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Jüdische Presse · 1923-11-30 · 48 (30.11.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
48 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 380 JÜDISCHE PRESSE Nr 48 presse au sein. Soterage Amerika diese strafe orfbdoxe Organisation nicht hat, kann eben ein solcher jüdfcoher Kongress niaht stattfhiden. Dass einzelne Oesetzestreue *Wh aut eigene Faust an etner Rumpfversammlung be- :eiligen, macht diese nocli nicht au einem jüdfsdhen Kongross. Es muss der Orthodoxie hi Amerika und auch anderswo endüidh klar ,werden, dass ihre Zusammenarbeit mit anderen Organisationen nur dann möglich und gedeSiHdi sein kann,• wenn sie als eine feste, in sich geschlossen^ Organisation die Kraft in sich verspürt, allen fremden Einflüssen gegenüber, ihre Grundsätze zu vertreten und zu verteidigen. Wo diese Voraussetzung nicht gegeben.!st, ist eine Beteiligung Etazeiner nur vom schaden. Nur ei® Beispiel. Gäbe es wirklich ein* organivierte Orthodoxie in Amerika, und sie wJ Y entsprechend ihrer Stärke und ihrer Autorität hn Volke, auf de« Kongrosse vertraten gewesen, man hätte sich keinen ZangwiH aus London verschrieben, der tnit dem Zionismus, seinem früherem Götzen, auch den alten G-it Israels verlachte, der sahora früher wiederholt erklärte, Shakespeares Werke seien ihm mehr, als die Schriften der Thora. Der Jüdische Kongress mit der HasradvoGl orthodoxer Mitglieder Hess aber den Mann kommen und schlug sich damit, indem er der Orthodoxie eins versetzen wollte, ins eigene Qesicht. Die Lefoensnofcwendhgkeit des Zitsammenscfhlusses ür die Orthodoxie Ist, wen® sie noch eines Beweises belürfte. durch..den . amenikanischen Kongress von neuem als z׳ur Evidenz erwiesen. Konstituierung der amerikanischen Zentrale der A. J. New York. (A. J. P. B.) Die amerikanische Expositur der Agudas Jisroel hat sich konstituiert. Derselben gehören an die Herren: Oberrabbiner Dr. Hillel Philipp Klein, Rabbiner Dr. Rosenberg, Rabbiner N. Oarfunkel, Rabbiner Dr. Leo Jung, Dr. Jonas Shnon, Mr. Abraham Goldstein und Mr. Abraham Lunzer. Erez Jisroel-Arbeh der Agndas Jisroel in Amerika. New York. (A. J• P. B.) Unter Vorsitz des Herrn Oberrabbiner Dr. Klein fand hier eine Beratung der Aguda-Führer betreffs der Erez Jisroel- Arbeit in Amerika statt, in welcher beschlossen wurde, sich in grosszügiger Weise für den Erez Jisroel-Fonds (Keren Erez Jisroel) anzunehmen und ihn der amerikanischen Judenheit zu propagieren. Talmadstuditifn in Amerika. New York. Die Reorganisierung der auf den Namen de! Rabbi Jteohok Elchanan seit langem hier begründeten Jeschfwo berechtigt tu den besten Hoffnungen. An der Spitze der Thorainstftution stehen Männer von grossem Jüdischen Wissen. In der Verwaltung macht sich Dr. Rew a I im Kreise anderer tatkräftigen Persönlichkeiten sehr verdient und man darf sich der Hoffnung hingeben, dass das amerikanische Judentum es als seine Ehrenpflicht erachten werde, speziell diese Jeschiwoh zu einem Zentrum amerikanischen Thorastudiums zu machen. Die Einwanderung von Kindern und Frauen von Rabbinern nach Amerika gestattet* New York. Das Staatsdepartement für Einwanderungswesen in Washington versandte an samtliehe amerikanische Konsulate in Europa den wichtigen Beschluss, dass Frauen und minderjährige (unter 18 Jahren) Kinder von Rabbinern hinsichtlich der Einwanderung genau so zu behandeln seien, wie die Rabbiner selbst. Demnach ist ihnen das Visum zu erteilen und ihnen die Einwanderung zu gestatten, auch wenn die für sie in Betracht kommende Quote schon erschöpft ist. * €rn Jisroel. Das Ruttenberg-Prolekt und die Aguda. Wien. (A. J. P. B.) Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat zur Prüfung der Rentabilität des Ruttenbergschen Elektrifizierungsprojektes und sonstigen Möglichkeiten der Ausnützung der Wasserkräfte in Erez Jisroel eine foxhmännische Kraft nach Erez Jisroel entsandt. Die Einschiffung erfolgte am 23. November. Zurückziehung der Vertreter des Waad Leumi aus der Zionistischen Exekutive. Jerusalem. (J. T. A.) Hier Ist von der Zionistischen Exekutive aus London ein Schreiben eingetroffen, in weilehern angeornet wird, dass die Vertreter des Waad Letimi (Nationalrat der Juden Palästinas) nicht mehr a® der־ palästinensischen Zionistischen Exekutive teflnehmen dürfen. Der Waa!d Leumi hat daraufhin seine Vertreter aus der Exekutive zurückigezagen. Dieses Ereignis ha* unter der Judenheit Palästinas ein grosses Aufsehen hervoTgeruien. CHECHO-SLOWAKEI Eine neue Ausgabe des ״Chofez Chajim". Infolge der Kenessio Gedaulo ist bei vielen Tal* mide Hachomim der Wunsch rege geworden, dieses berühmte Sefer des grossen Mannes zu besitzen. Da es jedoch hier nur schwer und in guter Ausgabe überhaupt nicht erhältlich ist, wird es allgemein begrüsst, dass der ״Hermon“-Verlag in Frankfurt a. M. sich entschlossen hat, dieses Sefer neu zu drucken. Die slowakische Landesorganisation der Agudas Jisroel übernahm die Verbreitung des Werkes in der Slowakei und eröffnet jetzt die Subskription darauf. Die Subskribenten erhalten das Sefer zum Vorzugspreise von tschech. K 13. Nach Erscheinen des vorzüglich ausgestatteten Werkes wird der Preis bedeutend erhöht werden. Die Orts* und Jugendgruppen der Agudas Jisroel nehmen Be- Stellungen gegen Vorausbezahlung des Betrages ent« gegen. Die Subkriptionsfrist läuft am 1. Jänner 1924 ab. Spätere Besteller müssen den vollen Ladenpreis bezahlen. Bestellungen und Geld- Sendungen sind zu richten an: Landesorgan 1• sation der Agudas Jisroel, Bratislava, Turnergasse 14-16; Postfach 140. Agudas Jisroel-Jugendgruppe in ZIate Moravce. ln den Vorstand unserer Jugeinclgruppe wurden folgerade Herren gewählt: Willi. Steiner (Präses), Wolf Heller (Vizepräses), Blemdr Danzig (Kurator), Sigm. Ascher (!Kassier), Fil. Steiner (Notar), Sändor Weiss und Max Danzig (Kontrolle). Unsere Jugendgruppe hat sich an der Sammlung für die deutsche Jugend mit gutem Erfolg betätigt. Jüdisches Theater in — Koslce. Unsere Stadt soll — wie wir zu unserer Ueberfaschung einer Zeitungsnachricht entnehmen — mit einer neuen jüid-lsdien ״KuItur“4nsti׳tutI0n beglückt werden, nämlioh mit einem jüdischen . Theater. Einige Zionisten haben sich ln den Kopf gesetzt, unter allen Umständen Aergernls hervorzurufen. Da sie wissen, dass hier wie in der ganzen Slowakei kein Jude das Bedürfnis nach einer solchen Anstalt empfindet, die unter ״Jüdischem“ Namen etine durchaus unjüdische Sache fst, glauben sie es Ihrem Zionismus schuldig zu sein, eine Truppe herumfahrender Schauspieler zu überreden, auch In unserer Stadt einige Aufführungen zu veranstalten. Wenn unsere orthodoxen Juden den Zionismus oder M'israchismus ablehnen, so sollen sie sich wenigstens über die Zionisten ärgern! So wird bei 1ms für den Zionismus Propaganda gemacht. Der Nagy-Karolyer Raw bleibt. Wie unser Korrespondent aus Kaschau meldet, fiat Rabbi Saul Brach die Wahl zum Ob:!- rabbiner von Kascliau endgültig abgelehnt. Jeschiwoh in Nove Zämky. Vor zwei Jahren schon hat der Dajon in Nove Zämky, Herr Abraham Stern, die Jeschiwoh reorganisiert, welche seinerzeit durch den Krieg zerstört wurde. Es lernen hier 12 bis 15 Bachurfm, welche sowohl vom Daöon wie von! Herrn Oberrabbiner Josef T i g e r m a n ט uebst gründlichem Unterricht auch eine vorzügliche Er- Ziehung erhalten. Durch das eifrige Bemühen de» Dajon wäre die Existenz von viel mehr Bachurfm gesichert, doch der M 21זי*זי eines Beth Hamidrach macht sich fühlbar. Der Von ri der orthodoxen Gemeinde bat hu® dem iwtederMsa Drängen des Dato® aufotge den Beeohhns gefasst, im nächsten Frühjahre nebst anderen Bauten auch den Bau eines grossen Beth Hamid rach in Angriff zu nehmen. (A. B. N.) . An alle Agudist&n! Bei der Kenessio Gedaulo hat ein Redner von ארץ ישראל darauf hingewiesen, dass man von den Mitgliedern der Aguda keine Geschenke und kein Almosen verfangt. Aber Pflichterfüllung wird gefordert. Eine der ersten Plfllobten ist, dsic Aguda-Zeitungen zu abonnleren. Diese sind ln erster Reihe die ״Jüdische Presse“, dann der ״Israelit“, קול ישראל u׳nd andere. Bekanntlich ist die Zeitung e־m Kampf- und Propagandamittel, ferner das Organ, durch welches man über den Stand de Bewegung Nachrichten bekommt. Diesem zufolge Ist es PfKoht eines jeden treuen Anhängers der Orthodoxie und der Aguda, die Blätter, die für die Organisatian eintreten, laut Vermögensverhäiltrirssen• zit unterstützen. Die Ausführungen des Redners wurden mit grossem Beifall aufgenommen. Es wäre sehr gut, wenn die Begeisterung für diese Idee bis ln die Tasche eines jeden Orthodoxen reichen würde» damit der Bestand und die Ausbreitung der orthodoxen Blätter für die Dauer gcsichert werden. ..... 171 : und Wasserheilanstalt ♦ : Bratislava!!EEEü! Tiefer Weg ♦ ♦ Erstklassige diagnostische, diätetische und phy-? sikalische Heilanstalt für Innere u. Nerven- kranke // Chirurgie, Frauenheilkunde // Abi ei- * lungen für Augen-, Ohren-, Nasenu. Halskranke I Röntgentherapie // Chemisches Laboratorium »! Pauschalpreis von £K 55, für Entbindung (8 Tage) £K zioo bis 1800 l Monats * Pauschalpreis für Innere und . Nervenkranke. CK 1600 bis 2400 ♦ _ l Wasserkur für Auswärtige (Bad mit Ab-׳ ♦ reibung und Wäsche) CK 12 * Freie Aeritewahl + ♦ Rituelle כשר Verpflegung unter Aufsicht * des Pressburger orthodoxen Rabblnates. | «f* «f* Mitteilungen. 4* «§» | uaMMNPa*r>anHBn 1 1111 n ■[»!■ת^יוווו r1rr1»11»pNniwnp»ww»01'r1^n11־-ן־-ז־־יוr r!!■i«m Aufruf. Z'.n grosser Teil jener Kinder (Knaben und Mädchen), die aus Deutschland hieT weilen, erhallten in der ״־Jessod- Hathora“, Sahulverem der ״Adas-Jisroel“ täglich Unterrloht. Es ergeht nu!1 an alle Pilegeeltern das Ersuchen, falls ihre Pflegekinder noch nicht am Unterricht teil nehmen sollte!!, selbe täglich um 5 Uhr nachmittags bei der Schul* B» Matagas&e 16, Zimmer 14, arazumelden. Ausbau der ״Jessod Hathora“, Schulverein der ״Adas Jisroel“. Chanukob, dieses ״Denkmal für die Erhaltung de* Jisroelgefstes”, naht heran und wird die Tatsache, dass die ־grösste Schule Wiens, wo ln traditionell jüdischem Sinne Thora gelehrt wird, die ״Iessod Hathora” der ,Adas Jisroel“ ihre Tätigkeit bedeutend erweitern musste, um den an sic gestellten Ansprüchen vollauf zu genügen, sicherlich alle jüdisch fühlenden Herzen erfreuen. Vor drei Jiahren wurde ein streng orthodox geleiteter Kindergarten als etwas Ueberflüssiiges betrachtet; dass alle, die so dachten, sich irrten, beweist der Umstand, dass der Vorstand gezwungen. war, mit Beginn dieses Schuljahres noch eine zweittv Kindergärtnerin anzusbefllen, um einen gedeihlichen Unterricht zu ermöglichen. Die beiden Abteilungen des Kindergartens besuchen 80 Kinder, und. wenn diese Zahl an und für sioh einen gewaltigen Aufschwung dieser Institution bedeutet, so ist sie doch in Anbetracht des Umstandes, dass hier zahlreiche, gleichgesinnte orthodoxe Juden wohnen, viel zu gering und werden die p. t. Eltern nochmals auf die segensreiche Tätigkeit dieser Ara* stalt aufmerksam gemacht. Auch die Abteilungen, wo Cliumisch, Rasohi, DikduJc, Newiion, Gemoroh und Meforschim unterrichtet werden, zeigen ב״ה eine solch starke Frequenz, dass neuerlich 2wej Lehrkräfte äuge stellt werden mussten, um den Unterrieht zu bewältigen. Man kann wohl, behaupten, dass jeder jüdischer Vater, der sein Kind in unsere Tbauroh-Hakdauscholl einiweihen will, hier in jeder Beziehung die geeignetste Stätte findet. Soll dieses ״Denkmal“ jüdischen Geistes erhalten bleiben, so bedarf cs grosser. Geldmittel, und es ergeht nun an alle Brüder der Aufruf, am Chanukoh, an diesem ״Fest des jüdischen Geistes”, beim Thoravorlesen und bei sonstigen Gelegenheiten für das Schulwerk der ״Iessod Haühora” (II., Neslroygasse 11) 2n 5;:.:.-.!.!eil. Adas Jisroel-Armenbeteiiung. Wie alljährlich hat der Vorstand ־ auch in diesem Jahre den Gesamte!ragarag iiir עליות und die Spenden für צדקה am שבת פרשת וישב zur sofortigen Armenbetcilung bestimmt. Jahrzeitfeier Rabbiner S. Spitzer. Am zweiten Tage חנוכה dem Jahrzeittage nach dem seligen Rabbiner Spitzer, gelangen zwei Stipendien für unbemittelte, würdige Jünglinge, deren Eltern in' Wien wohnen urad die an einer ישיבה mit besonderem Fleisse dem Thorastudiuim obliegen, zur Vergebung. Gesuche sind bis zum 26. Kisilew an den Vorstand der ,Adas Jisroel“ zu richten. Aus gleichem Anlässe wird am שבת חנוכה im בית המדרש der Adas Jisroel eine דרשה abgehalten. Personalia. Sonntag, den 17. Kislev starb plötzlich Frau Marie Fi geh er s. A.. die Frau des durch seine opfervolle. Tätiglceit in der ,,Ein 11 eit” und anderer wohltätiger InstHutJonen allseits bekannten Herrn Adolf Fischer. Durch ihr lliuscheiden hat die Orthodoxie Wiens einen grossen Verlust erlitten, der eine ihrer Besten durch den Tod entrfssen ,wurde. Die überaus zahlreiche Beteiligung aus den Wiener Kreisen, um der Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, legte Zeugnis w>n der Wertschätzung, die dfe Familie der Verstorbenen hier geniesst aib. An der Bahre sprachen: Herr Obcrrabb. Fürst, hn Namen der Familie der Neue der Verstorbenen, Herr Rabb. S. Neufwlrth. und Herr Rabb. Schenk, die mit beredten Worten die Vor- ■’Zügeder Dahingeschied-v^n schilderten. Möge der Allgütige der schwergepiiften Faulte Trost verleihen!

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