Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 30 (18.8.1922)
- Date
- 1922-08-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 JÜDISCHE PRESSE Seite 187 werden können, da sonst viele jüdische Unternehmungen dem Ruin entgegengehen. (J. C. B.) Bestrafung eines jüdischen Polizisten wegen Samstagsruhe. Ein jüdischer Polizist im lokalen Gendarmeriedienst wurde zu 28 Tagen Hausarrest verurteilt, weil er sich durch die Weigerung, arn Sabhat Polizeidienste zu verrichten, gegen die Disziplin vergangen habe. (J. C. B.) Ein Chaluz namens Zalker wurde in Haifa am Abend von einem Araber überfallen und getötet. Einzelheiten stehen noch aus. (J. C. B.) Der palästinensisch-arabische Kongreß wurde für den 20. d. nach Jafta einberufen, um den Bericht der aus London zurückgekehrten arabischen Delegation entgegenzunehmen. (Dem Kongreß fällt auch die Aufgabe zu, über die Haltung der Araber zum Palästinamandat und zur Verfassung Beschluß zu fassen.) (J. G. B.) Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden in Haifa. Im Hafen von Haifa kam es zu Zusammenstößen zwischen Arabern und Juden, die sich zu einem ernsten Gefecht entwickelten. Fünf Juden wurden verwundet. Eine Anzahl von Arabern ist verhaftet worden. (J. C. B.) Verhaftete Zionisten in Beirut. Wie bereits wiederholt gemeldet, beschweren sich die Zionisten in Syrien gegen eine immer mehr feindselige Haltung der Behörden ihnen gegenüber. Nach den letzten hier eingetroffenen Nachrichten haben die syrischen Behörden drei Zionisten aus Beirut ausgewiesen und dann mehrere verhaftet. iJ. C. B.) InlisinijiiiiiiiiHaigfeiilieJiiiigPra" Wo bleibt der Kewojd Hatojro? Von Moritz Spitzer (Wien-Trnava). Motto: „Nicht im Sturmwind zeigte er sicli den Propheten, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer.... Nach dem Feuer lies sich ein sanftes Säuseln vernehmen. Als Elia das hörte, ging er hinaus und trat an den Eingang der Höhle; da redete ihn eine Stimme an und sprach: rWas willst du hier Elia? Und er sprach: „Ich eifere Hasehen, G-tt Zewoath..." (Könige I. 19. 11—14). Die slowakische Misrachisten-Partei hat während ihres glorreichen Daseins viele Fehler begangen, aber noch niemals einen größeren oder fataleren als den der Grundsteinlegung eines „Beth-Am" in Hust. Wo bleibt der „Kewojd Hatojro"? Sagen wir es ganz offen heraus (es schmerzt „uns", die wir uns dem Ausspruche HD J1T D'Olp nach seinem vollen moralischen Werte bewußt sind, diese Frage stellen zu müssen) wir meinen den Streich der Huster Misrachisten. Wo liegt da in dieser „Heldentat" das mit schmetternder Fanfare in aller Welt hinausposaunte V?D-Gefühl? . . . Sehen Sie denn nicht, daß Sie durch solch törichte Handlungen die gähnende Kluft zwischen zwei Parteien — Söhne eines Vaters — noch erweitern? Diese Vorfälle werden nicht nur auf „Agudistische Kreise" einen tiefen Eindruck machen, sondern überall, wo der Sinn für Recht und Gerechtigkeit, für HST und min wach ist, eine starke Wirkung ausüben. Als Schüler des Galantaer Rabbi (zur Zeit Huster Rabbiner), der politisch untätig, erhaben über alle Partei-Dogmatik, wurden wir in diesem Geiste erzogen und haben uns im praktischen Leben in diesem Sinne betätigt, unseren großen Meister stets als leuchtendes Vorbild vor Augen haltend, erachten wir es als unsere Pflicht, gegen das — gelinde gesagt — despektierliche Benehmen der Herren Misrachisten energisch Protest zu erheben. Auch an Sie, Herr Professor Epstein, habe ich einige Worte zu richten — das politische Hünchen zu rupfen — es wundert mich, daß Sie so empört tun, wenn „orthodoxe Kreise" sich der aus „purer politischen Initiative" entsprungenen Errichtung eines „Beth-Am" (für den „Am-Haarez"), um die Worte Ihres Zitates zu gebrauchen — „für die Wiederbelebung des jüdischen Volkes und seiner Kulturschätze", entgegenstellen. Was verstehen Sie unter jüdischem Kulturschatz? Vielleicht die so klugen (wohl auch wohlgemeinten) Einwendungen Korachs anti Moses? . . . Denn wenn Sie unter Kulturschatz die „unverfälschte Thora und Talmud" meinen, so bedarf es in Hust, meines Erachtens nach, keines Beth-Am", sind G. 1. Hallen und Lehrhäuser zur Genüge, wo G-ttes Wort verkündet wird. Wenn Sie aus dem Munkäcser Blatt das so „unlautere" Wort zitieren, wie „entmentschte Gesellschaft" oder, „daß der Rabbi von Hust mit seinem Berater, dem Kultusvorsteher, die jüdische Ehre schänden und den jüdischen Namen zugleich mit G-ttes Namen entweihen," da rufen „wir" Ihnen zu: „Stulli est aliorurn, vitia cernera!" Denn Sie wissen, daß, am Sternenverhältnis gemessen, ein gewaltiger Größenunterschied zwischen Rabbi und Professor besteht (so auch zwischen wahrer Orthodoxie und Misrachi) und man nicht viele Logaritmen aufwenden müßte, um die Dezimalstelle zu bestimmen, wo die erste Differierende steht. Wir Juden bezeichnen diese Differenz mit einem „bescheidenen Le-hawdil". — Fernerhin wundert es uns nicht, wenn Sie und Ihre Gesinnungsgenossen die Grundsteinlegung eines „Beth- Am" gegen den Willen des „Moro-Deasro" — als Festtag feiern, da Sie doch dieselben „Auserwählten" sind, denen es vergönnt war, die bereits angelangte „Geulah" so jubelnd zu begrüßen und zu verkünden. Ich will Ihre Unverfrorenheit nicht zurückgeben, denn das wäre nicht jüdisch und nicht talmudisch, da Sie doch das „besondere Verdienst" trifft, durch diesen Artikel die traditionell treuen Orthodoxen vor einer Association mit der Misrachi zu schützen. Die Dankbarkeit darf uns aber nicht hindern, die Wahrheit zu erforschen und auszusprechen. Die Materie ist . gut, nur die treibende Kraft ist schlecht. D'OIHX 0*93"! Lasset euch Misrachisten nicht von Euren Führern als Werkzeug ihrer parteipolitischen Machinationen verwenden. Wir lassen an Euch den wohlgemeinten Ruf ergehen: „Brüder lasset ab von Eueren Handlungen, denn eine solche Begeisterung ist m* eine fremde Begeisterung, dieses Feuer ist ein fV?3X fc'X verzehrendes Feuer, ein Sturmwind, der noch die vorhandenen, guten und heiligen Teilchen an Euch wegfegen könnte. Verwendet nicht Waffen der Gewalt, Waffen der Geringschätzung, gegen einen Mann, der die Leuchte in Israel bildet." Ich versichere Sie, meine Herren Misrachisten, der „Welt-Misrachi" hätte kein schlimmerer Dienst erwiesen werden können, als diese Auflehnung gegen die Thora und ihren Träger. Politisch Lied ist ein garstig Lied. — Gebet acht, denn es könnte an „uns" — unausgesprochen — der Ruf ergehen: „Sehet den Mißbrauch mit der Thora!" Der Willkür der Parteipolitik stellt sich dann eine Solidarität der Rechtsempfindung entgegen, die ohne Rücksicht auf Parteiunterschiede die Gewalt zurückweist. Das Mysterium in Nitra. Unser Korrespondent berichtet aus Nitra: Seit einigen Wochen war die im unerschrockenen Kampf um Thora und Emunah ergraute hochehrwürdige Gestalt des allverehrten Oberrabbiners Katz die Zielscheibe plebejischer Schmähartikel. Ein Neutraer Schmierblättchen, das derzeit mit den Gegnern der Orthodoxie liebäugelt, hatte wöchentlich seine Spalten für Pamphlete und schmutzigen Abklatsch, deren Spitze gegen den Oberrabbiner gerichtet waren, bereitwillig zur Verfügung gestellt. Der Schreiber dieser Artikel konnte trotz eifriger Fahndungen nicht eruiert werden, obwohl aus der Art und Weise der Angriffe es leicht ersichtlich war, daß es sich hier um ein Individium handelt, dem es gelungen war, sich in die Umgebung des Oberra'bbiners einzuschleichen, um Aeußerungen und Ansichten desselben auszuspähen. Die Angriffe gingen immer fort, wurden sogar recht heftig, ohne eine Ahnung zu haben, wer dahintersteht, da das Blättchen eine sichere und recht starke Verschanzung bildete. Einmal aber hatte der Malschin Pech, ein Zufall hatte das Geheimnis gelüftet. Ein agiles Mitglied einer antiagudistischen Partei namens Herr K. besorgte sich eines Tages seinen Fleischeinkauf, und als er zahlen wollte, schlüpfte ein Bogen Papier aus seiner Tasche, das der Maschgiach aufhob, und siehe, es war ein scharfer Angriff gegen den Oberrabbiner, gerade zur Uebergabe an die Redaktion bestimmt. Der Oberrabbiner, dem dieser Bogen übergeben wurde, wollte es kaum glauben, daß gerade dieser die Unverfrorenheit besitzen wird, unter der Larve der Ergebenheit und des Gehorsams die grinsende Fratze des Verleumders, der den Kwod-Hathora mit Füßen tritt, zu tragen. Die Sache begann ein Tragikomikum zu werden, als die Parteigenossen des Herrn K. alle Hebel in Bewegung setzten, den Maschgiach seines Postens verlustig zu machen mit der Begründung, es sei nicht statthaft, daß die Ehre eines Balbos durch einen Maschgiach auf den Pranger gestellt wird. Es braucht nicht betont zu werden, daß der Oberrabbiner den um sein Brot besorgten Maschgiach vollständig beruhigen konnte. Der Religionsunterricht in den Schulen. Nach einem Erlaß des Ministers für Schulwesen ist der Religionsunterricht für Volks- und Bürgerschulen obligatorisch. Für Volksschulen zwei Stunden und Bürgerschulen eine Stunde wöchentlich. Trnava. Seitdem Oberrabbiner S. D. Ungar in Presov als Oberrabbiner gewählt wurde, ist eine besondere Regsamkeit im Gemeindelebender Tirnauer wahrzunehmen. Vieie Sitzungen und Versammlungen wurden abgehalten, um die Möglichkeit zu beraten, wie Oberrabbiner Ungar in Trnava zurückzubehalten wäre. Der ehrliche Wille hat den Sieg errungen und Oberrabbiner Ungar hatte sich bereit erklärt, zu bleiben, indem er das bindende Versprechen der Gemeinde abgenommen hatte, recht bald den Bau einer Talmud-Thora in Angriff zu nehmen und 200.000 6 K für ein Jeschiwah-Internat zu votieren. Als die Gemeinde von dem erfreulichen Entschluß ihres Oberrabbiners in Kenntnis gesetzt wurde, da herrschte eine wahre Freudenstimmung unter den glücklichen Mitgliedern. Glückwünsche wurden gegenseitig ausgesprochen und einer begrüßte den andern mit „Maseltow". Es ist ein wahrhaft erhebendes Bild der Kwod-Hatajroh, wie ein Rabbiner, dem eine bedeutend größere und reichere Stelle präsentiert wird, selbe nicht annimmt und als Entschädigung nicht mehr wie die Förderung des Ghisuk Hathora stellt, andererseits die Gemeinde keine Opfer scheut, um die Liebe zu ihrem More-Deasre zum Ausdruck zu bringen. „BÖer Schmüel" Von Hunsdorfer Raw s. z. 1. Oberrabbiner Horowitz, der derzeit im Grand-Sanatorium Bratislava unter ärztlicher Behandlung steht, hatte auf eine an ihn gerichtete Anfrage bezüglich des Erscheinens des Werkes von Rabbenu Hazadik s. z. 1. folgendermaßen sich geäußert: Trotzdem seitens der Talmidim es schon mit Ungeduld verlangt wird, daß die Sforim unter Druck gelegt werden, war dies bis nun doch nicht möglich, da das erste zu erscheinende Werk die Schaloth-utschüwoth wären unter dem Namen Böer- Schmüel, und dieses beim Oberrabbiner R, S. Silberstein gewesen war, der das Werk mit seinen Bemerkungen versehen hatte. Nun ist das Werk vollständig druckbereit und er betrachtet es nach seiner Heimkehr als die wichtigste Arbeit, das Werk wie früher fertig zu stellen. Israel Jaker Biegeleisen, Brooklyn, 1571-47 th Boro Park, New-York, gratuliert herzlichst seinem Cousin M. L. BiegeSeisen zu seiner Verlobung mit Fräulein Rosa Amsterdam. Kantor mit schöner Tenorstimme, streng religiös, sucht für herannahende hohe Feiertage einen H^Sn ^JD D^SDlb Posten in der Tschechoslowakei. Anträge erbeten an die Redaktion unter Chiffre „Gefühlvoller Vortrag". Heirat»attLtraLg> Gesucht wird für ein 30 jähriges, hübsches, gesundes und gebildetes Mädchen aus vornehmer Familie mit entsprechender Mitgift eine passende Partie. Witwer auch mit Kindern nicht ausgeschlossen. Unter „Religiös" an die Expedition des Blattes. CllfBltt ^ur memen 10 jährigen, kräftigen fSlUGllB Sohn, der bisher Talmud-Thora und Bürgerschule absolvierte, der deutschen und ungarischen Sprache mächtig, treu und fleißig, eine Lehrlingsstelle mit Verpflegung. . Unter „Orthodox" an die Expedition des Blattes. Tag Ab August Notizen Sonntag 2ß 20. Montag 27. 21. Tod R. Josua. Verf. des Mojine Schlaume 5408 Dienstag 28. 22. Tod Fürst Don Manasse Kastüieu 5329 — Befreiung des R. Jomtow Lipman Heller aus dem Gefängnis 5389 — Letzte Sitzung der Vierländer-Synode 5522 Mittwoch 29. 23. Tod R. Benj, Broda 5578 — Erev Rosch Chodesch Elul pyy Donnerstag 30. 24. 1. Tag Rosch Chodesch Elul Freitag Elul 1. 25. 2. Tag Rosch Chodesch Elul. Schofar-Blasen Samstag 2. 26. Schoftim. Haftoro: Onauchi-Onauchi 6 Perek