Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 6 (9.2.1923)
- Date
- 1923-02-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iNr. 6 JÜDISCHE PRESSE Seite 35 Mischpat habchiro. Unter diesem Titel erschien leUter Tage eine Broschüre dei Prager Oberrabbiner Dr. Brody, in weither er sich für die Zulfiisigkeit dei Proportionalwahlrechtei in jeder jüdischen Gemeinde einsetit und zustimmende Tschuboth ron Oberrabbiner Kuk und Jakob Meir beifügt. Wir kommen auf die Sehrifl zurüek und möchten für heute nur die Entstehungsgeschichte dieser, dem Herrn Oberrabbiner augenscheinlich dringlichen Enunziation berichten. Vor mehr als Jahresfrist fanden Wahlen in einer der größten ehassidischen Kehiloth in Russokarpathien statt, bei welcher Gelegenheit die Gesinnungsfreunde Dr. Brody's einen Einbruchsversuch planten, zu welchem Zweeke sie die Einführung des Proportionalwahlrechtes in die alten Statuten unter den obligaten Messires usw. verlangten. Die Behörde wendete sich an den Oberrabbiner einer russokarpathischen Groflgemeinde um Auskunft darüber, wie sich das Religionsgesetz zu der Frage stelle. Derf letztere gab sein Gutachten dahin ab, daß das Statut, welches die Mehrheit ata ausschlaggebend ansieht, im Sinne des jüdischen Gesetzes sei. Eine gegen diese Entscheidung nach Prag gerichtete Beschwerde, welche sich dann auch unter Vorbringung der häßlichsten und gemeinsten Anwürfe nach vollzogener Wahl wiederholte, wurde abgewiesen. Nachdem die Behörde sich dem Standpunkte des Bevollmächtigten der .jüdischkonservativen Partei1 in Prag angeschlossen hatte, der mit der größten Entschiedenheit dahin plädierte, daß grundsatzlich, Angelegenheiten jüdischer und speziell orthodoxer Gemeinden nur in dem zustandigen Lande — in diesem Falle Karpathorußland — entschieden werden dürfen und niemals in Prag, wo weder Behörde noch irgend jemand Anderer in religiösen Angelegenheiten der dortigen Judenschaft als kompetent angesehen werden könne. Zu dieser Zeit ließ nun Dr. Brody, ohne daß er die Aufforderung einer kompetenten Behörde dazu erhallen hätte, seine Meinung mitteilen, daß das Gutachlen des betreffenden russokarpathischen Raws unrichtig sei und das Proportionalwahlrecht unbedingt am Platze sei. Wie Bchon erwähnt, hatte seine Aktion absolut keinen Erfolg und einem an den betreffenden Raw gerichteten Briefe Dr. Brody's, der den letzteren über sei» Unrecht belehren sollte, wurde das verdiente Schicksal bereitet. Nunmehr scheint Dr. Brody nach dieser Richtung weiter bahnbrechend sein zu wollen und neugierig müßte man nun darüber sein, warum er gerade bei diesem Punkte des Nationalratsprogrammes bezüglich des Kultusgemeindewahlrechts stehen bleibt und nicht auch parolegemäß und mit gebührender Offenheit, im Sinne des von ihm protegierten Programms, für das Wahlrecht aller 21jährigen Männer und Frauen und überhaupt für das aktive und passive Frauen-Wahlrecht in die Kultusgemeinden eintritt und auch diesbezügliche Gutachten seiner jerusalemischen Freunde einholt---!? Föderation der tschechoslowakischen Jnden in Amerika. Die Federation gibt in allen Fragen der Emigration Auskunft, besorgt Affidavits, ermittelt Adressen von Verwandten und Bekannten in Amerika usw. Diesbezüglichen Anfragen ist beizulegen von der Tschechoslowakei öK 10, von Oesterreich K 6000, von Ungarn uK 600 usw. Zu richten an die Adresse: Federation of Czechoslovakian Jews in America, 222 E 14. str. Novä-Zämky. Eine seltene Szijumfeier wurde hier am 15. Sehwatt abgehalten. Ein Szijum über die min, ein Szijum über TOÖ PPHD IWtP und ein Szijum über DTTDS f"DDÖ vereinigte die Mitglieder der hiesigen orthodoxen Gemeinde zu einer wahren fflXtt 9tf HPlÖtr. Hier wird seit 14 Jahren jeden Abend eine Stunde die min mit '•■EH gelernt. Zu diesem Vortrage kommen solche Leute, die sonst keine Gelegenheit haben sich mit minlernen zu befassen. In der Früh .nach nHfflP wird vom Rabbinatsverweser Abraham Stern HYWÖ vorgetragen und jetzt wurde zum ersten Male ganz flVJttflÖ ausgelernt. Im Sommer vor und im Winter nach dem D^fc-Gebete lernt der Oberrabbiner Josef Tigermann 'Din Dp vor. Die überaus zahlreich besuchte Feierlichkeit Avurde durch eine inhaltsreiche Rede des Oberrabbiners J. Tigermann eröffnet. Nachher sprach Rabbiner A. Stern über den großen Segen des Friedens, durch welchen Israel auf den Boden der *pH min sich vereinigen muß und sich vereinigen kann. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nach der Mahlzeit haben noch Julius Herzog und Hermann Lövy gesprochen. Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (Preftburg), tiefer Oltg diagnostische, diätetische und Physihotherapische Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. Abteilungen für Augan-, Ohren-, Kehlkopf- und Hautkrankhelten, Röntgenbehandlung. Chemische und bakteriologische Laboratorien. Täglicher Pauschaipreis von ÖK 55 aufwärts Pauschalpreis für Entbindung von ÖK Ü00 bis 5K 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige ÖK 15. Freie Aerztewahl. Rituelle "np^ Verpflegung unter Aufsicht des Preflburger orthodoxen Rabbinates. Eingelaufene Bücher und Zeitschriften. Hrioren. - Dezember 1922. Vol. IV. Nr. 10. 114—116 Tiflh Avenue (New York). Der Polare Mensch. Von Hans Havemann. Gestalten und Gespräche. Wolf Albrecht Adam-Verlag (Hannover) 1923. Greifet, schleifet, lasset los. Ein Wechselreigen von Ludwig Baiher. Wolf Albrecht Adam-Verlag (Hannover) 1922. Europa und Asien oder Der Mensch und das Wandellose- Sechs Bücher wider Geschiebte und Zeit von Theodor Lessing. Wolf Albrecht Adam-Verlag (Hannover) 1923. Orthodoxische Blettlech. II. Jahrgang, Nr. 7—8. (Die Besprechung dieser Bücher, beziehungsweise Zeitschriften behält sich die Redaktion in einer der nächsten Nummern vor.) Agudas Jisroel Jugendgrnppe, Wien. 1. Organisation: Siegmund Bondi (Nachtrag) K 260.000, Moses Mosinger (2 Mte) 4000, Ferdinand Fisehmann 25.000, LazarSchischa80 000(l2Mte), Ignatz Grünwald K 25.000 (12 Mte), Lazar Schischa 70.000, Ignatz Grünwald 25.000, Salomon Schreiber 81.000, B. Friedlander 24.000, zusammen K 459.000. 2. Machsike Loimde Thoiro. Nacmen Engel K 6000, Apfel Samuel 6000, Schaje Brunner 6000, Schaje Blaustein 9000, Großrabbiner Heschel, Kopycincze 60.000, Mendel Feigenbaum 15.000, Rabbiner Abraham Heschel 45.000, Max Adler 9000, Rabbiner Moses Heschel 6000, Nathan Adler 15.000, Gh. J. Blaugrund 3000, Wolf Engelberg 30.000, Beier 5000, Grünberg 10.000, Blühbaum (Krakau) 5000, Juda Horowitz 3000, Benzion Lust 3000, Josef Fried 9000, Jakob Fried 9000, Lazar Kaufmann 15.000, Chaim Koral 12.000, Meier Apfel 15.000, Rudolf Kohn 15.000, David Breuer 45.000, Julius Halpern 20.000, Rabbiner Friedmann (Bojan) 20.000, Rabbiner Israel Friedmann (Husiatyn) 60.000, zusammen K 446.000. A WAWA ▼ AVAVAVAVA VAYAVAVA YATÄ WA WA TÄ WA\ W ▲ Heilet den Hungernden! 4 VA WAWJAWA WAWAWA T A VAVAWAWA WAVA¥ ATA VA* Affndas Jisroel Jugend-Gruppe Bratislava. Unterrichtssektion. Schiurim-Abteilung. Jeden Abend, 7,8 Uhr, PTlTOD^iOIDH Vortragender: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Hirschler. ttHlp rOW nachmittags 3 Uhr, EH^Ö Vortrag, Vortragender: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Hirschler. abends l/88 Uhr, Melave Malka, Balbos: Herr Samuel Schreiber. Odas Jisroel (Schiffschul), II., BpoBb Schiffgasse 8. Gebetstanden: vom 23. bis 30. Schebat. Freitag, den 23. Schebat JrntP fi^Dp: 5 05 Uhr. Samstag "HJ-p '5, Morgen^ebet 7 und 9 30, Mincha 12-16 und 3-30, p«iff 5'50 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6*30, Mincha 5 Uhr. Donnerstag n""l SttJ? — Jfcp TIBD Q V 480 Uhr- Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer- Verlag G. m. b. H.*, IL, Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, IL, Franz Hochedlingergasse 8. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts - Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000* — . Fürs Ausland 100 Prozent Touorungszuschlag. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Wir gratulieren herzlichst unserem tatkräftigen und verdienstvollen Mitgliede und Mitarbeiter Herrn Moritz Spitzer zu seiner Verlobung mit Frl. Regine Löwy. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe, „B"-Gruppe, Bratislava, gratuliert Herrn Max Glück anläßlich seiner Vermählung mit Frl. Esti Goldberger (Joka). Ernst Goldstein Regine Kohn Oberkantor, WJen U. Dunjaska-Streda Verlobte rrjn ■••Di tftoian 'an iron? non wtö ro-o mm KIT - rtma? ppa »w btok 103 »od %n«r nna m-o rraa? rorw p*2t» min hdi? 'p*m dvd TOBansw apr vizm •tj» - rns%i nian "mto rms ikis? pjn uw ornax noa "01 a^aian Vitt rraa? nan dwiw rmo im \t - pom-r nnaa nvnipn minn D'oa irva m pjn d^p^k <a*™ rrm 'iai tftaiön 'an unrnnon Tin ^an? id-tö nana pya 'w omax 10a npan rn» nö^yn dj? panan rmaa wa im xpxnpö ^dtiktkt imrö) pK3 ira irva rvwa? nap» n jjv nn ^nur1 mm n^at njn £ Konkurse« Bei der isr. Kultusgemeinde in Mödling gelangen folgende Stellen zur Besetzung: 1. Die Stelle eines Oberkantors, i. die Stelle eines Kantors, der gleichzeitig Schlichet ist. Reflektanten auf die Stelle des Oberkantor-Postens müssen musikalisch gebildet sein und eventuell die Befähigung zur Erteilung des Religionsunterrichtes haben, weiters soll der Betreffende ein tüchtiger Balkore sein. Bewerber haben ihre eigenhändig geschriebenen, mit Zeugnisabschriften belegten Gesuche nebst Angabe der Gehaltsansprüche bis längstes 15. Februar 19J3, hieramts einzureichen.. Der Kultuspräsident der isr. Kultusgemeinde Mödling. Dr. Moser. Der Schulverein „Jessod Hathora" der Adas Jisroel, Wien, IL, sucht per sofort einen tüchtigen der die Fähigkeit besitzt, Schülern einen gründlichen Unterricht in *wy\ Wölf! und K1Ü3 beizubringen. Nur erstklassige Kräfte (auch ledige), denen ein zeitgemäßes Einkommen und Lebensstellung gesichert wird, mögen sich mit Zeugnisabschriften und Referenzen bei dem Vorstande der „Jessod Hathora", Schulverein der Adas Jisroel, Wien, IL, Nestroygasse 11, baldigst melden. In der hiesigen orth. isr. Kultusgemeinde ist die vakant gewordene Stelle eines Oherkantor» ehestens zu besetzen. Reflektanten, die musikalisch gebildet sind, eine klangvolle Stimme besitzen, wollen ihre diesbezüglichen Offerte, bei genauer Angabe ihrer bisherigen Amtstätigkeit, Vorbildung, strengreligiösen Lebenswandels, Alter und Familienstand, bis spätestens 15. April 1. J. einsenden. Gehalt laut Uebereinkommen. Zu Probevorträgen werden nur hiezu direkte berufene Kandidaten zugelassen und werden Reisespesen nur dem Akzeptierten vergütet. Preßburg—Bratislava, den 25. Jänner 1923. Der Vorstand der orth. isr. Kultusgemeinde Preßburg—Bratislava. K ALE N DAR IU M. Tag Schebat Februar N o t i z e n_ Sonntag I | 26. 11. Tod R. MoseB Sofer, Prag 6406 — Tod R. Moses Wallirstein, Prag 6419 — Tod R. Jerucham, Krakau 5502 — Tod R. Isak Gharif, Stopnitz 5534 — Tod des Kabbalisten R. Meir, Dohna 5560 — Tod R. Esriel Brüll, Budapest 5613 Montag 26. 12. Autodafe 17 Marranen, Spanien 5241 — Tod R. David (Türe Sohow), Lemberg 5427 — Tod R. Josef Rischer, Prag 5421 — Rabbi Jonathan Eibensohütz beschwört in der Synagoge seine Unschuld Dienstag 27. 13. Tod R. Tanchum, Sohn des Scheeris Josef, begraben im gemeinsamen Grabe mit Eltern und Enkel, Krakau 6878 —• Tod R. Lazar Löw (Schemen Rokeach) AbaÜj Szäntö 5597 — Tod R. Chaim B. Pollak, Szered 6600 Mittwoch 28. 14. Altjüdischer Halbfeiertag (Antiochus Rückzug) Donnerstag 29. 15. Tod Rabbi Saul Kaiisch 5481 — Tod Rabbi Arje Leb Lewoi Brody (Lew Arje) 6578 — Jörn Kippur Koton Freitag SO. 16. Bosch Cnodesch I. Ende des Sommers in Palästina nach Talmud Bowo Mezio 106, b — Tossafot Jomtow wird Rabbiner von Krakau 5404 — Tod R. David Kohen Klauarabbi Brody Samatag 1. Adar 17. Bosch Codesch II. Mischpotim Parichas Schekolim — Haftora: Ben~schewa schonim — Aufruf für Sehekel — Jecheskels Epistel gegen Pharo — l. Wintertag in Palästina (Talmud s. o.) — Tod Ibn Esra 4887 — Tod des .Schach" Holleschau 6428 — Tod R. Samuel (Olas Tomid) Hamburg 6460 — Tod Dawid Friedman Deutsch-Kreutz 5666 — Tod R. Elesar Joscbkus, Qalanta