Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 43 (17.11.1922)
- Date
- 1922-11-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 252 JÜDISCHE PRESSE Nr. 43 Die Zentralratssitzung der Aguäas Jisroel. (Fortfletzuns;.) Selbstverstämllieb kann die Kongreßfrapre, rlio jetzt alle Gemüter so sehr erregt., von ganz anderen, tieferen Gesichts-- punkten aus behandelt werden. Der einzige Vorzug, den ein Weltkongreß für die tboratreue Judenheit bieten würde, läge darin, daß vielleicht, im Kongreß eine Plattform gefunden werden könnte, die die gesamte tboratreue Judenheit vereint. Es würde dann vielleicht der Traum so vieler in Erfüllung gehen, die eine Einigung zwischen Aguda und Misrachi erstreben. Nachdem aber ein so gut eingeweihter Herr wie der Präsident des großen Aktionskomitees, Herr Oberrabbiner Chajes, der Ansicht ist, daß die durch den Kongreß zu bildende Jevvish Agency auch Schul- und Erziehungsfragen zu behandeln hat — bis jetzt waren ihr bloß wirtschaftliche Agenden zugedacht. — ist für die Agudas Jisroel wohl keine Möglichkeit gegeben, an diesem Kongreß und an dieser Jevvish Agency teilzunehmen, was vom Misrachi nicht behauptet werden kann. Denn obwohl alle führenden Mitglieder der Misrachi-Ürganisation nach dem Hamburger Zionistenkongreß 1911, wobei die zionistische Organisation sich auch zur Lösung von Kultur- und Erziehungsfragen entschlossen hat, aus der zionistischen Organisation und aus dem Misrachi ausgetreten sind und obwohl auch in jüngster Zeit ein solch exponierter Führer und Beamter der Misrachi-Organisation wie Rabbi Schönfeld sich bemüssigt gesehen, von der Misrachi-Exekutive zurückzutreten, da sie Gefahr läuft, ihre eigene Individualität zu verlieren, so bleibt doch die Misrachi-Organisation als solche treu den Prinzipien und dem Leitseile der zionistischen Organisation. Nachdem nun die Misrachi-Organisation trotz aller Enttäuschungen' in der Übung von Ausdauer und Geduld der zionistischen Organisation gegenüber bis zur äußersten'Grenze und darüber hinaus entgegenkommt, so ist von diesem Kongresse auchnicht einmal das zu erwarten, daß Misrachi und Aguda sich auf dem Gebiete des Schul- und Erziehungswesens näherkommen werden. Auf Erörterung anderer Gesichtspunkte, aus denen man das Für und Wider dieses Kongresses beurteilen kann, wollen wir uns hier nicht einlassen. Wir wollen hier bloß hervorheben, daß, falls der Zentralrat zu der Ansicht gelangen sollte, daß die Aguda an diesem Kongresse nicht teilnehmen kann, es zwei Möglichkeiten gibt, zu dieser ganzen Frage Stellung zu nehmen: entweder einen Kongreß aller nicht zionistisch gesinnten Kreise, die sich am Aufbau Palästinas beteiligen wollen, einzuberufen als Gegenzug zu diesem Kongresse, welcher in verkappter Form der zionistischen Organisation zu einer Monopolherrschaft verhelfen will, oder aber — was sicher vielen als sympathischer und folgerichtiger erscheint — die Einberufung der Kenessioh Gedaulo der Agudas Jisroel nicht nur zu beschließen, sondern auch wirklich durchzuführen. Und nun kommen wir zu einem Punkte, der in den Beratungen des Zentralrates einen breiten Spielraum einzunehmen verdient. Es darf hier ausgesprochen werden, daß die Organisation als solche innerhalb der Agudas Jisroel nicht die wichtige Stelle einnimmt, die sie füglich zu beanspruchen hat. Agudas Jisroel hat in den letzten zwei Jahrzehnten auf dem Gebiete von Chinuch im Osten wie auf dem Gebiete des Wohlfahrtswesens — wir wollen hier bloß auf die großzügige Waisenfürsorge und die Hilfsaktion für die Hungernden Rußlands hinweisen — Großartiges geleistet. Die Bewegung, die Idee der Agudas Jisroel ist überall herrlich vorwärts geschritten. Wir wollen bloß die äußersten Flügel nennen: in Litauen lebt, die Idee der Agudas Jisroel in nie geahnter Stärke und Intensität; in Erez Jisroel entstand eine Agutla- Bewegung unter den schwersten Bedingungen und in Nord- und Südamerika warten viele Tausende der organisatorischen Erfassung und gerade diese fehlt. Es wird in den Kreisen der Thoratreuen die reine Organisationsarbeit noch immer als etwas Überflüssiges, Fremdes und sogar Feindliches betrachtet. Daher kommt es, daß die Landesorganisationen sich nicht richtig entwickeln, der Zusammenhang zwischen Landesorganisation und Zentrale entweder sehr locker oder überhaupt nicht vorhanden ist. Die finanzielle Disziplin läßt auch sehr viel zu wünschen übrig. Die Landesorganisationen, die sich berechtigt glauben, der Zentrale gegenüber mit. Forderungen aufzutreten und an der Leitung die schärfste Kritik üben, sind noch selten zu jenem Maß von Selbstkritik gelangt, welches in der Frage gipfelt: Was haben wir bis jetzt für die richtige Funktionierung der Zentrale geleistet? Wie haben wir für die Organisation gesorgt, wie die moralische und pekuniäre Unterstützung zu der Zentrale gelangen lassen, damit sie bei Entscheidung wichtiger Fragen das Bewußtsein hat, jene moralische und materielle Deckung zu besitzen, welche unbedingte Voraussetzung dieser Entscheidungen sind? Aus diesen Gründen glauben wir, daß der Zentralrat die unabweisliche Aufgabe hat, nicht nur die Einberufung der Kenessio Gedaulo zu beschließen, sondern einmal einen festen Termin hiefür — wie schon einmal vor Kriegsausbruch — festzusetzen und der Leitung sofort jene Mittel zur Verfügung zu stellen, welche die Einberufung und Tagung der K. nessio Gedaulo erfordern. Die Einberufung der Kenessio Gedaulo ist nicht nur ein Gegenzug gegen alle Kongreßbestrebungen, sondern auch der einzige Weg, jene Kräfte, die innerhalb der Agudas Jisroel unverbraucht schlummern, zur intensiven Arbeit, heranzuziehen, damit einmal die volle Stärke der Idee in der Form einer richtig funktionierenden Organisation zum Ausdrucke kommt. (Fortsetzung folgt.) Achtung, Wiederverkäufen TS y^ynpoö^pr^ ptcDa^o s?^ nntaj? nmuB vnvbz Silber ta?\s HnKTHjD^t 33itoto«a -)ybbx uix köts jn J. R oizx\ xxx ann Wien, XX., Jägerstraße 29 Mezzanin 5, Haltestelle der Straßenbahnlinien 3, 5,15, 31 Kein Gassenlokal — Samstag geschlossen Endlich. Herr Moses Beilinson befaßt sich in der Nummer 8f> der „Berliner Jüdischen Rundschau" eingehend mit der Frage, ob Herr Lucien Wolf richtig gehandelt,hat, als er im Auftrage seiner Organisation bei den Vertretern der Sowjetmacht in London Schritte unternommen hat. um das Los der unter religiösen Verfolgungen leidenden Juden in Kußland zu erleichtern. Dabei gibt er Ansichten Ausdruck, die früher die zionistischen Zeitschriften, welche die nationalistische Diasporapolitik für die einzig richtige hielten, nicht ans Tageslicht kommen ließen. Linige bemerkenswerte Stellen aus diesem Aufsatze seien an dieser Stelle gebracht: „Alle bürgerlichen Beeilte, alle Minoritätsrechte vorausgesetzt, ist das menschliche Leben in einer Atmosphäre des Hasses und der Verachtung unhaltbar, wobei entscheidende Bedeutung die Tatsache hat, daß bei Juden eine territoriale Abgrenzung von ihren Nachbarn unmöglich ist. Dazu kommte noch, daß es keine rechtlichen Mittel gibt, um das Wirtsvolk, wenn es vom Judenhasse erfüllt ist, dazu zu zwingen, seinen Verpflichtungen wirklich und aufrichtig treu zu bleiben; es gibt immer tausende Wege, um das (iesetz formell zu erfüllen, und tatsächlich nichtig zu machen. Die jüdische Diasporapolitik soll deshalb immer darauf bedacht sein, daß die nationalen Rechte nicht auf Kosten der feindlichen Haltung seitens des Wirtsvolkes erobert werden dürfen und daß das Erzwingen dieser Rechte mit Hilfe des Druckes seitens der „Weltjudenheit" zu keinen dauernden Resultaten führen kann." Endlich! Hätten wir dies früher verkündet, wären wir Verräter gewesen, nachdem aber die nationalistische Politik schon "so viele Opfer gekostet hat, geht man zu einer anderen Denkungsweise über. Die Rel'ormrabbiner und die Gebete um Zion. Die Reformrabbiner Deutschlands haben bei ihrer Tagung beschlossen, die Gebete, die ihre geistigen Väter und Großväter aus dem jüdischen Gebetbuche gestrichen haben, wieder in ihre alten Rechte einzusetzen. Unter der liberalen kosmopoltischen Richtung der Großväter, welche die individuelle Assimilitation mit allen Mitteln fördern wollte, wurden diese Gebete um Zion gestrichen. Da nun die kolleptive Assimilation, wie sie von der zionistischen Organisation betrieben wird, als eine höhere Stufe die indivduelle Assimilation in sich aufnimmt, ist es nicht verwunderlich, daß die Enkelkinder nun in ihren Gebetbüchern diese neue Entwicklung festhalten wollen. Wir messen diesen neuen Beschlüssen denselben Ernst zu wie den alten. — Entwickelt man sich, richtet man sich, assimiliert man sich, so wird man von Jahrhundert zu Jahrhundert immer neue Gebete einführen müssen als Ausdruck der Gedanken und Richtungen, die eben die Betenden der betreffenden Zeitepoche bewegen. Hat man aber ewige Grundsätze und unverrückbare Ideale, so bleibt man beim Gotte der Väter und bei den alten Gebeten der Väter. NACHRICHTEN. Infolge technischer Schwierigkeiten erscheint unser Blatt diese Woche nur mit vier Seiten. Deutscbösterreicb. „Esra"-Kurs. Einer der wichtigsten, aber in ihrer Bedeutung noch nicht genügend erkannten Aufgaben ist die Fürsorge für die schulentlassene Jugend und die Ergänzung des leider in Wien so sehr im Argen liegenden Religionsunterrichtes. In Deutschland hat sich deshalb schon vor längerer Zeit die „Esra" gebildet, welche unter der Leitung vortrefflicher Führer und Führerinnen die heranwachsende Jugend einer tieferen Erfassung und Betätigung des Religionsgesetzes zuführen. Die „Jessod Hathora" dahier, hat unter der selbstlosen Leitung von Fräulein Sophie Bondi bereits im Vorjahre auch diese Aufgabe in den Bereich ihrer Tätigkeit gezogen. Wir sind in der erfreulichen Lage zu berichten, daß die Wiener „Esra" mit nächsten Sabbat ihre Tätigkeit wieder aufnimmt und bringen dies hiermit zur Kenntnis der Eltern, damit sie ihre Kinder recht zahlreich dieser Gelegenheit einer erweiterten und vertieften religiösen Ausbildung zuführen. Der „Esra"-Kurs beginnt Sabbat nachmittags 3 Uhr im Lokale des Kindergarten, Wien II., Nestroygasse 11. Günstige Wendung in der jüdischen Staatsangehörigkeits-Frage in Oesterreich. (J. G. B.) Nachdem die Wiener Regierung in den letzten Jahren zahlreiche jüdische Optanten auf die österreichische Staatsbürgerschaft unter Hinweis auf ihre Rassenzugehörigkeit abgewiesen hatte, machte sich unter den Angehörigen der nationalen Minderheiten in Oesterreich eine starke Protestbewegung bemerkbar, die hauptsächlich von den in Wien ansässigen Bukowiner Juden mit Unterstützung der „Israelitischen Union" geführt wird. Es wurden sowohl an den Völkerbund, als auch an die Signatarmächte des Friedensvertrages von St. Germain Proteste eingereicht. Wie nun die „Neue Freie Presse" erfährt, hat diese Aktion insofern einen gewissen Erfolg gehabt, als sich die österreichische Regierung während der Kreditverhandlungen in Genf gegenüber dem Völkerbund verpflichtet hat, sämtliche Optanten aus den Ländern der früheren Monarchie, die seit zehn Jahren in einer Gemeinde des neuen Oesterreichs wohnen, in den Staatsverband der österreichischen Republik aufzunehmen. Auch die Kriegsflüchtlinge aus dem Jahre 1914 sollen im Jahre 1924 österreichische Staatsbürger werden. Mitteilungen der Aguda-Jugendgruppe Wien. Schiurim. Es wird den p« t. Mitgliedern hiemit zur Kenntnis gebracht, daß Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. P. Kohn nicht wie ursprünglich festgesetzt, Dienstag und Mittwoch, sondern Sonntag und Dienstag den Mischnajoth-Vortrag hält. Bibliothek. Die Besuchstunden der Bibliothek sind folgende: Schabboth: 10—12 Uhr vormittag und 2—4 Uhr nachmittag. Sonntag: 10—12 Uhr vormittag, 2—4 Uhr nachmittag und 8—9 Uhr abends. Alle übrigen Tage außer Freitag: 8—9 Uhr abends. Bücher und Seforim werden jeden Sonntag und Mittwoch von 8—9 Uhr abends verliehen. Jeder Entlehner hat einen jährlichen Mitgliedsbeitrag der Bibliothek zu entrichten, sowie eine Kaution von K 20.000 zu erlegen, welche bei höherem Wert des Buches entsprechend erhöht wird, ferner eine Benütz ungsgebühr von K 300 per Band. Die höchste Zeit der Entlehnung beträgt 14 Tage. In besonderen Fällen kann die Kaution durch Gutstehung zweier Vorstandsmitglieder nachgesehen werden. Der Reingewinn wird für die Erhaltung der Seforim und Bücher verwendet. (Auszug aus der Bibliotheksordnung). Finanzen. Mit Rücksicht auf die großen Regien der Jugendgruppe werden die p. t. Mitglieder höflich ersucht, ihren rückständigen Mitgliedsbeitrag bei den kassierenden Vorstandsmitgliedern oder im Büro der Jugendgruppe täglich von 7—9 Uhr abends zu erlegen. (Postsparkassen- Konto 170.170 mit Vermerk „Mitgliedsbeitrag"). Sektionsleitersitzung. Mozze Schabboth P. Chaje Soroh: Präzise 7 Uhr abends. Deutschland. Ein Ministerialerlaß in Deutschland gegen den Antisemitismus. (JPZ) Das Thüringer Ministerium für Volksbildunghat einen Erlaß herausgegeben, der sich an Lehrer und Schüler wendet und die Judenfrage zum Gegenstand hat. In diesem Erlaß wird nachdrücklich vor dem Antisemitismus gewarnt und die verwerfliche Kampfesweise der Antisemiten ins rechte Licht gerückt. Die Jugend wird aufgefordert, keine „feigen und schmutzigen antisemitischen Personen" in ihrer Mitte zu dulden. Gleichzeitig wird auf die Fadenscheinigkeit des alldeutschen Rassebegriffes hingewiesen und die bedeutenden Leistungen der Jaden gewürdigt. — Die nationalistische Presse ist natürlich wütend über diesen Erlaß. Auch die württembergischen Antinationalsozialisten fordern „Fremdenrecht" für die deutschen Juden. (J. C. B.) Die in engster Fühlung mit ihrem Münchener Kollegen stehenden Nationalsozialisten in Stuttgart treiben in den letzten Tagen eine gefährliche antijüdische Propaganda. In riesigen Plakaten und in großen öffentlichen Versammlungen wurde in Uebereinstimmung mit den Münchener Nationalsozialisten die Abkehr von der Weimarer Verfassung und die Stellung der Juden in Deutschland unter ein Ausnahms-Fremdonreeht verlangt. Auch wird zu brutaler Gewalt gegen die Juden aufgefordert. Polen. Der überraschende Wahlsieg der nationalen Minderheiten in Polen. 37 jüdische Mandate. (J. C. B.) Nach den letzten Feststellungen haben 30 Prozent der gesamten W ä h 1 e r z ah 1 in Pol e.n, nämlich 7 5 0.0 0 0, für die Liste des Blocks der nationalen Minderheiten votiert. Für die Liste der Folkisten stimmten außerdem 30.000 Wähler, für den jüdischen „Bund" 60.000, für die Poale Zion 20.000 Wähler. Ferner erhielten andere jüdische Listen kleinere Stimmenzahlen. Man rechnet mit Sicherheit auf insgesamt 37 jüdische Deputierte im künftigen Sejm. Litauen. Tagung des litauischen Nationalrates. (J. C. B.) Am Abend des 7. November wurde hier die neue Session des jüdischen Nationalrates in Litauen durch den Präsidenton des Natioalrates und Verwalter des jüdischen Ministeriums Dr. Brutzkus eröffnet. Nachdem Dr. Brutzkus ein Resume über die bisherige Arbeit und die gegenwärtige Lage gegeben hatte, berichteten die Sejmdeputierten, Rosenbaum und Finkelstein, über die Arbeit der ', Sejmfraktion im Kampfe für die jüdisch-nationalen Rechte in Litauen. Deputierter Finkelstein konstatierte, daß im Zusammenhang mit der antisemitischen Hetze der letzten Zeit die allgemeine Lage sich verschlechtert hat. An dem unbefriedigten Ausgang der Wahlen in den Sejm sei auch die jüdische Bevölkerung in Litauen schuld, die ihre Bürgerpflicht nicht ernst genug aufgefaßt hat, weshalb bei einer Bevölkerung von 10 bis 12 Prozent nicht die nötige Stimmenzahl zum Ausgleich des Wahlmessets erreicht werden konnte. Nach einer inhaltsreichem Rede des Depilierten Rosenbaum wurde eine politische Kommission zur Abfassung der Resolutionen eingesetzt. Jimerika. Morrisv Engelmann. Wie ein Schtadlan aus alten Zeiten muMet uns Morris Engelman an. Von seiner dritten Eurlopareise zurückgekehrt, hat er im Namen der landsm^nnschaftlichen Organisation, deren Vorstand er isU, einen ausführlichen Bericht an den „JoinW erst/attet. Wir werden auf diese Einzelheiten noch zurückkommen. Für heute begnügen wir uns damit, zum) Beweis dessen, mit welch klaren Blick Morris Engelmann Land und Leute beobachtete und mit welch o\ffenem Mut er seine Anschauung vertritt, folgenden Passus aus seinem Berichte zur Kenntnis unserer Lesefr zu bringen: „Die orthodoxen Juden nicht befried igt; daran ist schuld die Tatsache, daß in vielen Lok:alkomitees keine Vertretung oder keine geeignete Vertretung der Orthodoxie ist und daß tatsächlich Solche Elemente vorherrschen, welche politisch undj religiös der Orthodoxie entgegengesetzt sind. Es ist\ wesentlich und von Bedeutung, daß diesen Uebel ständen abgeholfen wird, um so mehr, als zurzeit wiele orthodoxe Juden es ablehnen, sich vom Komit&e in der jetzigen Zusammensetzung helfen zu lassen."