Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 5 (2.2.1923)
- Date
- 1923-02-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 JÜWSCHE PRESSE Seite 29 Eine Erwiderung. In ihrer jüngsten Nummer veröffentlicht die Bratislavaer Jüdische Volk-zeituug" einen Leitartikel über die Breslauer Agudatagung. der nicht, unwidersprochen bleiben darf, weil er sachliche Unwahrheiten enthält. Die Bratislavaer ,J. V." stützt sich in ihrem Bericht auf die „Breslauer Jüdische Volkszeitung*, Ton der sie behauptet, daß sie konservativ sei. Da ich als Breslauer mit den Zuständen in Breslau besser vertraut zu sein glaube als die hiesige „J. V/, so möchte ich mir erlauben zu erklären, daß diese Behauptung den Tatsachen nicht entspricht. Die „Breslauer J. V." ist gemeinsames Eigentum der .,Zionistischen Ortsgruppe Breslau" und des sogenannten Förderungsvereins, der ebenso neutral zusein vorgibt, als der „Jüdische- Volksverhand für die Slowakei" und in Wirklichkeit alles andere als gessetzestreu ist. Dem Geist dieser neiden Vereine entspricht die „Breslauer J. V.", die ein getreues Schwesterorgan der Bratislavaer „J. V." ist. Was nun gar den Schreiber dos besagten Artikels anbetrifft, so glaube ich mich jeder Kritik über ihn enthalten zu dürfen. Die von ihm aufgestellte, geradezu lacherlich wirkende Behauptung, ein Rabbiner könne nur darum nicht ein „Großer in Israel" geuannt werden, weil er den Trennungsstandpunkt des großen Keaaw Säufer szl. vertritt, charakterisiert ihn zur Genüge und macht jede weitere Bemerkung überflüssig. Daß diesem Herrn die Rede des Pystianer Raws nicht gerade geschmeckt hat und daß er darum seinem Unmut in einem Zeitungsartikel Luft machte, wen sollte das wundernehmen? Den Herren Zionislen und Misrachislen zur Beruhigung will ich jedoch hier mitteilen, daß ich von Breslau aus dahin informiert worden bin, daß die Rede Seiner Ehrvv., des Herrn Oberrabbiners Weber sehl. zwar nicht bei den Zionisten, wohl aber bei allen echten Jehuden und wahrhaften Jereim einen liefen Eindruck hervorgerufen und einen mächtigen Widerhall gefunden hat. Ein Breslau er. Bratislava. Am 4. Schewat fand die diesjährige Generalversammlung der Agudas -Tisroel-Jngendgruppe statt. Die rege Beteiligung an derselben dokumentierte in anschaulicher Weise die Verbreitung, die der Agudagedanke im Kreise der hiesigen Thoratreuen gefunden hat. Dr. Karl Rosenbaum eröffnet die Versammlung und erstattet Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Er betont den Erfolg unserer Jeschiwaaktion und die pünktliche Durchführung der Frühstück- und Nachtmahlaktion, die es unbemittelten Bachurim ermöglicht, früh und abends zum billigeren Preise sich zu verköstigen. Das Unterrichtswesen, unter bewährter Leitung Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Hirschler, trägt in großem Maße zur Förderung von TO11? minn bei. Vollen Erfolg brachte die Kinder aufs Land-Aktion, der viele hiesige Kinder Gesundheit und Arbeitslust verdanken. Im Rahmen unserer Sozialefürsorge-Arbeit verdienen noch erwähnt zu werden die großzügigen Sammlungen für das Badener Waisenhaus und die hungernden Russen, faußerdem die Unterbringung unterernährter Wiener 'Kinder in der Slowakei, Schomreh-Schabbos-Stellenvermittlung, Unterstützung durchreisender Armer und verschiedene teils großzügige Aktionen. Der Finanzbericht des Herrn D. Ungar belegt mit Zahlen die oben angeführte Tätigkeit und appelliert Herr Ungar an die eifrige Mitarbeit eines jeden einzelnen, um es zu ermöglichen, unser Tun und Wirken fortzusetzen und zu erweitern. Die Generaldebatte, die äußerst angeregt verläuft, bringt einige Anträge, die teilweise zum Beschlüsse erhoben wurden. Sodann dankt die Generalversammlung dem Herrn Max Glück, der aus der Jugendgruppe scheidet, für seine ersprießliche Tätigkeit und bittet ihn, auch fernerhin seine wertvolle Kraft in den Dienst unserer großen Sache zu stellen. Die Neuwahl des Vorstandes ergibt folgendes Resultat: S. Schreiber, Präses; Heinrich Kohlmann und Lajos Kastner, Vizepräses; S. Frommer, S. Fischhoff. Bela Kastner, Adolf Kohn, MaxLöwy, Alfred Rosenbaum, Ü. Ungar und Wolf Weiß, Hauptausschuß, welche Herren in der konstituierenden Sitzung in die einzelnen Sektionen eingeteilt werden. Die Neuwahlen in Szencz. Bei der am 26. Teweth J*D10 abgehaltenen Neuwahl wurden gewählt: Anhänger der Aguda Ignaz Katz, Neffe des Oberrabbiners M. Katz (Nitra), als Präses; Jakob Fuchs, Tempelvorsteher und Jakob Porjesz, Kassier. Frau Betti Wagner 8. A. Aus Stampfen berichtet unser Korrespondent vom 12. Jänner: Gestern wurde unter großer Beteiligung die im Wiener Sanatorium verstorbene Gattin des hiesigen Kaufmannes Michael Wagner, Frau Betti Wagner, eine der wohltätigsten Frauen Stampfens, hier zu Grabe getragen. Die hiesigen Armen verlieren in der Verblichenen eine ihrer größten Wohltäterinnen. Die Die Bahre umstanden außer Gatten und fünf Kinder ihre in Budapest, Wien, Szempcz wohnenden sieben Brüder und drei Schwiegersöhne. Würdige Nachrufe hielten Ortsrabbiner Moriz Herzog, ein Bruder und Schwiegersohn Stern aus Galanta. Gesegnet sei ihr Andenken. Generalversammlung des „Jessod Hattora"-Vereines in Bratislava. Sonntag, den 4. Schewat, fand die ordentliche Jahresversammlung bei äußerst reger Beteiligung statt. Unter verschiedenen nützlichen Anregungen, sind die ernsten Mahnworte des Herrn H. J, Goldberger hervorzuheben, der auf die Dringlichkeit und Wichtigkeit der Beeinflußung der Jugend in streng konservativem Sinne, auch außerhalb der Schule, hinwies. Die an dem Vorstand geübte Kritik entkräftete Herr H. L. Reiß (Spediteur). Die offizielle Liste drang bei der Wahl durch. Ambulatorium des isr. Krankenhauses der orth. isr. Chewra Kadischa in Bratislava. Die Einteilung der Ordinationsstunden für ambulante Kranke ist ab 15. Jänner folgende: An Wochentagen von halb 9 bis halb 10 Uhr vormittags für chirurg. Kranke, von 10 bis 11 für innere und Frauenkrankheiten, von 11 bis 12 für Kinderkrankheiten; Montag, Mittwoch, FreitEig von 8 bis 9 Urologie; Dienstag und Freitag von 9 bis 10 vorm. und Montag und Mittwoch von 6 bis 7 nachm. Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten: Samstag und Sonntag findet keine Ordination statt. dürfte wohl eine zweite vermehrte Auflage im Drucke erscheinen. Er hat die Genugtuung, sich nicht überlebt zu haben. Nicht viel über 40 Jahre alt, in der Vollkraft des Schaffens, ist sein Name sowohl im Osten als auch in der Neuen Welt von gutem Klange. Aber auch die Judenschaft des Westens verfolgt mit lebhafter Interesse sein schriftstellerisches Wirken. So wünschen wir ihm denn eine noch recht lange, sonnige und glückliche Laufbahn. N. Chameides. Frauenhilfe der Adas Jißroel: Brüder Lettner K 500.000, Karoline Altmann 5O.000, Max Frank statt Blumen für Janka Stern 50.000, Grete Stern ung. K 2000. Literatur. Chirurgie, Geburtshilfe, Orthopädie. Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehlkopf- und Hautkrankheiten, Röntyenijshandlting. Chemische und bakteriologisclia Laboratorien. Tägliche»* Pauschalpreis von cK 55 aufwärts Pauschaipreis für Enthindung von CK 1100 bis cK 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige cK 15. Freie Aerztewahl. Rituelle Verpflegung unter Aufsicht des Preßhurger orthodoxen Rabbinates. Josef Grob. Der unheilvolle Weltkrieg hat leider auch die, welche ihn überlebt haben, nicht vereint, sondern getrennt. Menschen, die einander nicht entbehren konnten, ständig im Koniakte blieben, entfremdeten sich, sahen einander jahrelang nicht mehr und als sie der Zufall endlich doch zusammen brachte, stehen sie sich schüchtern, befangen, seelisch und sozial verändert gegenüber. So ungefähr erging es mir auch mit Josef Grob. Vor fast 20 Jahren fiinden wir uns im Wiener Wigthechapel, der Brigittcnau, den Armen-Leut-Bozirkjzusammen. Wir waren entgegengesetzte Pole und deshalb zogen wir uns an. Ich, der doppelt ältere, seit zwei Lustren an der Wiener Kultur, dem Liberalismus und seinem Stiefkind, den Antisemitismus schmerzvoll Leidende; er, der jugendliche Schwärmer und Sänger, mit dem Joch der Ehe frühzeitig beladen, unter der Schwere der Zeil seufzend. — Nun, was ist zu machen? fragte ich. Nichts, Ragte Grob, nur eine Hoffnung gibt es, sich versenken in die jargonliteratur der Moderne: J. L. Perez, S. Rabinowicz (Scbalom Alecheni), Schalem Asch, Abraham Reisen usw., hier sprudelt, ein lebendiger Quell, ein beermajim chajim; an dieser Quelle werden wir gesunden. Alle meine Einwände, wie zum Beispiel, daß der Mangel an des Lebens Notdurft nicht durch die schönste Skizze von Perez oder geistvollste Satyra von Schalom Alechem wettgemacht werden kann, hatten bei dem flitz- und Charaklerkopf keine Wirkung. Nicht nur. daß ich mich dieser Literatur ernstlich zuwandte, sondern auch, daß ich Einiges in in'"'in „schöne« Deutsch4übertrug und drucken lieti, bewirkte er. Während ich aber diese Kleinarbeit besorgte, ist Grob inzwischen ein populärer jüdischer Schriftsteller geworden: dies aus dem einfachen Grunde, weil er der Talentiertere von uns beiden war. Nun brachte daß Jahr 1919, gleichsam als Friedensgabe, sein Buch: Josof Gr ob's gesammelte Schliffen. Die erste Auflage war rasch vergriffen und von der Presse sehr freundlich aufgenommen worden, was bei der Wesensart Grob's nicht Wunder nehmen darf Gerade auf dein Gebiete der Kleininalerei der Jargonisten linden wir wohl selten Humor, Sal.yre und tiefste Empfindung so harmonisch vereinigt. Anläßlich seines nunmehr bevorstehenden 20jährigen Schriftslellerjubiläiinis In der Asakürther orth. isr. Kultusgemeinde (SlovakeiZup. Nitra) ist die Stelle eines pltt" ptP zu besetzen. Gehalt CK 3000. Ganze Wohnung mit Garten und acht. Raummeter Holz pro Jahr. Reflektanten mit nV^Dp von orth. Rabbinern,mögen ihre Gesuche an den Gefertigten einsenden oder zum Probevortrage kommen. Reisespesen werden nur den Akzeptierten vergütet. Armin Ringwald, Vorsteher, Gsobb Z. Nitra. Der hiesige von der orth. Kultusgemeinde subventionierte Talmud Thora-Verein akzeptiert einen D'tttP KT "10% der befähigt ist, sowohl in der Elementarschule als auch der Schule entwachsene Kinder in '»ttFi tt?£in K*1Ö3 zu unterrichten. Bewerber ledigen Standes werden bevorzugt. Offerte nebst Angabe bisherigen Wirkens sind zu richten an den Vorstand. Heinrich Halle, Vrbove. In der aut. orth. isr. Kultusgemeinde zu Vranovna Slovensku wird per sofort ein?möi «oip pTmi örrnr gesucht, der ein DWÖ D"ÖW KT ist und ntap von drei anerkannten Rabbinern besitzt. Solche die auch vorzügliche rYI^BH sind, mögen ihre Offerte mit Angabe ihres Alters und Familienstandes, wie auch bisherigen Wirkungskreis an Gefertigten richten. Isidor Schwartz, Präses. ___Vranov. Die orth. isr. Gemeinde Porlädony (Ungarn, Soproner Komi.) Filial-Gemeinde Beled, sucht einen prns pTD tomw der auch SMpDS rrölSfl BtZNl oder der die Befähigung hat, seihe zu erlernen. Ledige Bewerber bevorzugt. Gehalt laut Uebereinkommen. Freie Wohnung mit einem halben Joch Garten, mpö Gebühren und schöne Neboneinkomnicn. Spesen werden nur Berufenen vergütet. Der Posten kann sofort angetreten | werden. Offerte sind zu richten an Josef Fürst, j Präses.! _ Mas lisposl (ScliiffsGhül), IL, MM OchiffgassB 8, | Gebetstunden: | vom 16. bis 23. Scliebat.! Freitag, den 23. Schebal flDtT D^Dp: 4 65 Uhr. I Samstag H^tWS Morgengebet 7 und 9 30, Mi rieh n 12'15 , und 3-30, p«tff ^2SDD: 5'40 Ulir- An Wochentagen Morgengebet G-iO, Mincha 4-45 Uhr. (•avcmiAMmi Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.u, II., Rembrandtstraßo 41 — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Xioutooh, IL, Franz ITochedlingergasse 3. Für die Tschechoslowakei: Heinrich »Schwarz, Bratislava. - l.u-uck: Genossenschafta-Buchdrücken::'. Wieu VIII., flernnlser GürW 20. — Telephon Nr. 19.772.- '.V/AKIV-X-WliltAU 7)ie 8 mal gespalt:-ne Potitzeile rl.-ö. K. 2000« —. •*'iirs Ausland 100 Prozent Touerungszuschlag. Bei Wiederholung: ontHprsohendor Rabatt. K ALE N DAR IU M. Notizen Autodafe in Mexiko (12 Juden) 539!) — Tod U. Benjamin Sinai, Künsdorf 5466 — Tod R. Mose ben Hirz hakohen, Frankfurt 5437 — Tod R. Isroel Jona Landau (Meon habrochos) Kempen 5584 — Tod R. Pinchas Chaim, Nädas 5640 Montag 19. 1 5" Tod R. Benjamin W. Sehapira, Prag 5478 — Tod R. Mcnachem Manes, Zmigrod 5525 — Tod R. Jakow Joschua, Hannover 5564 — Tod R. Jnkovv Gutwirt, Dukla 5608 — Tod R. Izchok, Nyiregyhäza 5654 Dienstag 20. i 6. Tod R. Abraham ben Schoschan, tvonstantinopel 5426 — Tod R. Jakow Beer, Trembovla Lemberg — Tod R. Jeschiel Michal, Brzany 5579 Mittwoch . .. 21. ... 7. Tod R. Leeb Chaneies 5356 — Tod R. Jakob Kalihari, Krakau 5374 - Tod R. Mose Galanti 5449 — Märtyrertod R. Izchok ben David, Krakau 5494 — Toe R. Juda Nowon Jerusalem (Kirjas melech row) 5621 — Tod R. Lazar Winter, Stampfen 5653 Dunnerstag Q'> 8. AI;jüdischer Gedenktag —- Tod R. Assoel, Saloniki 5450 — Freudentag in Livorno unter Rabbi Malachi wegen Errettung 5502 Freitag 23 »• Mobilisierung Israels gegen Benjamin — Tod R. Josua Rokeach, Bels 5659 — Ralbag beendet Bibelkommentar 5098 Samstag 24. 10. Jissro — Haftoro: Bischnas mos: Rosch-chodesch benschen — Weissagung Zacharias — Tod R. Saul, Amsterdam 5420— Tod R. Jakob Mosche Zbariz, Enkel des Chacham Zewi, Vater des Ghawas, Daas 5530