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Jüdische Presse · 1922-10-20 · 39 (20.10.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
39 (20.10.1922)
Date
1922-10-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 39 JÜDISCHE PRESSE Seite 233 Die staatlichen Zulagen der Rabbiner. Wir fordern all diejenigen Rabbiner, welche für das laufende Jahr die staatlichen Zulagen nicht erhalten haben, auf, dies der Zentralkanzlei sofort mitzuteilen. Zentralkanzlei der orth. Gemeinden der Slowakei. p* Habemus papam. Ein Oberrabbiner, der sich „durch geistige Ueberlegenheit und moralisches Recht Autorität erzwingt", der ein streng gläubiger Jude ist, aber auf VVeizmann und Sokolow schwört, über alle nicht national-jüdischen Rabbiner, also etwas mehr als 99 Prozent aller existierenden Rabbiner und 100 Prozent aller Gedaulim, sich turmhoch erhaben dünkt, hat gesprochen. Anstatt von den Ergebnissen des - Kongresses und der Jahreskonferenz sich seinen Staar stechen zu lassen, anstatt aus Dr. Schönfelds, Rabbi Fischmann und anderer Koryphäen (?) Auf- und Austreten zu erkennen, daß das Zusammengehen frommer Juden mit den Zionistenführern ein nicht einmal frommer Selbstbetrug ist, hat sich Herr Oberrabbiner Brody in seine Abneigung gegen die Jereim noch tiefer eingefressen. Eine Versammlung von 50 anerkannten Rabbinern, deren kleinster in der kleinsten Khilloh mehr Jereim hat als Doktor Brody in Prag nennt Dr. B. „ein kleines Häuflein jüdischer Kleriker" „die schwarze Hand". Daß Dr. Brody auch die Lügen der Berliner „Jüdischen Presse" nachdruckt, paßt zu dem Stile. Ein Misrachist schreibt (gesperrt), daß die Religion noch nie so in frivoler Weise zu politischen Zwecken mißbraucht wurde, schreibt ein Oberrabbtner. der zu allen Missetaten der Zionisten, die die Politik dazu verwenden, um die Religiosität mit Stumpf und Stil auszurotten schweigt, wenn nötig wohl auch zustimmen dürfte. Die geheimnisvollen Andeutungen auf Personen und Verhältnisse sind ebensoviele lügenhafte Denunziationen. Uebrigens lohnt es nicht, mit dem Manne zu polemisieren. Vielleicht gesteht er zu (ein Misrachist kann auch verbohrt genug sein, Rabbi Ghajim Salaweisschik und Rabbi Bunom Szoifer Ehrlichkeit abzusprechen), daß der Schewet Szoifer, dem er sein ganzes talmudisches Wissen verdankt, die Politik haßte und ihr fern blieb. Und diese allverehrten Männer haben den ersten Issur gegen Zionismus und Misrachismus ausgesprochen. Allerdings geschah dies in milderer Form, weil diese Männer und ihre Kollegen nicht vermuten konnten, daß sein sollende Jereim „die Gemüter so leichtfertig in Unruhe versetze und einen verheerenden Brand in Israel stiften werden" (Dr. B's eigene Worte). Nun zeigt sich, daß sein sollende Jereim diese Verbrechen begangen haben und begehen, daß die wirklichen Jereim verfolgt, entrechtet und geschädigt werden. Da mußte eine schärfere Tonart angeschlagen werden. Die Veröffentlichung des Issur hat nicht stattgefunden, weil man den Versuch machen will, das schleichende Gift zu paralysieren und den etwaigen wirklichen Jereim unter den Misrachisten Zeit zur Ueberlegung und Umkehr zu geben. Jüdisch ist der Stil des Herrn Dr. Brody nicht, denn jedenfalls hält die große Mehrzahl der denkenden religiösen Juden das Zusammengehen mit den Zionistenführern für ein Unglück. Die Wirtschaft der letzteren in Palästina ist der Weg zur Entjudung und wenn man schon blind genug ist, dies nicht zu sehen, gehört eine Geschmacklosigkeit dazu, Männer, deren ganze Existenz nur dem Dienste G-ttes und Jisroels geweiht ist zu begeifern und der Unehrlichkeit zu zeihen, weil sie das Schicksal Jisroels nicht einer' Gesellschaft überantworten wollen, die im offenen Kampfe mit der Thauro und ihren Bekennern steht. Die Redaktion der „Jüdischen Presse* quittiert die Ausfälle des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners Dr. Brody mit vielem Danke, weil sie ihr ein erneuter Beweis dafür sind, daß sie zur Aufklärung der Judenschaft über die Gefahr des Zionismus für das Judentum und über den Selbstbetrug der Misrachisten ganz erheblich beiträgt. m. Presov. Anläßlich der am 10. Oktober stattgefundenen Generalversammlung der hiesigen Jugendgruppe wurden folgende Herren gewählt: Salomon Reinitz, Präses; Josef Arnstein, Vizepräses: Armin Herz, Kassier; Ludwig Rubin, Kontrollor; Heinrich Lenc, Moritz Heller, Josef Goldfinger, Arpäd Habermann, Josef Weiß, Desider Friedmann, J, Weinberger, Heinrich Herz, David Ackermann, Adolf Goldberger, Samu Pahmer, Repräsentanz. Der Jahrzeitstag Tom Chasam Sofer. Anläßlich der am 25. Tischri abgehaltenen Jahrzeitsfeier des Chasam Sofer wurde sein ttmttn rP3 in welchem auch Rabb. Meschullam Tysmenytz lehrte und das vom Preßburger Gemeindevorstand mit großem Kostenaufwand hergestellt wurde, feierlichst eingeweiht. Die Festrede hielt Oberrabbiner Schreiber. Große Spenden für Erez Jisroel. Am rrttf-Feste wurden in Preßburg in der großen Schul wie in allen Bethäusern die Spenden beim Thoralesen für die Armen in Erez Jisroel gewidmet. Die große Liebe und Anhänglichkeit, welche die thoratreuen Juden für Erez Jisroel hegen, haben sich anläßlich dieser Manifestation, für das heilige Land in den namhaften Spenden und Nedarim gezeigt, die Klein und Groß für die Armen des heiligen Landes gewidmet haben. AVAYAWAVAVAYSTAVtTAVAWäTrAYArAVATAVAV* Infolge Ausbleibens der Bratislavaer Post ist für diese Nummer sowohl der Nachrichtenwie der Inseratenteil für die Tschechoslowakei lückenhaft geblieben. ▼ ^▼▲TAVATAfAfAVA?AfA¥ATATA?A?ATAVA¥ir Verlobung. Am 2. Tage TOD njtffcn bw hat die Verlobung des Frl. Aranka Weiß, Tochter des Bankdirektors und Geschäftsinhabers Ignäc Weiß in Sala nad Vahom (Vägsellye) mit dem Herrn jur. u. phil. Dr. Jakob Weiß in Bratislava, Sohn des Rabbiners Moritz Weiß in Jablonica, stattgefunden. Berichtigung. Wie uns aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, beruht die Nachricht über die Errichtung eines Eruvs in Novezamky durch die dortige Aguda-Jugendgrnppe auf Irrtum. Sorget, daß die „Jüdische Presse" in jedes orthodoxe Haus Einsang findet Ados Jisroel (Schiffschul), II., Große Schiffgasse 8. Gebetstunden: vom 28. Tischri bis 5. Cheschwan. -Freitag, den 28. Tischri J-QW n^Dp: 4*55 Uhr- Samstag JTttWQ 'S Morgengebet 6'30 und 9-30, Mincha 1215 und 3-80, p"jy ■'KÜIJS: 5*40 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6*15, Mincha 5 Uhr. Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.", II., Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, IL, Franz Hochedlingergasse 3. Für die Tschechoslowakei : Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts - Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000*—. Fürs Ausland 100 Prozent Teuerungszuschlag. Bei Wiederholung entsprechender Babatt. Honkurse. Die Vranover Chewrah Talmud-Thora sucht Rosch-Chodesch Cheschwan einen tüchtigen Ifcbk der ein UT^l ITD sein muß und die Befähigung hat, nö"3 "p WÜTl gründlich zu unterrichten. Offerte samt Belege, wie auch Angabe des Alters und Familienstandes, so auch der bisherigen Tätigkeit sind an den Gefertigten zu richten. Gehalt nach Uebereinkommen. Spesen werden nur Berufenen vergütet. Hugo Schwartz, Vereinspräses. Der Lipjaner ITH Verein sucht für ^jran JWH H'n einen W"-p, der -pn Wfcin jntM gründlich unterrichten können soll. Bewerber mögen Kopien ihrer Zeugnisse an den Gefertigten einsenden. Gehalt laut Uebereinkommen. Dawid Händler, Talmud-Thora- Verein, Lipjan (Hethära). An der aut. orth. isr. Volksschule zu Sered wird eine I^elxi^ej^telle besetzt. Bezüge von der isr. Kultusgemeinde, der an der hierortigen -Volksschule übliche Stammgehalt, Quartier und Gartenpauschale, ferner entsprechende Staatssubvention. Reflektanten, tschechoslowakische Staatsbürger, mit Nachweis über ihren religiösen Lebenswandel und über die Beherrschung der slowakischen Sprache, mögen ihre Gesuche bis 20. Oktober an den Israelitischen Schulstahl Sered einsenden. Für die Jesaude-Hattauro-Schule zu .Antwerpen wird gesucht ein gebildeter ITT) als Direktor und ^wei Ivehrer weiche yn pnpi und anaa nbnnn unterrichten können. Reflektanten wollen sich mit näheren Angaben und Gehaltsansprüchen melden an die Schulkommission, Lange Van Runsbroecstraad 22, Antwerpen. Tüchtiger Mihalovcer (Nagy-Mihaly) min TlÜ^n mit besonderer Methode der mttJ •»"im ttWt "Din eventuell gründlich unterrichtet, sucht per Rosch-Chodesch Cheschvan entsprechenden Posten. Anfragen an Salamon Nathan, Mihalovce. Kompagnon gesucht für eine in einer größeren Stadt in der Slowakei im Betriebe stehende Buchdruckerei. Besonders leistungsfähig in hebräischer Arbeit. Auch Nichtfachleute kommen in Betracht, denen die Gelegenheit sich bietet, das Fach in kurzer Zeit zu erlernen. Notwendiges Kapital öK 15—20.000. Offerte sind zu richten an M. Kaiisch, Sered n. Vahum. SflF" Soeben erschienen "^gf 1IH Hur" von Dr. Bernhard Wachstein Preis: K 15.000. Zu beziehen durch: den „Jüdischen Verlag", II., Malzgasse 12a. Grand Sanatorium (üa$$erh(ilan$talt Bratislava (Prepurg), tiefer Slea diagnostische, diätetische und 9hysikotherapische Anstalt für Herven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. Abteilungen für AüQsn-, Ohren-, Kehlkopf- und Hautkrankheiten, Röntgenbehandlung. Chemische und bakteriologische Laboratorien. Täglicher Pauschalpreis von 5K 55 aufwärts Pauschalpreis für Entbindung von ÖK 1100 bis ÖK 1800. Wasserkur auch für Auswärtige ÖK (5. Freie Aerztewahl. Tag Tischri Sonntag: Montag Dienstap Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag 30. Cheschw. 1. 5. Oktober Notizen >22. 23. 24. 25. 26. 6. 27. I. Rosch-chodesch — Tod R. Jakow-Leschnow Brody 5525 — Tod R. Josna Heschel Janovv Brody 5585 II. Rosch-chodesch — Tod R. Mendel Nikolsburg (Zemach Zedek) 5421 — Tod R. Chaim David Chasam (Ghikre Lew) 5551 — Balfours Deklaration 1917 Eroberung Jerusalems durch die Türken 9493 — Eroberung Jerusalems, Kreuzfahrer 4935 — Feuertod von 50 Marrannen Lissabon 5302 — Vertreibung von 16.000 Juden aus England 5052 — Synode in Jaroslaw zu Gunsten Eibenschützs 5514 — Tod R. Israel Rusin begr. Sadagora 5611 Rabam flieht von Fes nach Akko 4928 — In Kamenz-Podolsk wird die Mischna verbrannt zufolge Denunziation von Frankisten 5518 Feuertod des Jose de Serravalo Lissabon 5499 — Märtyrertod R. Juda Leb aus Turna in Krakau 5518 * Tod R. Salman Chossed, Lehrer des Chassam Sofer 5551 — Juden werden zum Militärdienst herangezogen Wien 5546 28. Der Monat Marcheschiran oder Cheschwan ist der 8. von Nissan und der zweite im Kalender. Er heißt auch'Bul. Der Name Cheschwan kommt in der Bibel nicht vor. Er hat stets zwei Tage Rosch chodesch, und hat 29 oder 30 Tage. Der 1. Cheschwan fällt stets am Montag, Mittwoch, Donnerstag oder Sabbat. Cheschwan ist der einzige leere Monat, wo Noach — Haftoro Koni akoro: Meworchin 3,TU ~ Nebukadnezer blendet König Zidkija — Tod R. Baruch Osers Prag 5865 — Tod R. Israel Kahane Lizensk 5515 — Tod R. Isak Elias, Sohn des R. Meschullam, Tysmenitz 5547 — Tod R. Schlomo Molcho Jeruscholajim 5548 — Tod R. Eliser Kallir Rechnitz 5562 — Tod R. Samuel Chaim (Konstantinopel) Jeruschulajim 5602 weder Fastnoch Feiertag fällt, als wäre es eine Pause nach dem von Feiertagen erfüllten Tischri. Als Grund wird auch angegeben, daß Jerowom in Cheschwan die goldenen Kälber errichtet hat. Bne Isoöchor schreibt, daß der künftige Tempel in Cheschwan eingeweiht werden wird.

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