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Jüdische Presse · 1922-06-02 · 20 (2.6.1922) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
20 (2.6.1922)
Date
1922-06-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 20 JÜDISCHE PRESSE Seite 133 Kommunisten und orthodoxen Juden statt. Eine '•nippe jüdischer Kommunisten betrat die Syna- '^•igt während des (Gottesdienstes und begann - ie Wertgegenstände fortzuschaffen. Es kam zu Xusa->tmenstöP>en, in derem Verlaufe zwei von <t«n in der Synagoge anwesenden Juden getötet '!>d vier Kommunisten Verwundet wurden. — In •Vn Mohilower Synagogen wurden Meldungen der S.»w:«-tpresse znfVnVo 2S Pud Silber, außerdem ne Anzahl von (loldgegenständen und EdelsieiiR'ii beschlagnahmt. (J. (•. B.) Die Pogromwaisen in Kiew. (.1. C. B.) Die in Kiew tagende Konferenz der jüdischen Lehrer!"'Ca:.Me sich insbesondere mit der schrecklichen Lage 'Irr jüdischen Kinder in der Ukraina. In den Ausfmi innren der Konferenzteilnehmer wurde viejuu h der Vorwurf gegen die Kiewer jüdische' •'.'eirneinde erhoben, daß sie die Pogromwaisen in vier Stadt in gröbster Weise vernachlässige, die mangels an Aufmerksamkeit aussterben. Litauen. Die Eröffnung der Woloziner Jeschiwa. Die 115 Jahre alte Jeschiwa in Wolozin, welche während der Kriegsjahre geschlossen war, wurde Ende Schwat feierlichst eröffnet. Rabbi Jaakow Spira. der Leiter der Jeschiwa eröffnete die Feier mit einer Ansprache, in welcher er die Entwicklung der Jeschiwa schilderte. Er erzählte, wie sein Vater, der Gaon Rabbi Refoel s. z. 1. ihn auf dem Krankenbett als Heimloser in RuDland gebeten habe, wieder nach Wolozin zu gehen, um die Jeschiwa wieder aufzubauen. Er hoffe, daß sie wie einst nun wieder eine Quelle der Thora für das ganze Judentum werde. Nach ihm sprachen noch R. Schmul Avigdor Derezinsky. Simon Langbart, der die Eröffnimg im Namen der Bachurim begrüßte. Die Zusammensetzung des jüdischen Nationalrates in Litauen. (J. C. B.) Der neu gewählte jüdische Nationalrat in Litauen setzt sich nach Parteien und unabhängigen Gruppen wie folgt zusammen: Achduth und Zeire Israel (Orthodoxie) 44 Mitglieder. G Misrachisten, 17 allgemeine Zionisten, 25 Zeire Zion, 13 Mitglieder der linken Arbeiterpartei, 6 Mitglieder derrechtenArbeitergruppe3Kulturligau,8Demokraten, 4 unparteiische Linke und 3 unparteiische Rechte. Zerstörungswerk an den religiösen Gemeinden. Das Bestreben der Zionisten, die religiösen (xeiueinden um jeden Preis in religionsfremde ..Volksgemeinden" umzuwandeln, hat ein neues Opfer zu verzeichnen. Die jüdische Gemeinde in L i b a ii, eine der schönsten jüdischen Gemeinwesen Kurlands, ist gesprengt. In einer Geuieindesitzung, die am 8. Mai .stattfand, wurde über das Budget der Gemeinde verhandelt. Bei den Posten des Gehaltes an den Rabbiner Epstein stellten die Mitglieder des „Bund", der „Volkspart»-}"., der .<-eire Zion' und ein Teil der Fleischhauer die Forderung auf, diesen Posten nicht in elas allgemeine Budget, sondern unter ..rituelle Angelegenheiten" einzustellen. Dem Antrag wurde Folge gegeben. Darauf haben die in der .,Achdus"-Partei vereinigten religiösen Uemeindevertreter ihren Austritt aus der Gemeindeverwaltung angemeldet. Nachdem die Libauer Gemeinde durch die Annahme des erwähnten Antrages sich den Standpunkt der zionistischen ..VoJksgemeinde" zu eigen gemacht hat, schreiten nun die religiösen Kreise zur Wiedererrichtung einer eigenen religiösen Kehila in Linau. Sabbatruhe. Nach einer Verordnung der litausehen Regierung sind elie im Staatsdienst stehenden jüdischen Beamten am Sabbat vom Dienst frei. Da somit die jüdischen Beamten zwei Tage in der Woche feiern, wurde verfügt, daß mau die Soiiiinerferien der jüdischen Beamten entsprechend kürzen soll. (JPZ) Aegypten. Talmud au? arabisch. (JPZ) Der Großrabbiner von Kairo. Rabbi Hai beu Simon, hat Teile des Talmuds ins Arabische übersetzt, und zwar die Bestimmungen des jüdischen Rechtes. Da es sich •\ui Aenderungen der üblichen Talinudformeu uandelt, so ist es nicht ausgeschlossen, daß, wie die ..Revue Sioniste" annimmt, radikale reformistische Tendenzen in der llebersetzung vertreten werden. Mexiko, Die jüdische Einwanderung nach Mexiko. (J. G. B.) Wie hier verlautet, wird der Präsident von Mexiko in kurzem eine ausführliche Erklärung bezüglich der Konzessionen veröffentlichen, welche Mexiko den jüdischen Einwanderern aus Osteuropa zu gewähren bereit ist. Syrien. Die Unruhen in Syrien. (J. C. B.) Zufolge hier eingetroffenen Nachrichten sei die Lage in Syrien äußerst ernst. Die Bevölkerung von Damaskus demonstrierte gegen die Mandatarmacht und verlangte volle Unabhängigkeit. Die französischenTruppen schritten gegen die Demonstranten mit Tangs und Maschinengewehren ein, wobai es Tote und Verwundete gab. Das Exekutivkomitee des syrischpalästinensischen Kongresses veröffentlicht von Kairo aus einen scharfen Protest gegen das Vorgehen der Franzosen. Andere Meldungen besagen, daß die Aufstandsbewegung auf Beiruth übergriff. Aus Zor und Jarablus werden Kämpfe zwischen syrischen Aufständischen und den französischen Truppen gemeldet. Die palästinensische Regierung verbot der Presse, Meldungen über die syrischen Unruhen zu bringen. Palästina. Das Palästina-Mandat und die Religion. Wie der Jerusalemer „Haaretz" mitteilt, hat das „Misrat Harabanuth", das von den Zionisten anerkannte und von den palästinensischen Behörden mit gewissen amtlichen Befugnissen ausgestattete „Oberrabbinat", an den Völkerbund in Genf ein Telegramm gerichtet, worin im Gegensatz zu dem von Oberrabbiner Sonnenfeld und der gesamten nichtzionistischen religionstreuen Judenheit vertretenen Standpunkt, der gegenwärtige englische Mandatsentwurf auch zum Schutze der religiösen Interessen des Judentums als ausreichend bezeichnet wird. Die Mitteilung des „Haaretz" sei vorläufig mit dem größten Vorbehalt wiedergeben. Es erscheint ganz unglaublich, daß ein rabbinisches Forum der heiligen Stadt, und sei es auch nur ein von der zionistischen Organisation favorisiertes, einer so hervorragenden Autorität, wie Rabbi Ghaim Sonnenfeld und der gesamten Orthodoxie den Fehdehandschuh hinwerfen wird, um dem Terrorismus der Zionisten Liebesdienste zu leisten. Die Brüder Tharoux bei Oberrabbiner Sonnenfeld. Die bekannten französischen Schriftsteller, die Brüder Tharoux, welche gegenwärtig zu Studienzwecken Palästina bereisen, besuchten bei ihrer Anwesenheit in Jerusalem auch Oberrabbiner Sonnenfeld. Die Schriftsteller interessierten sich eingehend über die Entwicklung des Landes. Oberrabbi Sonnenfeld erklärte, daß man bloß die jüdischen Kolonien zu besuchen brauche, um den Fortschritt in der Entwicklung des Landes zu konstatieren, zu bedauern sei nur die Irreligiosität der zionistischen Führer und der unjüdische Geist, der in den zionistischen Erziehungsanstalten vorherrsche, er hoffe jedoch, daß die palästinensische Atmosphäre die zionistischen Führer zur jüdischen Religion zurückführen werde. Die Orthodoxie betreffend erklärte Oberrabbiner Sonnenfeld, daß sie mit all ihr zur Verfügung stehenden Macht dafür kämpfen wird, daß sie in der Jewish Agency vertreten sein solle. Ein neuer Rosch-Besdin. Än Stelle des jüngst verschiedenen Rabbi Moses N. Walenstein s. z. 1. wurde Rabbi Serach Brurmann zum Rosch-Besdin der aschkenasischen Gemeinde ernannt. Rabbi Brurmann ist ein energischer Kämpfer gegen den Freigeist, gründete mehrere Talmud Thora in verschiedenen Kolonien und war viele Jahre Leiter der Jeschiwa Mea-Schearim. Sir Herbert Samuel gegen die extremen Zionisten. In einem Expose über die Zukunft Palästinas, die der High Oommissionar für Palästina, Sir Herbert Samuel, in einer Versammlung von Parlamentariern hielt, erklärte er, daß seine Aufgabe die Sicherung einer guten britischen Verwaltung sei. Den Juden gehe es im Lande gut und ihre Einwanderung ist eine Wohltat für das Land. Im großen und ganzen sei die Lage in Palästina eine befriedigende; auch die Einwanderung schreitet günstig fort. Palästina soll ein „nationales Heim" für die Juden werden, aber nicht diese Art eines nationalen Heimes, dem die extremen Zionisten entgegensehen. Er verhandle mit den Zionisten und Arabern, um die Majorität ihre entgegengesetzten Ansichten auszugleichen und er hoffe, eine gegenseitige Verständigung herbeiführen zu können. E r m i ß b i 1 l i g e s e h a v'( d i e M a c h i n a t i o n e n d e r „V o 11- I) l u t" - Z i o niste n, bedauere aber gleichfalls die von den Opponenten der britischen Regierung geführte politische Agitation. Sir Herbert Samuel verteidigte die palästinensische Verwaltung gegen die letztens gegen sie geüble Kritik und wies darauf hin. daß die jüdischen Beamten in der palästinensischen Verwaltung in der Minorität sind. Er unterstrich mit Nachdruck, daß in der Politik der Regierung nichts vorhanden sei. was für die gegenwärtige Majorität schädlich wäre. Die Behauptimg. als ob ein Jude die Stellung eines Distriktsgouverneurs bekleide, verneinte er entschieden. Seitdem das Mandat ausgeübt werde, wurde kein Jude auf dem Mandatsgebiete zum Gouverneur ernannt. Auf eine Anzahl von Fragen über das Huttenbergsche Eh'ktrifizieruugsschema sagte Sir Herbert Samuel, daß der mouopolartige Charakter der dem Ingenieur Kuttenberg erteilten Konzession, die das ganze Land umfaßt, eine Notwendigkeit sei. denn sonst würde das hiezu nötige Kapital nicht aufgebracht worden sein. Er sei nicht imstande, zu sagen, ob daß Material und die Maschinen in Deutsehland bestellt wurden. Der High Commissionar trat gegen die Behauptung auf. daß die jüdischen Einwanderer zum Großteile Bolschewiken seien. Die Majorität gehöre in bezug auf ihre politischen Anschauungen sicherlich der Linken au. sie sei aber keinesfalls extremistisch und nehme eine ähnliche Stellung ein. wie die Labour-Party in England. Sir Samuel wurde gefragt, wie er vom Standpunkte der Selbstbestimmung die Einwanderung der Juden in dem Maße, daß sie schließlich eine Majorität erlangen und so die arabische Bevölkerung depossedieren. rechtlertigen könne. Sir Samuel antwortete, daß. wenn das Argument der Selbstbestimmung bis zum Extrem getrieben wäre, es die Besiedlung Amerikas und Australiens verhindert haben würde. Die den Reichtum und die wirtschaftlichen Quellen des Landes zur Entfaltung bringenden jüdischen Siedlungen können schließlich keinen Nachteil für die arabische Gemeinschaft bewirken. Jeschiwa-Verhör in Zefas (Saffed). Am ersten Tage Cholhamoed fand in der Jeschiwa Chassam- Sofer und in der Talmud-Thora Bes-Jizchok in Zefas das Verhör statt, bei welchem die angesehensten "Kabbanim und ein außerordentlich großes Publikum anwesend waren. Die Schüler aus der oberen Abteilung hielten Oharifus-Vorträge von hohem Niveau. |^s^| Ctteratur, eingelaufene Bücher/ „The British Museum with Bible in hand" by Frank G. Jannaway, London, Tomson Low, Marston & Co. Ltd. Preis Schilling 3/6. „Deryiddische Almanach." Ein Jahrbuch. Redigiert von Viktor Mirski, 1922. The Jewish Almanac Publishing Gorparation New York City. * Ausführlichere Besprechung vorbehalten. VCw'r/'vX'S'Z WM^MM WM^M% | Briefkasten. j| KßfSfs:^'^ ^'Sw^^Si tyx/.&ltfs/p'.'M Berichtigung. Im Kalendarium der vorigen Nummer isl der Brand des Preßburger Ghetto irrtümlich mit dem 31. Mai datiert; tatsächlich geschah der Brand am 17. Mai (10. Ijar). mmm Spendenausweis. mww <3&i<&><3£> Wmm Richtigstellung. Im Spendenausweis Nummer 18 soll es richtig heißen : Jeschiwo-Sektion: David und Esri Schiff (Wien) K 100.000. Toras Chajira. Wien IX. - Amerika-Subvention durch Sr. Ehrwürden Rabbiner S. Fürst K 50.000, N. Eidinger Mk. 1800, Ohel. Abraham, Wien IX. K 1909, Hochzeit Gang durch Moritz Gang <J000, Albert Kopel 6000, Rabbiner Hager 1000, S. Spindel 1000, Elias Schön 792, Mano Adler 500, Simon Gang 500, N. N. 500, Geza Lasar 500, Jakob Steinhot' 500, Simon Kahane 300, Adolf Hofer 200, Zehner 200, J. F. Scbiffmann 200. Zusammen K 71.901. Spendet top die lugendgpuppe! KALENDARIUM. Tag Sonntag Siwan 8 Juni _. Montag 9. 5. Dienstag 10. 6. Mittwoch 11. 7. Donnerstag 12. 8. Freitag 19 9. Samstag Notizen j Isru Chag. - Tod R. Siracha — Stryj-Lemberg — Tod R. Arje Leb Rappaport Lemberg j Titus stellt Sturmböcke gegen Jerusalem — Katastrophaler Brand Judenviertel Posen 5350 1 — Tod des Beer hagolo Wilna 5444 — Tod R. Jisroel Perusch^Tewarje 5599 ' Tod R. Saul, Brody-Krakau 5553 j Deutscher Kaiser entzieht Juden Rechte 5318 Prag 5382 - Tod R. Isak Konen (Eidam des hohen R. Löw), Tod R. Isak Gersuni, Prag 5384 Tod R. Efraim Hakohen (Schaar Efraim) aus Wilna, Ofen 5438 — Tod R. Abraham Jizchoki, Jerusalem 5489 — Tod R. Jicchok Billitzer (Ber Jicchok), Nagyida 5647 — Haftora (Schoftim 13) Wajhi isch echod — 1 Peiek — Märtyrertod R. Brody 5510 — Tod R. Binjomin Zew Wolf (Seder Mischna), Bonyhad 5E

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