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Jüdische Presse · 1922-11-24 · 44 (24.11.1922) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
44 (24.11.1922)
Date
1922-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44 JÜDISCHE PRESSE Seite 961 einer Organisation warnen, in der die Religion nichts und die Nationalität alles ist. Die Rabbinen, so wird bis zum TJeberdruß betont, sollen sich mit Religion und nicht mit Politik befassen. Nun hat die „Jüdische Volkszeitung" Kenntnis davon, daß Dr. Chajes, Oberrabbiner von Wien, sich um die religiösen Institutionen der Großgemeinde Wien nicht kümmert, dagegen von einer Versammlung in die andere eilt, um für die politischen Ziele der Zionistischen Organisation Propaganda zu machen? Ist die „Jüdische Volkszeitung" darüber informiert, daß ihr Tdeal Dr. Brody, Oberrabbiner von Prag, sich um die religiösen Einrichtungen seiner Gemeinde am allerwenigsten schert und Zeit findet, die Podkarpatska Rus zu bereisen, um sich dort um ein politisches Senatsmandat zu bewerben? Wir könnten solche Fragen bis ins unendliche fortsetzen, möchten aber nur noch mit der einen Frage schließen, was wünscht die „Volkszeitung" bezüglich des lssurs? Soll derselbe erscheinen, oder soll seine Veröffentlichung unterbleiben? Sie droht nämlich für den ersteren Fall mit den wütendsten Angriffen, und läßt auch im Falle des Unterbleibens die Fortsetzung des Schimpfens und Tobens erwarten. Diese Fragen zu beantworten, gehört in die Kompetenz der „Jüdischen Volkszeitung". _ K. Bratislava. Sonntag, Parscheth Toldoth, vollzog der Oberrabbiner von Preßburg die feierliche Eröffnung des neuen Semesters an der Preßburger Jeschiwa. Außer den Schülern hatte sich eine große Anzahl von Gästen, darunter der Vizepräsident der orthodoxen Landeskanzlei und prominente Persönlichkeiten der Bratislavaer Kehilo eingefunden. Mit eindringlichen, zu Herzen gehenden Worten beschrieb Oberrabbiner Schreiber den Weg der richtigen Ben-Thauros, den Weg, der zur Vervollkommnung, zur Veredelung des Menschen führt. Er verwies auf jene Stätten, wo der jüdische Geist einst hehre Früchte gezeitigt und die heute geistig verödet sind. Dies sei dem Uebel zuzuschreiben, daß die Träger des Thorageistes der Jugend nicht genug eindringlich vor Augen führen, daß das Studium der Thora über allem anderen, über alle menschlichen Kenntnisse und Vorzüge, wenn sie auch als solche nicht zu unterschätzen seien, stehe. Die Rede hinterließ einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden, besonders auf die Schüler, welche im Herzen das Gelöbnis ablegten, würdige Jünger der altehrwürdigen Thorastätte zu werden. Boskowitz. Der Sohn des Oberrabbiners Reich in Batorkes wurde zum Rabbiner in Boskowitz gewählt. Ueber die Wahl, die vor einigen Monaten stattgefunden hatte, wollten wir damals nichts näheres berichten, da wir mit der Freude über Wahlen echter orthodoxer Rabbiner in Mähren nicht voreilig sein dürfen, denn zu oft wiederhot sich der Fall, daß nach Mähren gewählte fromme Rabbiner die in sie gesetzten Erwartungen nicht rechtfertigen. Nun scheint aber Rabbiner Reich als Sproße einer altberühmten Rabbinerfamilie und als Zögling der Preßburger Jeschiwah seine Aufgabe richtig aufzufassen. Der J. V. wird aus Boskowitz berichtet: Einst war Boskowitz ein weit sichtbarer Leuchtturm jüdischen Wissens und jüdischen Geistes. Keine Spur jüdischen Lebens ist mehr merkbar, und verflüchtet ist der jüdische Geist. Fremde Sitten und Gebräuche haben sich hier eingebürgert. Die von scharfsinnigen Talmudisten bis in die späten Nachtstunden besuchten Lehrhäuser werden nur noch von Malern aufgesucht, die Bethäuser, der alte Friedhof und Erinnerungstäfelchen an einzelnen Stadthäusern, Pflastersteine mit hebräischen Inschriften sind noch Reste dieser altehrwürdigen Gemeinde. Dem Entschlüsse und dem Drängen der Kultusgemeinde- Repräsentanz des Direktors Gustav Springer und des Glasfabrikanten Viktor Weiß ist die Berufung des Rabbiners Sr. Ehrwürden Reich, eines Enkels des in den weitesten Kreisen des ungarischen, slowakischen und mährischen Judentums bekannten Rabb. Koppel Reich- Budapest, zu verdanken. Rabb. Reich brachte unverfälschten jüdischen Geist mit — in diese Gemeinde. Wie der Landmann, — streut dieser jugendliche Gelehrte die Saatkörner in die kindlichen Herzen. Die Saat geht auf, — der Boden ist fruchtbar. In früher Morgenstunde sind ausnahmslos sämtliche Kinder im Gotteshause versammelt, mit Zizis und Talis. „Frage deinen Sohn, ,er' wird es dir sagen!" werden beschämt unsere Väter sagen müssen. Reminiszenz an König Salomos Tagen. In einem Munkaczer Spitale ereignete sich vor einigen Tagen ein gewiß nicht alltäglicher und in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzender Fall. Eine Jüdin und eine Nichtjüdin wurden zu gleicher Zeit von einem Knaben entbunden. Beim Baden wurden die Kinder vertauscht und keine der beiden Mütter war in der Lage, eines der beiden Neugebornen als ihr Kind zu agnoszieren. Nach acht Tagen, als die Beschneidung vorgenommen werden sollte, ergab sich die Notwendigkeit der Fällung eines Salomonischen Urteiles, denn die nichtjüdische Mutter ließ die Beschneidung bei keinem der beiden Kinder zu, während die jüdische Mutter beide Kinder beschnitten sehen wollte. Die Aerzte behaupten, daß die Agnoszierung der beiden Kinder erst nach langwierigen Blutuntersuchungen und Vergleichungen oder aber zu einem späteren Zeitpunkte, nach fortschreitender Entwicklung der Züge und Körperformen, woraus sich gewisse entscheidende Aehnlichkeiten ergeben, möglich sein wird. Spende der orth. isr. Kultusgemeinde Nitra für das Aguda-Waisenhaus, Baden. Die orth. isr. Kultusgemeinde Nitra spendete für das Badener Waisenhaus der Aguda einen Betrag von K 310.000, wofür der Vorstand des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel in der Oeffentlichkeit besten Dank quittiert. Möge die Kultusgemeinde Nitra allen anderen Kultusgemeinden der Tschechoslowakei zum Muster dienen, und auch bei ihnen das Interesse für das Aguda-Waisenhaus wachgerufen werden. In der Duna-Serdaheler Aguda finden unter Vorsitz des Herrn Philipp Schwarz allabendlich Vorträge für Kaufleute statt. Vorigen Montag wurde ein auf mesechte Schabbas Schiur abgehalten. Erster Redner war Herr Schlojme Golgberger, Dajin der Gemeinde Olystal, dessen Vortrag mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Unter anderem sprach auch Herr Hermann Josef und Herr Arnold Stern, Sekretär der dortigen Aguda. Der Vortrag des Letzteren, welcher mit talmudischen und humoristischen Einlagen gewürzt war, fand großen Beifall bei den zahlreich Erschienenen. Für das Benschen wurde ßK 1000-— erzielt. Auch für Erez Israel wurde ein namhafter Betrag gesammelt. Hochneitsfeier. Fräulein Roaa Benedikt, Tochter des großen Talmudgelehrten aus Mattersdorf, hielt ihre Trauung mit Herrn Samuel Engel, Sohn des Herrn Michael Engel aus Dunajska- Streda. Beim Hochzeitsmahle hatten gediegene Thoraworte gesprochen die Herren: Adolf Benedikt, Rabbiner Juda Schwartz, Leopold Federweiß, Aron Donath, Moriz Federweiß, Rabbiner Sigmund Benedikt, Benö Benedikt und Hillel Weiß. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Bratislava ladet hiermit alle Mitglieder und Freunde zu der Moze-Schabos um 7 Uhr stattfindende Mlawe-Malkeh. jjni birw rmiK nTat Agudas Jisroel-Jugendgruppe Heim: IL, OBERE DON AUSTRASSE 69 (Eingang Floßgasse) Geöffnet: Samstag u. Sonntag 10 bis 12 Uhr vorm. u. ab 2 Uhr nachm., an Wochentagen von 5 Uhr nachm. DTIIPW Einteilung bis auf weiteres. ttHlp mtf: V»H Uhr vorm. omSK J3Ö D. Baumgartenr »/•j3 Uhr nachm. DH*13H pÖ Abr- Schreiber, 4 Uhr Vortrag. Sonntag: 7 Uhr abends HIWIO Herr Rabb- Drp- Konn Montag: 7 Uhr abends VÖTTl Dienstag: 7 Uhr abends m^ttflS Herr Rabb. Dr. P. Kohn. Mittwoch: 7 Uhr abends V'tfH JPIBTI Donnerstag: 7 Uhr abends TiJCp ya10 big 12 Uhr abends minn by 7-30*1 n pta-iw^n *pvn mn Täglich 6 Uhr abends -fly«^ für Kaufleute KJT2£tt Herr s*l- Schreiber, von 7 Uhr abends *T)yt2? der ,B'-Gruppe Herr Moritz Spitzer, täglich 8 um Uhr abends, P*"ttrUD iOJÜJ Herr Simon Schreiber. Besuchszeiten der Bibliothek: Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr vorm. und 2 bis 4 Uhr nachm. Alle übrigen Tage 8 bis 9 Uhr abends. Odas lispoel (Schiffschul), II., GpqBb Schiffgosse 8. Gebets tunden: vom 4. bis 11. Kiilew. Freitag, den 4. Kislew f-QU? rfeap: 4,10 Uhr- Samstag Hn^D 'S Morgengebet 6*45 und 980, Mincha 12-15 und 3-30, p"£> "»KSIÖ: 4*55 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6*30, Mincha 4*15 Uhr. Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.", IL, Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, IL, Franz Hochedlingergasse 8. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. •j^g^^MMP^MMMlMM Für die entsprechend dem § 26 P.-G. mit * bezeichneten Artikel und Notizen übernimmt die Redaktion ausschließlich die preßgesetzliche Verantwortung. Die 6 mal gespaltene Petitzeile d.-ö. K 2000*—. Fürs Ausland 100 Prozent Teuerungszuschlag. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Schiur rar Kaufleute. Jeden Abend findet in der Jesod-Hathora, II. Bei., Nestroygasse 11, um 7 Uhr, ein Gemoreh-Schiur (DTtDB) statt. Nelr bal neß-Büchsen zu haben bei: Ig. Klein, II. Sohiffamtsgasse 17 B. Schiff & Söhne, I. Neutorgasse 5 Vorträge für junge Leute. Im Bethause mift TO^JV II. Malzgasse 16, finden an jedem p*ip,um 11*15 vormittags, durch Se. Ehrw. Herrn Rabbiner H. Schenk, Vorträge für junge Leute statt. Der Vorstand. Ilona Reumann geb. Hastner Dp. Sandop tiiumann Wien—Budapest Vermählte Maliine Reichenthal Jenö Faber Vagsellye Turna Verlobte Herzlichste 10'tö rü"0 wünscht Herrn Abraham Hochmann zu seiner Verlobung mit Frl. Jenny Schneider Ohaskel Weißmann. Konkurse. Die Kultusgemeinde Ung.-Brod sucht einen tüchtlgeu hebräischen Lehrer Ledige Bewerber wie auch Schächter, die von orth. Rabbinern autorisiert sind, werden bevorzugt. Offerte mit Abschriften der bisherigen Tätigkeits- Zeugnisse sind an den Kultusvorstand einzusenden. Die Beregszaszer orth. isr. Kultusgemeinde sucht zum ehebaldigem Antritt einen Drs-Ms dw x^n nnaiö pnm anw der auch guter KTIpl H^Sn ^JD sein muß. Bewerber müssen von drei D^VU D)b^p besitzen und unter 40 Jahre alt sein. Gehalt laut Uebereinkommen. Gesuche nebst nfcp Abschriften sind bis zum 1. Dezember 1922 an das gefertigte Präsidium zu richten. Reisespesen werden nur den Akzeptierten vergütet. Mor Grünbanm Jakob Mermelstein Sekretär. Präses. Die Komorner aut. orth. isr. Kultusgemeinde sucht zum ehebaldigsten Antritte einen cra-wa dw kti nriöTö pTni torrw der auch vorzüglicher H^BD *?JD sein muß. Bewerber müssen von drei anerkannten Ö^bfU» ITtep besitzen und unter 40 Jahre alt sein. Gehalt laut Uebereinkommen. » Gesuche nebst ITtap Abschriften sind an den gefertigten Gemeindepräses zu richten. Reisespesen werden nur den zur Probe Berufenen vergütet. Komorn 5683, Gheschw. Jenö Schwarz, Präs. nnöltt nnW mit lOjähriger Praxis, tüchtiger bfttö, K*np1 nb'fin byi D^aiÖ V"> Talnid Rabenu hagodajl Huszt, gegenwärtig VtybyDI 3iTn S:H niW sucht Posten mit anständiger S1D316 bin auch geneigt als zweiter WVW Dienst zu leisten. Moses Preisler, Fanciska, Post V. Sevljus, Podkarp. Russ. K ALE N DAR IU M. Tag Kislew Novembei Notizen Sonntag 6. 26. Exzesse gegen Juden in Paris 5140 — Todestag von R. Fischl, Krakau (Eidam von M'harel in Prag) Montag 7. 27. Tod Herodes (Altjüdischer Freudentag) — Jerusalem in Brand gesetzt durch Antiochus 3593 — Tod R. Juda Leb, Amsterdam 5470 (Gur Arje) Dienstag 8. 28. Tod R. Menachem Siproni (Nessiwos ha chochmo) 5600 — Tod R. Isroel Isserl, Lublin 5429 — Tod dessen Enkel R. Issroel Isserl. Pinsk 6 29 Mittwoch 9. 29. König Jojakim verkündet Fasttag — Tod des Darschon R. Jizchok 5475 — Tod R. Naphtali Ettinger, Lemberg (Brody) 5 14 — Märtyrertod R. Nosson, Krakau 6517 — Geburt 5534 und Tod R. Dow Lubawitsch 5588 — Tod R. Isak Grieshaber, Paks 5686 Donnerstag 10. 30. R. Dow-Beer (Sohn von Tanje) wird in Wittebsk aus der Getangenschaft entlassen 5586 — Tod des Dayan R. Mosche, Prag 53 6 — Tod R. Simon, Frankfurt 5473 — Martyrertod des Kabbalisten R. Kaiman, Zwi Ladzen 5528 — Tod R. Aron Rosanisch, Jerusalem (Bruder des Mischne lamelech) 5406 Freitag 11. Dezember 1. Tod R. Ephraim Figo, Venedig 5366 — Tod R. Josua Katz, Krakau 5495 — Tod R. Izchak Dukla (Imre rawrewe) Preßburg 5623 — Tod R. Zwi Hirsch Charif Fürth, Posen 5546 Samstag 12. 2. Wajeze — Haftoro: Wajiwrach Jakow — Tod R. Salomo Lurje (Marschall Jam schel Schlomo) — Tod R. Nosse Feitel, Wien 5404 — Tod R. Isak Lamprunti (Pachad Izchok) 6517 — Tod R. Juda Leb Ettinger, Lemberg 5553

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