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Jüdische Presse · 1922-07-07 · 24 (7.7.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
24 (7.7.1922)
Date
1922-07-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 24 JÜDISCHE PRESSE Seite 157 die nötigen Mittel ergriffen, um dieser sonderbaren Plage Herr zu werden. Die Einwanderung. Im Monate Mai sind in Palästina 799 Immigranten angekommen. Die Gesamtsumme der jüdischen Immigranten seit dem 1. Jänner beträgt 4400. N'we Jisroel und N'we Schaanon. In aller Stille wurden dieser Tage in Jerusalem zwei neue Wohnsiedlungen gegründet und beide durch die Orthodoxie. Die eine Wohnsiedlung .N'we Jisroel" wurde von der Jerusalemer Jugendgruppe der Aguda gegründet, die für diesen Zweck ein größeres Terrain in der Nähe Jerusalem angekauft hat. Die zweite Wohnsiedlung ,N'we Schaanon' wurde ebenfalls von der Jerusalemer Orthodoxie gegründet. Solcherart wird Jerusalem auch heute wie ehedem von der orthodoxen Judenheit erbaut. Der Spinker-Rebe sch. 1. in Preßburg. Der Sphiker-Rebe n. j., der sich zur Kur nach Marienbad begibt, weilte bei seiner Durchreise auf Verlangen seiner hiesigen Anhänger, den vorigen Schabbos in Preßburg. Sein erster Weg galt dem Oberrabbiner Schreiber, bei dem er eine längere Zeit weilte. Auch von der Fremde waren zahlreiche Gäste eingetroffen, und es war den Preßburgern der seelische Hochgenuß gegönnt, einem •schönen chassidischen Schabbos beizuwohnen. Zur gefälligen Beachtung! Wir bitten unsere Abonnenten in der Tschechoslowakei, deren Abonnement abgelaufen ist, um umgehende Ueberweisung der Bezugsgebühr mittelst dieser Nummer beigelegtem Posterlagscheine. Die Bratislaver Administration. Dr. Ludwig Lieben aus Prag ist von seiner Studienreise nach Berlin und Wien zurückgekehrt und hat seine badeärztliche Tätigkeit in Luhatschovitz, Hauptstraße, Villa Slansky wieder aufgenommen. Ordination von 8 bis 12 Uhr und von halb 3 bis halb 6 ühr. BAD LUHATSCHOVITZ (MÄHREN) •tos Restaurant ersten Ranges ntzo wurde im Hotel,Morava' am 1. Juni 1922 wieder'eröffnet Vorzügliche erstklassige Küche und aufmerksame Bedienung unter Mitarbeit des Herrn M. Natowitz, über den Referenzen erteilen die Herren Oberrabbiner Neutra, Osslany und Tapolcany. Das New Yorker „Morgenjournal" vom 9. Juni beschäftigt sich in einem „Editorial" mit der Aufgabe der Aguda in der Lage, die durch die Konferenz geschaffen wurde, welche die Delegation der Aguda jüngst mit dem High Commissionar von Erez Jisroel hatte. Das Blatt betrachtet die Aeußerungen Herbert Samuels schon als Anerkennung der Aguda durch die Mandatarmacht und die Zusagen in bezug auf die Aschkenasische Orthodoxe Gemeinde als die Erfüllung ihrer Wünsche und schreibt: „Der High-Commissonar von Erez Jisroel, Sir Herbert Samuel, als echter Staatsmann, setzt sich über die Forderungen der frommen Juden bezüglich der Arbeiten, die unter seiner Aufsicht durchgeführt werden sollen, nicht mit einer Handbewegung hinweg. Er versichert der „Agudas Jisroel" von Europa und der Gemeinde der frommen Juden in Jerusalem, daß er ihre Beschwerden in Betracht zieht und daß etwas geschehen werde, um sie zu befriedigen. Das ist eine Stellungnahme, welche für die Aufbauarbeit größere Hoffnungen weckt, als die Kampfmethode kleinlicher Politiker, denen mehr daran liegt, für die „Partei" einen Gewinn herauszuschlagen als für allgemein jüdische Interessen etwas zu leisten. Es wäre aber von seiten der Agudas Jisroel ein ebensolcher oder vielleicht noch ein größerer Irrtum, wenn sie sich nun damit begnügen würde, auf diesen Parteisieg zu pochen. Es ist ihr gelungen, einen Teil der ihr gebührenden Anerkennung zu erhalten. Jetzt ist es an der Zeit für sie, zu beweisen, daß sie wisse, von den Kräften, die sie besitzt, Gebrauch zu machen. Für die Agudas Jisroel gibt es unserer Meinung nach keine größere Gefahr, als in den Irrtum zu verfallen, sie sei nunmehr «ine zweite zionistische Organisation und ihre ganze Aufmerksamkeit fortan nur den Geldsammlungen und der Propaganda zuzuwenden, zwei Dinge, für die in den orthodoxen Massen niemals großer Enthusiasmus herrscht. Da orthodoxes Judentum keine „Bewegung" ist, darf sich die Agudas Jisroel auch der Waffen einer Bewegung nicht bedienen und es würde für sie ein gefährlicher Unsinn sein, den Zionisten gegenüber Konkurrenz zu spielen. Eine Partei, die Anhänger wirbt, muß Propaganda machen, sie hat Agitatoren hinauszusenden, um solche, die noch nicht an ihre Prinzipien glauben, zu bekehren. Das politische Programm des Zionismus macht Geldsammlungen unvermeidlich, wenn es auch da noch zweifelhaft ist, ob es von den Zionisten recht sei, des Geldes wegen solche Anstrengungen zu machen, daß andere Interessen zurückgestellt werden. Die Agudas Jisroel braucht den frommen Juden nicht erst :zu bekehren. Sie ist der Ausdruck seiner gegenwärtigen Ansicht, sofern er eine Ansicht überhaupt besitzt und ihre Haupttätigkeit mußte in der Tat darauf gerichtet sein,, sein Interesse wachzurufen. Alles, was die Aguda zu tun hat, besteht darin, •Stimmung zu schaffen für reines Judentum, für alles was in Erez Jisroel und für Erez Jisroel geschieht, den orthodoxen Juden an seine moralische Kraft zu erinnern, an sein Recht, zu verlangen, daß man seinen Gefühlen, den alten religiösen Prinzipien, dem Fundament der jüdischen Liebe zu Erez Jisoel Rechnung trage. Eine Macht, die alle Hindernisse, die ihr im Wege stehen, überlebt, braucht nicht einer Armee gleich or» ganisiert werden; ihre Stärke liegt im Widerstande gegen Belagerungen ypn außen und nicht im Erstürmen der Festungen Anderer. Wird die richtige Stimmung erst geschaffen werden, so wird die Aguda auch Geldmittel genug besitzen und wird sie vielleicht auch leichter erhalten, als wenn sie das „Schnorren" zu ihrer Hauptaufgabe machen würde." Ans dem Leserkreis. Geehrte Redaktion! Seit einiger Zeit beunruhigt mich ein Gedanke. Nämlich: Was bedeutet der schein hamfoirosch an der Pfarre in der Hofburg (der hebräische Name G-ttes). Ich wende mich an Sie mit der höflichen Bitte, darüber Auskunft zu geben. Hochachtungsvoll Wien. J. V. R. (Wir geben die Frage dem Leserkreis weiter. D. R.) # Ich sende Ihnen 2 Dollar für Ihr geschätztes Blatt, das für die Aguda-Bewegung kämpft, und daß ich oft mit Vergnügen lese; ich sage oft, weil ich zu sehr von der Notwendigkeit des politischen Zionismus überzeugt bin, um anders fühlen zu können, aber da ich auch die Notwendigkeit der Religion als Beherrscherin des jüdischen Lebens anerkenne, stehe ich doch Ihrem Standpunkt ziemlich nahe. Wir müssen aber Boden und Menschen haben, und ohne politische Macht bleibt Palästina ebensowenig „Erez Jisroel1', als ein anderes Land. Die Welt kennt keine andere als politische Macht. Gewiß fordert dies viel Zeit und Geduld und am wichtigsten — viel Opfer! Aber „Erez Jisroel'' ohne Thora ist undenkbar. Ich verbleibe hochachtungsvoll Joseph Schottenstein, Colombus (Ohio) U. S. 7. Juni 1922. Tagung des Rabbinischen Rates der polnischen Aguda. Von Sonntag bis Mittwoch voriger. Woche hielt der rabbinische Rat der polnischen Aguda auf besondere Einladung der großen Lodzer Ortsgruppe eine Sitzung in Lodz ab, zu der sich außer dem hiesigen Rabbinate die Rabbis von Ostrowcze, Gor, Sochatschew, Sokolow, Radzimin, Radzin, Minsk und Pabienitz eingefunden hatten. Die ganze Stadt war in freudiger Erregung und in den das Versammlungslokal umgebenden Straßen konnte berittene Polizei nur mit Mühe die Ordnung aufrecht erhalten. Die Beratungen erstreckten sich vor allem auf das in Lodz zurzeit besonders aktuelle Problem der Sabbatbeobachtung und auf die Reorganisation des seit langem hier bestehenden Sabbatvereines. Außerdem wurden Erziehungsfragen sowie Kaschruß- und Tahara-Angelegenheiten behandelt. Endlich wurde nach Kenntnisnahme von dem bisher erzielten erfreulichen Erfolge für die Hungernden in der Ukraine der Erlaß eines neuen Aufrufes zur Verstärkung der Hilfstätigkeit beschlossen. Eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die deutsche Palästinazentrale der Aguda in Frankfurt a. M. hat sich auf vielseitige Anregung hin entschlossen, eine Gesellschaftsreise nach Palästina zu arrangieren, und zu deren Verwirklichung bereits die einleitenden Schritte unternommen. Die Reise ist unter Benützung eines Dampfers des .,Lloyd Triestino" Triest geplant. Gegenüber Einzelreisen ist eine Reduzierung der Reisekosten und eventuelle Verpflegung zugesagt. Voraussichtlich werden die Teilnehmer Gelegenheit haben, die Jonini Nauroin und das Sukkothfest in Erez Jisroel zu verbringen. Es wird bei einem drei- bis vierwöchentlichen Aufenthalt mit einem Gesanitkostenaufwand von zirka 50 bis 00 Pfund zu rechnen sein. Die günstige Gelegenheit, die Verhältnisse in Erez Jisroel persönlich kennen zu lernen, und den heiligen Boden des Landes unserer Vergangenheit und unserer Zukunft zu betreten, wird sicherlich gerne von einer Reihe Agudisten wahrgenommen werden. Teilnehmer wollen sicli baldmöglichst bei der Palästinazentrale der Aguda, Frankfurt a. Main, Eschenheimeranlage 31, melden. Halberstadt. Hier besteht seit einigen Monaten eine Ortsgruppe der polnischen Zeire Emune Jisroel. Die Vereinigung datiert bereits vom 5. März 1921, doch konnte der Verein seine Tätigkeit infolge mannigfacher Schwierigkeiten nicht voll entfalten. Nachdem das Vereinsleben längere Zeit geruht hatte, wurde es durch eine kürzlich stattgefundene Generalversammlung zu neuem Leben erweckt. Das Interesse aller nahestehenden Kreise zeigte sich auf dieser Tagung sehr groß und es wurde beschlossen, neben dem neugewählten, fünf Personen umfassenden Vorstand einen Waad Hapauel zu gründen, dessen Zweck es sein soll, durch Einrichtung von Schiurim, Anschaffung einer großzügig angelegten Bibliothek unter Mitwirkung unserer Stammorganisation in Polen, Haltung der bedeutendsten jüdischen Blätter von Polen, Palästina und Deutschland, den Zielen der Organisation gerecht zu werden. Durch rührige Propaganda sind bereits fast alle orthodoxen jüdischen jungen Leute in dem Verein organisiert. Nachdem bereits vor einiger Zeit ein Vertreter der Zeire Emune Jisroel, Ortsgruppe Hamburg, eine Rede als Einführung in den politischen Gedankengang unserer Organisation gehalten hat, besteht die Absicht, derartige Vortrage, unter eventueller Heranziehung von Rednern aus Polen, öfters zu veranstalten. Die Schiurim und sonstigen Institutionen des Vereines erfreuen sich regen Besuches und so darf die Gruppe mit Recht mit Vertrauen in die Zukunft blicken. „Kinder aufs Land." Der Landesverband der Aguda-Jugendgruppen in der Slowakei hat auch in diesem Jahr ihre „Kinder aufs Land8-Aktion eingeleitet. Zweck dieser Aktion ist, unterernährte Kinder armer jüdischer Eltern bei Familien auf dem Land unterzubringen. Es ergeht daher der Aufruf an die Frauenvereine, Sozialfürsorgevereine, insbesondere aber an die Jugendgruppen des Landes zum Gelingen dieser schönen jüdischen und human so hochstehenden Aktion damit beizutragen, daß sie Freunde für unsere Aktion werben und die Unterbringung der Kinder ermöglichen. Wir bitten, der Leitung des Landesverbandes der Aguda-Jugendgruppen der Slowakei in Bratislava, die Zahl der zu placierenden Kinder, resp. Knaben und Mädchen, wie auch die Zeitdauer des eventuellen Aufenthaltes ehestens mitzuteilen. Eine neue halachische Monatsschrift. In Uzhorod erscheint eine neue halachische Monatsschrift „Hachajim", redigiert von dem bekannten Gaon R. Jonathan Steif Dajan in Uzhorod. Diese Schrift will die Geistesprodukte unserer talmudischen Größen der Gegenwart, wie auch die noch nicht im Druck erschienenen halachischen Abhandlungen verstorbener Gedolim der breiten Oeffentlichkeit zugänglich machen. Insbesondere sei Tendenz dieser Schrift den Ideenaustausch maßgebender Autoritäten über neu sich aufwerfenden Tagesprobleme, die einer halachischen Erörterung harren, zu reproduzieren. Die Begutachtung ostslowakischer Talmudgrößen, die Rabbiner von Hußt, Munkacs und Uzhorod, leiten das treffliche Heft ein. Es ist mit Freude festzustellen, daß diese Monatsschrift neben der ihr ähnlichen Monatsschrift „Emek Halacha" vom Oberrabbiner Reich Batorkes die zweite in der Slowakei ist, die zur Hebung der Talmudliteratur Schönes und Ersprießliches leistet. Aufruf. Durch die in den letzten Monaten stetig ansteigende Verteuerung sämtlicher Bedarfsgegenstände, wuchsen die Ausgaben des Schulvereines „Jesod Hathora" derartig an, daß diesmal der Bestand der „Jesod Hathora" ganz ernstlich gefährdet ist. Um die Fortführung dieses grandiosen Schulwerkes auch in dieser Zeit zu ermöglichen, ersucht der Vorstand Tag Tarn us Juli Notizen Sonntag 13. 9. Tod R. Chaim Kohn-Rappaport, Lemberg Montag 14. 10. Ende Kidusch lewono — Talraudischer Gedenktag — Tod R. Josef Trani, Konstantinopel 5394 — Tod R. Elchanan Buczacz 5447 — Tod R. Abraham, Frankfurt 5494 Dienstag 15. 11. Tod R. Chaim (Or hachajim) 5503 — Tod Schagas Arje — Tod R. Arj L. Halberstamm, Przemysl Mittwoch 16. 12. Tod Churs Donnerstag 17. 13. Fasttag — Erstürmung Jerusalems — Tod R. Meir b. Isak baal hatosfos 5072 — Tod R. Chaim Zwi Manheimer, Ungvar 6636 Freitag 18. 14. Moses zerstört das goldene Kalb — Tod R. Samuel Schattin, Frankfurt 5479 Samstag 19. 15. Pinchas — Haftoro: Diwre Jirmija — 6 Perek — Tod R. M. Thumim, Lemberg 5533 — Tod R. Ahron Samuel Kidinower, Krakau

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