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Jüdische Presse · 1923-11-30 · 48 (30.11.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
48 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FilR DiE INTERESSEN OES OR'HODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, IL, Malzgasse 12a. — Telephon 49.054. Tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreiset Oanzjährig: Für Oesterreich, Deutschland, Polen öst K 80.000, Tschecho-Slowakei Kü. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 20 Lire, England 7 Shilling, Rumänien 300 Lei, Jugoslawien 70 Dinar. Einzelnummer öst. K 1.500. Zahlnaffen Mr Oesterreich! PostsparkatssenamtWien, Konto 5«13.458 .־; für Polen: Postsparkassen amt Warschau, Konto NT. I90.4f1&; für Ungarn: Postsparirassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschecho-Slowakei: Postsparkassenamt Prag. Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postnp..Ämt Agram,Ko. N. 40.217;f. Rumänien: Banca M&rmarosch Blanc & Co für Floren* &C0, Bukarest; fürdieSchweiz: Postschecks Luzerrt VII. 147D. 48 .•יא | Wien.Bratislava, 30. November 1923 .TOT כ״ב כשלי jn־OD&tnB־TW!,״t ביה 9. Jahrg. Das ewige Chanukawander. Auch in der Art, wie die Menschen ihre Feste feiern, erkennt man sowohl die Tiefe ihres religiösen Empfindens, als auch die Höhe ihrer Kultur. Deshalb ist es bedeutsam, dass die Tage vom 25. Kislew an für uns Chanukatage sind, für andere ein Makkabäerfest, Das spezielle Gebet, welches diese Tage charakterisiert, bringt die Ereignisse im zeitliehen Zusammenhang mit den Hasmonäern und erwartet von allen ihren Taten nur das eine, dass sie unmittelbar nach dem errungenen Sieg das entweihte Heiligtum wieder reinigten und seinem Gebrauch Wiedergaben. Auch das Lied, mit dem man in jedem jüdischen Hause das Entzünden der Lichter begleitet, schlägt dieselbe Note an, das heisst also, wir feieYn mit den Makkabäern das Chanukafest. Des Wunders unsterbliche Macht öffnet die Gräber und lässt uns erschauern in der Ahnung von der Grösse des Mensehen, der eines solchen Wunders gewürdigt wird. Das Chanukawunder ist zum Symbol geworden für die jüdische Geschichte. Oft hat man gezagt, in der Befürchtung, ob die letzten Spuren der geistigen Kraft ausreichen würden, um auch für kommende Generationen die Ideale der!״ jüdischen; 'Gesamtheit lebenskräftig zu gestalten. Es hat so viel Fremdes,.•so viel Unreines in das Streben und Wollen Einging gefunden, dass man an der Möglichkeit zweifelte, die alte Reinheit wieder hersteilen zu können. Und doch gelang es immer wieder, und zwar nicht durcli die Entfaltung physischer Kraft, nicht durch die Anwendüng politischer Macht, sondern nur durch ein demütig ergebenes Wandeln im Geiste der Ewigkeit. Beim Schein des Chanukalichtes ist uns die Fähigkeit gegeben, das materielle. Gut, über das wir verfügen, zu durchgeistigen und zu heilen und so dem Lichte der Seele neuen Stoff und neue Kraft zuzuführen. Die allgemeine Lage stellt uns heute vor dassehe Problem, wie einst den Mathisjahu aus dem Hause der Hasmonäer. Viel Fremdes und viel Unreines ist in das jüdische Wollen getragen. Tausend ruchlose Hände sind an der Arbeit, um die heilige Lehre ihres Glanzes zu entkleiden und in irgend einen verstaubten Winkel des Privatlebens zurück- 11 חגוכה fff zudrängen. Da haben sich nun im, festen Glauben an die Möglichkeit des grossen Wunders grosse Männer in der Kenessio Gedaulo. zusammengefunden, um den Versuch zu wagen, das kleine Licht in dem von den hässlichen Kämpfern entarteter und abgefallener jüdischer Kinder umtobten Beth Hamidrasch zur hellen Form emporzufachen und also auf den Markt des Le• bens zu tragen. Es wird gelingen, weil es gelingen muss. Und einst wird man ein zweites Chanukafest feiern und dankend der Männer gedenken,, die auf der ״Höhe der Erkenntnis an ihre Zeitgenossen Bitte und Ruf ergehen lassen Lehorim Keren Hathora. Die Not der deutschen Juden. Die Lage der Juden in Deutschland. Wien. Die Not der deutschen Juden schreitet unaufhaltsam fort. Die Gemüter, von Hunger und Entbehrung gepeinigt, können nicht‘ zur Ruhe kommen, und das einmal in die Massen geworfene Hetzwort übt Wirkungen aus, die sich zum Unglück des Volkes auswachsen. Die Regierungen und Behörden sind diesem Sturme und dem Taumel nicht gewachsen und werden von den Ereignissen mitgeschleppt.־ Von Verantwortung hat es keinen Sinn zu sprechen, da die Hetzer die langsam herankommende Anarchie׳ ersehnen und die Ordnungs• Parteien machtlos geworden sind. ״ Die Juden Deutsch!ands*־ erlebe«׳ -Hmd1 ״SelffeckHthe ־ * Zeiten. Was frommt es, dass sie sich gegen die Sinnlosigkeiten und . Lügen, gegen einen Feldzug voll Tücke, Gemeinheit- und gewalttätigen Freibeutertums mit Allen zu Gebote stehenden Mitteln zu erwehren trachten. In dem Zustande des Verblutens, in dem sich der deutsche Staat, das deutsche Volk befinden, kann nur von aussenhin Hilfe gebracht werden, können nur lindernde Hände, tröstende Herzen und mitleidende Seelen das grosse Unglück wenn nicht abwenden, so doch mildern und kleiner machen. In der ganzen Welt herrschen unnormale Verhältnisse. Das Leben ist schwer geworden und absorbiert zur eigenen Fristiing alle Kräfte, alle Mittel. Doch darf Deutschlands Judennot nicht übersehen, nicht vergessen werden. Es sind Dinge im Spiele, die zu kostbar, Menschenleben, die unersetzbar sind, : Generationen, die die Zukunft des jüdischen Volkes nicht entbehren kann. Es muss mit Genugtuung festgestellt werden, dass das Judentum der ganzen Welt seine diesbezügliche Aufgabe vollauf erfasst hat. Ebenso muss festgestellt werden, dass die Juden- Schaft Oesterreichs und ׳besonders Wiens alles tut, was in dieser schweren Zeit. möglich ist. Es gilt nun, den einmal betretenen Weg weiter zu beschreiten. Die Hilfstätigkeit für das notleidende Deutschland darf nicht'erlahmen! 5000 Dollar für die Deutschlands-Aktion des ״Jüdi* sehen Hilfswerk״ der Agtidas Jisroel, Wien. Die Herren Frank und Sfrauss haben dem ״Jüdischen Hilfstferk“ eine Spende von 5000 Dollar überantwortet, welche nach einem von idea-Spendera’^vorl^refteto׳‘'PI^>,fö1»׳-:Iiehp'B^p8tef-n־ pakete nach Deutschland verwendet werden: V,erschickt werden drei Typen (davon eine für Kinder), im ganzen rund 5000 Pakete, in der Mehrzahl allwöchentlich an dieselben notleidenden Familien. Die ersten 334 Pakete sind bereits abgegangen. . Die Aktion muss innerhalb 10 Wochen'durchgeführt sein. Holland und, die Judenhetze in Deutschland. Haäg. (J. T. A.) Aim letzten Sonntag, fand .In Amsterd!a׳m im grossen Saale der Diamantenbörse eine stark besuühte öffentliche Versammlung statt, in welcher zu der Frage der Judenverfolgungen in Deutschland Stellung genommen wurde. Der. Chefredakteur der Zeitung ״Hct Volk“, Ankersmidt, wies als erster' Redner darauf hin, dass in derselben Nacht, vom Freitag zum Sonnabend, in der das Entgegenkommen des gastfreien Holland es dem früheren Kronprinzen ermöglicht habe, in sein Vaterland zaiTückzukehren, der weltbekannte deutsche Gelehrte Einstein sein Vaterland habe verlassen müssen, um sich Keren Hathora. Eine Szene von stiller Grösse erzählt die heilige Schrift von Elia, dem Propheten. Am Karmel stand er, einer gegen vierhundert, und hat gesiegt. Mit allen Mitteln Irren Wahnglaubenil hatten die Baalspriester das Volk zu betören gesucht; das schlichte innige Gebet des wahren G-ttesmannes drang siegreich in die Herzen der verirrten Kinder, und sie kehrten reuig zu ihrem G-tte zurück. Doch die Hand der abtrünnigen Königin scheucht den Propheten wiederum hinweg. In der Wüste sinkt er zusammen und sehnt den Tod herbei. Wiederum ruft er seinen G-tt. ״Geeifert habe ich für meinen G-tt; deinen Bund haben sie verlassen, ich allein blieb übrig, und jetzt trachten sie nach meinem Leben.“ Fürwahr! Etwas Gewaltiges muss geschehen, um Rettung zu bringen dem führerlosen, dem verführten Volk. Elia wartet auf ein machtvolles Zeichen. Und ein starker Wind zerschmettert Berge und Felsen, doch im Winde war G •ft nicht, nach dem Wind ein Sturm, auch , im Sturm .war G-tt ־ nicht, mm—mm———■ Olltit!.=— Käminmiag Br. 6 (gegentc«!4cm pw! 8m,!«0. t<t. nach dem Sturm ein Feuer, auch im Feuer war G-tt nicht. Nach dem Feuer ertönt das leise Flüstern, und aus diesem spricht G-tt zu seinem Diener. Die Grossen Israels haben oft an Elia gedacht, wenn sie in ihrem Herzen die Pflicht gefühlt, zu ihrem Volk zu sprechen, um ihnen die Wege zu weisen, die der Erhaltung Israels dienen sollen. Nicht die tönende Phrase und nicht der Beifall der Masse, der stille gerade Weg zur Höhe war ihr erstrebenswertes Ziel. Von all den Siegesfeiern, die sieggekrönte Feld- Herren unter rauschendem Gepränge in unseren Tagen so überaus zahlreich begehen, dürfte keine dauernden Eindruck im Herzen von edler gesinnten Naturen hinterlassen. Uns will es dünken, dass die Stille von wenigen Minuten, die am Jahrestag des Friedensbeginns in fast allen Ländern den Menschen zur Rückschau zwingt, zur Rückschau über die riesigen Schlachtfelder mit ihren Millionen Opfern und zum festen Gelöbnis für die Zukunft, solche Schrecken von der Menschheit fernzuhalten, uns will es dünken, dass die Stille zweier Minuten gewaltiger zur Seele spricht,׳ als alle Festesfeiern, in die Kanonendonnei und Glockentöne sich mischen. Auch wir feiern unser Siegesfest. Allabendlich entzünden wir ein stilles Licht, das Licht, das unsere Helden als erste Tat nach schwerem jahrelangen Kampf zu ihrer Siegesfeier bestimmte. Es war das Symbol, dass Zions Licht nun wieder, strahlen sollte von der Höhe des Heiligtums über Israels Reich und alle Länder. In diesem Jahre soll das Licht der G-ttes!ehre von jedem mit besonderer Inbrunst entzündet werden. Die Fürsten unserer Zeit haben uns zugerufen, dass Israels Licht, die G־ttesIeI1re, gar trübe brennt in all den Stätten, in denen Jahrtausende hindurch die heilige Flamme upsere Herzen geläutert hat. Die Not der letzten Jahre hat tief gewirkt; es gilt, alle Kräfte anfzubringen, dass das flackernde Licht nicht erlischt. Ein grosser Ruf ergeht an uns. Es ist die Stimme, aus der G-tt selbst spricht, und keiner wird ihr den Gehorsam verweigern, denn es gilt, den heUigen Rest unseres Volkes am Leben zu erhalten. . Brüder! Feiert in jüdischer Weise Israels grosses Siegesfest, schliesst Euch an dem Keren H’athora! Die grösste internationale Kunstwerkstäfle riir Perücken, Scheitel und Cransformationeit €« yc$ — ttt detail / Billigste €|nKawf<qwei1e / Die ftersteimtg aus garatu. flauagea?elUg|t1 Raterhaar CUmt itlt wehr als «■derthaib JabttthrtB «ca Dombmitei orthodoxen Daraea aller (UttiUr Perücke* S^slilUt 1» Br4it 5«bewu». Bitte werde! der mMcbttffiiur mit wblöffender Clutcbuag «aebseoiacht. tim 00? Trrefflhrttg tt icbBttet. Mit» dtt gonawt» 67HMAR und <*1? Tfümse mim *u beachten!

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