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Jüdische Presse · 1923-01-05 · 1 (5.1.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
1 (5.1.1923)
Date
1923-01-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 Chanokafeier in der Preßburger Jeschiwa. Am sechsten Chanukaabend veranstaltete die Preßburger Jeschiwa eine Ghanukafeier, 7,u der Se. Ehrw. der Oberrabbiner mit dem Rabbmat erschienen war und die als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. Herr Schreiber, der Sohn des Oberrabbiners hielt einen vorzüglichen Charifus Vortrag. Ferner sprachen die Herren Jeschiwahörer Schaffer und Ignaz Weiß, die mit ihren schönen und geistreichen Magidusrorträgen der Feier einen würdevollen Verlauf sicherten. Die Hörer blieben in freudiger Stimmung bis in die späten Abendstunden beisammen. Das gelungene Arangement ist den Herren Liebermann und Pollak zu verdanken. Die Rabbinerfrage in Zborov. Wie uns aus Zborov mitgeteilt wird, wurde der bisherige Dajan in Stropkov Rabbiner Zwi Amsel zum Oberrabbiner gewählt, der zur Annahme dieser Stelle sich bereit erklärte. Auf Einladung der Deputation, die den Neugewählten den Rabbenusbrief überbrachte, kam Rabbiner Amsel über Schabos nach Zborov, wo er eine besonders gelungene Droschoh hielt. Wie uns von gutinformierter Seite mitgeteilt wird, ist die Rabbinerwahl nicht als erledigt zu betrachten, da der Sohn des verstorbenen Rabbiners kraft seines C.hasokohrechtes, Anspruch auf diese Stelle erhebt und gegen die Wahl des Rabbiner Amsel Protest eingeleitet hat. Ueber den strittigen Rabbinerposten wird ein Bin-Thora entscheiden. Ein „großer Erfolg" des Keren Hajesod bei der Preßbnrger neologen Gemeinde. In den zionistischen Zeitungen wird mit einem großen Jubel ein Bericht verzeichnet, wonach die Keren Hajesod-Aktion bei der Preßbnrger neologen Gemeinde eines großen Erfolges sich zu erfreuen hat. Es dürfte angenommen werden, daß dieser „große Erfolg", der übrigen für sämtliche Gemeinden zur Nachahmung anempfohen wird, eine Riesenspende oder eine Massenbeteiligung sein könnte. Wie lächerlich wirkt es aber, wenn man erfährt, daß der triumphhafte Einzug des Keren Hajesod in der Preßburger Kultusgemeinde sich bloß auf eine nichtssagende Resolution beschränkt. Wir bringen hiemit im Wortlaut die angenommene Resolution: „Die israelitische (Kongreß) Religionsgemeinde in Bratislava erklärt ihre Symathie für die Ziele des Keren Hajesod und empfiehlt ihren Mitgliedern, den Keren Hajesod nach Kräften zu fördern." . Prag. Aus den Präsidialmitteilungen der vom am 10. d. M. abgehaltenen Sitzung der Prager Kultusgemeinde geht hervor, daß Dr. Stein, Präses der Kultusgemeinde, gegen die Unterzeichner des bekannten antisemitischen Aufrufes, in dem die Juden Auserwählte eines verbrecherischen Gottes ernannt werden, die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet habe. Diebstahl. Dieser Tage wurde bei einer Filiale ein min USD entwendet, wahrscheinlich durch durchreisende TH1B THK Es wird hiemit vor dem Ankaufe desselben gewarnt und wird höfl. ersucht, falls jemand eine Spur von den *|SD hat, möge dies gefl. an Gefertigten berichten. JosefReicIlfeld, Nove Zamky. Ein Bachur abgängig. Der in der Trnavaer- Jeschiwa lernende Talmudist Jakob Schmidt aus Preßburg, verließ am Dienstag, den 12. Dezember, Tyrnau, um angeblich nach Preßburg zu reisen, ist jedoch seit damals spurlos verschwunden. Er dürfte vielleicht eine andere Jeschiwa aufgesucht haben, allenfalls sind seine Eltern äußerst bestürzt, da sie trotz eifrigen Nachforschens weder ein Lebenszeichen von demselben erhielten, noch eine Sorset, daß die „Jüdische Presse" in jedes orthodoxe Haus Einsang findet Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (PrePurg), tiefer lUeg Erstklassige diagnostische, diätetische und Physihotheraplsche Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe, Orthopädie. Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehlkopf- und Hautkrankheiten, Röntgenbehandlung. Chemische und bakteriologische Laboratorien. Täglicher Pauschalpreis von 6K 55 aufwärts Pauschalpreis für Entbindung von 5K 1100 bis ÖK 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige 5K (5. Freie Aerztewahl. Rituelle -flpa Verpflegung unter Aufsicht des Preßburger orthodoxen Rabbinates. Spur entdeckteu. Es wird höfl. ersuchst ersucht, den besorgten Eltern (Wolf Schmidt, Bratislava, Statna nemosnica), etwaig bekannte Daten mitzuteilen Slün1 PTCVtl iTBfö5l Insbesonders wird jener Ehrw. Oberrabbiner NID'W in dessen rQ'W er sich befindet höfl. ersucht, dies umgehend den Eltern bekanntzugeben. Derselbe ist 16 Jahre alt, mittelgroß, schmächtig, hat dunkles Haar und Augen, und trägt einen schwarzen Ueberrock. „Unser Weg." Monatsschrift für Literatur und Zeitfragen. Herausgegeben von der Agudas Jisroel-Jugendgnippe, Wien, XX. Räuerlegasse 20. Die erste Nummer des von dem in Aguda-Kreisen bekannten Jugendführers Schabse Schönfeld' redigierten Jugendorganes ist mit reichem Inhalte in jüdischer Sprache erschienen. Schon die äußere Form genügt, um erkennen zu lassen, daß hier eine Arbeit, ernster und trotz ihrer Jugend erfahrungsreicher Menschen vorliegt. Es ist schon der Unistand bewundernswert, daß die Jugendgruppc des XX. Bezirkes, die erst, vor einigen Wochen neuorganisiert wurde, bereits in vollster Arbeitsleistung steht und ein eigenes Organ herausgibt. Großer Dank gebührt dem Präsidenten dieser Gruppe, Herrn Siegmund Aschkenasy, für dessen unermüdliche und wirkungsvolle Tätigkeit Der Inhalt steht durchaus auf hohem literarischen Niveau und ist dem Verständnisse und den Bestrebungen unserer Jugend augepaßt. Ein besonderes Augenmerk verdient der Artikel „Was verlangen wir vom Zentralrat". Wir ersehen in ihm, daß die Jugend von heute nicht mehr mit Unsicherheit und schüchterner Befangenheit an ihre Arbeit herantritt, sondern klar und selbstbewußt ihren Anteil an der großen Arbeit fordert. Ein ernstes Wollen, rechter Mut spricht aus den schlichten Zeilen. Das Feuilleton „A Chassene amul in heint" ist eine wertvolle literarische Darbietung, die wir in unserer nächsten Nummer indeutscher Uebersetzung bringen werden. Wir freuen uns, daß unsere Jugend ihren „Weg" gefunden hat und ihn so tapfer schreitet. „Die jüdische Orgel." Roman von Ludwig Winder, Rikola- Verlag, Wien. In dieser Zeit der Kinos und Sportplätze hat, sich eine ganz eigenartige Literatur herausgebildet, die mit einem ihr gemäßen Publikum rechnet, welches einerseits alles ihm Fraktierte, das einerseits Groteske und anderseits an farbenübersättigte Bizarre reicht, kritiklos aufnimmt. Das vorliegende Buch, dessen Titel eine gute Kinoreklame sein könnte, strotzt direkt von augenfälligen Unmöglichkeiten und scheint für lüsterne und Sensationen haschende Leser berechnet. Der Autor streicht auch alles, etwa langweilig Erscheinendes kurzweg ab. Es gehört schon ein besonderer Mut dazu, in einer Welt, in der es doch noch Juden gibt, mit einer solch verblüffenden Unkenntnis jiicht nur des jüdiichen Innenlebens, sondern sogar der einem Nicbtjuden nach näherer Betrachtung eines jüdischen Milieus bekannten Sitten, ein jüdisches Buch. Das erstere setzt subjektives Erlebnis, das andere objektive Observation voraus. Beides aber vermissen wir beim Autor, beim Zeichnen des jüdischen Ghettos und seiner Helden. Ebenso abstoßend und grotesk, wie die Form dieses Buches, ist auch fast der Inhalt. Der Held dieses Buches ist ein Mensch, der, in allen Wassern gewaschen, von aller Art' Großstadtschmutz besudelt, von seinem frommen Vater verstoßen, doch zu seinem G-tte zurückkehrt. Soweit wäre das Ende das Beste an und in diesem Buche. Wie Winder aber seinem Helden zurückfinden läßt, ist einfach lächerlich. Bemerkenswert ist auch, daß, während der Autor im Ghetto nur flüchtig verweilt, seine Schilderung der Judengemeinde beschränkt, sich lediglich auf ganz verschwommene Gestaltenzeichnung. Vom Vater des Helden wissen wir nur, daß er dickleibig ist, von der Bibelschule, daß sie durch eine zerbröckelte Stiege zu erreichen ist. Während also das jüdische Milieu nur gestreift wird, läßt es sich Winder angelegener sein, das Sinnesleben seines Helden mit ganz absurder Exaktheit zu schildern, wobei er die extremsten Naturalisten übertrifft. Winder scheint ein gründlicheres Wissen vom Nachtleben im Großstadtsumpfe als vom Wesen des Judentums zu haben. Seine Kenntnis des letzteren beschränkt sich auf einige hebräische Ausdrücke, die auch manchmal falsch sind. „Minje" sollte Minjan heißen, „Killal" selbstverständlich Kebille, usw.) Er läßt einen Menschen ohne Einführung ein Schochet werden, wobei der Verfasser wahrscheinlich keinen Unterschied zwischen den Funktionen eines Schochet und denen einer Magd sieht. In seinem Helden ist die Kraft des jüdischen Ethos sehr wenig zu verspüren und man beginnt allmählig zu zweifeln, ob dieser Albert wirklich ein Jude ist. Wie erwähnt, ist auch die Art der Umkehr und der Buße eine ebenso ungewöhnliche wie unverständliche, denn anstatt das Leben dem G-ttesdienst und dem heiligen Studium zu weihen, wird der Büßer Portier in einem Nachtlokale, womit er den Satan zu einem Kampfe herausfordern will. Sein Streben, als Hausierer oder Apostel der Menschheitswerte rit'vue Sünden zu verbüßen, indem er Kaffeehaus- und Bar-Bechern Reinheit predigt, kann uns wenig imponieren. Zwi Astur Letzte Nachricht. Kaschauer Raw s. 1. Nach Redaktionsschluß erhalten wir telegraphisch die erschütternde Nachricht von "dem Ableben des Alt-Godaul und Chossid, des bekannten Oberrabbiner Jungreith, Kosice. Der Verblichene genoß besonders in Chassidimkreisen große Autorität. JftMwsxjn&ngßgi» 'rff/r/V'S <v'i> 'jC^iSiüiriu'Ju ii i&P/sZ&ti'r/iv £&&&7b%~J.4% iOttyrtfiföictS; Briefkasten. Diätkuren und Heilpension. Die mit dem Grand Sanatorium verbundene Heilpension ist bei den derzeit ungünstigen Wohnungsverhältnissen, als auch den herrschenden Personal- Miseren geradezu als Wohltat zu betrachten. Personen, die diäte Speisen benötigen, finden daselbst zu billigem Preise ein angenehmes Heim und gleichzeitig die ihrem Zustande entsprechende diätetische Verpflegung. Bezüglich Aufnahme beliebe man sich an die Direktion des Grand Sanatoriums zu wenden. jdas lisroBl (Schiffschul), IL, Broflc Schiffgasse B. Gebetstunden : vom 17. bis 24. Tebet. Freitag, den 17. Tebet rOtt? H^p: 415 Uhr. Samstag "»(-pl Morgengebet. 7 und 930, Mincha 1215 und 8-30, p«tp '•NJiHD1 5 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6'40, Mincha 4-15 Uhr. Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.\ II., Rembrandtatraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, IL, Franz Hochedlingergasse 3. Für die Tschechoslowakei : Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VUI., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Für die entsprechend dem § 26 P.-G. mit * bezeichneten Artikel und Notizen übernimmt die Redaktion ausschließlioh die preßgesetzliche Verantwortung. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000*—. Fürs Ausland 100 Prozent Touerung-sznschlag. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Konkurse. Ein tüchtiger nnöiö tomtr der guter JOipi n^BD byz ist tt"3üt ^ITO nibap mit arrati aron by nrnin mnn hat, 33 Jahre alt und eine kleine Familie besitzt, 13 Jahre hindurch Dienste unter Aufsicht tODTH 3"nn leistete, sucht IDITO Posten mit guter PID3"1B eventuell auch als zweiter mW i?n&z Halpern Lipsa bei Huöte, Zup. Maramaros. In der Asakürther orth. isr. Kultusgemeinde (Slovakei Zup. Nitra) ist die Stelle eines jTPf zu besetzen. Gehalt CK 3000. Ganze Wohnung mit Garten und acht Raummeter Holz pro Jahr. Reflektanten mit rfi^Dp von orth. Rabbinern,mögen ihre Gesuche an den Gefertigten einsenden oder zum Probevortrage kommen. Reisespesen werden nur den Akzeptierten vergütet. Armin Ringwald, Vorsteher, Gsobb Z. Nitra. Die r\"n Wr.-Neustadt, sucht einen Jeschiwahbocher für v'ttH Will gegen auskömmliche Existenz. Zuschriften an Moses Rosenberg, Wr.-Neustadt, Herzog Leopoldstraße 20. nam naan naa •nso -lYönin irrwatt D"^n& pTian niKia* ain ♦9"jnö min "trp? oy rro Dpa Dana D«nan nanj? Kö 10 wüte kö io nra ^to nana 9?n' jb dp naa man ■ kö so ^ihö »rra my aunan narw " kö 25 «ms Dtöian nany n»w :jjddith* nnai nana?aa nr ^y W\ Rabbiner Z, Grünwald Uzhörod, Arpadgasse 19 (Tschechoslowakei). KALENDARIUM. j Tag Tebet Jänner Notizen Sonntag 19. 7. Tod R. Aw. Heilpern Aschkenasi, Lemberg 5409 — Tod R. Leb Charif, Amsterdam 5467 — Tod R. Arje Leb, Stryj (Kezos Hachoschen) 5572 —• Tod des Preßburger Raw (Kessaw Sofer) 6638 — Tod Arje L. Frankfurter, Mattersdorf 5496 — Tod R. Awrom Gottesmann, Munkacs 5565. Montag 20. 8. Tod des Rambam (Maimondes) 4965, 70 Jahre alt, Tewarje (nach Zemach David am 24.1 — Tod R. Nehemia Freiwel Segal, Prag 5408 Dienstag 21. 9. Tod R. Josef Czaczkes, Brody 5531 — Tod R. Samuel, Wilna 5591 — Tod R. Nosson Adler (Rabbi des Chasam Sofer) 5563 — Tod R. Jakow Zwillinger-Thumim, Stampfen 5610 Mittwoch 22. 10. Tod R. Hillel Salkowa (Bes Hillel) Raw und Parness 5450 — Tod R. Saul Katzenellenbogen, Brisk 5585 — Tod R. Noacb, Przemyel 5529 — Tod R. Samuel Jungreiß, Fehergyarmat 5649 — Tod R. David Ullmann, Lakenbach 5661 — Tod Josef Stern (Jad Josef) Salkowa 5587 Donnerstag 23. 11. Vertreibung der Juden von Portugal 5257 — Tod R. Jakob Katz, Berzany 5477 — Tod R. Isak Serachja 5526 Freitag 24. 12. Brand im Hause R. Naphtali Kohen, Frankfurt, zerstörte 500 Häuser, weshalb der Rabbi in Kerker geworfen wurde 5471 — Desselben Tod als Posner Raw im Jahre 5479 — Tod des Lädier Raw Schneor Salman 5673 — Erdbeben in Zfas und Tewarje 5597 — Tod R. Mair, Eisenstadt üngvär 5612 Samstag 25. 18. Schemos. — Haftoro: Haboim — Rosch-chodesch Benschen — Vertreibung der Juden aus Wien 5505 — Tod des Abraham Alfabar 4991, Toledo.

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