Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 33 (15.8.1923)
- Date
- 1923-08-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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' -Mb sie JÜDISCHE PRESSE ZBeridhte. I Agudas Jisroel in Aegypten. Kairo. (A. J. P. B.) Vergangene Woche fand Hier ן die äusseret zahlreich besadhte Wcrfifversamtntong der < hiesigen Orthodoxie statt Nach lebhaften Debatten! über die Aufgaben tmd Ziele der Kenessio Qedaulo : wurde Oberrabbiner von Kairo Rabbi Mendel Hakofeen; als Delegierter gewählt Sofort nach SchSuss der Veri Sammlung begab sich Oberrabbiner R. Mendel Hakoben an Bond. Presse-Empfang. י Wfen. (Ä. J. P. B.) Dienstag den 2. Ellul (14. August) fand im Kongressgebäude, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 44, ein informativer Presse-Empfang statt Sammeltag des ,Jüdischen Hilfswerk“ ln Marienbad. Wien. (A. J. P. B.) Dasx ״Jüdische Hitfswerk“ in Wien verlautbart, dass am 13. August in Marienbad ein Sammeltag zu Gunsten ihrer in Errichtung befindlieber Lehrwerkstätten stattfinden wird. grösster geistiger Not ist die Kenessio Gedaulo ein herzstärkender Trost und eine leuchtende Hoffnung glücklicherer Zukunft. Der Arbeitsplan der amerikanischen Delegation für r die Kenessio Gedaulo. New-York. (A. J. P. B.) Vor der Abfahrt der amerikanischen Delegation nach Europa wurde ein genauer Arbeitsplan für die Kenessio Gedaulo und für die Agudas Jisroel ausgearbeitet. Unter den Vorschlagen befindet sich ein Antrag, die Kenessio Gedaulo möge die Gründung eines allgemeinen religiosen Fondes unter dem Namen ״Keren Dossi“ beschliessciL An der Samlung der Gelder für diesen Fond könnten sich alle Juden der Welt, die auf dem Boden der Religion stehen, ohne Parteiunterschied, beteiligen. Die Gelder würden zur Unterstützung aller religiös geführten Institute, die sich auf sozialem, pädagogischem, Erez Jisroel-Kolonisationsgebiete usw. betätigen, ohne Unterschied der Parteizuge- Iiörigkeit verwendet werden. Es herrscht allgemein die Meinung, dass ein derart aufgebauter Fond in Amerika grosse Erfolge erzielen könnte. Detegiertenwahl in Dej (Transylvanien). De|. (A. J. P. B.) Die Wahlen zur Kenessio Gedaulo in Dej haben diese Woche stattgefunden. Gewählt wurde Franz Ordentlich und Tobias Lehmann als Delegierte. Wien. Der grösste Ta! des gesohäftsfährenden Ausschusses befindet sich b reits in Wien. Es finden ununterbrochen Beratungen über, die wichtigsten Probleme der Organisation statt. Wien. Montag fand die erste Konferenz des rabbinischen Rates stat. Die meisten Mitglieder sind bereits eingetroffen. Unter diesen befindet sich Sejmdeputat Rabb. S c h a p i r a aus Sanok, Rabb. Dr. Br euer, aus Frankfurt a. M. und der grosse Gaon Rabbi Elija K1 a t z k i n aus Lublin. Wien. Dienstag den 14. ist bereits der grösste Teil der Landsmannschaften Deutschlands, der Schweiz und der Tsohecho-Sknvakei in Wien angelangt. Die aus zirka 250 Delegaten bestehende polnisehe Landsmaiinschaft ist ebenfalls bereits in Wien angelangt. Unter den grossen rabbinisohen Autoritäten ist der sehnsüchtig erwartete Hagaon Chofez Chaim zusammen mit dem Gerer Rabbi in Wien angelangt. Die Teilnahme des berühmten, in der ganzen jüdischen Welt ungeheuer geachteten und beliebten grossen Gelehrten wird der Kenessio Gedaulo neuen Glanz hmziifiigen. Griisse aus Sowjetrussland. Wien. (A. J. P. B•) Die Freunde und Anhänger der Agudabewegung in Russland richteten an den Zentralrat der Aguda ein Schreiben, in welchem in rührenden Worten der Kenessio Gedaulo Erfolg und Glück gewünscht wird. Das russische Judentum dankt der Agudas Jisroel für ihre grosse mühevolle, doch werktätigste Hilfsaktion zu Gunsten des not-, leidenden russischen Judentums. In diesen Zeiten Bürgermeister Kolimann und der jüdische Kinderhüfstag. Wir erhalten folgende Zuschrift: An die *Schriftloifcung des ״Badener Volksblatt“. Die letzte Nummer des ״Badener Bezirksboten“ brachte auch unter dem Titel ״Ein jüdischer Kinderhilfstag“ die Bemerkung, ״dafür beeilten sich die hiesigen Führer der chrtetMohsozialen Partei, voran der Bürgermeister Kolimann, durch Kaufen von Blumen!ihre Judenfreundsohaft zur Schau zu steilen“. Ich bitte festzustellen, dass ich tatsächlich Blumen an diesem Hilfstage gekauft habe und dass Ich mich als Bürgermeister der Stadt Baden, wenn cs gilt, ein Wohltätigkeitsunternehmen zu fördern oder zu unterstützen, nie auf dem Standpunkt der Parteipolitik oder Rassenpolitik stellen werde, sondern einzig und allein den Grundsatz verfolge, wenn den Armen geholfen werden soll, so hat man nicht zu fragen, wer die Armen sind, und wenn schon mancher Bürger liier seinen eigenen Standpunkt einnehmen kann, für den Bürgermeister sind die Armen und Unterstützungsbedürftigen ohne Unterschied der Partei- Zugehörigkeit, der Rasse und der Sprache, sofern sie im Gemeindegebiet sich befinden, gleich. Ich werde daher auch in Zukunft mich nicht bei dem ״Badener Bezirksboten“ anfragen, ob ich etwas tun darf oder nicht, sondern weiterhin nach meinem Grundsatz' handeln. Für die Aufnahme bestens dankend, Josef Kolimann. (״Badener Volksblatt“.) Wien. Der Zabner Rabbi Hagaon Schülern Dawi:d Ungar, der Verfasser des berühmten Werkes ״Jaid Schülern“, der als Flüchtling lange Jahre in Wien geweilt hat und sich durch seine Frömmigkeit und Herzensgüte, der grössten Hochachtung erfreute, ist am Montag in Wien, wo er Heilung von einem schweren Uebel suchte, verschieden. Gelnfarn. Angeregt durch die Veranstaltung des jüdischen Hilfswerkes, haben die Kinder der Kurgäste des Gainfarner W'inzerhauses eine Theateraufführung veranstaltet, um auch ihr Scliärflein dem Hilfstag zu spenden. Freitag, den 3. d. M. wurde der Einakter ״Ahasver“ von Heiermanns auf geführt, Vorträge, Lieder lind Tänze bildeten den Rest des Programms. Das Refeerträgnis betrog K. 200.000. Folgende Mädchen und Knaben haben an der Aufrührung teftgenomrnen: Gerty Last (Spiele&erin), Walter Flachs, Rosy GibRchmann, Gerty Blüh, Edith Last. Salo Lfndner, Walter Rekismaim, Rosa Rubelstein, Blanka Albin, Alice Brody, Lid Fränkl, Else Freilich, Rudolf Gassner und Grete Glblichmamn. Die Aufführung war ausgezeichnet und lauter Appians dankte alten Mftwirkenden für die schöne Aufführung. Oberwart. Rabbiner Felix Bfau, der 20 Jäffre fn Sdhlaxkntog als Rabbiner wirkte, wurde ln der Kultusgemeinde Oberwart (Burgenkund) mm Rabbiner einstimmig gewählt. Herr Rabbiner Blau folgte dem ehrender. Rufe und ■hat die Stehe angenommen. Reizende Juwelen, Gold- und Silberwaren, Uhren, Silber-Essbestecke, Tempelgeräte etc. Brauer Golümann, Wien, 1״ K&fntnersir. 53 vis-ä-vis der Oper. // Samstag geschlossen. Sensationell Umwälzung in der dauergewellten durch die Neuschaffungen der Firma f פ״ס (gegenüber dem Hdtel Bristol) welche den Damen kostenlos :: vorgeführt werden :: En gros En detail Die grösste internationale Kunstwerkstätte für Perücken, Scheitel und Transformationen Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist in Braut-Scheiteln. Diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht. Um vor Irreführung zu schützen, bitte den Vornamen Othmar und dl© Adresse genau zu beachten 1 msss nj! [TirafiMTWIll ■ר ווו ■viii!! 111111 s!> TS CHECH O-SLOWAKEI. Zur Kenessio Gedaulo. אמר להם ר׳ טרפון צאו ואבלו ושתו ועשו יום טוב וקראו הלל הגדול(תענית י״ט.). Die גמרא erzählt: In der Stadt Lud wurde wegen Regenmangels ein Bet- und Fasttag gehalten. Noch vor Mittag kam der ersehnte Regen, da sagte Rabbi Tarfon zu den Versammelten: ״Gehet, esset und trinket, machet Euch einen Feiertag und saget הלל“• Wenn der Regen längere Zeit ausbleibt, verliert der Erdboden seine befruchtende Kraft, das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, Angst bemächbgt sich des Menschen, denn die Furcht, es könnte Brotnot eintreten, wirft ihre bedrückenden Schatten voraus. So war es auch in Lud. Als aber der Allmächtige das innbrünstige Gebet der Bewohner erhört und durch reichen Wassersegen die drohende Gefahr abgewendet hatte, haben die Leute von Lud einen Freuden- und Feiertag gehalten, haben umO*tt zu danken und ehren Loblieder angestimmt und הלל gesagt. Seit vielen Jahrhunderten wird die Existenz des Judentums bedroht. Es waren und es sind noch Strömungen im Schosse des Judentums, welche seinen Bestand gefährden. Parteien, welche glauben machen wollen, dass die Lebensquelle und das Lebenselement des Judentums, die heilige תורה versiegt sei und sich überlebt habe. Ja, es ist eine traurige Wahrheit, dass in gewissen Kreisen die תורה ncgligiert wurde, als ob sie nicht existieren würde. Es war schon so weit gekommen, dass so mancher Wankelmütiger selbst im strengj&dischen Lager an der ewigen Lebenskraft des Judentums zu zweifeln anfing. Wie ein ausgiebiger Regen auf die v'elkendea Blüten, auf dem ausgetrockneten Boden erquickend und belebend wirkt, so aufrichtend und belebend ist die Wirkung der כנסיה גדולה auf das thoratreue Judentum und auf die strenggläubigen Juden ״Männer der Tat“. Thoragrössen, führende Persönlichkeiten des Judentums von der ganzen Welt kommen nach Wien zusammen, um die Grundlagen des thoratreuen Lebens wiederum neu zu befestigen. Ein neuer Geist, neuer Mut wird einen jeden gläubigen Juden beleben, wenn er sehen wird, dass die Kenessio Gedaulo ernst, würdevoll und mit Erfolg für die Erhaltung des Thorageistes und thoratreuen Lebens arbeitet. Man wird dort darüber beraten und beschiiessen, wie und auf welche Art die Juden in der Diaspora der Thora mit ganzem Körper und ganzer Seele dienen sollen, wie man der heiligen תורה die gebührende Autorität einzuräumen hat. Das selbstbewusste jüdische Leben wird auch weite, jetzt noch abseitsstehende Kreise zum thoratreuen Leben heranziehen; ein jeder Jude, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt, wird darin seinen Stolz finden, dass er auch zu den Stteuggleubjgen gezahlt I werden kann. Es wird auf allen Gebieten und in allen jüd. Kreisen ein neues jüdisches Leben beginnen. Diese neue Lebenskraft erhält das Judentum, so השי״ת ,will» von der כנסיה גדולת. Wenn schon ein guter Regen, der doch nur auf beschränkte Zeit körperliche Nahrung bringt, Veranlassung zu einem Festtage war, welchen Freudentag müssten wir anlässlich der כנסיה גדולה begehen Bringt doch die Kenessio Gedaulo diejenige Kraft an den Tag, welche unser geistiges Leben aufrichten und zugleich den Bestand des Judentums auf ewige Zelten zu sichern bestimmt ist. Ich möchte daher an alle unsere Glaubensgenossen die Aufforderung richten: Seiet den kommenden 4. Ellul im Geiste bei der ׳כנסיה גדולה auf dass sie Erfolg habe und zu einem Fest- und Freudentag für kommende Generationen werde! צאו ואכלו ושתו ועשו יום טוב וקראו'הלל הגדול! N0V’ 7 imky, den 27. Ab 5683. Herir.an Lüvy. Nove Z-u».ky. Am 26. Juli hat der Vorstand der orth. isr. Volksschule in Nove Zämky mit Zustimmung des Herrn Oberrabbiners Josef Tigermann, Herrn Israel Felbert aus Velky Tapolöany einstimmig zum מלמד an der Volksschule aufgenommen, dessen Pflicht es ist, den ganzen Religionsunterricht an der Schule zu erteilen. Hochzeit. Am 1. August! fand die Hochzeit des Herrn Natan Fönfeder aus Bekäs Csaba mit Fräulein Böske Bineth, Tochter des Gaspär Bineth, Präses der orth. Gemeinde in Nove Zämky statt. Präsident Masaryk in Nove Zämky. Das deutsche Blatt der Zionisten berichtete, dass als am 29. Juli Präsident Masaryk in Nove Zämky am Bahnhof feierlich empfangen wurde, ihn dort im Namen der Juden der Neologen-Rabbiner Dr. Klein begrilsst habe. Das ungarische Zionistenblatt hingegen berichtet, dass bei dem feierlichen Empfange des Präsidenten in Nove Zämky die Juden geschwiegen und die geeignete Gelegenheit, ihre Wünsche und Beschwerden vorzubringen, versäumt hätten. Es ist nicht unsere Aufgabe, alle tendenziöse oder unrichtige Nachrichten der zionistischen Presse richtig zu stellen. Diesmal aber sehen wir uns veranlasst, die Wahrheit festzustellen. Als die einzelnen Christliehen und jüdischen Konfessionen und Vereine zum Empfang des Präsidenten eingeladtu wurden, Ist von Seiten der einladenden Behörde angedeutet worden, dass jetzt keirte Zeit sei, eventuelle Beschwerden und Wünsche vorzubringen. Ferner wurde bestimmt, dass von den beiden jüdischen Gemeinden zuerst Seine Ehrw. Herr Josef Tiger mann, Oberrabbiner der orth. Gemeinde und dann der Rabbiner de Neologen-Gcmeinde den Präsidenten begriissen sollen. Wegen Zeitmangel hat jedoch weder durch den einen noch durch den andern, wie überhaupt von keiner religiösen Seite, auch nicht der christlichen, eine Begrüssung stattgefunden. 1♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ Bratislava (Prmburg), Citfer Ulea mm ♦ Erstklassige diagnostische, diäteti- ♦ sehe «. physikotberapische Anstalt ♦ für Nerven- und innere Krankheiten. ♦ Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. I Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehl- ♦ köpfu, Hautkrankheiten, Röntgen- ♦ Behandlung. Chemische u. bakterio- ♦ // logische Laboratorien. // Täglicher Pauschalpreis v. cK 55 aufw. Pauschalpreis für Entbindung, v. cK 1100 bis cK 1800 (8 Tage). \Va3serkur auch »ür Auswärtige 5K 15 : FREIE ARZTEWAHL. I ♦ * * Rituelle כשל Verpflegung unter Aufsicht * l des Pressburgpr orthodoxen Rabbfuates. ♦ ♦ ♦ « ♦; Eigentümer und Herausgeber: ״Jüdischer Verlag G. m. b. H.“, II., Malzgasse Nr. 12a. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, Wien, I., Kölnerhofgasse Nr. 2. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Druckerei und Verlags-A.-G. Ig. Steinmaun, .Wien, .IX., Universitätsstrasse 6.