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Jüdische Presse · 1923-08-03 · 31 (3.8.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
31 (3.8.1923)
Date
1923-08-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 226 ,JÜDISCHE PRESSE 0 Nr. 31 Jung der Gelder an die Misrachileitung zur weiteren Verteilung Einspruch erhoben wird. Die Misrachistfcche Leitung trachtet durch das Recht der Verteilung parteiischen Einfluss auf den Lehrplan der iüdisehen Schulen auszuüben. Der Protest ist von allen Rab'binischen Autoritäten Ostgaliziens unterfertigt, unter denen sich der Oberrabbiner von TamopoV die Sejmdeputierten Rabbiner Schapiro Sanok und Rabbiner Lewin Sambor befinden. Warschau. (J. C. B.) Der jüdische Sejmklub Inter* pellferte den Kriegsminister und den Minister für Inneres wegen eines Ueberfalles auf den Rabbiner Sylmanns im Städtchen Chtnielnik In Ostgalteien. Rabbiner Sylmanns, ein ehrwürdiger Greis von 72 Jahren, machte am 22. d. M. laut ärztlicher Vorschrift seinen üblichen Morgerispazier* gang. Ein vorbeigehender polnischer Kapitän »Swleczkowski fasste den Rabbiner unbarmherzig am Bart und misshandelte ihn■ Mit dem Revolver in der Hand, befahl der Kapitän dem Greis, nachhause zu gehen. Die wegen dies brutalen Ueberfalles herbeigeeilte Mensohenmasse veflangte die Verhaftung Swieozkowskis. Der dabeistehende Polizist aber sagte, dass der Jude noch mehr gesohlageh werden müsste, worauf der Kapitän den greisen Rabbiner in Anwesenheit des Polizisten blutig geschlagen hat. Im Städtchen Chmielnik herrscht darüber grosse Aufregung. Die Interpellanten fordern strenge Bestrafung des Kapitäns Swieczkowski und des Polizisten. Warschau. Der polnische sozialdemokratische Abgeordnete Zulawski interpellierte Jm Sejm wegen des Verbotes der jüdischen Sprache in Wolhynien und bezeichnet^ dieses Verbot als eine Vergewaltigung der polnischen Verfassung. Es ist dies die erste Interpellation in der Judenfrage seitens der sozialdemokratischen Fraktion im polni־ sehen' Sejm. Lodz. Im Städtchen Liutatow kam es• am 19. d. M. zu Ausschreitungen gegen die Juden. Wäh* rend des Marktes befielen die Bauern die Stände jüdischer Händler, plünderten sie vollkommen aus und schlugen sämtliche Fenster in den jüdischen Häusern ein. Mehr als 20 Juden wurden verwundet, 8 darunter sehr schwer. Der Sachschaden ist sehr gross. Lodz. Der Bürgermeister von Lodz, Rzewski, veröffentlichte einen offenen Brief wegen der antijüdischen Exzesse in Lodz. Er tadelt scharf diese Vorkommnisse und deren Initiatoren und wendet sich an die Eltern mit der Mahnung, mehr Aufmerksamkeit den Kindern zuzuwenden, die von unverantwortlichen Hetzern demoralisiert werden. Solche Ausschreitungen, sagt Bürgermeister Rzewski, bedecken mit Schande Polens Namen. Brautausstattungen I Billigste .Einkaufsquelle in Leinen- und Damastwaren, ■ ChifFone, sowie in Taschen• und Tischtüchern etc. Leopold Lederer Ä/Ä | gries), Telephon 65-3-71 Rumänien. Mi; {Malier in Ermlhälyfalva. Die jüdische Gemeinde m Enniluilyfalva hat eine neue Synagoge bauen lassen, die nächstens schon vollendet wird. Gewissenlose Judenfeinde haben diese Gelgenheit benützt, um das Volk gegen die Juden zu hetzen und ihm einzureden, dass die Juden zur Einweihung der neuen Synagoge, Blut von Christenkindern benötigen. Dieser fürchterliche Verdacht hat sich in die Seele des unwissenden Volkes hineingeschliohen, sie wurden tagtäglich misstrauischer gegen die jüdischen Einwohner, mit welche sie bis dahin in bestem Einvernehmen gelebt haben. Die Aufwiegler haben emsig weiter gearbeitet und es war zu befürchten, dass es zu gefährlichen Exzessen gegen die Juden kommen könnte- Der Gemeinidevorstand hat hierauf die Anzeige erstattet, und die Behörde ersucht, dass sie rasch und energisch eingreifen möge, bevor noch diese verruchte Metze zu gefährlichen Ausschreitungen führen wird, nachdem aber das Verfahren der Behörde nicht genug rasch erfolgt ist, hat sich der Präses der jüdisehen Gemeinde, Herr Danziger zu den Geistlichen des Ortes gewendet mit der Bitte, sic mögen das Volk über die Lüge des Blutmärchens aufklären. Hauptsächlich war cs der reformierte Geistliche, der volles Verständnis hatte für die Bitte des Gemeindepräses und dies zu erfüllen, sich mit Leib und, Seele hergab. In seiner Sonntagspredigt hat er das Volk zu einer Versammlung vor die Kirche cingeladen. ״Ich habe die geheiligten Mauern unserer Kirche nicht entweihen wollen damit“ — begann er seine Rede — ״dass ich dort über die dumme Fabel des Blutmärchens und über diese Seelenvergiftung spreche, darum habe ich euch hiehcr, vor die Kirche zu einer Versammlung einberufen.“ Er geiselte dann in scharfen Worten die Gewissenlosigkeit und Verworfenheit jener, welche die Eintracht der Bevölkerung stören wollen, warnte das Volk, mit lügnerischen Nachrichten sich nicht betören, mit falschen Lehren sich nicht vergiften zu lassen, und appellierte auf das Gewissen und Vernunft eines jeden Menschen. Diese Rede hatte den erwünschten Erfolg, die aufgeregten Gemüter legten sich, das Volk wurde aufgeklärt, die Versammelten zerstreuten sich und ein jeder ging ruhig seiner Arbeit nach. Der Name, des reformierten Geistlichen ist Josef V6gl1, ihm gebührt die vollste Anerkennung und Dank eines jeden Juden und eines jeden ehrlichen Menschen■ Antisemitismus in der Bukarester Presse. Nach dem Tode des Bankiers Jaquos Elias, der sein riesiges Vermögen von zirka 800 Millionen Lei auf der Wissenschaftliehen Akademie Rumäniens testamentierte, nat die antisemitische Presse ihre Hetzereien eingestellt. Jetzt, einige Wochen nach dem Tode von Elias Jaques, kommt ihr Hass mit umso grösserer Vehemenz zum Ausdruck. Unerhört wie der ״Faszismus“ und das ״Erwachende Christentum“ — zwei antisemitische Blätter in Bukarest — zu schreiben sich erlauben. ״Die jüdischen Synagogen und Schulen müssen in Brand gesteckt, die jüdischen Häuser demoliert werden, der Erde müssen sie gleiohgemacht werden, damit kein einziger Stein und kein einziger Ziegel von diesen bleibe“. Der Verband Rumänischer Juden will eine ernste Aktion gegen diese Aufwiegler einleften. Synagogen-Ornate und Barette Chor* und Olanarbekleldung ln dan vomehmatan AuifOhrangan tiatm Spezialisten Dnrinlf ßnldotoiin Sobnaidermelater, Wien, n., Tattor. ilUUUII uUlUolClH, strasse 54. Fernsprecher 45-6-29. Versand nach allen Staaten wieder zulBsslg, C8rk«i. Antisemitische Stimmung in der Türkei. Konstantinopel. (J. P. Z.) Nach einer Meldung aus Sofia soll: in der Türkei infolge des Chauvinismus der Angora-Regierung eine ausser gewöhnlich starke antisemitische Stimmung herrschen. Die Juden werden in ihrer beruflichen Tätigkeit gestört; in manchen Städten wird sogar zum Boykott gehetzt. Die Alliance•! Schulen in Thrazien soljlen angeblich geschlossen werden, in Angora wiederum würden die jüdischen Schulen verpflichtet, mohammedanische Lehrer zum türkischen Unterricht anzustellen. Seit Mitte Juni sei es de Juden untersagt, frei im Lande umherzufahren; so seien Frauen und iKnder, die nach Konstantinopel gekommen waren, um äztlfiche ilie zu suchen, nicht in der Lage, in ihre Heimat zurückzukehren und auch der Grossrabbiner konte durch Intervention nichts erreichen. Mit besonderer Strenge werden die jüdischen Auswanderer aus der Ukraine, die Konstantionpel nur als Durchgangsstadt benützen, behandelt. Trotz der Ungesetzlichkeit werden Juden gezwungen, am Freitag ihre Läden zu schliessen. Kein Jude sei in das neue Parlament gewählt worden, nicht einmal der sehr populäre. Grossrabbmer Halm Nalium Effendi. Auch die Presse nimmt an •der antisemitischen Hetze teil. Brillanten, Ferien, Uhren, Gold- und Silberwaren zu den billigsten Preisen beim Gesinnungsgenossen Salo Eck, Wien, VIII., Alserstrasse 37 Adas Jisroel (Sttifftdml), 11״ Grosse Schlffg. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 21. bis 28. Ab. Freitag, den 21. Ab 7.20 קבלת שבת. Samstag ׳פרשת עקב Morgengebet 6.16 und 9 Uhr, Minchoh 12.15, Um 3.30 Vorfrag von ׳פרקי אב1ת anschliessend Minchoh. .8.10 מוצאי ש״ק An Wochentagen: Morgengebe{ 5.15, 6 h, Minchoh 7.15. Donnerstag, den 27. Ab 6.45;יום כפור קטן מוקרם Uhr. ״Compagnie generale Transatlantique“, Französische Linie, Wien, IV. Wiedner Gürtel 24. Nächste Abfahrten nach New York ab Hav1»e: 18. August Lafayctte, 21. August Chicago, 25. August La Savoie, 28. August Rocliambeau, 30■ August Suffren; nach Siidamcrik ab Hamburg, Bordeaux, Marseille und Genua: 1930 ״29 ״25 ״22 ״20 ״. August. UND BKBKBg!fei« fciSüi ■mm WIEN I. GRABEN;30 NACH Olt GRÖSSTEN UND SCHNELLSTEN ^״:׳■'-ICHi'iFiFE'bERWELfT. FILIALEN; . WIEN / IV. ARGENTINIERSTR.OiSU G0SSING / STEFAN KLEE GPLOsK/ AUSKÜNFTE WERDEN STETS GERNE ERTEILT. Eine jüdische Bibliothek in den Hotels der Canard Line steht den Passagieren der Dampfer dieser Gesellschaft zur Verfügung. 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Universitätsstrasse 6

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