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Jüdische Presse · 1922-12-08 · 46 (8.12.1922) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
46 (8.12.1922)
Date
1922-12-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 270 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4« m ,"|mn ytn* p*n .-pniie -fr *]S *an c»pS« p«3 pi St "«noi .p»a avi <td '3oa jvrira "tn» •?) rrVen ipmwi «vn ,rr vrmo "in« nn-w du vyioA »K\nn .obtya JT* lUipS« .10n,T JT18 .W!?3 pVffil 'B3 n«3pn V2&b lra« crras K-prw cy mt nwo) »Dan rmi o*v C3V rr» p-uw ne»3i .aw *my Su •»loa» rwoi pnn mSm nS«i cy St '«tnBiai ,wy nw« Kin,T31 VHK Wab S'H;n IT moi ,OD33n D'V »18031 CM 'J .DHon »Sau ^3 .onon »Sow irn« eay -rn mal«) pmno ,Sw« y»T 3»n3T onon tate> .m* oma» bv viraa D'pTnan •jnvVre «5» tS wn •[nc,<? k'd] "iS /vw .nSon m .•jnei« w\v b* wan tn> "|S qmSioi "pr k vw .nvan .«•y 'öl rya TW303 ,mim d«dSh «m> Snrvn th <nian «S'ö3 m ,mvin rw ddioS -}mr;n »3 yintp n» bjn ,jnn wn p*n ,'pS«n prw S«) "jkth -ipk p»n Sk vwp jun nwyS nrraw p« nev si?3 noS risioi noi« »nm« omd is*S mwia itö) n« 'tpj ^y»i •MPK Di«Sn .nenn *oan in»^D ,bm *o *o *3 .na xddi^ K<n noT« *Sy man jvnyn *a .on^o cnaip D'BWon D3 oatp .-warn pjian «mir] -jwnS »im ^om 3*.» mryb ,Sm [*npa m ,n&K3 bnan <e -vk yiv «in ♦-jöö Toyo »3» (vSk D*anp D'pSxi o*pnx dtdb'oi cpvr iS on3^3m D^XDnan ca'n» <t ipTnni .w^p^ wn« ipinnn inStPi „Tunnn oamiaya lcoim .o^ojcm czym b"\ nipni ,0^3^ o^owöo f)"nnn ^o' *a .n-ne ny csn-.iy oanoo S» D*3iri33 1N31 .n^Bxn Sd3 T-nin .invs pinnc mty D'tenmn o^nen d'U>3» Sy mpnSi vmS lansnea .wSsffl i3on ii^k Saa i^k .oaoy cpSs \ti ,ncsa raiaa npTif Ttny SaS ^p^ ni3D ^3^ai »nSeirei nSwa nanaa onTiynam ,S'i tfKöJfm o*ayin nysta cenrufcn SaSi ,Tom ♦o^anam D,n3ty3n np3» SipS 'Sya nwx nymb nSioyn ^wiy bzb 7^x3 y^i am« »»mnavSo yiöt« nu>a rnan ,tic«» p*a p rnnn ,y*T c*3a: n'nSSpw trotD-nKW .pnsrs pioi1 Spendenansweis fdr jüdische Hungernde in BnSltmd. (Fortsetzung.) Sammlung '-"n der Trafik, II. Schiffamtsgasse 5, K 10.000, durch Gruppen verband der Agudas Jisroel (Halberstadt) 2,200.000, Thopspenden im Bethausverein „Achdus Jisroel" 10.000, Sidonid Koppel 10.000, durch Sidonie Koppel Herr Gerstl Holzhändler, N. N. je 50.000, Ignaz Koppel 20.000, Sammlung durch Ab?,' Goldfeld Hermann Mathes 10.000, Barack, Brouseler je 1000, Abraham Grün 300, Riemer 100, Mehrere Ungenannte 9540,, zusammen (21.940); durch Rabbiner S. Fürst (Bischofswerder) 6000, Meissner 10.000 (15.000), Thoraspenden des Vereines ,.1'hora Ez Chaim" 68.050, Ludwig Kastner 8000, durch Gruppinverband Agudas Jisroel (Halberstadt) Dollar 75, gesammelt, im Beth Hamidrasch durch Rabbiner Sch. J. Lewithan (Christiania) Rmk. 50.000, durch O. W. durch A. J. Jugendpr. (Wien) poln. Mk. 5000. Gesamtsumme der Spenden Nieder mit der Maske! Vor ungefähr zwei Wochen haben wir über das Erscheinen einer neuen Missionszeitung in Jerusalem — sie führt den Namen ,Das neue Jerusalem" — berichtet. Nach der ersten Nummer waren wir noch nicht in der Lage, den wahren Charakter dieses Organes festzustellen. Jedoch die zweite Nummer verrät schon ihr wahres Gesicht mit aller Deutlichkeit. Es ist ein unverfälschtes Missionsblatt. Wir würden uns aber in unserer Zeitung mit dieser Sache nicht beschäftigen, wenn jenes Blatt nicht von Männern aus unserer Mitte geschrieben würde. Jede Gesellschaft und jeder Verein haben das gute Recht, ihre Ideen und Ansichten zu verbreiten, auf jede erlaubte Art, die ihnen richtig erscheint. Das Unglück ist nur, daß diese Zeitung von unseren Leuten geschrieben wird, Steuern von ihm bezahlt worden und angeben, durch welches Tor er mit seiner Familie die Stadt verlassen wolle. Ein Kriegsobrist leitete das ganze Verfahren. Gramvoll verließen die Vertriebenen ihre Wohnungen. Vor manchen Häusern standen kleine Wagen mit einem Pferde bespannt für Greise, Kranke, die nicht zu Fuß wandern konnten. Männer mit dem Wanderstab, ein Bündel mit dem armseligen Reste von Hab und Gut auf dem Rücken, Frauen mit Kindern an der Hand und auf dem Arm. Um halb zwölf ließ der Obrist einige Trompeter durch die Straßen ziehen und verkünden, daß alle Ausgewiesenen sich zum Aufbruch anschicken sollten. An das Ausgangstor stellte sich der Rabbiner mit den übrigen Mitgliedern des Bes din, Abschied nehmend, Trost zusprechend, Mut einflößend. Auf ein Kommandowort des Obristen trat das Fußvolk in Reih und Glied. Es schlug eins, zwei, drei, vier .. . Atemlos, gepreßten Herzens zählte die Auswandererschar. Still, ganz still verhielt sich auch die gaffende Menge. Man hatte doch schließlich ein Herz in der Brust. Es schlug .... Roßhute näherten sich, unterbrachen die lähmende Stille. Alle Augen wendeten sich dem Jesuitenkollegium zu, aus dessen Richtung der Hufschlag kam. Ein Reiter flog der Judenstadt zu. Das Pferd dampfte, war von Schaum, von Blut bedeckt. Mit dem ganzen Oberkörper weit über das Tier vorgebeugt, gab der Reiter die Sporen in blutende Weichen. Bleich, blutig, entstellt war sein Gesicht. irmya .|KTn«BD«"i rtnn n*o '» '3 •am« -fem rpix w .oTryam iranwn «tt» Tiaa bx cpciyn .wenn rvno ^ya .nwo naw ,,-nin naiS ,vn< c.Tf?y H .H enr o^ajfm cayin' cthk na^ona ,n^a iyi irD3D nbwDm nSioa nanaa ,aio an by myrr-i ♦jnxp '-n n3iaön on:D n am nn» opkisi ♦*po nana^i pp p» n^b^ nrenn man „Tjwy m>vs .veo moo n^xnn n» nan ntr» cipei Dipo baa pxa1? ,i3/i3H03 'kik. ^a»a pi ,r\\2\ mu'D3 vnn ,a\»b] m bim »Sa »Ssk »na nnno .dt "?y Dn»arpS c»anpn n«o ri:v:n proi 13 mrsnna .njiaj na»ona D»<?apon iy^i3 cavix m .caian onbun nxrmrt nya ,i3'ns an« .nnyi «l'TD'n bm .caS -tycS iSavi sS nif« - D»x-axm o»ayin rn mon »npo n»i .w^pw iwr?»a tanoai .aynn »:biw D»»t3iQ D,v:Ki? yxü\ "ia m,?»3n mbvb - ,nöty mp tv« ♦enjam on»3»y msn »od ipSn» on ivk ♦na-ann nSyaa n»Sy3 'an mbvb nnx3 n? oSyoaa n:n cn nS»Sn on^n»a ayia len» vn iv* ,iS8a cai^» ^a rvmb npix naipo inp» «S jqin owai on*3ai on»^3 ■my» - aus o»y»DV8i D»S»yicn |» cn vn 133)3 «S m »a hShi - .pB»sn.T ca^oi DTeyoS anpa I3"i^»i D»pSKn nnS "ifiv nyiS ».Sav nn .mS'ann nny on»S« D»nSw ons ik'« ♦D»n3tWm D»«3T3.T D»naT3.T D'lfJKn 3^0 ona ws .npixn dSids St woan mSyo naie» '»d npiif 'n yTiw isiaoai ,Ssi^» ti»»N Sa nSy»i -jnT .p-nnnn ct^a j*» "yoa (D^oa) nwai t '»yo b'ö- »iSj ymnS .aian oaSyoas p(nn^nS »3s D3 »3jn n?3», ,o'pS«n cana» on«' m-o Saa - i3n^a i3»nK Sa }»yS onSra *a - D37301 DD133 3*B »«»lyS myvon .nSioa naisa ay. 'noo man nwaa vn» ,tc«3 .b»»btd o»iP3»S mS»ann »b'i ,nyi nSnoi ,mp was yia^n ri^naa». .nnm «S« a^ö r« »ai^a b»»dw »np-'x »Sy? vsn d'3»ö»oS t?«*». .»"iayn nma« .jnwin K 2,4^2 990, Rmk. 50.000, poln. Mk. 5000. (Fortsetzung.) Spendeneingang Bethausverein »Adas Jisroel" K 209.450*—, Sammlung durch Aba Goldfeld, Hermann Mathes 10.000-—, Frankel junior 10.000 —, Fränkel senior 5000 —, Reilinger 2100'—, Josef Schramm 1600-—, Frau Treitler, Rosenblatt je 1000 —, Leibisch Milchrahm 100*—, Mehrere Ungenannte 27.150-—, zusammen 57.950-—, Ignatz Klein 10.000-—, Eduard Mojer 20.000-—, Gewonnene Wette 10.000 —, Franz Fischhof 10.000-—, Isidor Frommer (Thoraspende) 5000 —, Zahler durch Rosenrauch 36.000 —, Chaim Karmel 5000-—, durch Gruppenverband der Agudas Jisroel, Halberstadt Dollar 180-—, H. Wolodarsky, Zürich 80-—, Eduard Majer cK 10 —, Israelitische Orthodoxe Gemeinde Stupawa Slowakei CK 445-—, N. N..-N. N. ja K 60.0£a--to..> Gesamtsumme „der Spenden; K 413.400-—, Dollar 210 —, SK 455 —. noch dazu von solchen, die sich als Nationaljuden bezeichnen. Wir haben versprochen, daß wir die Namen der Redakteure und Mitarbeiter veröffentlichen werden, damit die Mitwelt es erfahre. Jedoch haben wir eine Zeitlang gewartet, in der Annahme, daß diese Männer ihren Irrtum einsehen werden, da wir es für unmöglich hielten, daß Juden diese Seelenfängerei betreiben sollen. Tatsächlich hat die Redaktion des „Doar Hajom" eine Zuschrift erhalten, in welcher mitgeteilt wird, daß die jüdischen Mitarbeiter dieses Blattes, nachdem sie seine Intentionen erkannt haben, sich sofort von jeder weiteren Mitarbeit ausgeschlossen haben. Jedoch nicht alle, die in der Redaktion gearbeitet haben, erkannten ihre Pflicht ihrem Volke gegenüber. Es verblieben einige Juden in der Redaktion, darunter Weißblum, ein Schüler des he- Eine Pergamentrolle schwang er. Aus heiserem Halse schrie er: „Im Namen des Kaisers!" hielt vor dem Kommandanten mit gewaltigem Rucke das Pferd an, daß es hoch sich bäumte, reichte dem Kommandanten mit äußerster Kraftanspannung die Rolle und verlor das Bewußtsein. Ein zweiter Reiter sprengte heran, ein kaiserlicher Offizier, auch er mit verhängtem Zügel. Eine weiße Fahne zog er aus der Satteltasche und rief: „Ich wiederhole es: Im Namen Seiner apostolischen Majestät! Gnade!" Als Dritter ritt ein Trompeter ein. Das kaiserliche Siegel erkannte der Obrist, löste es, entfaltete, selber aufgeregt, die Rolle und las den Widerruf des Ausweisungsedikts. Gleichzeitig schrie eine Frau, schrien Kinder in dem Auswandrerzug: „Mordechai!" — „Vater!* und Bela mit ihren Kindern drängte sich durch die Reihen und stürzte zu dem Manne, der ihr Retter war und der Retter aller. Die vor der Judenstadt versammelten Tausende, deren sich in der letzten Stunde ein menschlich Fühlen bemächtigt hatte, erfaßten, noch vor den fassungslosen, ihren Augen und Ohren noch nicht trauenden Juden, schnell den Wechsel der Ereignisse und riefen befriedigt durcheinander, bis einer der allgemeinen freudigen Teilnahme durch den Ruf Ausdruck gab, der sich dauernd verstärkte: Es lebe der Kaiser, es lebe Ferdinand! — Was aber in den Herzen der Begnadigten vorging, wie die Erstarrung sich löste, das Unfaßbare ins Bewußtsein drang, die wirkliehe, wundervolle Wahrheit sich der Herzen und Sinne bemächtigte und die Qual in plötzlichen bräischen Gymnasiums in Jerusalem und Rafaeli, der Sohn des Herrn S. Rafaeli, der Leiter der jüdischen Stadtvertretung (Waad Hoir) in Jerusalem. Durch diese (angeblich jüdisch-nationalen) jungen Herren werden im genannten Blatte tagtäglich Aufsätze geschrieben, deren Tenor die Anpreisung „unseres Vaters, unseres Heilands und unseres Erlösers" ist. Und die Hände von jüdischen Arbeitern, die in dem allgemeinen Verbanne der jüdisch-nationalen Arbeitergruppe Platz haben, setzen diese Artikel, deren einziges Ziel es ist, unsere jüdischen Brüder ihrem Glauben abtrünnig zu machen. Auch noch andere Juden geben ihre Hand zur Verbreitung dieses Missionsorganes und dies alles geschieht in Jerusalem, der Hauptstadt der jüdischeu Heimstätte. Es haben die orthodoxen Organe, so „Kol Jisroel* darauf hingewiesen, daß orthodoxe Juden nie ihre Hand zu solchen Werken hergeben würden; ihre Seele ist frei von fremden Einfluß und bewahrt Treue ihrem Glauben und ihrer Nation. Und da sitzen nun Juden, Söhne angeblicher National-Juden, Schüler hebräischer Schulen und schreiben Tag für Tag Abhandlungen über Vater, Sohn und Heiligen Geist und fühlen sich dabei wohl. Auch die Redaktion hohnlacht unserer Schwäche, sie ist ihrer Kraft bewußt, sie weiß, daß für Geld alles zu haben ist. Nun, wenn diese Söhne und Väter ihre Beziehungen zum Judentum abgebrochen haben, so sollen sie in ihrem Vergnügen nicht gestört werden. Jedoch sollten sie den Mut aufbringen, dies offen einzugestehen. Und jene Männer, die bis jetzt aus jeder öffentlichen jüdischen Körperschaft und aus jedem jüdischen Amte alle hinausdrängen wollten, die nicht ganz nach ihrer Auffassung und Facon Juden waren, mögen jetzt Augen und Ohren aufmachen und hören, was ihr eigener Mund gesprochen hat. Die den Splitter im fremden Auge sahen, mögen den Balken im eigenen Auge sehen. Also schreibt der zionistische „Doar Hajom" in Jerusalem in seiner Nummer 39 vom 19. November 1922. Die orthodoxen Aguda-Deputaten im polnischen Sejm. Von Schabse Schönfeld. Gelegentlich der ersten Wahlen ließen sich die Kräfte der Orthodoxie noch nicht annähernd abschätzen. Die Aguda entsandte bloß drei Vertreter, hervorragende Rabbiner, in den Sejm. Die breiten Massen waren damals der Ansicht, daß die polnische Orthodoxie nicht jene Kräfte besitze, welche für di« nichtjüdische Welt repräsentationsfähig genug wären. Denn die Intelligenz und Leistungsfähigkeil der Rabbiner sei kein Maßstab für die Intelligenz der Masse, welche hinter ihnen steht. Die Orthodoxie in Polen selbst war ja auch der Meinung, daß sie, um vor der nichtjüdischen Welt erscheinen zu können, Vertreter aus nichtorthodoxen Kreisen sozusagen entlehnen müsse. Aber jene Persönlichkeiten innerhalb der Orthodoxie, welche klaren Einblick und Kenntnis von den Fähigkeiten der Orthodoxie hatten, wußten, daß nur Mangel an Selbstvertrauen und zu große Bescheidenheit, die echt jüdische Selbstkritik die Orthodoxie dazu führen, ihre Leistungsfähigkeit zu unterschätzen. Aber die jetzigen Wahlen haben es deutlich aufgezeigt, daß die Orthodoxie reich ist an kraftvollen Persönlichkeiten, nicht nur auf dem Gebiete der Thorawissenschaften, sondern auch auf weltlichem Gebiete, Persönlichkeiten, welche auf der Tribüne des öffentlichen Lebens mutig und energisch werden auftreten können. Von den früheren zwei Deputaten ist jetzt leider kein einziger im Sejm. Rabbiner Perlmutter hat sich seines hohen Alters und seiner körperlichen Schwäche wegen von der Kandidatur zurückgezogen, Deputat Halpern wurde uns durch den Tod entrissen. Der an seiner Stelle wirken sollende Herr Mendelsohn ist in den Senat gewählt worden. So haben wir lauter neue Kräfte im Sejm. An erster Stelle wollen wir Oberrabbiner S c h a p i r a nennen, welcher trotä seiner Jugend durch seine unermüdliche Arbeit für die Judenheit und Judentum, durch seine reichen Kenntnisse auf allen Gebieten Weltruf genießt. Er sollte seinerzeit zum Oberrabbiner von Krakau gewählt werden. Alle Richtungen Jubel wandelte — das zu schildern, fehlen dem Erzähler die Worte. Doch schnell wendeten die Nächststehenden sich dem ohnmächtigen Mordechai Zemach zu. Man hob ihn auf, küßte dabei den Zipfel seines Rockes und trug ihn heim in seine Wohnung. Da angelangt, mahnte der Raw, sie möchten Frau und Kinder allein bei Reb Mordechai lassen, bis er erholt und wieder frisch sei. Die anderen aber möchten mit zur Altneuschul kommen. Ja, in Schul, in Schul! jubelten die Erlösten und die morgens von Weinenden verlassenen Bethäuser schauten dankbare, ob der Wunder-Rettung heiß erregte Juden. Inzwischen war Bela mit den Kindern emsig um den bewußtlosen Mann bemüht, bis er die Augen aufschlug. „Allerbarmen! Dein Auge!" schrie Bela auf. Mordechais linkes Auge war wund und hatte kein Licht. Schnell kam Reb Mordechai zu sich, sprang auf und sprach beruhigt auf Frau und Kinder ein. Gesund sei er und glücklich, o glücklicher als je! Der Allmächtige hat gelingen lassen seine Sendung. Die Verstoßenen atmen frei, das Verderben ist abgewendet. Nicht klagen! Was verschlägts, daß ihm dabei eines seiner Augen verloren ging? Er hat das zweite behalten, schaut damit die liebe Frau, die Kinder, schaut seine vier Wände wieder und kann froh und frei mit den Seinen wieder einhergehen. — Gerührt lauschten die Kinder und küßten die geliebten Vaterhände und Bela schaute auf in Dankbarkeit zu G-tt, der solchen Vater, solchen Retter ihr zum Manne gab. (FartMtmng folgt.)

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