu. 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Die Feier nahm einen ־würdiiigen Verlauf ׳und war eine schöne Kundgebu.nig für Kowed Ha,ta׳u׳roh. Amtsjubiläuin. Rabbiner Dr. Kanter ln Zwittau (Mähren) feierte a׳m 1. Dezember sein •25jä1hri׳ges Amtsjubiläum. Di® Gemeinde und!ein grosser Kreis von Verehrern ohne Untiersöhied der Konfession! nahmen dies® Gelegenheit wialir, unn dem Jubilar, der auch als Schriftsteller in vielen jüdischen Zeitungen eine flelssige Tätigkeit entfaltet, ihre Sympathien zu bekunden. Subskription auf den חפץ חיים j Die von der slovölkischen Lanidesorganisadion der 1 Agudas Jisroel ,eiingeLedtete Subskription auf die neue, vom ״!H e r.m a n n“-Vertage in Frankfurt a. M. vorbereitet®! Ausgabe des berühmten ספר des □זקי הגאוני unserer Zelt Rabbi Jisroel M e i r H a k o!h e n ח יאר," ימיו ושנותיו I ruft ׳allgemeines Interesse hervor. Sowohl die Talmid-ei; Chacliomirn, als auch schwächere יורעי ספרwünschen dieses bedeutende Werk zu beskzen — die einen wegen ■der iialacldsohen Teile, die anderen wegen seines Mussär- Inhaltes — and begrüssen die Aguda wegen der Initiative zur neuen Drucklegung. Es wird diarajuf aufmerksam gemacht, dass das Werk sich bereits unter der Press® befändlet und die Su'b sk ript ionsfrist am 3 k Dezember ab läuft. Nur bis zu diesem Tage 1i׳sl es bei Vorausbeizahluntg zu!m Vorzugspreise von ׳t sc 1h. K 13— enhältliich. Der Verkaufspreis nach Erscheinen wird bedeutend (höher sein. Anmeldungen׳ und Geldsendungen׳ nehmen sämtliche I Orts- und Jugendgruppen der Agudas Jisroel, sowie das Bureau der Agudas J li s ׳r o e 1, B r a t i s! a v a, Turnergasse 14-16 (Postfach 140), entgegen. Pater Hlinka über die Juden. Wir beTlohteiten vor .einigen Wochen über eine Rede, die der Abgeordnet® und Führer der slowakischen Volks- Partei, Pater Hlinka in Piesltany gehalten hat I■׳ jener Festrede gedachte er in Ausdrücken höchster Anerkennung zweier unbekannter Juden!, die vor 80 Jahren einen slowakischen Nationalihelden ׳unter Gefährdung ihres eigenen Lebens vom sicheren Feuertod® gerettet hatten. Die sympathischen Aeusserungen Hlinkas über die Juden riefen seinerzeit einige Ueberraschung!hervor, weil man sich allgemach daran ■gewöhnt hat, ln Hlinka und seinen Anhängern bösartige Judenfeinde zu sehen, zumal die. Par.teipresse ׳der slowakischen Volkspartei während der jüngsten Kommunal wählen sich tagtäglich in den gehässigsten Drohungen gegen die Juden erging. Jetzt ■liegt abermals eine Aeusserung dieses Politikers vor, die darauf sChliessen lässt., dass er seine persönliche Ansicht über die. Juden keineswegs mit den Hetzereien dieser Presse identifiziert wissen will. In ■der Nummer 24 der vorzüglich redigierten Prager pazifistischen Zeitschrift ,Di« Wa׳hrheit“ vom 15. Dezember wird eine Aeusserung Hlinkas wiedergegeben, die!er einem Mitarbeiter gegenüber getan hat. •Hlinka sag:® darin folgendes: ,.,Das slowakische Volk hat keinen Hass im Herzen, gegen ■irgendeine Nation, und gegen irgendein Volk. Di׳e Slowaken schätzen die Juden, denn ihre Tüchtigkeit, Ihr־ Verstand und ■ihre Geschicklichkeit :ist nicht nuT ,bewunde- Tungswürdig, sondern auch i׳m grössten Masse nachaJhmungswert. Wiir wissen sehr gut, ׳welche Rolle die Juden auf dar ganzen Welt spielen und welche nützliche Tätigkeit sie bei uns entfalten. Wir Slowaken1 können noch viel, von!ihnen lernen.“ Lebensmittelpakete | nach Deutschland Zusammenstellungen der vorzüglichen Meinl-Erzeugnisse. Versand innerhalb 24 Stunden. Durch Entfall des Inlandzolls bedeutend ermässigt. Annahme von Bestellungen und Auukünfie in allen Filialen ״ Julius Meinl v *