Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 24 (15.6.1923)
- Date
- 1923-06-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2629999-2630021--0992-2632719- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 160 JÜDISCHE PRESSE Nr. 24 Abschied des Rabbiners Silberstein aus Dunaszerdahely. Der Vorstand der Agudas Jisroel- Ortsgruppe in Dunaszerdahely hielt den zweiten Tag Schewuoth eine Festsitzung, in der sie von ihrem abtretendem Präses Rabbiner D. L. Silber- Stein Abschied nahm. Präses Silberstein eröffnete die Festsitzung und erklärte, dass er demissioniere, da er dem Rufe seiner ältwurdigen Heimatstadt Weitzen Folge leiste und Dunaszerdahely verlasse. Mit warmen Worten gedachte er all jener, die ihm zur Seite gestanden und die Agudaidee in das Volk zu bringen ihm verhalten. Ruhrend wandte er sich sodann an den Vorstand, die Agudaidee auch nach seinem Abschiede nicht fallen zu lassen, vielmehr mit noch grösserer Begeisterung für Oott ב״ה Thora-hakdauschoh und für Israel den Kampf aufzunehmen. Die Abschiedsrede des Präsidenten wurde mit grosser Andacht aufgenommen und nach Beendigung derselben ergriff Sekretär Arnold Stern das Wort. Er würdigte im Namen des Vorstandes und im Namen der ganzen Ortsgruppe die segensreiche Wirkung des scheidenden Präsidenten, dessen Abzug die ganze Kehilo auf das tiefste bedauere. Er versichert dem Scheidenden, dass seine Mahnungen auf fruchtbarem Boden gefallen sind. Die Agudaleitung wird das Begonnene vollenden, wenn auch die Anfangsflamme der Begeisterung im Erlöschen ist. Die Leitung wird auch nicht scheuen die mühsame Arbeit, die von keinen Illuminierungen begleitet wird. Der Erfolg solcher Arbeit aber wird umso kostbarer sein. Die Aguda strebt mit der Fahne der Thorahakdauschoh in der Hand ihrem Ziele entgegen, welche daher auch verwirklicht werden müssen. Mit dem Rufe: ״Jechi harav Rabbi David Leb Silberstein 1" schloss sodann der Sekretär die Fest- Sitzung. Am 9. Sziwan hat dann der neue דיין seinen Posten in Waitzen angetreten. Auf sein ausdrück־ liches Verlangen ist ein jeder feierlicher Empfang unterblieben. Bloss die Vorstände der Gemeinde und Vereine sind bei der Station erschienen um den דיין zu begrüssen. שבת nachmittag hat der Gemeindevorstand zu Ehren des Subrabbiners einen שלוש סעודות gegeben. Bei dieser Gelegenheit hat dieser eine wohldurchdachte, temperamentvolle Rede gehalten und seinen Programm entwickelt. In erster Reihe will er die ישיבת reorganisieren, welche durch den Krieg gänzlich zerfallen ist. Nicht minder will er seine Tätigkeit der strengjüdischen Erziehung sowohl der männlichen wie der weiblichen Jugend widmen. Er will rastlos arbeiten um die Gemeinde und Gemeindemitglieder zu eifrige Mitarbeiter des כלל ישראל zu erziehen. — Die Rede des דיין wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. — Nachher hielt sein Vater Oberrabbiner Josua Silberstein eine Rede, in welcher er sowohl den דיין wie die Gemeinde beglückwünschte. Es wurden noch von mehreren Gemeindemitgliedern דברי תורה gesprochen und es war schon längst Nacht als die Feierlichkeit in der angenehmsten Stimmung zu Ende ging. (S. B.) Kreditgenossenschaften. Zu unserem Berichte aus Preäov in Nr. 20/21 ersucht uns Herr Samuel Reiner, ein politischer Gegner des mit der Leitung des PreSover Unternehmens betrauten ״zionistischen Advokaten", festzustellen, dass der betreffende Zionist den orthodoxen Kaufleuten und Gewerbetreibenden keineswegs gegen ihren Willen aufoktroyiert, sondern in der Generalversammlung regelrecht gewählt wurde. Es handle sich um eine Persönlichkeit, die auch in orthodoxen Kreisen Vertrauen geniesst und zu dem Amte vorzüglich qualifiziert erscheint. Der Standpunkt, dass die Leitung jüdischer öffentlicher Angelegenheiten in die Hände religiöser Juden gehört, sei ja vollkommen richtig... aber! in einer lokalen Wohltätigkeitsbewegung, die überhaupt nicht von uns sondern vom Joint ausgeht, sollte man meinen, hätte nur die Agilität, Opferfreudigkeit, Selbstlosigkeit und Verständnis für die Wünsche der Orthodoxie ausschlaggebend zu sein. Wir geben diese Berichtigung wieder, obgleich sie die entscheidende Stelle in der betreffenden Notiz, nämlich die, dass der Leiter einer und sei es auch lokalen wichtigen jüdisehen Unternehmens für seine Person wie ein vollkommener Nichtjude lebt, unberücksichtigt lässt. Der Berichterstatter ging von der Grundforderung aus, dass von einem Sachwalter jüdischer Interessen erwartet werden dürfte, zumindest öffentlich die jüdische Religion nicht zu verletzen. Zionismus ist für unjüdische Lebensführung eine sehr urigenügende Entschuldigung. Die Erfahrung lehrt, dass Verständnis für die Wünsche der Orthodoxie nur bei Leuten zu finden ist, die es über sich bringen, zu leben wie Juden leben sollten. Wir müssen es den Preäover Orthodoxen schon überlassen, selber zu beurteilen, ob bei ihnen ein Ausnahmsfall vorliegt. Die orthodoxe Presse hat die Pflicht, alle Bestrebungen zu unterstützen, die darauf hinziehen, das orthodoxe Judentum von der Vormundschaft Andersgesinnter zu befreien. interveniert hatte. Der Polizeirat versprach, die Angelegenheit des seit zwanzig Jahren dort wohnenden Rabbiners mit Wohlwollen zu behandeln. Eg ES £8 Personalia. rnmm 03 03 0□ Herr Samuel Eckstein, Velke Topolcany und Fräulein Esztike Stern, Galanta,'Verlobte. mm Bücherausweis mng Ohne Bad — keine Gesundheit! Dampfbad und Heilanstalt Bratislava (Pressburg), Grössliggasse Nr. 10 Erstklassige Dampf-, Wannen- und Schwimmbäder! Frisiersalons! Maniküre und Pediküre! ספר דרכי ציון׳ דרושים יקרים ונכמרים לפ׳ צו ומשגת p עזאי וכו׳ Herr Abraham Schwarz in Sala nad Vahom fand das Manuskript dieses Werkes, eines unbekannten Verfassers aus dem vorigen Jahrhundert, unter den!unterlassenen Büchern seines Vaters, des verewigten Mäder Rabbiners Naftali Schwarz s z. I. und scheute n cht der Mühe und Kosten, um es der Oeffentlichkeit übergeben zu können. Er hat sich damit ein grosses Verdienst um die Drusch-Literatur erworben. Denn das^Werkchen enthält eine Fülle schöner Erklärungen zu zahlreichen Bibel* und Talmudsteilen für die es Schade gewesen wäre, wenn sie verborgen geblieben wären. Der Herausgeber hat viel Umsicht daraut verwendet, um dem Werke auch in Ausstattung und sorgfältigen Druck ein würdiges Kleid zu geben. Es ist beim Herausgeber zum Preise von 5 K£. zu beziehen. Spendenausweis. Neue Aguda-Ortsgruppe. In G i r a 11 o v c e ist dieser Tage auf Anregung des Herrn Nathan Grünwald eine Ortsgruppe des Agudas Jisroel gegründet worden. Nachahmenswert. Die hohen Gabelle-Abgaben tragen in vielen Gemeinden zur Verteuerung der Lebenshaltung gerade bei kinderreichen, ärmeren Familien bei. Anderseits können die Gemeinden auf die Eingänge aus indirekten Steuern nicht verzichten, ohne ihre Finanzen zu gefährden. Die orthodoxe Gemeinde in Uzhorod hat nun einen Ausweg aus dieser Zwangslage gefunden. Sie hat für die ärmere Bevölkerung eine Fleischbank errichtet, wo billiges Fleisch zum Verkauf gebracht wird. Wozu die orthodoxe Jugend gut ist. Die seit kurzem in Nove Zamky in ungarischer Sprache erscheinende zionistische Wochenschrift ״Szombat“, scheint es allen Parteien und Richtungen ״recht“ machen zu wollen. Sie veröffentlicht allwöchentlich an leitender Stelle einen Artikel in slowakischer Sprache, um auch den nur slowakisch lesenden Juden einen geistigen Genuss zu bereiten. Auch die Orthodoxie soll auf ihre Rechnung kommen. In jeder Nummer findet sich irgendein Angriff gegen sie. Dafür aber sollen die Orthodoxen — wie dazumal beim ״Egyenlöseg“ — Lesepublikum und melkende Kuh sein. Die orthodoxe Jugend soll den Vorspann bilden. Die schlaue Redaktion berief nämlich vor einigen Tagen die orthodoxe Jugend von Nove Zamky zu einer Konferenz in einer ״wichtigen Angelegenheit“. Diese wichtige Angelegenheit war aber, wie es sich herausstellte, nichts anderes, als die Sammlung von Abonnenten unter den Orthodoxen für diese slowakisch-ungarisch-neolog-konservativ-zionistisch-assimilatorisch-nationalistische Zeitung. Um nicht •mit gewissen Prinzipien in Konflikt zu geraten, und wohl auch u!n das Prograihm der Zeitung e i n d e utig vortragen zu können, wird in einigen Tagen eine separate Konferenz in derselben ״wichtigen Angelegenheit“, mit der ne010gen Jugend abgehalten werden. Wirklich scnlau erdacht. Doch die orthodoxe Jugend dankt für die Ehre! Zionistische Gäste in Kosice. Am שבת פ׳ בהעלתי־־ hatten wir die hohe Ehre, bei uns eine grössere Anza&l auswärtiger Zioristen begrü9sen zu dürfen. Der Brünner Zionistenverein .,Makkab!“ stattete uns korporativ einen Besuch ab, um aul dem Fussball-Match-Platz iür die Ehre des Judentums zu ״ringen“ und um uns eine riehlige Vorstellung vom Zionismus beizubringen. Die haben wir n! n auch in reichlichem Masse. Das Herz eines jeden Juden jubelte, als man Freitag abends, 11 Uhr, in richtiger Uebung der קדושת שבת den Zionistenverein am Bahnhof anlangen sah. Lnd wer immer noch nicht glauben wol'te, dass der Zionismus c׳ne Stärkung des Judentums bedeuiet, konnte sich davon nächsten Tag überzeugen, als am heiligen שבת die frommen ״Makkabäer“ mit 4 gegen 1 — gesiegt hatten. Bemerkenswert erscheint auch, da«s viele Söhne guter orthodoxer Baale-Batim tatsüchlieh beim Ma ch erschienen sind, um s ch persönlich diese Ueberzeugung zu verschaffen. Die Ausweisung eines Rabbiners. Aus Beregsas meidet man uns, dass am vorigen עש״ק eine v ergliedrige Deputation beim dortigen Polizeirat V o h I i d a 1 im Interesse des ausgewiesenen Beregsaser Rabbners S. Labni KALENBARIUM. Tag Juni Tamus Notizen Sonntag 17. 3. Josua bringt die Sonne zum Stehen. Montag 18. .4. Tod R. Pinchas Horowitz, Hafloo 5565. Dienstag 19. 5. Tod R. Mordeihai Halpern, Salkowa 5541. Mittwoch 20. 6. Tod Algasi (Kohelas Jakow) 5516. — Tod R. Esriel Hildesheimer, Berlin 5659. Donnerstag 21. 7. Massakre in Köln 4856. — Tod R. Saul Amsterdam 5550. — Tod R. Ascher Ehrenberg, Przemysl 6591. 1 Freitag 22. 8. R. Jonathan EibenschUtz vollendet Lucbas ho-Edus. Samstag 1-. 28. 9. Ghukas. Haftora: Wailfach Hagilodi. — Perek 6. — Massakre in Worms 4685. •*־־ Tod R. Isak ben Leb Salkowa 5488. Spendenliste der Jugendgruppe in Bratislava vom 15. Ijar bis 15 Siwan 5683: David Kraus 50 Kß, Doktor Eugen Kraus 6 ׳. Simon Katz 10, Samu Bock 30, Hirsch . (Wien) 20, Is Wosner 10, Sändor Reisz 30, Eisenstädter 25r; Simon Katz 10. Dir. A. Sebestyen 20, B. Kästner 10, Adolf; Kohn 10, L Grünsfeld 10, N. Kalisch 5, L. Grünhut 10 i Rosenberger *0, D. Weisz 10, Pressburger 10, M. Stern 10>’! Rosenberger 20. A. Grünhut 10, Summe 380 Kß. Spendenliste der Jeschiwa-Aktiön der Jugendgruppe irt Bratislawa von den Monaten Nisan uncf Ijar 5683: Josef Frankl 10 Kß, M Kunstadt 20, Ludwik- Kästner 10, Dezsö Kästner 10, D. Rosenberger 20, H. Rosenberger 20. Wolf Weisz 10, Samu Bock 10, Samu Fther 20r S. Müller 4, Simon Mayer 10, S. Haberfeld 10, N. Lustig 20 H. Kaufmann 10, Rabbiner S. Unsdorfer 10. D. Berger 20 Jos. Weisz Ldrh 10. Jos. WJsz 10, A. Guttmann 40, Ludwik Kohn 10, L. Pink 10, Sam. Schreiber 10. Dr. K. Rosenbauim 10, J. Donnenbaun! 10, David Weisz 10, S. Reisz 20, S. Adler 10, Gebr. Adler 40, Max Löwy 8. M. Neumann 10, M. Vogelmann 10, B. Kästner 10, Schiff & Hertzka 60, D. Ungar 30,י H. Kohlmann 6, Summe 538 Kc. ,... Spendenausweis der Agudas Jisroel. Für Telegrammablösung Hochzeit Ma׳nnesjLewy Herr!und Frau Siegmund Bondi K. 20.000, Rabb. Dr. P. Kolm K 10 000, Wolf Pappenheim K 5000, Frl. Else Freund K 5000. Spenden im Mai 1923. Herr Koffler, Baden K 15.000,, Herr Dir. Eisler, Lemberg K 100.000, Herr B. Katz, Pressbürg K 10.000, Herr M. Eisenberg, Baden K 20.000, Fram Heller K 30.000, Herr Dreifuss K 20.000, Herr J. J. Thumin K. 200.000, Herr Gustav Leitner K 50.000, Herr Dr. S. Won-• tich K 50.000, Herr Isak H. Glück, Ung.-Brod K 200.000,• Herr Erich, Paul, Gerti Deutsch K 150.000, Frl. Hana Glück,־ Ung.-Brod tschech. K 100, Herr Leop. Kohn, Wien K 100.000/ städt. Polizei (Fundamt) K 50.025. Summe K 995.025 und tscech. K 100. Ferner übersandte uns Frau Marie Kohn* K 400.000 als Spende für das Kriegswaisenhaus Baden anlässlich Maskier nach ihrem verew. Gatten. Agudas Isroel Jugendgruppe Wien, Bibliothek. Oskar Neuwirt K 200.000, Bankhaus S. Bosel K 200.000, Ignatz Adler, Graz K 50.000, N. N. durch Dawid Baumgarten K 50.000, Mor Robinek I< 50.000, Isidor Erster K 30 000,. Bernhard Kohn K 30.000, Jakob Fuchs K 20.000, Erwin Feldheim K 25.000, Dr. Ludwig Sachs K 10.000, Michael Neurath K 10.000, Leopold Lederer K 10.000, Viktor Weisz- K 10.000, Franz Fischhof K 10.000, S. Forst K 10.000, Deszo- Schlesinger K 10.000, Simon Schreiber K 5000, Daniel Bonyhadi, Salzburg K 5000, Polatschek, Funk & Grübel K 5000,- M. K. K 5000, Ernst Weisz K 5000, Büchsengeld K 73.000, Dr. J. Bondi K 10.000. Zusammen K 831.000. --,=.. - — ״ ■ Eigentümer und Herausgeber: ״Jüdischer Verlag G. m. b. H.“, II., Malzgasse Nr. 12 a. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, Wien, I., Kölnerhofgasse Nr, 2. Für die Tschecho-Slowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Druckerei und Verlags-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstrasse 6. ®♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦44444■ ♦ T Grand Sanatorium : Wasserheilanstalt : Bratislava (Prcsstmrg), derer Klea Erstklassige diagnostische, diätetisehe u. physikotherapische Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehlköpfu, Hautkrankheiten, Röntgenbehandlung. Chemische u. bakterio- // logische Laboratorien. // Täglicher Pauschalpreis v. 8K 55 aufw. Pauschalpreis für Entbindung v. öK 1100 bis ÖK 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige öK 15 FREIE ÄRZTEWAHL. Rituelle כשר Verpflegung unter Aufsicht des Pressburger orthodoxen Rabblnates.