Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 42 (10.11.1922)
- Date
- 1922-11-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42 JÜDISCHE PRESSE Seite 249 Eine unerquickliche Jom-Kipor-Predigt. In der Brünner Synagoge hatte sich Jom-Kipur ein eigenartiger, ,'das reformierte jüdische Leben sehr charakterisierender Fall zugetragen. Die Synagoge, die während des Jahres nur von bezahlten Minjan-Leuten besucht wird, war anläßlich des hohen Feiertages dicht gefüllt, da die Brünner an diesem Tage ihre Visite im G-tteshaus abzustatten pflegen. Auch die rühmlichst bekannte Jom-Kipur-Predigt darf an .diesen Tag nicht fehlen. Prediger mit ihrer Redegewandtheit "und mit dem Aufgebot ihrer oratorischen Künste wissen mit salbigen Worten die Gläubigen zu fesseln. Heuer war es aber in Brünn anders. Der Prediger Dr. Löwy nahm die Veranlassung gegen den Gemeindevorstand Stellung zu nehmen. Der Rabbiner sprach von Intoleranz und Unwissenheit. Drei Angelegenheiten, wozu die Gemeindeleitung vor einigen Monaten Stellung nahm, nämlich die Abschaffung der Mftdchenkonfirmation und des Orgelspielens an Jom-Kipur und die Mißbilligung der Teilnahme genannten Predigers an dem Begräbnis einer Nichtjüdin im vollsten Trauerornat, aber besonders das Letzte brachten Herrn Doktor Löwy in Harnisch. Die Verteidigung des Rabbiners, daß es sich hier um eine schon zum Judentum Uebertretene handelte arwies sich als nicht stichhältig, da auf ihre Anordnung die Bestattung nicht nach jüdischen Zeremonien vorgenommen wurde. Nnn war Jom-Kipur gekommen und Herrn Dr. Löwy war es möglich, seinem Gram von der Kanzel aus Luft zu schaffen. Er tadelte das Vorgehen der Gemeindeleitung im schärfsten Tone. Donnerstag nach Jom-Kipur wurde eine öffentliche Vorstandssitzung abgehalten, wobei gegen die Predigt des Dr. Löwy Protest erhoben wnrde. Thora-Einweihung. Am Simchastora fand in Prievidza eine Thora-Einweihung statt, welche einen sehr schönen Verlauf hatte. Unter dem Gesang der Schuljugend ist das Sefer durch Herrn Präses Dr. Freiberg zum Tempel gebracht worden, wo es unter der dort bereitstehenden Chuppe von Herrn Oberkantor Hellmann mit einem kräftigen Boruch habo mit Chorbegleitung empfangen wurde. Hernach begrüßte es Herr Rabbiner Reich aus Oslan, durch eine kurze feierliche Ansprache. Nachdem das neueinpeweihte Sefer in die heilige Lade gegeben wurde, stimmte Herr Oberkantor mit dem Chor einige Psalmen an, worauf Herr Rabbiner die Kanzel betrat, und eine sehr eindrucksvolle Drascha hielt. Um den würdigen Verlauf der solennen Einweihung haben sich auch die Herren Löwy Armin, Kellermann Örnö, Wallner Moritz, Weiß Arpad und Kellermann Josi sehr verdient gemacht. Praha. Die seit vier Jahren bestehende koschere Mensa academica in Prag, in welcher ungefähr 80 Hörer der Präger Hochschulen speisen, hat sich dieser Tage in Form eines Vereines konstituiert. Die Studenten sind ordentliche Mitglieder, außerdem können dem Vereine beitragende und stiftende Mitglieder beitreten; die Leitung der Mensa hofft zuversichtlich auf zahlreichen ^Beitritt aus den Kreisen der konservativen Judenschaft der Slowakei und Karpathorußland. Die Kriegsinvaliden und Kriegswitwen werden vom Landesamte* für Kriegsbeschädigtenfürsorge in Bratislava aufmerksam gemach?, sich in allen Fällen an die zuständigen Bezirkaamtstellen dieses Landesamtes zu wenden. Persönliche Interventionen beim genannten Landesamte werden in äußerst dringenden Fällen nur Montag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr empfangen. Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (Pre(burg), tiefer Weg Erstklassige diagnostische, diätetische und physihotheranische Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehlkopf- und Hautkrankheiten, Röntgenbehandlung. Chemische und bakteriologische Laboratorien. Täglicher Pauschalpreis von ÖK 55 aufwärts Pauschalpreis für Entbindung von 6K 1100 bis 5K 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige cK 15. Freie Aerztewahl. Rituelle itfJS Verpflegung unter Aufsicht des Preßburger orthodoxen Rabbinates. „Zurück zur Bibel" von S. Bettelheim, Wien-Bratislava 1922. Jüdischer Verlag G. m. b. H. (152 S.) Der Verfasser ist unseren Lesern als der frühere Leiter unseres Organs wohlvertraut. Er bietet eine Reihe von Aufsätzen und Bildern, die sämtlich den Versuch einer Renaissance darstellen, und zwar der Renaissance einer Zeit, die in Harmonie innigen religiösen Lebens und klaren Lernens ihresgleichen in der jüdischen Geschichte sucht. Es ist Alt-Preßburgs Geist, der dem Verfasser das Auge schärft und die Feder führt. Man spürt den warmen Pulsschlag eines jüdischen Herzes. Bald ist man versucht zu wähnen, der Verfasser wäre ein objektiver Zuschauer, der mit verhaltenem Atem die werdenden Dinge betrachtet, bald erblickt man ein zuckendes Herz und eine weinende Seele, bald hört man den frohen Jubel seligen Hoffens, bald den diskreten Unterton bitterer Enttäuschung. Das ganze Weh und die ganze Größe einer Epoche, welche auf der einen Seite so viel religiöse Untreue, auf der anderen Seite den kategerischen Imperativ des „Zurück zur Bibel* zeitigte, spiegelt sich in dem flott und eindrucksvoll geschriebenen Buche wieder. Die eingestreuten Schilderungen und Erzählungen auf dem Lande der Donau und Von den Ufern des Atlantischen Ozeans zeigen gleichfalls dasselbe Bild, den Heroismus des Wollens und den Heroismus des Hoffens, doch alles Schauen und alles Sagen , führt zurück zur Bibel, zurück zu dem aus den Quellen ewiger 1 Wahrheit schiffenden Judentum. Es ist der Universalismus der Orthodoxie, welchen der Verfasser zum Siege führen möchte. Die Gemeinde seiner Leser wird es ihm danken. s. n. j^^f^r^jiW Briefkasten. S^.*. \\? ■< *V< 'MKtäför/Zty.n >-0-^V^>-<^K Die Heilkraft der Röntgenstrahlen. Am Marienbader Aerztekongreß referierte Professor Seitz aus Erlangen über die glänzenden Erfolge, welche mittels Röntgenbestrahlungen bei Krebserkrankungen erreicht wurden. DieWirkung der Röntgenstrahlen besteht darin, daß die krankhaften Körperzellen zerstört werden, sei es an der Haut oder im Innern des Körpers. Die Heilmethode mittels Röntgenbestrahlungen wird schon seit Jahren mit gutem Erfolge bei als unheilbar erachteten Krankheiten angewendet, zum Beispiel bei langjährigen wässernden und juckenden Hautentzündungen, Ekzemen, verschiedenen Hautausschlägen, Haar- und Bartkrankeiten, hauptsächlich Drüsenerkrankungen, wie Skrophulose. Letzthin gelang es mit den Jieuesten, modernsten Röntgenapparaten so kräftige Röntgenstrahlen zu erzeugen, daß auch die im tiefsten Innern des Körpers liegenden Geschwulste, Krebse zerstört und geheilt werden können. In dem unter der Leitung eines Facharztes stehenden Röntgeninstitut des Preßburger Grand-Sanatoriums, welches mit den modernsten Röntgenapparaten ausgestattet ist, werden die obgenannten Krankheiten nicht nur der internen sondern auch der ambulanten Patienten mit großem Erfolge behandelt. (Bezahlt.) Krankenfürsorge der Aguda-Mädchengrnppe. Gesammelt bei Hochzeit Krauß-Steiner durch Frl. Elsa Strauss: H. Bondy K 50.000, H. Krauß 50.000, F. Ulimann 50.000, O. Neurath 50.000, J. Steiner 50.000, J. Ullmann 50.000, L. Windholz 30.000, H. Ullmann 20.000, B. Hofbauer 10.000, A. Steiner 30.000, A. Steiner 30.000, L. Grünhut 10.000, N. Ullmann 10.000, N. Hofbauer 10.000, S. Hofbauer 10.000, S. Steiner 10.000, N. N. 5000, V. Krauß Kc. 10, Summe K 475.000 und Kö. 10. Davon K 200.000 für die Holz- und Kohlenaktion in Baden Markus Brand K 5000, N. N. 1080. Soziale Fürsorge der Agudas Jisroel. Dr. Philipp (Jumpern K 2000, Moritz Oesterreicher 5000, Alser- Wechselstube 1000, Heinrich Wasservogel 1000, Weiß und Orasner 5000, Raubitschek und Piszk 4000, Freundel 1000, J. Sehnech's Söhne 5000, Wilhelm Kux und Bruder 10.000, Adolf Spitzer 10.000, A. H. Zipper 20.000, Max Kamorner 10.000, Brüder Austerlitz 22.250, Heinrich Schiff 20.000, Jul. Feingold 20.000, Karl Georg Klausner 100.000, Nathan Klein 1000, Jakob Fuchs 5000, Hugo Löbl 1000, M. Stern 5000, M. Ostermann 2000, M. Berger 3000, Brüder Schiin 5000, Julius Kreisel 5000, Dr. Eduard Deutseh 1000, J. Reiszmann 2000, Kath. Quittner 5000, Daniel Bonyhadi 5000, Ign. Bagyansky 3000. Liste der für das „Internat für verlassene Knaben", Wien, III. gespendeten Waren. B. Schiff u. Söhne, 1 Stück Webe 35 75 m; Brüder Mayer, 1 Stück Damast 6 m, 1 Sück Damast 5*60 ra, 1 Stück Bettzeug 20 m, 1 Stück Rumburger 10m; Abr. Schreiber (Erlau), 3 Stück lila Hemden; Richard Grünwald, 1 Stück Chiffon 3m; Firma Kraus, 1 Stück Webe 9-60m für Leintücher; Max Tisser, 1 Dtz. Handtücher, 3 Dtz. Taschentücher, '/2 Dtz. Geschirrtücher, 17 Stück fehlerhafte Taschentücher; Brunner u. Hirschl, 1 Stück Bettzeug 1010 m; Emil Stroh, 16 Stück Strohsäcke. Odas lisroil (Schiffschul), II., Brots Schiffgasse 8. KALENDARIUM. Tag Cheschw. November Notizen Sonntag i 21. 12. Märtyrertod R. David b. Levi, Worms 4928 — Tod R. Alexander Zinz aus Frankfurt Rab. v. Austerlitz (in Nikolsburg) 5475 — Tod R. Issoehor Ber Pudheiz, Sohn des Pne Joschua (in Berlin) 5505 — Tod des Kabbalisten R. Abr. Asulai (Ghessed l'Awrohom Hebron) 5418 Montag 22. 13. Tosafos Jomtow beendet als 38jähriger seinen Kommentar auf Mischna 5877 — Tod R. Dawid Salomo (Lewusche Szod, Arwe nachal) 5570 Dienstag 23. 14. Altjüdischer Halbfeiertag — Tod R. Mosche b. Schachna, Salkowa 5414 — Tod R. Ahron Brisk (Minchas Aaron) 5585 — Tod (in London) R. Saul, Frankfurt (Kassa de harssena) 5555 — Tod des R. Josef Chasan, Jerusalem 6681 (Chikra Lew-Maarche lew) Mittwoch 24. 15. Tod R. Awrohom Asulei (Großvater des Gbaim Dawid A.), Hebron 5403 — Märtyrertod des R. Uri Schraga, R. Mosche ben Schmuel, R. Jakow b. Meir, R. Josua b. Schmuel 5438, Krakau — Tod R. Ghaim Assoel, Saloniki 6467 - Tod R. Esriel Horowitz, Lublin 5579 Donnerstag 25. 16. Tod R. Jecheskel Landau, Apla 5447 Freitag 26. 17. Tod R. Schlomo Charif Lemberg 5398 — Tod R. Awr. Mordechai Salkowa 5481 — Tod R, Raphael Jekusiel Salmon Altona-Hamburg Wandsbeck 5564 -— Tod R. Arje Meisel (Ghambadianer) Wilna 5596 Samstag 27. 18. Chaje Boro — Haftoro: Wehamelech Dovid — Rosch-Chodesch Benschen — Märtyrertod des Stadion R. Jakow hakodosch Posen 6497 — Tod R. Arje Leeb Frankfurt 5566 — Tod R. Schlomo London 6602 Gebetstünden: vom 19. bis 26. Chesehwan. Freitag, den 19. Chesehwan fV?2p: *'25 uhr- Samstag ^Tl '£5 Morgengebet 6-45 und 930, Mincha 1215 und 3-30, p'ttf ^SCIft: 5-20 Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6*30, Mincha 4-80 Uhr. Montag, den 22. Chesehwan typ n3J?H und Donnerstag, den 25. ^an JTJJjn Mincha 4-15 Uhr. Freitag, den 26. fOttf rfap 4'Jß- Eigentümer und Herausgeber: „Jüdischer Verlag G.m. b. H.V II., Rembrandtstraße 41. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, II., Franz Hochedlingergasse 8. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Genossenschafts - Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. TD ^Tp* lSö3ty VDV rrrm nx ybm an naa^n td-q na «3 bap rra oiaa nma ja: njrtob ,jax3 rra iit ua na1? .nfciwn me-wn mxbana »mmb nir latni;b*o$r , i .nvaix nrvbfy?na -ina vK'naiaa bmw man »rata ,_ utt-S narr to-ra nana o^a-iaa m uab paipa onu ma ja-r vxmb ibüiw ^naw na ttöjn un-nnS rax: rra mnb nar nana Dpi« ^ares armn_.uanKTi v] jnnn rnaa*? ara nana jpaa "un -aaS paipa "hsjw -natr naa wst po vhsna\ absian jnnn rrnbxn *naa by ntya rnpe r\byw mjn xrr .thum1? bvnw1 nna in-n™ rb pro nsa rra nua1? nan xao TW ■npaaiw pnw apr unirmS toiö nanauaab papa nta a^raa pKUwn noaa wab T?S3tp -na» na Aaian tnnn ptn p:a 'Tin lnrwpnrw *r ♦nnbsnai rnito npwa pa-« nira nj? paw TTT 1 r |ffP''K7TO'>a BTTKn _ Die Aguda-Jugendgruppe, Wien XX, gratuliert herzlichst ihrem verdienstvollen Vorstandsmitgliede Herrn Schabse Schönfeld zur Vermählung mit Fräulein M- Ochsenhändler. Zur Vermählung ihres Sektionsmitgliedes Herrn Schabse Schönfeld mit Fräulein M. Ochsenhändler gratuliert herzlichst die Palästina-Sektion der Agnda-Jngendgrappe. Der Zentralrat der Agudas Jisroel und Redaktion und Administration des „Haderach" entbieten Herrn Schabse Schönfeld zu seiner Vermählung herzinnigsten Glückwunsch. Konkurse. Aut. orth. isr. Kultusgemeinde Eisenstadt. Auf die in obiger Gemeinde vakante Rabbinerstelle wird hiermit der Konkurs eröffnet. Reflektanten, welche, der Würde der Gemeinde entsprechend, von vorzüglich religiös-moralischem Charakter und talmudischer, von den Koryphäen dieser Wissenschaft anerkannter Gelehrsamkeit und Autorität sein müssen, werden ersucht, ihre Offert-Gesuche bis längstens 15. Dezember 1922 an das Rabbiner- Kandidations-Komitee in Eisenstadt gelangen zu lassen. Bezüge laut Uebereinkommen. Eisenstadt, im Oktober 1922. Ludwig Soltesz m.p. Sekretär. Emil Spitzer m.p. Vorstands-Präses. Päl>rä55at. Az ung. orth. izraelita iskolaszök egyenlöre egy Myettcs tattMtiöt keres. Szläv nyelvismeret (ruszinszkö elönyben reszesül) megkiväntatik. Fizetes megällapodäs szerint. Megfelelö esetben veglegesiteni fogjäk. Kervenyek küldendök: Gottlieb Henrik, isk. elnök. Die Velke-Topolcaner aut. orth. isr. Kultusgemeinde sucht zum ehebaldigsten Antritte einen cana vm nnaia ptoi »riw der auch vorzüglicher n^ön bjjh sein muß. Bewerber müssen von drei anerkannten D^Vtl nTOp besitzen und unter 40 Jahre alt sein. Solche, welche tschechoslowakische Staatsbürger u. musikalisch gebildet sind, werden bevorzugt Gehalt laut Uebereinkommen. Gesuche nebst nrap Abschriften sind an den gefertigten Gemeindeprases zu richten. Reisespesen werden nur den zur Probe berufenen vergütet. Velke-Topolcany im Tischri 5683 Berthold Liebermann, Salamon Gelley, Sekretär. Gemeindepräses.