Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 52 (28.12.1923)
- Date
- 1923-12-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b.b JÜDISCHE fff SSE SbiblJ ®ensrin״ Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a. — Telephon 49.054. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich, Deutschland, Polen öst. K 80.000, Tschecho-Slowakei Kö. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 20 Lire, England 7 Shilling, Rumänien 200 Lei, Jugoslawien 70 Dinar, Einzelnummer ost. K 1.500. Zahlungen ffir Oesterre״.... rkassenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: PostsparRas^enamt Warschau, Konto Nr. 1S0.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Pastsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217: f.Rnmänlen:BancaMarmarosch Blanc & Co für Florenz &Co, Bukarest;für die Schweiz: Postscheckk. Luzern VH. 1470. Mp. 52 Wien-Bratislava, 28. Dezember 1923 .ב״ה ויענה־פרעססבורג כ״ טבת תיפד 9י Jahrg• Pharaonenweisheit. Es dürfte unseren Lesern bekannt sein, dass wir sehr genau unterrichtet sind über die geschieht- Heilen und kulturgeschichtlichen Vorgänge in dem Lande, welches der Schauplatz der ersten Golus gewesen ist. Nachdem es gelungen war, die Schrift zu entziffern, in welcher die;Priester in Mizrajim die Denk- Würdigkeiten ihrer Zeit niedergeschrieben, sind wir in der Lage, die Zwingherren genau kennen zu iernen, welche dereinst die Maschine der Gesetzgebung gegen die Juden in Bewegung setzten. Es ist nötig, zu wissen, dass Aegypten stets ein Land der Revolutionen war, in dem die Herrschergeschlechter jeweils durch gewaltsame Entthronung ihrer Vorgänger, eine neue Politik einleiteten.; So kam einst auch ein neuer König ans Ruder, der von Josef nichts wissen wollte. Denn es ist immer die Eigenart einer revolutionären Zeit, dass sie die Errungenschaften der Zeit und der Mensehen, die vorher wirkten, zwar ausnützt, aber sie offiziell als nicht vorhanden betrachtet. Nun galt es es, für diesen neuen König, der von Josef nichts wissen durfte, seine Herrschaft zu befestigen, denn schliesslich gibt es nach jeder Revolution doch noch einzelne Menschen, welche die alte Zeit nicht ganz vergessen können und der! neuen Herrschern un'bequem zu werden drohen. Und der neue König, der so tun musste, als wisse er nichts von Josef, kam auf die Idee, in die Voüksmassen hinein einen neuen Gedankeil zu werfen, den Gedanken der Gefährlichkeit seih .Volk» * -11jjS'a er im Gegensatz iiich't etwa den unterdrück teil Volksteil stelltet welchem das alte Adelsgeschlecht angehört hat söiri dem er schuf den Begriff ■eines jüdischen Volkes mit dem Kennzeichen vller^vS'taats'gefähfliclikeit, mit der Scha1ia,dlt^f|׳.'äe׳r: Väl:erCa11dsio!si-^keit und Vaterländsf^ihdÄcljfeit ■'Und siehe da,׳ alle Aegypter,v'gEhtthrotitdn und die .Herrschenden fand^n^lic^ 'eihmfitiig zusammen auf dem Boden der ^fcÄSpblitikt-g'egerf ■die JirdenJ Jahrtausende sind seitd$m dahrrigCscHwunden. Wenn dje 0heilige Schrift'׳ in wenigen ׳'Worten’ den oben geschilderten Einblick in die, politischen.. Massnahmen der Pharaonen gewährt', 30 "ist dieir nicht nur einTe geschichtliche Reminiszenz, sondern audi gleichzeitig ein geschichtlicher Wegweiser. Es ist ein sehr ernstes Ding, wenn ein Pharao über Nacht ein jüdisches Volk konstruiert, um es in die Maschen seiner Politik zu ziehen. Pharao ging noch weiter. Er gab diesem jüdischen Volk sogar eine Organisation, deren Spitze naturgemäss ausschliesslich i« den Dienst des ägyptischen WolJens gestellt wurde. Die ägyptische Politik hat damit ihr Ziel erreicht. Die Enkel Abrahams waren nationalisiert und als eigener Nationalkörper ausserhalb des Schlitzes der Gesetze gestellt. Jahrtausende sind darüber vergangen lind immer noch, wenn mit schmeichelnden Worten"־oder unter den Begleiterscheinungen einer harten Faust irgend ein Pharo in dieser Weise den Volkscharakter der jüdischen Kinder feststellt, und irgendein Teil der Juden liebedienerisch die Proklamation eines Pharao bejubelt, ist für den klaren Beobachter damit tatsächlich die Kulmination des Golus gegeben. Nun hat freilich die heilige Schrift auch das Gegenmittel gezeigt: wenn der AHmächtige den Pharao sagen lässt, entsende mein Volk, in dem Augenblick, in welchem sich die Gesamtheil der Juden nur als das Volk G־ttes begreift, ausserhalb jedes politischen Kalküls und fern von jedem durch den politischen Volksbegriff bedungenen politischen Strebens, gleitet die Linie des Golus allmälich zur Erlösung hinüber. Täuschen wir uns nicht; mit einem solchen Voiksbegriff weiss ein Pharao nichts anzufangen und auch die Juden nicht, die sich in der politischen Weisheit der Pharaonen sonnen. Denn als Moses diese Botschaft des Allmächtigen dom ׳Pharao" stusric fftete, da ifät/fcha'räöganz -׳vefgpssetLii von den Juden als Volk zu sprechen und fügt ,noch, hinzu, dass die Beschäftigung mit'einer derartigen , Phantasie das Volk in seiner Tätigkeit lind seiner Ent- Wicklung stören muss. Seit 'Jahrtausenden geht an uns die Frage der Wahl, ob wir ums in die Politik Pharaos einfügeh wollen oder ausschliesslich als das Volk G-ttes ' b|- greifen, möchten. Der Schwerpunkt dieser Wahl in dem Worte ״ausschliesslich“. Denn Kompromisse sind von bänglichen Menschen immer wieder verisucht worden, sie sind niemals gelungen und werden niemals־ gelingen; meistens aber triumphiert' Pljärao. mm Wir und die anderen. Von Dr. Raphael Breuer, Rabbiner in Aschaffenburg. Man hat der Orthodoxie von jeher Unrecht getan, wenn man sie im Verdachte hielt, dass ihr das Bewusstsein der Verantwortung für ״die andern“ fehle. Man kann ihr höchstens zürn Vorwurf •machen, dass sie aus diesem' Bewusstsein nicht immer die nötigen praktischen Folgerungen gezogen habe. Eine dieser praktischen Folgerungen, die spät, doch nicht zu spät gezogen wurde, ist die Gründung der A׳gndas Jisr1)21. An der Wiege der Aguda steht die Pflicht der Verantwortung fiir die anderen. Wer diese Pflicht von denn Wege ihrer weiteren Entwicklung verscheucht, gräbt der Aguda das Grab■ Lebten wir nicht selber vielfach in der Vorsteil'ungswelt der anderen, dann brauchten wir keine Aguda. Die Dinge liegen aber so, dass auch wir uns von der Fähigkeit der Orthodotie, sich selbst in einem lebensfähigen Gebilde darzustellen, erst überzeugen mussten, dass leise Zweifel an dieser Fähigkeit immer wieder zurückgedrängt und widerlegt werden mussteil, dass die Ueberzeugung der anderen, die Thora sei eine Beshamidrasc'hsache, aber keine Weltangelegenheüt, in ihrer verhängnisvollen Tragweite auch von uns erst richtig durchschaut und eben durch die Gründung der Aguda abgetan werden musste. Nachdem wir uns nun selber zum Willen und zur Bereitschaft, uns von der Aguda gleichsam kosmisch vertreten und darstellen au lassen, unter schweren Gesy!jkj{<$h üiientsciitjl'db'^? Ilmi°a׳nderpp ihrem Schicksal . zir öföerlas'scnfiiiiä ku־Tun,:H$is in unserer' Macht steht, um sie.ÄerdjGegher, in Genasse« amserer: besseren ÜeberÄguii^'zu verwandeln. ■ Es wird siche^ich^i^Wien und "Bratislava',־'so* ' gut wie anderswo^ eine^^e geihe* von Israelitin/ geben, die 'mit «*־einer /böseren Sachte/.würdigen? Regelmässigkeit׳-u!t1d,^ö^puenz ־alhvöche.nfiich den' Sabbat ehtweMen^lÄ'^lff^Heh'irihnßlferflS‘' 1.tun,, was im Gegen^^)^׳iffifa!iiffi^chdri־ Vötsphriftfen: der, Ihorä• steht. M(ildhe $(jii?statfri in unserem Wjjpfi ■' desinfizieren" urj^rihimuhisi^reh'un^gVgVn ihm־״'',-Wvr'-S scliliessen un^^eigeiibri1/f* Bei den Portugiesen. Von Dr. Salomo Birnbaum. ■׳K:V,Sbl|te; jemand dieselu TiteRzu der Annahme kpmnj£n;*?idas^ ich; .pts* Län!ä״:.clQsi״BHU0n.e11kleingelds mit dem/ Lande Abarbanei$ yerta־psöl1t :h;abe,־ so irrte er". Hier soll blo§ß von einpr besonderen Gruppe, dem scher Juden, die Rede sejn: Von den .Hiiniburger Sfar-' dim^en^Rprtugiesen‘^;■; •־;' a"; < Sfardim, .•dig;׳:jqwen׳;.'.f^1met1>■ tragen, siarn- «1$n ׳in Wirklichkeit gfti;״nichtsaji§ 'Pqrjtugal, sondern haben sich bei.. der;ycr^eibungriiUs;Spü1njen hier pur eiqe Zeltlang aufgehaiteni .$0erjin fjamburg;;besteig .Recht. 4|p{’vvar; «ngefähr•׳vierhundert;; J^e|i *hiernpr gpkömrtgiftn /:Juden: ’:״stammten :• qus/ hiesige Portugiesen-JSynago^‘j|™(^if;^|^|en./lV|a1) hatte mir erzählt, wie intep^jjfp Ssimohqs־;Toire wäre, dass da .yi|^%dhhßnusjm;4hijpgißge|K.nm zu sehen, wie (Jlo^e&e#;(^pht^jigst vergangener 2$־&&* nytj gr^ispi^nj an( Ädessen. Aber• lü&ggjft* einfach . 1 mitten in f?S «53<־■׳;1! Sfe in 4 2r*#«■*• Hof zurückgezogen. Beim Eintritt sah ich, dass ^die Synagoge recht leer war, kaum dass es Minjen da gab.r Sie ist nicht sehr gross, aber ansprechend gebaut. ,Die' Anordnung ist die gleiche wie bei uns, der Belemmer befindet sich in der Mitte, bloss׳ ein bisschen näher zur.Tür.':Dagegen stehen die Bänke alle in der Längsrichtung, haben keine Pulte vor ■sich. Aufbewallc rungsstclle ist die Lade unter dem Sitz. Vor;dem Thorhschrein hängt kein Vorhang. ׳ ־•־:?■ Ich betrachtete die Leute. Es waren nicht vjel Gesichter und ich konnte bald ersehen, mit wem ich/ cs zu tun hatte. Ich erkannte bald, dass das niplit alles;.,,Portugiesen“ waren. Da stand mir gegenüber ein junger Galizianer, den Schammes kannte ich auch,, ein' alter Mann, halb Hamburger, halb dänischer A'schkenasi. Dann, war da noch ein alter Mann;: der wochentags MilChausträger ist und den: ich ■jetzt׳ :hnschemencT als Schabbes-Minjenmann vprfand; Ein anderes;Gesiebt sah mir auch recht minjeiimännfsch aus;: ^Kutz, ich b'egriff, dass das mir vorher 'Erzählte wahbwarivO rv; ׳ ׳; Ich '.war zur Schmenessre gekomrnen.; Die Melodic .schien meinem• allerdings ganz unmusikalischen Gehör :׳•, ein ־ wenig von! der unseren abzuweichen^ sie klingt monotoner. Insbesondere ist das Leinen ,mp'noton, led&n- Äugenblick kehrt dieselbe Folge wieder. ■Eln#Vter|j'chiedenHeit;nahm ich bei Hagbe.\wahry;das Vpy,;denjFLeineh .vorgenommen wird; Dabei sah ich däs öiajfüfeiüene Unteriutter des Pergaments.*Der t:״״ ״ v־־־.- Chase« u׳n׳d-׳B|||c^ire ‘ ^•te^^n^efr'ßleif^i^aShiene^ Man«׳ mit jüdi®|ß|r Na^isPFä'dfft%^f־-irägf' er einen Dreishitz,•^w.0®^;‘Ähälöä^’־^'!1^־;dem-; Ak$^milätionSi / bareft ,des :^^%enäshri; «Öibäeh /Chäsen;halben sie^־ sich aus' AftiisIträam. vb^Mfietiert^da' es-Jä^ hyr^al etwas natürlfpifnicfit nifen und egte;AÄ^WerptrÄlerühglv^ ־ ÜeR ' c \ Fremde p|öt^[iehr• ihre' ^erndhb1^j14)i|f|^^ U;; ׳ ״Barechuiu״ eftiM41aij hai^btodfi .^''•0^.^81^601^ ■;?;־ gewaclisenöritschimater JVpin, ntft schwarzem Knebel-* bärtchen, «iib'einer Mefölp^die für mein unmusikali־! sches Gefi$hhwie unsere* mfeheodef M^iienrae odle klang. |b^te; ‘ wie es Äiitet1ts'cHei^tetirr5&bl^!^^l^f®-■ *vfiril lUiAlaj/Hvv/W-i• 4י * Ische bisrRÄf leise, ’die erstp«;^ töhen werden^yoni Chanen bekpnn ffld /teil we^Ä^ön; de‘r 1,GerhehiU^I ©sänge Ej« *^ojk unä Ädo!n$oMm P-,deuts'chehWMelödieri;; '1fr* 9 ysen sehelnt׳%^ebener zir allerdings . - Die drö$$te internafj^Me €t> gros — en MM / Billigste //J)te seit n«br aU atdertbalb pM)n1«te1 v i« Dicie werden aer ■י^" tt» סס! 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