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Jüdische Presse · 1922-08-11 · 29 (11.8.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
29 (11.8.1922)
Date
1922-08-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 29 JÜDISCHE PRESSE Seite 181 Wer fQr den „Eisernen Fonds" des Badener Walsenhauses K 200.000 spendet, der stiftet ein Keren-Kalemeth, der sichert den Bestand des Walsenhauses. Waggons erster und zweiter Klasse mit dem Zuge ab 15-5 Südbahnhof. Von Baden aus geht ein Train der elektrischen Straßenbahn als Separatzug bis ins Waisenhaus. Nachdem Vertreter der Behörden und der Presse erscheinen dürften, werden die Teilnehmer der öffentlichen Besichtigung ersucht, diesen gemeinschaftlichen Zug zu benützen. Auch eine kleine Festlichkeit im Waisenhause bei Illumination des Waisenhauses wird abgehalten werden und sind Erfrischungsbüffets aufgestellt. Es möge jeder an dieser großen Mizwah sich den größten Anteil erringen wollen. Gedenkfeier nach Rabbiner Kramer s. A. Die Rembrand-Synagoge, wo der durch seine Menschenfreundlichkeit und Wohltätigkeit rühmlichst bekannte Rabbiner Kramer 25 Jahre hindurch gewirkt hat, ehrt sein Andenken durch eine in der Synagoge angebrachte Gedenktafel, die Sonntag, den 19. Ab (13. August), abends um 7 Uhr, feierlich enthüllt wird. Die Grabsteinstellung findet am selben Tage um 10 Uhr vormittags (Zentralfriedhof, 3. Tor) statt. Ungarn. Frau Berta Meisner s. A. Am 16. Thamus starb in der Blüte ihrer Jahre in Budapest die in allen orthodoxen und philantropischen Kreisen wohlbekannte Frau B. Meisner. Groß ist der Verlust, den die Budapester Orthodoxie, zu deren Hauptstützen sie von jeher gehörte und -den die orthodoxe Frauenvereinigung, deren langjährige Vizepräsidentin die Verstorbene gewesen, erlitten. Als Enkelin des großen und berühmten Kitseer Rabbiners Abeles s. z. 1. sah sie nur die Verwirklichung des Abrahamitischen Ideals „weschomru derech Haschern laasaus Zedokoh umischpot" vor sich und als sie später ein eigenes Heim sich gründete, war ihr Hauptstreben, dieses Ideal auch in ihrem Hause als Leitstern jeglichen Handelns zu wählen. Ihr Haus war ein wirklicher Versammlungsort der Chachomim. Es gab viele Tage der Woche, wo sie 20 Talmide-Ghachomim als Gäste bei ihrem Tische sah, denn unbeschreiblich groß war ihre Liebe zur Thora und die Wertschätzung jener, die die Träger des Thoragedankens sind. Bei dieser Liebe zur heiligen Lehre durfte es nicht wundern, daß sie jene Stunde als die glücklichste ihres Lebens schätzte, in der sie ihre Kinder auf die Jeschiwah schickte und daß sie die größte Freude an ihren Kindern dann hatte, wenn sie sie beim „Gemoroh-Lernen" traf. Besonders groß war ihr Wirken auf dem-Gebiete der Wohltätigkeit und in den letzten Jahren, wo das Elend so gräßlich um sich griff, war sie vielen Familien Retterin in der Not. Man kann ruhig sagen, es gab in Budapest keine Wohltätigkeitsaktion, wo Frau Witwe Isidor Meisner s. 1. sich nicht in hervorragendem Maße beteiligt hätte. Charakteristisch für ihr gutes Herz waren ihre letzten Lebenstage. Sie erfuhr, als sie schwer krank im Sanatorium der orthoxen Kultusgemeinde gelegen, daß in der anderen Abteilung dieses Sanatoriums, die von der orth. Isr. Gemeinde armen Kranken als Hospital unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden, die Patienten keine Kopfpölster haben. Da ruhte sie trotz ihrer großen Schmerzen nicht, bis sie hier Wandel geschaffen. Jedem, der sie besuchte, klagte sie nicht etwa über ihre Schmerzen, sie nahm diese als „jesürim selahawoh" ohne Murren an, sie klagte nur, daß die armen Kranken kein genügend bequemes Krankenlager haben. Durch eigene und durch von ihr veranlaßte Spenden von Kopfpölstern aus ihrem Bekanntenkreis, war dieser Mangel in wenigen Stunden behoben. So werden nicht nur ihre Bekannten, sondern auch die armen Kranken dieses Hospitales, für die sie noch in ihrem Schmerze sorgte, ihr ein ehrendes Andenken bewahren. R. N. Sommerfrische jüdischer Kinder. Ein erhebendes Beispiel der Opferwilligkeit für die Jugend hat vor kurzem der jüdisch-orthodoxe Kinderschutzverein „Hanna" geboten. Der erst seit kurzem in aller Stille, ohne jede Marktschreierei, wirkende Verein, in dessen Leitung die angesehensten Damen und Töchter der Budapester orthodoxen Gemeinde sitzen, hat vor einigen Wochen 250 Schützlingen die Möglichkeit einer Sommererholung auf dem Lande gesichert und diese vor ihrer Abreise auch vollständig neu gekleidet. Die Abreise der Sommerfrischler wurde mit einer Festlichkeit eingeleitet, bei der der Direktor der orthodoxen Schule Dr. Adolf Deutsch in warmen Worten das Elend der jüdischen Schulkinder schilderte und die jüdische Gesellschaft der Hauptstadt zur Nachahmung des Beispieles des Vereines „Hanna* aufforderte. II iejudist Pokn. b)b* ITH als allgemeiner Pasttag. Mit Rücksicht auf die bitteren Leiden unserer Brüder in Rußland und als Protest gegen die Verfolgung der jüdischen Religion durch die Sowjets haben die angesehensten Rabbiner Wilnas — der Hofez Chajim und Rabbi Ch. D. Grodzenski an ihrer Spitze, beschlossen, den b)b& ITH als allgemeinen Fasttag zu begehen. Sie haben einen diesbezüglichen Aufruf verfaßt und sich an alle Rabbiner der Welt gewendet, damit der Fasttag überall in der jüdischen Welt als Kundgebung der thoratreuen Judenheit mit dem nötigen Eindruck in Erscheinung trete. Der polnische Rabbinervorstand hat bereits zur Veröffentlichung des Aufrufes seine Zustimmung gegeben. Eine Regierungsanleihe für die Entwicklung Palästinas. (JPZ) Sir Herbert Samuel gibt bekannt, daß er von der Regierung die Sanktion zur Auflegung einer Anleihe für die Entwicklung Palästinas erhalten habe. Die Bevölkerung Palästinas wird eingeladen werden, sich an dieser Anleihe durch Subskription zu beteiligen. Oberrabbiner Knck im Kampfe. Die zwei Rabbiner in Palästina, die, wie wir bereits in unserer vorigen Nummer berichtet haben, eine literarische Fehde gegen Oberrabbiner Kuck begonnen haben, sind, wie uns ein Telegramm meldet, tatsächlich auf Antrag des Misrad Harabanuth, also des zionistischen Oberrabbinates, verhaftet und zu 50 Tagen Gefängnis und 20 Pfund Strafe verurteilt worden. Das also ist der Beginn der Mandatsära in Palästina. Wir enthalten uns vorläufig jedes Kommentars. Synagogeneinweihung in Hidaskürt. Am Ros'ch- Ghodesch Aw fand in Hidaskürt die Einweihung der neugebauten Synagoge statt, zu welcher Kreisrabbiner Buchsbaum aus Galanta und Gäste aus der Umgebung erschienen waren. Nach der mit großem Gefallen aufgenommenen Einweihungsrede des Herrn Oberrabbiners Buchsbaum fand im Restaurant Drechsler ein Diner statt. Den.Herren Vorstehern Drechsler und Menzer und Notär Ferenc Huszär ist es zu danken, daß die Feierlichkeit so schön gelungen war. Das Baukomitee dankt im Wege der „Jüdischen Presse" für sämtliche Spenden, mit deren Hilfe es möglich war, den Tempel zu erbauen. Für die Hungernden in Rußland. Die Aguda in der Slowakei beabsichtigt nach der Sommersaison eine großangelegte Aktion für die Hungernden in Rußland einzuleiten. Sämtliche Gemeinden und an ihrer Spitze die Oberrabbiner, sollen an dieser Aktion teilnehmen. Die Vorbereitungsarbeiten sollen in den nächsten Tagen einsetzen. In eingeweihten Kreisen verspricht man sich von dieser Aktion großen Erfolg, da man endlich eingesehen hat, daß die Slowakei weit hinter anderen Ländern zurückgeblieben ist und nun der kategorische Imperativ an das Gewissen eines jeden einzelnen Juden in der Slowakei pocht, die Pflicht als Jude und Mensch zu erfüllen. Brünn. Am 12. Juli hatte eine Arbeitssitzung der Repräsentanz der Brünner Kultusgemeinde stattgefunden. Vom orthodoxen Gesichtspunkte aus betrachtet, hatte diese Sitzung interessante Momente zu verzeichnen, die in der Annahme oder Verwerfung gewisser Arfträge zum Ausdruck kamen. So wurde beanständet, daß Mitglieder des Vorstandes in Angelegenheit der Friedhofsache am Sabbat Inspektionsfahrten unternehmen. Des weiteren wurde der Antrag gestellt, die deutschen Gesänge beim G-ttesdienst zu elliminieren und das Orgelspiel am Jörn Kipur einzustellen. Beide Anträge wurden nach längerer Debatte verworfen. Der Unterrichtsausschuß hatte in einer Unterrichtsangelegenheit den Rabbiner zur Sitzung eingeladen, der aber die Einladung mit der Begründung nicht annahm, mit Ausschußmitgliedern, die ihn angegriffen haben, nicht bei einem Tisch sitzen zu können. Da stellte ein Ausschußmitglied einen für eine Reformgemeinde sehr kennzeichnenden Antrag. Da der Rabbiner als Beamter der Gemeinde einen an ihn ergangenen Auftrag sich weigert zu erfüllen, so möge die Entscheidung über das Vorgehen des Rabbiners der Rechtssektion zugewiesen werden. Die Dajanstelle in Budapest. Wie uns mitgeteilt wird, soll neben R. David Wessely, wie wir bereits vorige Woche berichteten, auch Rabbiner Jonatan Steif aus Uzhorod eine Berufung nach Budapest als Dajan bekommen haben. Die Bernfeldsche Stiftung. Vor einigen Jahren hinterließ der rühmlicht bekannte Wohltäter N. Bernfeld in Topolcany eine größere Stiftung für die in der Slowakei bestehenden Jeschiboth. Mit der Verwaltung der Stiftung wurden die Oberrabbiner von Galanta, Trnava und V. Surany betraut. Um verschiedene bisher ungeklärte Fragen, die mit dem Stiftbrief zusammenhängen, zu klären, treten die Vollstrecker des Testaments nächste Woche zusammen. Der seither nach Hust gewählte Oberrabbiner von Galanta kommt zu diesem Behufe ebenfalls nach Preßburg. 1 [J-CT Personals. Todesfälle. Der berühmte hebräische Schriftsteller David Frischmann verstarb dieser Tage in Berlin im Alter von 56 Jahren. ir//.c/&tfiiir/,c&£ty, *\ VV-<-- < > <J<>^! SJiSJiWSjisji Briefkasten. 'jy^ty^r//,r^x t%M$%&zM ir00%$täf%&, $smm B,. in Nennkirchen. Die beiderseitigen Aeußerungen zur Friedhofsaffaire wurden rabbinischen Autoritäten zur Begutachtung vorgelegt. Die Frage ist rein halachischer Natur und hätte auch von Ihnen von vornherein als solche behandelt werden sollen. Wir haben einstweilen keine Veranlassung, die OÖffentlichkeit damit zu beschäftigen. Gruß! Nach. Nitra. Es ist nicht die erste Lüge, die in Nitra über Agudas Jisroel kolportiert wird. Dr. P. hat diese oder eine ähnliche Aeußerung niemals getan. Verein Toras Chajim, Wien IX. N. Eidinger zur Barmizwah seines Sohnes K 160.000, 0, N. 10.000, Sandor Adler 10.000, Ingenieur Zoltan 15.000, Jakob Landau 6000, Lipe Türkl 5000, S. Kohn 5000, Chajim Schatner 2000, M. Gelles 2000, Saul Uebersfeld 2000, Piette 1500, Josef God 1000, Majer Lieblein 1000, Salomon Kornblum 2000, Mühlstock 1000, J. Grüner 5000, Backenroth 5000, Dr. Marienberg 5000, Moritz Figdor 3000, Gottesmann 2000, Dr. Agdern 2000, Jakob Eckert 2000, Chajim Krämer 1074, Berl Kolb 1000, Simon Einziger 1000, Paul Schifter 1000, Jakob Witels 1000, N. Gimpel 1000, Frau Berkowitsch 1000, A. Seifert 500. Bibliothek D'HBDpJp viktor Weisz K 1200, Philip Geldüein 1000, Link Bela, Velke Topolcany 4200, S. Stern 1000, Büchsengeld 1150, Adolf Schreiber 30.000, Isidor Steiner 2000, N. N. 18.000, David Schischa 1000, Sygmund Aschkenasi 5000, Emanuel Felsenburg 50.000, B. Rabinowitsch 2000, durch A. Schreiber 20.000, Adolf Schreiber 5000; zusammen K 141.550. Ludwig Adler Kö 5. Tag Ab August Notizen Sonntag 19. 13. Tod R. Abraham (Sera Awrohom) 5431 — Massakre von Juden Frankreich 5169 — Tod R. Raphael Zewi-Wengraw — Lublin 5594 Montag 20. 14. .Römer greifen die von Johannes von Gischala und Bar Giora verteidigte Unterstadt an 3829 — Tod R. Schmuel Lemberg 5472 Dienstag 21. 15. Massakre in Frankreich 5169 — Tod R. Meir Lublin 5515 Mittwoch 22. 16. Judenverfolgung in Barcelona 5151 — Tod R. Alexander Sender Komarno> (Ujhely) Donnerstag 23. 17. Tod R. Izchok, Lemberg (Taharas hakodosch) Freitag 24. 18. Tod R. Ephraim Salomon Margolies (Bes Ephraim) 5588 Samstag 25. 19. Reeh — Haftora: Anijo Soara — Rosch-chodesch benschen — 5 Perek — Tod R. Samuel Mejuchas (Pri Haodomo) 5531 En gros En detail Wasserdichte Hegcnmäntel GUMMI-INDUSTRIE Wien, II., TaborstraBe 39 Hotel Bayrischer Hof. Teleph. 40324

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