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Jüdische Presse · 1923-01-12 · 2 (12.1.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
2 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 JUDISCHE PRESSE Seite 11 Die Erez Jisroel-Arbeit der Orthodoxie. Hirsch Kalischer der erste Propagandist für Wiederaufbau; Hillel Wesen der Gründer von Petach Tikwah; der alte Jischuw, der seit hunderten Jahren den Zusammenhang der Gallith mit Erez Jisroel erhalten hat, sind wohl genügende Kronzeugen für die tiefwurzelnde, werktätige Liebe zu Erez Jisroel. Würde weder Zionismus noch Balfour-Deklaration existieren, die Orthodoxie hätte den Wiederaufbau Erez Jisroels in die Hand genommen, so wie nur, durch das englische Mandat, dort geordnete Verhältnisse eintraten. Nie und nimmer hätte die Orthodoxie es versucht, der Judenheit weis zu machen, Erez Jisroel könne den Hunderttausenden, ja Millionen Seelen, die ein Asyl brauchen, Unterkunft bieten. Unter den gegebenen Verhältnissen können einige 1000 Menschen jährlich angesiedelt werden. Dazu sind schon riesige materielle Anstrengungen nötig, die wir machen wollen, allerdings mit der nötigen Vorsicht, daß man den Leuten, die nach Erez Jisroel gehen, zumindest ein Existenzminimum sichern kann. Um mit einer großen Anzahl Einwanderer zu flunkern, unerwünschte Elemente hinbringen oder Leute, die dort nur vom Enthusiasmus leben sollen, der bei leerem Magen nicht lange anhält, das kann bei einer religiös orientierten jüdischen Organisation kein Motiv sein. Die Agudah, die riesige Wohlfahrtsaktionen durchführt, wird auch für bewußte Arbeit für Erez Jisroel Mittel und Männer finden, die auch geeignet sind, den angedrohten Kulturkampf zu bestehen und unser heiliges Bestreben für Thora auf heiligem Boden zu schützen. Schade, daß die Bestrebungen, die Einheit der Judenheit auf dem Gebiete der Irreligiosität zu erzwingen, ein Großteil unserer Kräfte zur Abwehr absorbieren. Oberrabbiner Jungreiß 5"XT Tief erschütterte die gesamte slowakische Judenheit die Trauerkunde, daß Oberrabbiner Jungreiß, der Kaschauer Raw, plötzlich schwer erkrankt sei. Ueberall wurde für seine Genesung gebetet, doch diesmal waren — wie der Vertreter der Kosicer Gemeinde Sekretär Wiesenberg hervorhob jTTWl ""^W alle Tore den Gebeten verschlossen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Hiobspost, der Kaschauer Raw, diese Leuchte der Wissenschaft, die markante Persönlichkeit, von der man noch soviel für seine angesehene jüdische Gemeinde, für Klall Jisroel erwartete, ist nicht mehr. In Scharen strömten die Vertreter der Gemeinden, Rabbiner und Verehrer des Verewigten herbei, um dem heimgegangenen Kämpfer für Gott und seine Thora, dem großen pD& dem Vertreter des reinen orthodoxen Gedankens die letzte Ehre zu erweisen. Die Straßen waren erfüllt von wehmutsvoller Klage darob, daß dieser mVO *W, dieser Geistesfürst mitten in seinem Schaffen und Wirken abberufen wurde. Die DTfBD aus der Familie, die Freunde und Rabbiner der Umgebung, jeder von ihnen hob eine andere Lichtseite seines Wesens und Wirkens hervor. Der eine legte dar, wie unter seiner Führung Kaschau zu einer Mustergemeinde heranblühte, der andere, was er für Verbreitung der mim '1)^^ geleistet, wieder ein anderer, was er für V'K dessen begeisterter Fürsprecher er war, getan. Alle betonten nachdrücklich, wie sein immer waches Auge nicht nur auf die jüdischen Interessen seiner Stadt, sondern auf die Festigung der Sinaitreue im ganzen Lande gerichtet war. Als Mitglied des fünfgliedrigen Rabbinerkomitees ist er stets für die Interessen der Orthodoxie eingetreten. Sein HD? möge dem Klall Jisroel beistehen. Kampf am die Zentralkanzlei in Rnssinsko. Unter diesem Titel veröffentlicht das in Ungwar erscheinende Blatt „Uj Közlöny" einen längeren Artikel, der die Verhältnisse der zu gründenden orth. Zentralkanzlei in Russinsko beleuchtet. Aus diesem Artikel ist zu entnehmen, daß für den 9. Jänner eine Versammlung der Gemeinden nach Munkacs einberufen wurde, die die Gründung einer Zentralkanzlei beschließen soll, die entsprechend den Plänen und Absichten des Munkacser Oberrabbiners Lasar Spira konstruiert sein soll. Ein solcher Beschluß wird aber auf den harten Widerstand der prominentesten Persönlichkeiten und maßgebendsten Gemeinden Russinskos stoßen, die es nicht zugeben werden, daß die Orthodoxie eines ganzen Landes den Hegemoniebestrebungen und Launen eines einzigen Mannes ausgeliefert werde. Der Bericht des genannten Blattes findet Bestätigung durch Herrn Leopold Rottmann, Präses der orth. Gemeinde in Ungvar, der noch hinzufügt, daß 19 Gemeinden Russinskos, darunter die größten und angesehensten, einstimmig den protokollarischen Beschluß erbrachten, daß sie sich an die Bratislavaer Zentralkanzlei anschließen, daher muß ein in Munkacs kontrekarierender Beschluß als im vorhinein durchgefallen betrachtet werden. Uebrigens wurden nach Munkacs ausschließlich die kleinen Gemeinden geladen, die das Quertreiben gewisser Kreise nicht genau durchblicken, es ist aber zu hoffen, daß bei gehöriger Aufklärung auch diese sich dem Beschlüsse der Mehrheit anschließen werden. Berichtigung in der Issnrfrage. In den Zeitungen kursierte eine angebliche Erklärung des Oberrabbiners Hirschler, Vizepräses der orth. Zentralkanzlei, wonach ein Issur gegen Zionisten und Misrachisten in der Slowakei absolut nicht bestünde. Wie Oberrabbiner Hirschler den Berichterstatter der „Jüd. Presse" informiert, hat er eine derartige Erklärung niemals abgegeben, er äußerte sich lediglich dahin, daß die große Oeffentlichkeit bezüglich des Inhaltes des Issurs unrichtig informiert sei und es mit der Kritik abgewartet werden solle, bis der Issur im gegebenen Zeitpunkte zur Veröffentlichung gelangen wird. Uebrigens war der Fragesteller in Breslau anläßlich des Ausspracheabends in der Ortsgruppe nicht der Agudist Dr. Freihahn, sondern der Misrachist H. Friedländer. Die Neuwahlen in Piestany. Bei der am 5. Teweth abgehaltenen Neuwahl in Piestany wurden folgende Herren gewählt: Präses: Leopold Weinberger; Vizepräses: Jeremias Stern; Kontrollor: Sigmund Urban; Kassier: Josef Nagel; Tempelverweser: Nathan Nagel, Abraham Schiller, Max Weiß; Repräsentanz: Ignatz Fürst, Salamon Großmann, Karl Holzer, Bor Mannheimer, Ede Pollak. Hugo Popper, Sigmund Stern, Ignaz Vogel, David Winter. Mitteilungen der Agndas Jisroel-Jngendgrnppe Bratislava. Die geschätzten Mitglieder unserer Gruppe werden hiemit höflichst zu der am Sonntag, den 4. Schebath 1. J. (21. Jänner), um halb drei Uhr nachmittags, im Agudalokale stattfindenden Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1.Eröffnung. 2. Wahl der Kandidierungskommission. 3. Tätigkeitsbericht: Dr. Rosenbaum. Finanzbericht: Herr D. Ungar. 4. Ueber allgemeine Tätigkeit der Agudas Jisroel, Weltzentrale und die Breslauer Tagung: H. J. J. Braun, Generalsekretär der Agudas Jisroel, Zentrale Wien. 6. Generaldebatte und eventuelle Antrage. 7. Neuwahl des Hauptausschusses. Die geschätzten Mitglieder werden dringend ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Mlaweh Malkos werden weiter jeden rDtP "ICltt um 7 Uhr abends, abgehalten. Da besondere Einladungen nicht ausgeschickt werden, ersuchen wir die geschätzten* Mitglieder, dies auf diesem Wege zur Kenntnis zu nehmen und selbe rege zu besuchen. Aus ärztlichen Kreisen. Dr. Josef Fisch ist von seiner längeren Berliner Studienreise zurückgekehrt und hat seine Budapester Zahnpraxis nach Bratislava, Republikplatz 11, verlegt. Ordiniert mit Ausnahme von Samstag täglich zwischen 10—1 und 4—6 Uhr. Konkurse, Die Stelle eines iSID der gleichzeitig 9Plltt ist und erfolgreich -Unterricht an Schulen erteilen kann, ist in Halberstadt zu besetzen. Erwünscht ist, daß der Gewählte Klip und pn ist. Bewerbungen mit genauem Nachweis der Fähigkeit und bisherigen Tätigkeit sowie Zeugnisabschriften erbittet sofort Babbiner Dr. Auerbach, Halberstadt. Für die jüdische Abteilung der israel. Schule Jesaudei Hathauro zu Antwerpen wird für den 1. März ein gebildeter ITH als Direktor gesucht, der in allen Unterrichtsfächern bis D'pDSl 'Din DJ? 'öa tüchtig bewandert ist. Täglich sechs Arbeitsstunden; Jahresgehalt Frcs. 1500. Bewerbungen sind zu richten an die Schulkommission Lange, Van Runsbroeestratt 22, Antwerpen In der aut. orth. isr. Kultusgemeinde zu Vranovna Slovensku wird per sofort ein 5fflöi «nip pim torro gesucht, der ein D"D1BW VTP ist und ntop von drei anerkannten Rabbinern besitzt. Solche die auch vorzügliche fll^an sind, mögen ihre Offerte mit Angabe ihres Alters und Familienstandes, wie auch bisherigen Wirkungskreis an Gefertigten richten. Isidor Schwartz, Präses. Vranov. In der Asakürther orth. isr. Kultusgemeinde (SlovakeiZup.Nitra)istdie Stelle eines pm zubesetzen. Gehalt CK 3000. Ganze Wohnung mit Garten und acht Raummeter Holz pro Jahr. Reflektanten mit m^Dp von orth. Rabbinern,mögen ihre Gesuche an den Gefertigten einsenden oder zum Probevortrage kommen. Reisespesen werden nur den Akzeptierten Tergütet. Armin Ringwald, Vorsteher, Gsobb Z. Nitra. 2:Mazzosmasrtiinen SL8*«4ÄfB Pinlipp Neumann, Piestany, Slowakei, Barosova ulica. Suche für meine Verwandte, 28 jähriges Mädchen, aus streng religiösem Hause, wirtschaftlich, wie auch geschäftstüchtig, mit 30 Millionen Mitgift, kompletter Ausstattung (auch Möbel), passenden Bewerber. Schadehen wird honoriert. Unter „Glückliches Heim" an die Administration des Blattes. sucht einen VT "lim, der befähigt ist Kinder in VWI Wttin und fcnöa gründlich zu unterrichten gegen gutes Gehalt und freie Station. Offerte sind zu richten an die Direktion des Aguda-Waisenhauses Baden, Germergasse 48. Sorget, daß die „Jüdische Presse" In Jedes orthodoxe Haus Eingang findet Adas Jisroel (Sctiiffschul), 11, BpoBb Schiffgasse 8. Gebetstunden: vom 24. Tebet bis 2. Schebat. Freitag, den 24. Tebet JHÖtP filtop: * 26 Uhr. Samstag ffW 'Jji Morgengebet 7 und 930, Mincha 12-15 und 3-30, p»W 5-10 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6*40, Mincha 4 30 Uhr. Mittwoch tD^ttf ITYp — DT" 4 Uhr. Eigentümer und Herausgeber: ,Jüdischer Verlag G, m. b. H.", IL, Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, IL, Franz Hochedlingergasse 3. Für die Tschechoslowakei : Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts - Buchdruckerei, Wien, VIIL, Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Für die entsprechend dem § 26 P.-G. mit * bezeichneten Artikel und Notizen übernimmt die Redaktion ausschließlich die preßgesetzliche Verantwortung. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000*--. Fürs Ausland 100 Prozent Teuerungszuschlag. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Tag Tebet Jänner Notizen Sonntag 26. 14. Tod R. Zwi Hirsch Deutsch (Schulchan Hatahor) Brody 6541 — Tod R. Chajem Tschrohjer, Vorzugsschüler von R. Elia, Wilna 5555 — Tod R. Isacher Dovvbeer Premischlan, Brsesan Montag 27. 15. Tod R. Jakob Jebeschua Halevi Hurwitz — Brody 5602 Dienstag 28. 16. Tod R, Arje Löb-Wittebsk (Diwre Ari) 5532 — Tod R. Dowidl Mirer-Mir 5426 Mittwoch 29. 17. Erew Rosch chodesch — Jörn Kippur Koton — Tod R. Mordechai Daiches, Krakau 5466 — Tod R. Selig, Großvater des Belser, Brody 5491 — Tod R. Manachem Mendel, Gyulafehervär 5583 — Tod R. Noa Sam. Lipschitz (Ser Sohow), Bersan 5592 Donnerstag 1. Schebat 18. Bosch-chodesch. Sehwat — Tod R. Nasson Juda Halpern, Venedig 5375 — Tod R. Aaron Samuel, Frankfurt 6526 — Tod R. Awr. Meschullam Ostroha (Diwre Raw Mescbullam), Sohn des Chacham Zwi 5537 — Tod R. Elieser (Mischnos d. R. Elieser), Altona 6674 — Tod R. Juda L. Essenstadt, Szobrancz 5627 — Tod R. Abraham Glasner, Klausenburg 5638 — Tod R. Moses Schich, Huszt 5439 Freitag 2. 19. Altjüdischer Gedenktag (Tod König Jannai) — Tod R. Leb Mochiach, Schüler dos Balschem 5539 — Tod R. Mordechai Urenstein, Lemberg 6547 — Tod. R. Jischa Hanpule (Bruder des Noam Elimelech) 5560 Samstag 3. 20. Woero-Haftora Kau Omar — Tod R. Moses Rottenberg, Altona — Brisk-Tiktin — Tod R. Meir-Bachrach, Wien 5481 — Tod R. Awrohom hakohen Kalisker (Chessed l'Awrohom), Kollege des Wilnaer Gaon, Schüler des Meseritscher Maggid, Tewarje 5570 — Tod des Krakauer Dayan R. Noa Elieser Lesegeld 5572

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