Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 18 (19.5.1922)
- Date
- 1922-05-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Ernst Sellin 2× ep/1024312
- Bezalel Ashkenazi 1× ep/1002587
- David Hoffmann 1× ep/1883047
- Heinz Stefan Herzka 1× ep/1029521
- Hermann Struck 1× ep/1004902
- Jeremiah 1× ep/1005299
- Joseph ibn Abitur 1× ep/1005462
- Judah Halevi 1× ep/1002737
- Nitra 1× ep/1048039
- Rudolf Kittel 1× ep/1023193
- Theodor Fritsch 1× ep/1028354
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Nr. 18 JÜDISCHE PRESSE Seite 119 Brief m Rtmokarpatbkn. Eine gewisse Beruhigung ist es, die endlich in der hiesigen Judenschaft sich bemerkbar macht und die Folge ist eine Klärung der Situation. In der Vorwoche fand eine Reihe sehr bedeutungsvoller Kundgebungen zugunsten der „Jüdisch-konservativen Partei" statt. So beschloß eine Repräsentanz-Sitzung der aut. orth. Kultusgemeinde Munkäcs eine Resolution zugunsten dieser Partei und akklamierte mit besonderer Anerkennung und Dank die anwesenden Präsidenten Weisz, Uzhorod und den Prager Bevollmächtigten Ungar. In Beregszasz wurde am 3. Mai d. J. in Anwesenheit mehrerer Hundert angesehener Bürger die Ortsgruppe Beregszasz konstituiert und ein 20gliedriger Ausschuß gewählt. In H u s t fand am 4. Mai d. J. im Gemeindesitzungssaal eine überaus starkbesuchte Versammlung der Repräsentanz unter Hinzuziehung der maßgebensten Balebatim statt. Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden wurden unter Vorsitz des Präses Davidovits in eingehender, kritischer Debatte besprochen, um schließlich einstimmig den Anschluß an die »Jüdisch-konservative Partei" auszusprechen. Bezugnehmend auf die Bestrebungen nach einem einheitlichen Zusammengehen der jüdischen Parteien, wurde den drei Huster Vertretern im Ausschusse der „Jüdisch-konservativen Partei" nahegelegt, diese Bestrebungen zu fördern, wenn sie in ehrlicher und ernster Weise ins Werk gesetzt werden, doch ist in keinem Falle davon abzugehen, daß der Prager Nationalrat oder eventuell von ihm vorgeschobene Personen, von einer Vertretung der Partei ausgeschlossen bleiben müssen, und der bisherige verdienstvolle Präger Bevollmächtigte Ungar als Vertrauensmann bedingungslos weiter tätig bleiben muß. Der letzte Passus wurde aus dem Grunde protokollarisch festgehalten, weil in der Debatte durch Zeugen erwiesen wurde, daß die ganze Aktion der Führer der sogenannten „bürgerlichen Partei" überhaupt nur vom „Prager Nationalrat" arangiert wird, ungeachtet der Tatsache, daß es vor dem Publikum hartnäckig geleugnet wird, daß man unsere Juden unter den Einfluß dieser unserem "Wesen vollkommen Fremden zionistischen Gesellschaft bringen will, die in Prag selbst ohne jeden Einfluß und Anhang bei uns ihre Geschäfte betreiben will und mit allen Mitteln verhindert, daß man zu ruhiger und die Interessen unserer gerade genug bedrückter Juden schützender Arbeit kommt. Umso bedeutsamer ist es, daß es der „Jüdischkonservativen Partei" gelungen ist, anläßlich der letzten Anwesenheit Ungars, wiederum einige schwierige wirtschaftliche Fragen zu bearbeiten. So insbesondere die böse Bodenpachtsablösungssache, in welcher die Partei eine neue Aktion eingeleitet hat, welche die Einbringnng eines Ergänzungsgesetzes in der nächsten Parlamentssession vorschlägt und wurde nach vorheriger eingehender Aussprache mit den politischen und Fachreferenten ein bezügliches Memorandum überreicht, dessen weitere Bearbeitung in Prag forciert werden soll. Allerdings' bleibt diese die Interessen unserer Brüder tief berührende Wirtschaftsfrage vorläufig noch unverändert ernst und muß vor Optimismus gewarnt werden. Rabbinerinstallation in Velke* Tapolcany. Am Lag Baomer fand in Velke Tapolcany der feierliche Einzug" des Oberrabbiners Weiß statt. Aus allen Nachbarg'emeinden waren zahlreiche Gäste und Deputationen erschienen. Ausführlicher Bericht folgt. Generalversammlung1 der Aguda in Novo Zämky. Vorige Woche hat die hiesige Aguda eine Generalversammlung abgehalten, in welcher der neue Vorstand gewählt wurde, und zwar: Präses: Hermann Lövy; Kassier: Josef Reichfeld; Kontrollor: Sigmund Nasch. Es wurden sogleich 4 Sektionen gebildet, welche ihre Tätigkeit mit der Jugendgruppe zusammen entfalten werden. Die „Times" zitiert in einer der letzten Nummern eine Zuschrift Dr. Elieser Borowski aus Cleveland an den „Hebrew Standard" vom 31. März, und schreibt: „Dr. Borowski erklärte in seinem Brief, der ein interessantes Licht auf die Gegnerschaft gegen den politischen Zionismus wirft, daß er der Aguda angehöre, einer unabhängigen orthodoxen Körperschaft mit bestimmtem Programm und bestimmten Zielen, welche in offenem Gegensatz zum sogenannten Kulturzionismus stehe. „Agudas Jisroel", so fügt er hinzu, betrachtet jedes jüdische Problem sub specie aeternitatis der jüdischen Religion. Er kritisiert in scharfen Worten die Mißwirtschaft und den Mangel an politischem Verständnis, den die fegenwärtige Zionist Goramission in 1 Tag Mai I Ijar Notizen Sonntag 21. 23. Altjüdischer Gedenktag, — Kreuzfahrer massakrieren Werroser Juden Joschua, Dinow 4896 ■ - Tod R. Sefira 38 Montag 22. 24. Tod R. Raphael Chaim Mordechni, Jerusalem (Pi Schnajim) 5678 — Dunaszerdabely 5530 Tod R. Simche, Sefira 39 Dienstag 23. 25- Tod R. Benjamin Oser (Ewen haoser), Salkowa 5470 — Tod R. Saul, Haag 554B Sefira 40 Mittwoch 24. 26. Tod Moses Chaim Luzzato, Akko (begrab, in Tewarje) 5606 Sefira 41 Donnerstag 25. 27. Jom Kippur Koton. — Tod R. Josef Rosenfeld, Galgocz 6679 Sefira 42 Freitag 26. 28. Tod des Herzog Josef von Naxos 5279 Sefira 43 Samstag 27. 20. Bamidbar — Haftora: Mochor Chodosch — Rosch-Chodosch-Benschen — R. Srage Feisch Fischmann, Klausenburg 5641 Perek 6 — Tod Sefira 44 Palästina an den Tag legt und glaubt, daß das Telegramm des Oberrabbiner von Palästina an die „Times" dem Prestige ihres Amtes mehr Schaden zufügen wird als ihre Ratgeber begreifen. Er und sein Verband haben Vertrauen zur Politik und zum staatsmännischen Geist von Sir Herbert Samuel, meinen aber, daß das Palästinaproblem nicht durch die Zionistische Organisation gelöst werden kann. Je früher dieser Wahrheit gemäß gehandelt wird, um so besser für uns alle. Die Lösung, die Dr. Borowski für die gegenwärtige Krise vorschlägt, ist eine gemeinsame Konferenz von Delegierten der Zionistischen Organisation, welche, wie er sagt, sich von den an ihr klebenden Beamten befreien müßte, der Brandeis-Gruppe, dem Economic Council und der Aguda. Ein solches Komitee wäre weder zionistisch noch agudistisch, sondern jüdisch. Denn die Zionistische Organisation in ihrer heutigen Verfassung hat, so bemerkt er, niemals das jüdische Volk in seiner Gesamtheit vertreten. Das heutige zionistische Rumpfparlament vermag nicht einmal alle Zionisten zu umfassen. Mächtige Körperschaften und Einzelpersonen befinden sich entweder in offener Revolte (z. B. Dr. Marmorek, Dr. Nordau, Jacobus Kann, Binjan Haarez in Deutschland), oder haben sich vollkommen von ihm getrennt. (Das bekannteste Beispiel ist die Brandeis-Mack-Gruppe in Amerika.)" „Höber költök." Von Jozsef Patai. Fünf Bände. 2. Auflage. Der erste Band enthält eine ausgezeichnete Uebersicht über die historische Entwicklung der mittelalterlichen und neuzeitlichen hebräischen Poesie und die ungarländischen hebräischen Dichter. — Der zweite Band besteht aus Uebersetzungen von Eleasar Kallir, Josef;ibn Abitur, Samuel Hanagid, Benjamin, Messulam ben Kalonymos, Jehuda halevi, Ibn Esra, Alcharisi u> a. — Der dritte Band ist eine Anthologie der hebräischen Dichter von Frankreich, Italien, Palästina und Yemen im XIII. bis XVII. Jahrhundert. — Der vierte Band enthält Dichtungen der Haskala-Zeit. — Der fünfte Band macht das ungarische Publikum mit den hebräischen Dichtern der Gegenwart bekannt. Die virtuose Uebersetzungskunst Patais bedarf keiner neuerlichen Würdigung. Das fünfbändige Werk gehört zu den wertvollsten Editionen ungarisch-jüdischer Literatur. Das Werk ist im Verlage „Mult es Jövö* erschienen. Der Streit uM G-tt und Talmud. Von Theodor Fritsch. Preis Mk. 24. Hammer-Verlag, Leipzig 1922. — Eine der feindlichsten Schriften gegen das Talmudjudentum, die besonders mit Strack, Kittel, Fiebig und Garo polemisiert. Aus dem sechzigbändigen Talmud, aus der Fülle ethischer und sittlicher Disziplinen greift er einige dunkel klingende^ von ihm aufs Unfreundlichste kommentierte Stellen, als ehrlich präsentierte Muster heraus. Neuheiten auf dem jüdischen Büchermarkt. Von Hermann Struck, Berlin, dem Meister der so beliebten Radierkunst, erscheinen soeben im Frankfurter Verlage L. Sänger zwei Radierungen. Die eine Radierung stellt den kürzlich heimgegangenen Rektor des Berliner Rabbinerseminars, Herrn Professor Dr. David Hoffmann s. A., dar. Sabbatanfang — eine Jüdin, die den Segensspruch über das entzündete Sabbatlicht spricht, stellt das zweite Bild, das den Titel „ Lichtersegen * trägt, dar. Von den Radierungen wurden für Kunstfreunde eine Vorzugsausgabe — je 100 Exemplare — hergestellt, die der Künstler handschriftlich signierte. Außerdem wurde eine einfache Ausgabe hergestellt. Vor Jahresfrist erschienen im gleichen Verlage erstmalig Hermann Schwabs Kinderträume in einer hebräischen Ausgabe unter dem Titel „GhalaumothHajaldus". Schnell hat sich das kleine Büchlein den Markt erobert, so daß die erste Auflage vergriffen ist. In wenigen Tagen wird eine Neuauflage erscheinen. „Schnipp-Schnapp" nennt sich ein jüdisches Quartettspiel, das Else Kleinmann entworfen hat und das soeben bei L. Sänger-Verlag erscheint. eingelaufene Bücher/ „Die Stimme von Jerusalem." Von Israel Z a n gwill. Autorisierte Ausgabe. Deutsch von Ella Bacharach-Friedmann. Mit einem Vorwort von Dr. Hans Heinz Evers. Berlin 1922, Verlag Siegfried Gronbach. Preis Mk. 70. ^33 11ö*?n erster Band DIDna ins Yiddische übersetzt und erklärt von Dr. JaakowMeir Salkind, London. A. Golub, 10. Osborn Street, London E. 1. „Erinnerungaus meinem Leben." Von Dr. Josef Bloch. Verlag R. Löwit, Wien I. 1922. „Kommentar zum Alten Testament." Herausgegeben von Prof. D. Ernst Sellin. Band X: „Der Prop ttet Jeremia.* Uebei setzt und erklärt von D. Paul Volz. Preis br. Mk. 100. Band XII: „Das Z wöl f p r op he ton h n o Ii.1 Uebt»n»e!*t und erklärt von D. Ernst Sellin. Preis br. Mk. 100. Band XIII: „Die Psalmen." Ueberseizt und erkh'iit v»:i D. Rudolf Kittel. Preis br. Mk. 90. A. Deiche.lache Verlagsbuchhandlung, Dr. Werner Scholl, Leipzig-EHan^en. Todesfälle. Simon Heller, Direktor des Israelitischen BlindenhistihiU'a in Wien, 79 Jahre. Geh. Hofrat Prof. Dr. Adler, Vorsteher der israelitischen Gemeinde Leipzig. Abram Revah, ein bekannter Wohltäter und Gründer der „Matanos La evvjonim*, eine Wohlfahrtsinstitution in Saloniki. Jubiläum. Der Grand-Rabbi von Paris, M. Dreifuß, feierte sein fünfzigjähriges Rabbinerjubiläum. * Ausfftkrlichere Besprechung vorbehalten. Organisation: Akiba Schreiber K 1100, Hugo Deutsch 500, Ludwig Breuer 800, Ignatz Grünwald 1000, Paul Richter 600, Lazar Schischa 600, Nathan Adler 600, Franz Fischhof 1500, Walter Lunzer 600, Max Tauber 200, Ignatz Klein 200, Heinrich Herzog 600, Dr. Leo Nasch 1000, Siegmund Hamburger 100, Gustav Herzog 600, Max Adler 600, Isidor Steiner 2000, Siegfried Herzka 600, Max Herzka 600, Joel Brabasch 300, Jakob Schönfeld 300, Jakob Barbasch 800, Egon Deutsch 600, Rudolf Lunzer 1200, Sahnen Aschkenazi 2000, zusammen 16.000. Jeschivo-Sektion: David und Edmund Schiff K 100.000, David Lemberger 50.000, N. N. (durch Adolf Schreiber) 10.000, Siegmund Löwin 5000, Moriz Benau 1000, Osias März (drei Monate) 1000, Feiwisch Mauler' 1000, Kümmel 100, durch Siegmund Stern 7000, durch Simon Felsenburg 1000, N. N. 2800, Sauevbrunn 650, N. N. 30, Krakauer 500, S. S. 600, zusammen 178.270. Bibliothek: N. N. K 100, Siegmund Forst 200, N. N. 60, E. B. 410, B. Rabinowitsch 50, N. N. 800, Viktor Weiß 500, N. N. 200, Siegmund Stern 82, Anonym 2660, J. u. E. Feldheim 300, N. Adler 100, N. N. 100, Max Friedmann 1600, Adolf Grünwald 2000, x 100, N. Adler 200, E. Adler 500, Leopold G. 150, Philip Feldheim 1000, Hochmann 100, Simon Hirsch 200, zusammen 10.112. J. F. (II., Fr. Hochedlingerg. 10) öK 20. Preßfonds: Alexander Steiner K 500, Max Adler 500t E. Felsenburg 500, E. Feldheim 100, Simon Schreiber 200» Adolf Schreiber 500, N. Adler 100, Hamburger 100, J. F. 100, zusammen 2660. Soziale Fürsorge: Krakauer K 500. Insgesamt: K 207.542, öK 20. ' &&&&&&& 'X'ifgpgtpiiv.'S^ l&ßtenznzbtfyb} >jtZiMX&^j£*j{>i< Briefkasten. Jedrzejow. Die Antwort war in Nummer 9 unter Krakau. In der Rubrik „Eingelaufene Bücher" werden alle einlangenden Bücher ausnahmslos publiziert. Röntgen-Tiefentherapie. Dies ist die Benennung der Röntgen-Bestrahlung, welche die im menschlichen Körper befindlichen Geschwülste (Krebs usw.) und Exudate mit den Röntgen-Apparaten allerneuester Konstruktion vernichtet. Dieser neue moderne Apparat ist dazu geeignet, daß die im Bauch oder im Becken vorhandenen Gesehwülste mit Umgehung von schweren, oft undurchführbaren Operationen schmerz- und gefahrlos mit Röntgen-Bestrablungen — welche mit Verschonung der Haut und der oberen Körperschichten nur in die Tiefe eindringen — vernichtet und geheilt werden. Einen solchen zur Tief bestrahlung geeigneten großen Röntgen-Apparat besorgte sich das Preßburger Grand Sanatorium, dessen Röntgeninstitut — sämtliche diagnostische und therapeutische Apparate — nicht bloß für die internen, sondern auch für die externen Kranken zur Benützung dienen. Das Röntgeninstitut steht unter der Leitung des Röntgenologen Dr. Julius Pleß. Der geschäftsführende Ausschuß, das Zentralbureau der Aguda, der Kriegswaisenfonds der Aguda und die Soziale Fürsorge gratulieren herzlichst Herrn und Frau Braun zur Geburt ihres Sohnes. Aranka Krausz Nitra Isidor Steiner Wien V e r 1 o b t e.