Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 51 (21.12.1923)
- Date
- 1923-12-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 404 JÜDISCHE PRESSE Nr 51 48nty hob bwvorr, du» wn den vor Sanierung der 1»tnfj?dhen Währung notwewJtlgen 250 Mfflöonen Sch/wefaer Franken d9e Hälfte bereits dairdh Lmdlw!irt®dh1alft und Industrte ßödedkt ist. Von der flüd/fcöben KiafuSmnainisdhäft Polens erwartete Korianty die Summe von )12 Millionen äalkWranken. Die füdBschen! Redner, die Senatoren Sdhoresahewskil und TnusJcor und die Abgeordneten Wisohlifakl und Eisenstein erklärten, die jüdische fCauifimannsdhaift werde nur dann teisturtgsfähtSg bleiben. wenn -aMe gesellsohaltlloben ׳Sdfolahten1 besteuert worden und die Kaufmannsdhatft riloht zugunsten anderer Schichte n belastet wird. Auch sonst wiiesen die Redner ar.rf eine grosse Reülse behördlSaher Schikanen gegen *Ke KaufomirnsCltaf.t bin. Kodfonty ■führte in seinem Solißossiwort aus, er sei teerst auf dieser Konferenz airf die scldeöhten EntWtaklutigsbodinguingen des jüdisoben Handols'ibingewitesenv seinerseits /hatte es ntaht für richtig, dass die RegJertmg z/wtösCheri dfen chrtistMcben!und dom jüdischen Kaufmann efiinen Untersoh-ied macht. Das /könne Idolen tfcnt Ausland sdbaden. Korfeaty versicherte, er .werde sich■ um Absohalfifxing der Begrenzungen für dien Jüdischen Handel bemühen und er-!suchte dffe!Jüdische Ktaufmannsahaft, ®um!Uwe Forderungen sohrfiftHüdh zuzusteülen. Z1׳»m Schluss werden über den Modus der E1!n*i!etbjng de׳r Va/'iu!tastea1er!unter der Jüdischen Kaufmannschaft öeahKisse gefasst, Rumänien. Der Kongress der orthodoxen Gemeinden in Rumänien. Grosswardein. (A. J. B.) Am 11. Dezember fand hier die Landesversa׳mm׳l1mg der siebenbürgischen orthodoxem Repräsentanz unter Vorsitz des Präsidenten Oberrabbiner U 11 m a n-Bistritz statt. Alle Rabbiner grösserer Gemeinden sowie zirka 200 Delegierte aus• dem ganzen Lande nahmen an der Versammlung , teil. Die Regierung entsandte Staatssekretär Jones cu, der als ehemaliger ׳Sektionschef im ungarischen Kultusministerium die Verhältnisse im Lande genau kennt. Nach der Begriissung der Delegierten sowie des Regierungsvertreters erstattete der Präses den Berieht über die bisherige Tätigkeit der Landeskanzlei. Dieselbe musste sich darauf beschränken, die Aufrechterhaltung der übernommenen orthodoxen Organisation zu erstreben und auf dem Gebiete der Schulverordnungen jene Milderungen zu erreichen, die das jüdische Schulwesen haben muss, um seinen Aufgaben zu entsprechen. In letztem Belange ist vor- *läufig nachts erreicht worden und wird es die Aufgabe scAcmidilWascAe. MT der neugewälilten Leitung sein, die Anstrengungen in dieser Richtung hin fortzusetzen. Nachdem Staatssekretär Jonescu die Anwesenden im Namen der Regierung begrüßt hatte, teilte er den Wunsch der Regierung mit, an die Stelle des Präsidenten der Landeskanzlei einen nicht arntsführenden Rabbiner zu wählen, damit derselbe unbehindert die weitverzweigten Geschäfte der Kanzlei leiten könne. In einer mehrtägigen Beratung wurden die Aufgaben der Landeskanzlei gründlich besprochen. Nach einer glänzenden Ansprache des Oberrabbiners Brach-Nagy Karolyi die sich mit den Aufgaben der Orthodoxie im Lande beschäftigte und die eine grosse Wirkung auf die Delegierten ausübte, wurde Oberrabbiner •U11 mann zum Präses der Landeskanzlei gewählt. Der Gewählte erklärte, sein Amt solange auszuüben, bis sich einee geeignete jüngere Kraft gefunden haben wird, die sich ganz der. Leitung der Geschäfte widmen könne. Es ist zu erwarten, dass die Beratungen günstige Erfolge bringen werden und so die grossen Aufgaben der Orthodoxie in Rumänien gelöst werden können. Amerika. Die Tätigkeit der Zeirej Agudas Jisroel in New York. New York. (A. J. P. B.) Seit der Rückkehr der amerikanischen Delegaten von der Kcnessio Gedaulo herrscht grosse Begeisterung und emsige Arbeit in. den Reihen der Agudas Jisroel in Amerika. Mitte Mercheschwan wurde eine grosse Massenversammlung, veranstaltet von der New Yorker Jugendgruppe der Agudas Jisroel abgehalten, um den Bericht der Delegierten über die Kenessio Gedaulo entgegenzunehmen. Der Bericht hatte eine gewaltige Begeisterung hervorgerufen, die sich in der zahlreichen Anmeldung von neuen Mitgliedern dokumentierte. Ferner wurde im Boropark eine Jugendgruppe gegründet, deren Mitglieder intensiv für die Verbreitung der Ideale der Agudas Jisroel unter der amerikanischen jüdischen Jugend arbeiten. Ebenso wurde in Williamsbürg eine Jugendgruppe gegründet, deren Mitgliederzahl eine stattliche ist. €r« Jisroel. Der neue Regierungsausschuss in Palästina. London. (J.!T. Aj ßün Teil d/er Londoner Presse bringt die folgende Mitteilung!aus Jerusalem: /Der!Oberkoinwnissär von Palästina Sir Herbert Samuel bat einen kleinen Ausschuss ■emgfl/isaber /Beamter «mannt, ׳der Ehn bei der Verwaltung dies Landes unterstützen sali ׳Diese Massnahme ׳des Obenkormmiissä׳rs stellt in Zusamrrremhang!mit der tdlegraphiischen Inistnuktion des Kolonienm/imsters Herzog von IDevo-nsbire an!Sir Herbert Saimced vom 9,!November, in welcher dem Obeirkommissär angesichts •der dreimaligen Ablehnung englischer Vor- Schläge durch die Araber /freie H!a!nd gelassen wurde, -stell einen Advlisory Cauncüt -nach Gutdünken -zu schaßten. Einbeziehung der Stadt Jerusalem in das Ruthenberg- Unternehmen. Jerusalem. (J. T. A.) Nach einer Meldung der ,jUssmr -cd-!Arial)“ sollen/ drt/e Arbeiten׳ der Ruthenbeng-Gesefisdiaft -binnen!kurzem auch (in Jerusalem aluifigenomimen ■werden, um auch die ttaupbstladt m/it Lieht und Knallt aus den!Ruthenbeng-Wiertken au s/pefc/en. Es sind! bereits Vohberellfcungeni zur ErrichtJung der elektrischen Station in. Jerusalem!im Gang». 00000000 TSCHECH 0~SL0 W AKEI 00000000 Statistik und Zionismus׳. Das statistische Amt veröffentlicht jetzt ergänzende Daten über die Anzahl der Juden in der tsche־ choslowakiscben Republik, die sich bei der Volkszähl׳un;g am 15. Februar 1921 zur ״jüdischen Nat i 0 n al i tä t“ bekannten, d. h. auf den Zählbögen die Rubrik ״Nationalität“ mit ״jüdisch“ ausfüllten. Be- -kamitlich ist die Statistik dasjenige Gebiet der Sozial- Wissenschaften, das am leichtesten zu Iritümern und Fehlschlüssen führen kann, wenn die Parteipolitik sich seiner bemächtigt und seine ״trockenen Zahlen“ im Sinne der Partei-Ideologie für ihre Zwecke ״a׳us den te t“. Die Zionisten sind Meister dieser Umdeiutungskunst. 1Das Interesse der Wahrheit und der wa'hrheitsgemässen Darstellung der geistigen und politischen Verhältnisse der tschechoslowakischen Judenheit in der Gegenwart gelbietet es jedoch, die statisüsche Terminologie und damit die bekanntgewordenen Ergebnisse der V o I k s z ä h- J un g in das richtige Licht zu stellen. Wir folgen den Angaben der zionistischen Zeitung ״Selbstwehr“ in Prag. Dana di lebten am 15. Februar 1921 in der tschechoslowakischen Republik bei einer Gesamt- Lebensmittelpakete nach Deutschland Zusammenstellungen der vorzüglichen Meinl-Erzeugnisse. Versand innerhalb 24 Stunden. Durch Entfall des Inlandzolls bedeutend ermässigt Annahme von Bestellungen und Aus- ׳׳ künfte in allen Filialen Julius Meinl bevölkerung von 13,611.349 Seelen 350.923 Juden. Von diesen trugen sich der Nationalität tiadi ais ״jüdisch“ ein 190.536, das ist 53,8 Prozent der gesamten jüdisehen Einwohnerschaft (inkl. 10.001 Ausländer). Hievon entfallen auf Böhmen 12.578 (jüdische Einwohner insgesamt 79.777) gleich 15,8 Prozent, auf Mähren 18.440 (37.989) gleich 48,5 Prozent, a/uf Schlesien 4681 (7317) gleich 64,1 Prozent, Slowakei 78.645 (135.819) gleich 54 Prozent, Karpäthorussland! 81.192 (93.023) gleich 87,3 Prozent Juden ״jüdischer Nationalltät“. Was macht die zionistische Statistik von diesen Zahlen? Im Handumdrehen werden diese 190-536 Juden, das ׳ist 53,8 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung der Republik, ,zu Bekennern der jüdischen Nationalität, also ״nationalen Juden“, folglich — ״N at i o n!a i j u d e n“ gestempelt und dem Leser wird die weitere Schlussfolgerung überlassen, dass demnach in der tschechoslowakischen Republik von 350.923 jüdischen Seelen bereits 190.536, das sind 53,8 Prozent, für den zionistischen politischen Nationalismus, das heisst für den nationalistischen Zionismns, gewonnen seien. Wie wenig eine derartige Deutung der veröffentlichen Ziffern berechtigt ist, wird sofort klar, wenn man sich vor Augen hält, dass gerade jene Landesteile, deren jüdische Einwohner mit ganz verschwindenden Ausnahmen zur religiösen Orthodoxie zählen, den Zionismus also und alles, was mit Zionismus und nationale ■st is eher Propaganda zius a m men׳h ä n g t, schon deshalb grundsätzlich aufs ents c h i e d e n s t e a b 1 e 11 n e n, zu den ״Bekennern der jüdischen Nationalität“ den höchsten Prozentsatz liefern. Während beispielsweise in der H o c h b u r g des Zionismus in den Grenzen unserer Republik — Böhmen —mir 15,8 Prozent der Juden sich als ״jüdischer“ Nationalität eintrugen, taten dies im an t i z i0 n is 11 s che n chassidischen Karpathorussland 87,3Proz., oder in der Slowakei, wo die nationalistischen Zionisten doch sicher nicht zahlreich sind, 54 Prozent. In der Verteilung auf die einzelnen Gaue fällt diese Tatsache noch klarer ins Auge. Die höchste Ziffer weist Mukacewo (87,3 Prozent), die tiefste Gau Prag (8,5 Prozent) auf. Im Gau Kosice bekannten sich von 47.754 Juden 32.361 (68,1 Prozent), im Gau Nitra von 16.442 Juden 8542 (52,1 Prozent), im Gau Bratislava von 36.642 Juden 16-677 (45,3 Prozent) als ״jüdisch“. Wie erklären sich demnach die obigen Zifiern der Volkszählung? Ganz einfach: Auf dem Bekenntnisblatt der Volleszähking bedeutet eben die Rubrik ״Nationalität״ bei den Juden etwas ganz anderes, als was die zionistische Terminologie unter ״Nationaljudentum“ versteht. Mit der Eintragung ״jüdisch“ als Nationalität will der tschechoslowakische Jude, sofern er nioht tatsächlich zu dem kleinen Häuflein waschechter ״Schekelzahler“ gehört, keineswegs sagen, dass er sich etwa die zionistisch-nationälistische Auffassung vom ״Nationaljudentum“ und von den nat i 0 n a las t i s ch-p o 1 ו t i s c h e n Forderungen, die sich in Nachahmung anderer ״nationaler Minder־ heiten“ aus der Stellung der Juden im Staate angeblieh ergeben sollen, zu eigen macht. Die ׳Eintragung ״jüdisoh“ im Fragebogen der Volkszählung bedeutet nichts anderes, als dass der Jude sich von jedem Nationalitätenkampfe im Staate absolut fernhält, dass er die nationalistische Leidenschaft bei keinem der im Lande ansässigen Bevöikerungsteile durch seine Zugehörigkeit stärken will. In Erkenntnis der in allen ihren Lebensäusserungen durch ....... 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